Wolf-Dietrich Rost

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Last Statements

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für die CDUFraktion ist klar: In Sachsen hat der Sport eine Heimat.
Dafür habe ich mich als Sportpolitiker immer mit aller Kraft eingesetzt.
Sie kennen unsere Erfolge. Herr Gebhardt, denken Sie an unseren Rekordhaushalt im Sport, den wir im Dezember 2018 hier im Hohen Hause beschlossen haben. Damit haben wir wichtige Voraussetzungen geschaffen, um das Sportland Sachsen national und international weiter an der Spitze zu halten.
Unsere Sportler erbringen hervorragende Leistungen und sind Vorbilder für viele Menschen. Dafür brauchen wir die notwendigen Strukturen. Neben den Sportvereinen sind Sachsens Sportschulen, um die es in diesem Antrag geht, für den Erfolg und die Laufbahn sächsischer Sportler von herausragender Bedeutung; denn sie tragen dafür Sorge, dass sportlich begabte junge Menschen sowohl für die schulischen Ausbildung als auch für die Förderung ihres sportlichen Talents optimale Voraussetzungen vorfinden.
Unsere Sportschulen legen mit der Vermittlung der Prinzipien des Sports wie Fairness, Leistung und Teamfähigkeit den Grundstein und leisten damit einen wichtigen Beitrag für unser Gemeinwesen. Es ist daher konsequent, diese Bestrebungen zu unterstützen und sich dafür einzusetzen, dass die Rahmenbedingungen für die sächsischen Sportschulen erhalten und verbessert werden.
Deshalb beschäftigen sich die Koalitionsfraktionen seit geraumer Zeit mit diesem Thema. Lebhaft diskutierten wir bereits im September 2016 beim sportpolitischen Forum der CDU-Fraktion im Dresdner Sportgymnasium. Dort gab es Fragen und Anregungen zu den Bereichen Personal, schulische Ausbildung und Früherkennung von Talenten, aber auch – ganz wichtig – zur nachschulischen Laufbahn.
Meine Damen und Herren! Bei aller Qualität der geleisteten Arbeit gibt es auch Verbesserungsbedarf an unseren Sportschulen.
Deshalb habe ich mich auf den Weg gemacht und jeden Sportschulstandort in Sachsen besucht, um die Bedingungen vor Ort kennenzulernen. Wichtig war uns, wie Lehrkräfte mit Trainerausbildung gewonnen werden können, wie die Tätigkeit der Außenstellenleiter aufzuwerten ist und die Unterbringung von Schülern aus anderen Bundesländern gewährleistet werden kann. Darüber hinaus ging es auch um die sportmedizinische Versorgung. Für die weitere Unterstützung der sportbetonten Schulen ist es für uns als Antragsteller deshalb folgerichtig, dass diese Anregungen Gegenstand unseres Antrages sind.
Lassen Sie mich mit den Außenstellenleitern beginnen. Die Tätigkeit der Außenstellenleiter der Sportschulstandorte Altenberg, Klingenthal und Oberwiesenthal zeichnet sich in besonderem Maße durch die Übernahme von Leitungsaufgaben aus, die noch besser gewürdigt werden sollten.
Es ist deshalb unsere Aufgabe, Lösungen zu finden, wie die Funktion des Außenstellenleiters aufgewertet und die Arbeit besser finanziell unterstützt werden kann. Hierzu sollen die erforderlichen Ressourcen zugewiesen werden. Mir ist jedoch bewusst, dass dies kein Thema allein für die Sportschulen ist; denn Außenstellenleiter gibt es auch in anderen Schularten, besonders an den Berufsschulen. Ich würde mich freuen, wenn es für diese Personengruppe insgesamt eine Lösung gäbe.
Wichtig sind auch Talente im Sport, die nicht aus Sachsen kommen. Um den Freistaat als Standort für Leistungs- und Spitzensportler gerade im Nachwuchs noch attraktiver zu machen, muss Talenten aus anderen Bundesländern ein gutes Angebot unterbreitet werden. Dazu gehört auch, die Unterbringung von Sportlerinnen und Sportlern aus anderen Bundesländern in den Internaten der sächsischen Sportschulen ebenso zu fördern wie jene aus Sachsen. Damit soll sportlich begabten Schülerinnen und Schülern die Fortsetzung ihrer schulischen und sportlichen Karriere besser ermöglicht werden – unabhängig von ihrem Hauptwohnsitz.
Eine weitere Frage ist, wie unsere Grundschulen in die Sportförderung im Freistaat eingebunden sind. Die Nachwuchsgewinnung kann bisher erst bei den weiterführenden Sportschularten der sportbetonten Schulen begin
nen. Es haben sich bereits einige Grundschulen im Freistaat ein sportliches Profil gegeben und sind somit wichtige Kooperationspartner für die sportbetonten weiterführenden Schulen. Wir wollen prüfen, inwieweit die Grundschulen ihr sportliches Profil schärfen und den Übergang zu den weiterführenden sportbetonten Schulen verbessern können; denn genau hier ist eine Schnittstelle, an der sportliche Talente verlorengehen können.
Wie sind die Bedingungen für unsere Sportler in der dualen Karriere? Genauso wichtig wie die Förderung während der Schulzeit ist die Frage, wie es nach dem Schulabschluss weitergeht. Wie kann es uns noch besser gelingen, den jungen Absolventen eine duale Karriere zwischen Leistungssport und beruflicher Ausbildung zu ermöglichen?
Mit den Hochschulen sind wir hier bereits einen Schritt gegangen, indem wir Zulassungsquoten für Spitzensportler festgelegt haben. Für die Umsetzung dieser Festlegung erwarte ich noch in dieser Legislaturperiode mit Blick auf Frau Staatsministerin Dr. Stange eine Gesetzesvorlage der Staatsregierung. Seit dem Jahr 2010 wird an der Gutenberg-Schule der Stadt Leipzig eine Klasse zur Ausbildung zum Kaufmann und zur Kauffrau in gestreckter Form für Kadersportler mit Realschulabschluss eingerichtet.
Natürlich – das wissen wir alle – gibt es auch noch die Sportfördergruppen in Polizei und Bundeswehr. Das alles sind sehr gute Förderinstrumente. Wir wollen aber noch mehr für unsere sächsischen Sportler tun. In Dresden gibt es den Schulversuch zur gestreckten Fachoberschule am Berufsschulzentrum für Technik, der nach meinen Informationen erfolgreich läuft.
Unser Ziel ist es, in Abstimmung mit den Olympiastützpunkten und dem Landessportbund den Versuch regional auf mindestens ein weiteres Berufsschulzentrum auszuweiten. Außerdem soll die Einrichtung einer Sportfördergruppe in der sächsischen Staatsverwaltung geprüft werden, die außerhalb der Polizei des Freistaates Sachsen bestehen soll. Hier hat der Freistaat Sachsen die Möglichkeit, seiner Vorbildfunktion als Arbeitgeber nachzukommen und sächsischen Spitzensportlern eine weitere Option neben der Sportfördergruppe der sächsischen Polizei zu eröffnen.
Neben vielen Chancen hat der Sport auch Risiken. Da das Verletzungsrisiko bei Spitzensportlern besonders hoch ist, sollte der Freistaat seiner Verantwortung nachkommen und die sportmedizinische und sportpsychologische Betreuung ab einer gewissen Leistungsstufe besser sicherstellen als bisher. Gerade für Nachwuchssportler, die ihre sportliche und berufliche Karriere noch vor sich haben, ist das eine wichtige Grundlage.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die sportbetonten Schulen im Freistaat leisten einen wichtigen Beitrag zur schulischen, sportlichen und charakterlichen Ausbildung von heranwachsenden Sportlerinnen und Sportlern. Diese werden wiederum durch ihre sportlichen Leistungen auch in den kommenden Jahren dazu beitragen, dass
die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem Land und der Gesellschaft gestärkt wird.
Schaffen wir jetzt die Voraussetzungen, damit die Schülerinnen und Schüler auch nach ihrer sportlichen Karriere auf sicheren Beinen stehen können und eine sichere Zukunft haben.
Abschließend möchte ich meinen Dank und meine Anerkennung für die geleistete Arbeit an den sächsischen Sportschulen zum Ausdruck bringen. Ich bitte um Ihre Zustimmung zu dem Antrag.
Herzlichen Dank.
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich für die lebhafte Debatte zu unserem Antrag. Wir haben hier eine wichtige Einrichtung im Freistaat Sachsen, ein wichtiges Handlungsfeld der Sportförderung in den Blick genommen. Es gab eine Reihe von Hinweisen, Anregungen und positiven Signalen, dieses Vorhaben zu unterstützen. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich.
Frau Kollegin Meiwald, ich wollte an dieser Stelle noch eines präzisieren. Sie hatten angeregt, mit den Sportschulen und mit den entsprechenden Fachleuten aus dem Sport eng zu kommunizieren. Genau das haben wir in den letzten Jahren gemacht. Wir hatten mehrere Beratungsrunden mit den Vertretern aller Sportschulen im Freistaat Sachsen vor Ort, an den Sportschulstandorten und auch hier im Hause. Es haben mehrere Runden stattgefunden. Es waren sehr konstruktive, offene und lebhafte Gespräche, die wir führen konnten. Aus diesen Gesprächen heraus sind genau diese Anregungen für den Antrag entstanden, sodass wir mit den Akteuren vor Ort diesen Antrag gestaltet haben; denn diese Sache liegt uns gemeinsam am Herzen.
Ich bedanke mich auch noch einmal bei der Staatsregierung für die Stellungnahme und die bisherige konstruktive und offensive Förderung der Sportschulen im Freistaat Sachsen. Wir wollen diese Förderung und Unterstützung offensiv fortsetzen, weil wir uns bewusst sind, dass wir damit junge Menschen, die Leistungssport betreiben und sich dieser Doppelbelastung stellen – schulische Ausbildung und sportliche Karriere –, entsprechend unterstützen. Der Staatsminister hat darauf noch einmal den Blick gerichtet. Das ist uns wichtig und deshalb wollen wir das in den Mittelpunkt stellen.
Selbstverständlich kann man das eine oder andere hinterfragen, Frau Kollegin Zais. Sind Sportschulen überhaupt notwendig? Darüber kann man philosophieren. Meine feste Überzeugung und die vieler Fachleute ist: Wenn man Leistungssport betreibt, dann geht das nur über professionelle Systeme, wie wir sie dankenswerterweise im Freistaat Sachsen haben. Die Sportschulstandorte wollen wir weiterführen. Sie geben den jungen Menschen vielfältigen Halt – schulisch, persönlich, charakterlich und selbstverständlich sportfachlich. Das ist ein Kompetenzzentrum.
Das liegt uns am Herzen, deshalb dieser Antrag. Deshalb bitte ich Sie herzlich um Ihre Zustimmung und Unterstützung.
Danke schön.
Amt. Präsident Thomas Colditz: Vielen Dank. Meine Damen und Herren! Ich stelle die Drucksache 6/15953 zur Abstimmung. Wer seine Zustimmung geben möchte, den
bitte ich um das Handzeichen. – Danke. Wer ist dagegen? – Wer enthält sich der Stimme? – Damit ist der Antrag bei Stimmenthaltungen beschlossen und der Tagesordnungspunkt ist beendet.
Meine Damen und Herren! Wir kommen zu
Tagesordnungspunkt 9
Kulturelle Bildung in sächsischen Schulen stärken –
künstlerischen Fachunterricht absichern
Drucksache 6/2988, Antrag der Fraktion DIE LINKE,
mit Stellungnahme der Staatsregierung
Hierzu können die Fraktionen Stellung nehmen. Die Reihenfolge in der ersten Runde lautet: DIE LINKE, CDU, SPD, AfD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die Staatsregierung, wenn gewünscht. Ich eröffne die Aussprache und erteile das Wort Frau Falken von der Fraktion DIE LINKE. Bitte.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im hier vorliegenden Antrag der Fraktion DIE LINKE wird ein Thema angesprochen, das ohne Zweifel ein wichtiger Bestandteil des Breiten- und Leistungssports ist, der Behindertensport. Aktuell verweisen die Zahlen vom Landessportbund Sachsen und vom Sächsischen Behindertensportverband auf 41 000 Sporttreibende, wobei 6 100 Meldungen im Behindertensport und circa 34 800 im Rehasport zu verzeichnen sind. Hinzu kommen 600 gehörlose Sporttreibende. Sie teilen sich auf in 16 paralympische und 5 nichtparalympische Sportarten, wovon Schwimmen,
Rollstuhlbasketball und Blindenfußball nur drei Beispiele der Sportarten sind, denen Menschen mit Behinderung und sportlichem Ehrgeiz im Freistaat nachgehen.
Das sind einige Fakten, meine Damen und Herren, aus unserem Sportleben, aus unseren Sportvereinen und Sportverbänden. Lassen Sie mich die Gelegenheit nutzen, diese Arbeit der Sportvereine und Sportverbände zur Förderung und Unterstützung des Behindertensports im Freistaat Sachsen hier besonders hervorzuheben und den Übungsleitern, den Verantwortlichen in den Sportvereinen und Sportverbänden an dieser Stelle ganz herzlich für ihre Arbeit zu danken.
Der vorliegende Antrag lässt vermuten, dass dieser wichtige Bestandteil des sächsischen Sports zu wenig Förderung durch den Freistaat erfahren würde. Diese Darstellung oder dieser Eindruck ist falsch. In unserem aktuellen Doppelhaushalt spiegelt sich wider, wie der Freistaat den Sport in unserem Land fördert und unterstützt. Dazu zählt auch der Behindertensport. Daher ist noch einmal zu erwähnen, dass der aktuelle Haushalt mit 93,5 Millionen Euro den zweithöchsten Sporthaushalt in der Geschichte des Freistaates Sachsen darstellt – ein großer Erfolg.
Der Antrag fordert nun aber Zuschüsse zu Fahrtkosten bei Wettkämpfen, Zuschüsse für besondere Behindertensportgeräte sowie Zuschüsse für bauliche Anpassungen von Sportstätten. Dabei scheint der Antragsteller zu vergessen, dass die Förderung des Behindertensports bereits fester Bestandteil der sächsischen Sportförderung ist. Es muss offensichtlich noch einmal erwähnt werden, dass die bestehenden Fördermöglichkeiten für alle Sportler, egal ob mit oder ohne Behinderung, gleich sind und die genannten Punkte allesamt bereits bezuschusst werden. Und das ist nicht alles. Hinzu kommen weitere Angebote, die Menschen mit Behinderung in Sachsen dabei unterstützen, einen möglichst breiten Zugang zum Sport zu finden.
Ja, gerne.
Ich werde in meinen Ausführungen noch einige Beispiele dazu bringen. Vielleicht könnten Sie darauf noch mit einer nachfolgenden Frage reagieren.
Ein Beispiel: Gemäß dem Sozialgesetzbuch ist es Menschen mit bestimmten Behinderungen möglich, unentgeltlich die öffentlichen Verkehrsmittel im Nah- und Fernverkehr zu nutzen. Das gilt darüber hinaus sogar für Begleitpersonen von Menschen mit schweren Behinderungen oder auch für einen Hund, den der Betroffene mit sich führt. Auch dieser wird kostenlos im Nahverkehr befördert. Genau diese Regelung umfasst im Übrigen auch die Fahrten schwerbehinderter Sportlerinnen und Sportler zu Wettkämpfen oder Trainingslagern. Dort haben wir den großen Rahmen, der von Sportlern mit genutzt werden kann. Die Ausfälle, die den Verkehrsbetrieben durch die kostenlose Beförderung schwerbehinderter Menschen entstehen, zahlen das Land und der Bund.
Zusätzlich möchte ich hier noch die zahlreichen Projekte zur selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderung erwähnen, welche über den sozialen Bereich gefördert werden, wozu auch Sportveranstaltungen zählen. Sie sehen also: Menschen mit Behinderung erfahren bereits durch die allgemeinen Kriterien genau die gleiche Förderung im Sport wie Menschen ohne Behinderung und teilweise sogar eine vollkommene Kostenerstattung bzw. vollkommenen Kostenerlass.
Im letzten Punkt des Antrages der Fraktion DIE LINKE wird nun auch gefordert, die Sportförderrichtlinie zu überarbeiten und die Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention zu erfüllen. Meine Damen und Herren, unsere Sportförderrichtlinie erfüllt die UN-Behindertenrechtskonvention, und es ist schlichtweg falsch, etwas anderes zu behaupten.
Ich möchte nun auf die dritte Zuschussforderung des Antrages, die Bezuschussung von baulichen Anpassungen von Sportstätten, eingehen. Mit unserem hohen Sporthaushalt im Freistaat sind natürlich auch hohe Investitionen in den Sport verbunden, meine Damen und Herren.
Vereine mit Behindertensport sowie Verbände, aber auch die Olympiastützpunkte können Mittel beantragen. So existiert darüber hinaus über die reguläre investive Sportförderung seit 2014 ein Extraprojekt, das sich mit dem wichtigen Thema der Barrierefreiheit beschäftigt. Das Projekt „Lieblingsplätze für alle“ fördert Investitionen zum Abbau von Barrieren an öffentlich zugänglichen Gebäuden wie etwa in unseren Sportvereinen mit einem Umfang von 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Das ist ein weiteres konkretes Beispiel dieser möglichen Förderung. Maßnahmen aus diesem Programm werden mit bis zu 25 000 Euro durch das Projekt gefördert und können dabei die notwendigen Kosten vollständig decken.
Aber wir investieren nicht nur in diese Vorhaben, nein, auch Anträge für Großsportveranstaltungen des Behindertensports werden vom Freistaat bezuschusst. In der vorliegenden Antwort des Staatsministeriums des Innern zum Antrag der Linksfraktion verweist das Ministerium hierbei unter anderem auf die Schachweltmeisterschaft der Behinderten in Dresden.
Lassen Sie mich abschließend auf den ersten Punkt des Antrages eingehen. Darin wird gefordert, dass die Staatsregierung den Landtag zu Angeboten des Behindertensports sowie zu der Frage, wie viele Übungsleiter in diesem tätig sind, informiert. Liebe Kolleginnen und Kollegen der Linksfraktion, in diesem Fall möchte ich empfehlen, einfach eine Kleine Anfrage an das zuständige Ministerium zu stellen und nicht einen Antrag extra im Parlament einzubringen. In seiner Stellungnahme hat das Ministerium aber bereits zahlreiche Erläuterungen zu Ihrer Forderung nach Berichterstattung gegeben. Weitere Fragen können auf der Internetpräsenz vom Landessportbund und dem Sächsischen Behindertensportverband beantwortet werden, wovon Ersterer auch behindertengerecht, also barrierefrei mit einer Vorlesefunktion, ausgestattet ist. Somit können diese Informationen auch von Menschen mit Behinderungen leicht erlangt werden. Informationen zu Übungsleitern finden Sie im Übrigen auch auf der Seite des Deutschen Behindertensportverbandes.
Abschließend kann man zum vorliegenden Antrag Folgendes feststellen: Die Forderung zur finanziellen Bezuschussung stellt sich nicht, da Behinderte mindestens gleichermaßen gefördert werden wie Sportler ohne Behinderung, teilweise sogar darüber hinaus. Der Freistaat investiert viel in den Sport und damit auch, meine Damen und Herren, in den Behindertensport. Er ist mit dem aktuellen Haushalt weiterhin auf einem guten Kurs.
Die Forderung nach einer Anpassung der Sportförderrichtlinie an die UN-Behindertenrechtskonvention ist aus meiner Sicht überflüssig, da sie bereits alle Kriterien erfüllt und Menschen mit und ohne Behinderung bereits gleichermaßen darin Berücksichtigung finden.
Zu guter Letzt: Die im Antrag angeforderten Informationen sind durchaus auf einfachem Wege zu beschaffen oder wurden in der Stellungnahme der Staatsregierung bereits geliefert.
Aufgrund dieser Darlegungen sehe ich keinen Grund für eine weitere Bearbeitung des Antrages und empfehle daher die Ablehnung.
Herzlichen Dank.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als Sportpolitiker meiner Fraktion ist es mir ein Anliegen, dass wir im Sport erfolgreich sind. Dazu gehören die Erfolge unserer Sportlerinnen und Sportler bei Wettkämpfen wie auch die Entwicklung unserer Sportvereine und der Sportinfrastruktur.
Aber auch die Aus- und Weiterbildung nach einer erfolgreichen sportlichen Karriere sind wichtige Bausteine
unserer Politik, da beides Hand in Hand mit der Laufbahn und dem Lebensweg unserer Sportler geht. Sie erbringen hervorragende Leistungen und sind Repräsentanten unseres Landes. Als Freistaat wollen wir ihnen daher Rahmenbedingungen schaffen, die es besonders begabten Sportlerinnen und Sportlern erleichtern, bereits während ihrer aktiven Karriere ein Studium aufzunehmen und so die Herausforderungen von Leistungssport und Ausbildung besser zu bewältigen.
Die Frage nach einer Profilquote für Leistungssportler ist eine weitere Möglichkeit, den Sport im Freistaat zu stärken und zu unterstützen. Deshalb beschäftigen sich CDU und SPD bereits seit geraumer Zeit mit diesem Thema und haben sich im Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, mit den Hochschulen ins Gespräch zu kommen, um unseren Leistungssportlern den Zugang zu Studienfächern zu erleichtern.
Aus diesem Grund kündigten CDU und SPD bereits in der letzten Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien einen eigenen Antrag und eine Anhörung zum Thema an. Diese soll nun dazu dienen, sich ausführlich mit diesem Thema zu befassen und besonders die fachkundige Meinung von Sachverständigen einzuholen.
Dass Sachsens Hochschulen die Möglichkeit bekommen sollen, eine Profilquote unter anderem für junge Leistungssportlerinnen und Leistungssportler einzurichten, ist nicht nur notwendig, sondern auch ein wichtiger Schritt. Die Reformierung der Hochschulzulassung hat aber auch zahlreiche unterschiedliche Aspekte, und alle müssen in unseren Überlegungen eine Rolle spielen. Leider erfüllt der hier vorliegende Antrag diese Bedingungen augenscheinlich nicht und erscheint zum jetzigen Zeitpunkt eher wie ein Schnellschuss: in der Sache richtig, aber gänzlich zu kurz gegriffen und unausgereift.
Ein Beispiel hierfür ist Punkt 2 des Antrages. Darin wird gefordert, dass zunächst Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, die dem Kader einer Schwerpunktsportart des OSP angehören, bevorzugt werden. Die Antragstellerin scheint aber nicht zu wissen, dass Hochschulen bei einer Vorabquote allgemein nach Bedürftigkeit entscheiden und dazu eine Rangfolge erstellen. Diese Tatsache macht die gestellte Forderung daher überflüssig. Auch wirft die im Antrag geforderte Quote von bis zu 1 % grundsätzlich die Frage auf: Wie kommen Sie, liebe Damen und Herren der AfD, auf diese Zahl, und warum glauben Sie, dass 1 % ausreicht?
Letztlich – das muss bei genauerer Betrachtung des Antrages festgestellt werden – scheint sich die AfD keinerlei Gedanken darüber gemacht zu haben, wie die Zukunft unseres Leistungssports aussehen soll. Wir haben im Dezember hier im Haus eine ausführliche Debatte zur
Leistungssportreform geführt. Darin ging es um die Inhalte. Da hätte man einiges lernen können.
Sie scheinen vergessen zu haben, dass in der Leistungssportreform des DOSB, die mit den Sportfachverbänden und in enger Zusammenarbeit mit den einzelnen Bundesländern angestoßen wird, die hier genannten A-, B-, C- und D/C-Kader in Zukunft so nicht mehr relevant sind; denn zukünftig sprechen wir über eine andere Kaderstruktur. Darauf sind Sie im Antrag überhaupt nicht eingegangen. Das heißt also, wenn wir jetzt dieses Gesetz fassen, dann hantieren wir sozusagen mit alten Strukturen, wie Sie es eben formuliert haben.
Sie sind in Sachen Sportfachpolitik nicht auf der Höhe der Zeit, das muss ich einmal so deutlich sagen. Wenn wir Ihrem Antrag zustimmen würden, dann wäre das Ergebnis, dass wir in kurzer Zeit, wenn die Leistungssportreform umgesetzt ist, das Gesetz noch einmal neu fassen müssten. Das wollen wir doch nicht. Wir sollten also jetzt schon ein Stück in die Zukunft arbeiten. Was die inhaltliche und fachliche Reife des vorliegenden Antrages betrifft, so muss man sagen: gut gemeint und schlecht gemacht.
Es ist offensichtlich, dass sich das Hinzuziehen fachkundiger Meinungen, etwa durch Gespräche mit Fachverbänden und Hochschulen, hier nicht nur anbietet, sondern absolut notwendig ist. Eine Anhörung, wie für den gemeinsamen Antrag der SPD- und meiner Fraktion vorgesehen, wurde von der AfD nicht beantragt, obwohl sie sinnvoll wäre.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, eine Novellierung, die den Bildungsweg unserer Sportlerinnen und Sportler an unseren Hochschulen betrifft, ist zu wichtig, als dass wir überstürzt und ohne jede Rücksprache mit Sportverbänden, Hochschulen und nicht zuletzt mit unseren Sportlern handeln sollten. Deshalb lehnen wir diesen Antrag ab und werden zu einem späteren Zeitpunkt nach Rücksprache mit allen Beteiligten über einen fundierten, ausgereiften Antrag, nämlich den der Koalitionsfraktionen, hier im Plenum entscheiden.
Ganz herzlichen Dank.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor wenigen Tagen, am 03.12.2016, beschloss die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes die Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung. Diese Strukturveränderungen haben auch Auswirkungen auf Sachsen. Deshalb ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme im sächsischen Sport, Zeit für die Frage, wie wir sportliche Erfolge im Breitensport und im Spitzensport für die Zukunft sichern.
Sachsen ist Sportland. Wir verfügen insgesamt über eine sehr gute Sportinfrastruktur. Sie ist geprägt von einer großen Anzahl von attraktiven Sportstätten. Wir haben eine Reihe wichtiger Einrichtungen des Spitzensports im Freistaat. Ich denke hier an die beiden Olympiastützpunkte, an die 22 Bundesstützpunkte. Wir haben des Weiteren
wichtige wissenschaftliche Einrichtungen: das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften, die Sportwissenschaftliche Fakultät an der Universität Leipzig.
Das Rückgrat und die Grundlage des sächsischen Sportlebens sind unsere sächsischen Sportvereine – 4 500 haben wir im Freistaat Sachsen mit weit über 600 000 Mitgliedern. Es ist die größte Bürgerbewegung im Freistaat Sachsen. Interessant ist die Zahl, meine Damen und Herren: 81 000 dieser Mitglieder sind ehrenamtlich aktiv – als Vorstände, als Abteilungsleiter, als Trainer, als Übungsleiter, als Kampf- und Schiedsrichter.
Das ist ein hohes ehrenamtliches Engagement, eine Bildungs- und Sozialarbeit im besten Sinne, die hier geleistet wird. Vielen Dank, meine Damen und Herren, für Ihre Zustimmung.
Ein wichtiger Baustein unserer Sportinfrastruktur in Sachsen sind unsere Sportschulen. Sie haben die Aufgabe, den Nachwuchsleistungssport zu fördern, die bestmögliche Entwicklung für unsere Kinder, die sich dem Leistungssport verschrieben haben, zu gewährleisten – schulisch wie auch sportlich. Sechs Standorte haben wir im Freistaat Sachsen. Dort wird eine hervorragende Arbeit geleistet.
In den letzten Wochen hatte ich Gelegenheit, mir fast alle dieser Schulen anzusehen, und ich war beeindruckt, was dort geleistet wird – von Lehrern, Eltern, Schülern, Trainern, aber auch von den Schulträgern. Das ist eine wichtige und wesentliche Arbeit, ein Schatz, den wir hier im Freistaat Sachsen mit den Sportschulen haben, den wir weiterhin erhalten und fördern wollen.
Die Sportschulen sind auch eine Grundlage für die Erfolge in nationalen und internationalen Wettkämpfen. Interessant ist der Blick auf die Olympischen Spiele dieses Jahres in Rio. 42 Medaillen wurden von deutschen Sportlern erkämpft. Allein sieben Medaillen haben sächsische Sportler erkämpft. Eine hervorragende Bilanz. Auch die Paralympischen Spiele haben drei Medaillen dazu beigetragen. Hervorragende Leistungen, die sächsische Sportler hier erbracht haben.
Trotz der positiven sächsischen Bilanz ist der Blick auf den Leistungssport in Deutschland kritisch. Wir sind im internationalen Vergleich in Deutschland mit dem Leistungssport in den letzten Jahren zurückgefallen. Deshalb ist die eingangs angesprochene Leistungssportreform aus meiner Sicht auch dringend notwendig. Experten schätzen ein – und die Sportministerkonferenz hat es bestätigt –, dass mit der gegenwärtigen Förderung und den vorhandenen Strukturen weitere Erfolgssteigerungen nicht möglich sind. Daher gilt es, Strukturen effizienter zu gestalten und stärker auch in den Spitzensport zu investieren.
Meine Damen und Herren, Sachsen ist für die Reform gut aufgestellt und kann eine Reihe von Kompetenzen in diese Reform auch einbringen. Wir werden unsere sächsische Handschrift hier in diesem Reformprozess deutlich machen. – So weit erst einmal in dieser ersten Runde. In der zweiten Runde würde ich dann noch einmal auf die Schwerpunkte der Sportförderung im Freistaat Sachsen eingehen.
Herzlichen Dank.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wo sehen wir die Schwerpunkte der Sportförderung im Freistaat Sachsen? Grundlage dafür ist der Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2014. Es ist der erste Koalitionsvertrag im Freistaat Sachsen, in dem der Sport ein eigenständiges Kapitel hat.
Das macht deutlich, welche Bedeutung beide Vertragspartner diesem Thema beimessen.
Die Koalition ist ein verlässlicher Partner des Sports. So heißt es im Vertrag. Das schlägt sich auch in den entsprechenden Haushaltsbeschlüssen nieder. In den letzten Jahren haben wir in erheblichem Maße Mittel für die Sportförderung bereitgestellt. In den Jahren 2015 und 2016 waren es 86 Millionen Euro. Für die Jahre 2017 und 2018, im neuen Haushalt, hat die Koalition jetzt beantragt, 93,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Kernpunkt dieser Mittel wird natürlich die Investition sein. Das ist in der Diskussion schon mehrfach angesprochen worden: die Sportinfrastruktur zu stärken. Hier sehen wir einen Schwerpunkt unseres Mitteleinsatzes.
Seit 2013 – das muss auch einmal festgehalten werden – haben wir die investiven Ausgaben auf einem sehr hohen Niveau im Freistaat Sachsen gehalten. Im Vergleich zu anderen Bundesländern sind wir da wirklich ein Spitzenreiter. Mit entsprechenden Förderprogrammen aus dem Sportförderprogramm unterstützen wir Kommunen und Vereine beim Bau und bei der Sanierung ihrer Anlagen. Ich möchte hier noch einmal deutlich betonen, weil das auch angesprochen wurde: Sport ist eine kommunale Aufgabe, meine Damen und Herren. Die Kommunen müssen auch hier ihrer Verantwortung gerecht werden und die entsprechenden Mittel einstellen. Wir haben ja darüber hinaus auch die Sächsische Gemeindeordnung im Jahr 2014 geändert und den Aufgabenkatalog um den Sport ergänzt.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Landessportbund als mitgliederstärkste Organisation im Freistaat. Er ist für uns ein wichtiger und verlässlicher Partner, und wir gestalten die Zusammenarbeit mit dem Landessportbund über den Zuwendungsvertrag. Das sorgt für Verlässlichkeit, sodass er seine vielfältigen Aufgaben auch wahrnehmen kann.
Ich möchte ein aktuelles, ein besonderes Projekt in der Zusammenarbeit mit dem Landessportbund herausgreifen: das Projekt der Regionaltrainer. Das wurde in der Diskussion auch angesprochen. Die Nachwuchsförderung, die Nachwuchssichtung sind wichtige Themen. Hier haben wir uns als Freistaat eingebracht und gemeinsam mit dem Landessportbund das Projekt der Regionaltrainer ins Leben gerufen. In den letzten drei Jahren hat sich die Anzahl der Regionaltrainer verdreifacht. 54 sind gegenwärtig im Freistaat Sachsen tätig, leisten dort eine sehr gute Arbeit, einen wichtigen Beitrag für das Sichtungs- und Unterstützungssystem, das übrigens in dieser Form auch einmalig in Deutschland ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt für uns ist die akademische Trainerausbildung an der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Diese Trainerausbildung ist gleichfalls einzigartig in Deutschland. Wir fördern sie, wir unterstützen sie, wir sehen diese Trainerausbildung als eine wichtige Aufgabe an. Für uns sind gut ausgebildete Trainer die Grundlage für Erfolge im Sport.
Ich möchte auf einen weiteren Schwerpunkt hinweisen: die Vereinbarkeit von Leistungssport, Beruf und Studium, Stichwort duale Karriere; die beruflichen Anforderungen
und die sportlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Hier brauchen wir entsprechende Modelle. Wir sind hier in der Überlegung, wir sind hier im Gespräch auch mit Partnern, Hochschulen, Universitäten. Ich freue mich, dass ich gehört habe, dass die beiden Ministerien Wissenschaftsministerium und Innenministerium gegenwärtig über die Profilquote im Gespräch sind. Es freut mich, dass dort die Leistungssportler mit einem erleichterten Zugang für das Studium praktisch unterstützt werden.
Sportgroßveranstaltungen sind ein weiteres wichtiges Thema, um den Freistaat nach außen sportlich zu repräsentieren, nicht nur in der eigenen Struktur aktiv zu sein, sondern auch mit Sportgroßveranstaltungen für den Freistaat und für die einzelnen Regionen zu werben.
Als Letztes wurde die Unterstützung der Fanprojekte angesprochen. Auch das ist eine wichtige Aufgabe.
Für uns ist es das Ziel, meine Damen und Herren, dass Sachsen auch in Zukunft Sportland bleibt.
Danke schön.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die angespro
chene Leistungssportreform bringt eine ganze Reihe von Facetten, Vorschlägen und Ideen zum Vorschein. Ich möchte noch einmal auf einige Punkte aus der Diskussion eingehen.
Wichtig ist aus meiner Sicht, dass wir diesen Reformprozess auch als Chance betrachten. Ich bin dazu in einer Reihe von Gesprächen mit Vertretern des organisierten Sports, mit Vertretern der Olympiastützpunkte und der Bundesstützpunkte, ermutigt worden. Natürlich werden wir betroffen sein, wenn beispielsweise aus zwei Olympiastützpunkten letztendlich einer wird. Die Beteiligten sehen das aber sehr konstruktiv und haben sich dem Prozess schon ein Stück weit geöffnet. Man sieht hier auch eine Chance in der Konzentration. Das Gleiche gilt bei den Bundesstützpunkten – wir haben gegenwärtig 22. Diese Zahl könnte sich, so wie es sich gegenwärtig abzeichnet, auf 20 Stützpunkte reduzieren. Auch das wird vom organisierten Sport als gestaltbar angesehen.
Natürlich ist es wichtig – das wurde auch diskutiert –, dass der organisierte Sport mit den Vertretern der öffentlichen Hand, Bund und Freistaat, das Gespräch sucht und die Reform gemeinsam gestaltet wird. Es ist auch ein wesentlicher Punkt für das Gelingen dieser Reform, dass das praktisch ressortübergreifend gestaltet wird. Mit Blick auf die Politik und die einzelnen Ministerien ist nicht nur der Sportminister gefragt, sondern auch die anderen Ministerien: Wissenschaftsministerium und Kultusministerium mit ihren einzelnen Verantwortungen. Auch die anderen Ressorts, wie das Sozialministerium, begleiten diesen Prozess. Es ist also wichtig, dass wir das als einen komplexen Prozess betrachten.
In der Diskussion wurde das Sportfördergesetz angesprochen. Für uns als Koalition ist, wie ich eingangs gesagt habe, der Koalitionsvertrag die Grundlage. Darin haben wir uns in der Sportförderung auf den Zuwendungsvertrag und auf die Sportförderrichtlinie konzentriert. Das sind bewährte Instrumente, und wir überlegen derzeit, wie wir sie weiterentwickeln können. Dazu laufen Vorbereitungen im Sportministerium, dazu gibt es Gedanken und Ideen im Landessportbund. Wir haben in vielen Runden darüber gesprochen. Meine persönliche Meinung und die Meinung meiner Fraktion ist: Wir brauchen kein Sportfördergesetz, sondern optimale Bedingungen für unsere Sportlerinnen und Sportler, für den Sport im Freistaat Sachsen. Das ist entscheidend.
Wir stehen vor der Herausforderung, in den nächsten zwei Jahren – so ist der Plan – die Reform im Leistungssport und in der Spitzensportförderung auch im Freistaat Sachsen umzusetzen. Sehen wir es als Chance an, unsere Leistungen und Ergebnisse im sportlichen Bereich, im Breitensport wie auch im Spitzensport, mit dieser Reform zu steigern und dies als einen komplexen Prozess des organisierten Sports und aller beteiligten Partner zu gestalten! Wenn uns das gelingt, werden wir das Sportland Sachsen weiter voranbringen.
Recht herzlichen Dank.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst einmal bedanke ich mich ganz herzlich bei der Staatsregierung für die umfängliche und aufwendige Beantwortung der Großen Anfrage der AfD-Fraktion. Mit einem Schmunzeln nehme ich zur Kenntnis – Frau Kersten, Sie haben es in Ihren Ausführungen wieder verdeutlicht –, dass das Verständnis der AfD von den Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten des Freistaates, der Kommunen und des organisierten Sports noch nicht sehr ausgeprägt ist. Es gibt insoweit verschiedene Verantwortungsebenen.
Die Informationen, die man benötigt, sind bei den jeweiligen Verantwortungsebenen konkret zu erfragen. Die Staatsregierung hat korrekt und sachlich auf die Themen Bezug genommen, die für den Freistaat relevant sind. Dafür noch einmal ein herzliches Dankeschön!
Frau Kersten, die Intention, die hinter Ihrer Großen Anfrage steht, ist aufgrund der Bandbreite der Themen, die Sie angesprochen haben, nicht klar ersichtlich. Es geht sehr in die Breite und sehr durcheinander. Es fehlt irgendwie die Struktur. Aber das kann sich noch entwickeln, das kann ja noch besser werden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines wird deutlich: Der Freistaat Sachsen ist in den vergangenen Jahren, insbesondere mit den beiden letzten Doppelhaushalten, seinem Anspruch gerecht geworden, als Sportland wahrgenommen und bundesweit respektiert zu werden. Ein Vergleich der Sportförderung bei uns mit der in den anderen Bundesländern macht das sichtbar. Frau Kersten, auch Sie haben am Schluss Ihrer Ausführungen anerkannt, dass es auch positive Elemente gibt.
Unsere Sportflächen profitieren in breiter Fläche vom aktuellen Sportfördervolumen. Wir haben damit in der jüngsten Vergangenheit auf die Entwicklungen in den Vereinen reagiert. Die stetig wachsenden Mitgliederzahlen in den Vereinen stehen stellvertretend für das große Interesse der Sachsen am Sport und den Wunsch, diesen aktiv zu unterstützen. Gute, größere, aber auch neue Sportanlagen sind daher ebenso notwendig wie die Sicherung des Bestandes.
Dem Fragenkomplex drei der Großen Anfrage der AfDFraktion ist zu entnehmen, dass den Informationen der letzten Wochen und Monate nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Seit Ende Mai wird keine sich in Landeseigentum befindliche Sporthalle mehr für die Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen genutzt. Wir haben zwischenzeitlich 14 gehabt. Der Freistaat ist seiner Verantwortung nachgekommen, die Interimsnutzung landeseigener Sporthallen in diesem Jahr zu beenden und diese Hallen den Vereinen wieder hergerichtet zur Verfügung zu stellen.
Meine Damen und Herren! Ich danke an dieser Stelle allen Sportvereinen, die von dieser zeitweisen Umnutzung
betroffen waren und mit dieser Herausforderung verantwortungsvoll umgegangen sind.
Dass für den Sport die Sporthallen zur Verfügung stehen, ist nicht nur das Fundament, um den steigenden Mitgliederzahlen im organisierten Sport eine feste Basis zu geben, sondern auch in der aktuellen Situation sehr wichtig und notwendig. Die Grundwerte unserer Kultur werden im Sport neben Sprache, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Teamgeist, Verantwortung und Disziplin vorurteilsfrei und ungezwungen vermittelt. Diese Verantwortung, die der Sport hier trägt und tragen will, müssen wir mit den kommenden Investitionen auch weiterhin unterstützen.
Der derzeitige Haushaltsentwurf kann dabei nur als erste Orientierung dienen. Hier sind wir gefordert, die Mittel für die Sportförderung den Anforderungen entsprechend zu gestalten. Unsere Sportvereine haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel geleistet. Stichworte sind Nachwuchsarbeit, Ehrenamt, Mitgliedergewinnung,
Hochwasserbewältigung, aber auch Inklusion und Integration. Diese vielfältigen Leistungen in unseren Sportvereinen sind nicht selbstverständlich. Das verdient an dieser Stelle Anerkennung. Ganz herzlichen Dank dafür.
Meine Damen und Herren! Es ist festzustellen, dass entgegen anderslautenden Berichten der Investitionsstau an den Sportstätten in den vergangenen Jahren deutlich abgebaut wurde. So wurden nahezu 100 Millionen Euro in den letzten vier Jahren in Sachsens Sportstätten investiert. Außerdem trug die vorbildliche Unterstützung hochwassergeschädigter Vereine mit einem Umfang von circa 140 Millionen Euro und einem Förderanteil von bis zu 100 % ebenso zur Sanierung bei.
Die geplante Anpassung der konsumtiven Sportförderung gestattet auch in Zukunft Planungssicherheit in den Verbänden und wird dem aktuellen Trend steigender Mitgliederzahlen gerecht.
Eines dürfen wir bei dem bisher Erreichten aber nicht vergessen: Sport zu treiben, ob organisiert oder ausschließlich privat, ist der Wunsch aller Gesellschaftsschichten. Kinder, Jugendliche, Schüler, Berufstätige, Behinderte, Senioren, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sind hier eingebunden. 642 000 organisierte Mitglieder in ganz Sachsen, Tendenz steigend, sind im Sport vereint. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich. Die Sportförderung im Freistaat Sachsen muss deshalb auf dem bewährt hohen Niveau fortgesetzt werden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden auch in Zukunft den organisierten Sport und seine Sportvereine nachhaltig und zuverlässig unterstützen.
Ich danke für die Aufmerksamkeit.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Beginnen möchte ich mit einem Zitat:
„Fußball ist mehr als nur der runde Ball und die 22 Spieler auf dem Feld und auch mehr als nur der Besuch im Stadion, mehr als die Faszination und die Leidenschaft. Fußball ist einer der komplexesten gesellschaftlichen Prozesse. Die Besucher eines Stadions sind das Spiegelbild der Gesellschaft. Nicht nur aus diesem Grund wird dem Fußball und dessen Umfeld eine immer wichtigere soziale Bedeutung zugerechnet.“
Dieses Zitat, meine sehr geehrten Damen und Herren, stammt von Nicole Gabriel, Leiterin des Fanprojektes in Chemnitz, aus der öffentlichen Anhörung vom
25. Juni 2015 hier in diesem Saal zum Thema Sicherheit
im Fußball. Diese Anhörung hat über alle Sachverständigen hinweg drei wesentliche Kernpunkte zum Ausdruck gebracht:
Erstens, die Forderung nach einem eigenständigen sächsischen Jahresbericht Fußball mit dem Wunsch nach einer deutlichen Erweiterung der bisherigen, von der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze gelieferten Statistik.
Zweitens, die Wirksamkeit der Reduzierung von Polizeipräsenz. Wenn in die polizeiliche Fortbildung die Situation Fußball einbezogen wird, das heißt, Deeskalationsstrategien, Kommunikationsstrategien und Schulungen zu den Fangruppierungen, gelingt eine Konfliktlösung vor Ort deutlich besser, und die Akzeptanz in den Fangruppierungen gegenüber der Polizei steigt wahrnehmbar. Auf diese beiden Punkte hat mein Kollege Christian Hartmann bereits ausführlich hingewiesen.
Ich komme nun zum dritten Kernbereich, der zugleich Namensgeber des heute zu beschließenden Folgeantrages ist: die Stärkung der sächsischen Fanprojekte. Die Ausstrahlung sozialpädagogisch wirkender Fanprojekte im Fußball ist sehr groß. Als Vermittlungsinstanz, vertrauensvoller Ansprechpartner, Kontaktperson, beratender Akteur bilden sie die Brücke zwischen Polizei und Fans. Für die meisten Anhänger von Vereinen ist das Fansein nicht mit dem Gang ins Stadion beendet. Die Beschäftigung mit ihrem Klub nimmt verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch. Hierbei gilt es, bestehende Plattformen für Fanaktivitäten zu nutzen, um somit dem Verein spürbar zu helfen.
Wir haben, meine Damen und Herren, in Sachsen die komfortable Situation mit einem Zweitligisten und gleich drei Drittligisten. Schon jetzt können in Sachsen bei einem Spiel bis zu 45 000 Fans gezählt werden. Das zeigt, unter welchen großen Herausforderungen das Sicherheitspersonal vor allem bei Derbyspielen steht.
Die Anhörung machte deutlich, dass aufgrund der intensiven Arbeit der Fanprojekte in den Vereinen, besonders im Zusammenwirken mit der Polizei, die Sicherheit in den Stadien nachweislich verbessert werden konnte. Die Wahrscheinlichkeit, als Besucher bei einem Fußballspiel in Deutschland verletzt zu werden, ist im europäischen Vergleich am niedrigsten. Auch das ist eine wichtige Erkenntnis aus der Anhörung mit den Sachverständigen.
Das große Potenzial, welches die Fanprojekte hierbei bieten, haben der Freistaat Sachsen, aber auch der Deutsche Fußball-Bund, der DFB, und die Deutsche Fußball Liga, die DFL, schon vor längerer Zeit erkannt.
Mit der neuen Regelung aus dem Jahre 2013 verdoppeln der DFB und die DFL den Anteil der öffentlichen Mittel an jedem Fanprojektstandort gemäß ihren gemeinsamen Richtlinien bis zu einem Höchstbetrag von 150 000 Euro pro Spieljahr. Die Zuwendung wird dabei im Rahmen einer Projektförderung entsprechend dem durch die Fanprojekte nachgewiesenen Bedarf gewährt.
Mit den Fanprojekten in Leipzig, in Dresden, in Aue, in Chemnitz, in Zwickau und in Plauen haben wir bereits ein
gutes Netzwerk in Sachsen, welches untereinander, aber auch überregional in der Lage ist, Fußballspiele sicher vorzubereiten. Ich denke hierbei an die Organisation von Fanzügen, aber auch an die vereinseigenen Ordner, die zu den Auswärtsspielen mitgenommen werden.
Der Freistaat beteiligt sich aktuell mit 320 000 Euro an der Unterstützung dieser sechs Fanprojekte sowie einem Fankoordinator. Mit überschaubaren finanziellen Mitteln von Land und Kommune ist es möglich, die volle Fördersumme von circa 900 000 Euro in Anspruch zu nehmen.
Mit dem heutigen Antrag setzten wir uns aus sportfachlicher Sicht dafür ein, dass diese Mittel von DFB und DFL in Sachsen tatsächlich eingeworben werden können. Das heißt, wir wollen die Fanprojekte unterstützen, sie befähigen und ermuntern, weiterhin ihren wichtigen Aufgaben nachzukommen. Wir werden dafür sorgen, dass die Haushaltsmittel auch weiterhin zur Verfügung stehen, die der Höhe der Antragslage in den Projekten entsprechen. Vereine, die nachweislich gut im Bereich Kinder- und Jugendbetreuung in Fanprojekten arbeiten, müssen noch deutlicher als bisher unterstützt werden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein Dank geht an dieser Stelle an alle Vertreter von Fanprojekten und Ehrenamtlichen im Freistaat Sachsen, die sich für das sportlich faire Miteinander im Fußball und im Sport an vielen Stellen engagiert einsetzen. Die Arbeit der Fanprojekte kann nur erfolgreich sein, wenn sie mit den Vereinen und Verbänden eng zusammenarbeiten. Die Vereine und die Verbände müssen sich dabei in aller Deutlichkeit von Gewalt distanzieren. Hierbei sind der DFB und der Sächsische Fußballverband besonders gefordert, die Vereine dabei aktiv zu begleiten. Ich denke, es ist ein wichtiges politisches Bekenntnis aus diesem Hohen Hause, meine Damen und Herren: Sport lebt vom fairen Wettkampf, von Respekt und von gegenseitiger Achtung.
Mit diesem Antrag wollen wir den sächsischen Fußball als ein Markenzeichen Sachsens weiter unterstützen.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Ja, mit Gottes Hilfe.