Ich war persönlich an zwei dieser Regio-Workshops beteiligt und kann von einer lebhaften, offenen und sehr konstruktiven Diskussion berichten. Das hat damit zu tun, dass nicht nur die Hochschulen und die Wirtschaft – wie bei den früheren Work shops – vertreten waren, sondern auch die Gewerkschaften sowie die Kirchen und Sozialverbände dabei waren. Ich kann sagen, dass dadurch die Debatte eine ganz besondere Rich tung bekommen hat. Ich habe für mich mitgenommen, dass die zweite Tranche eine ganz besondere strategische Kompo nente erhält.
Meine Damen und Herren, es geht also nicht nur um die Fra ge, für welchen Hochschultyp wie viele Studienplätze vorge sehen sind und wie viele Fachkräfte wo gefragt sind, sondern es geht insbesondere darum, wie wir mit den großen gesell schaftlichen Trends und Problemen der Zukunft zurechtkom men.
Infolgedessen ist die Frage, was in Baden-Württemberg ins besondere beim Masterausbau in Zukunft die Schwerpunkte sein müssen.
Ich nenne hier ganz bewusst das Stichwort „Akademisierung der Gesundheitsberufe“. Aus meiner Sicht hat die Debatte in den Workshops sehr deutlich gemacht, dass angesichts der de mografischen Entwicklung hier einer der Schwerpunkte lie gen muss, wenn eine Bewertung darüber angestellt wird, wie ein Masterausbau in Zukunft aussehen muss.
Abschließend möchte ich betonen, dass der Ausbau der Stu dienplätze verlässlich erfolgt. Zu dieser Verlässlichkeit gehört aber auch eine regelmäßige Überprüfung, welche der Ange bote nachgefragt und welche gebraucht werden, und damit auch, wo es Verschiebungen geben kann oder muss. Wir sind stolz auf ein dynamisches Hochschulsystem. Diese Dynamik müssen wir erhalten, auch wenn es manchmal unbequem ist.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme zum Schluss: Der Ausbau beim Bachelor wird auf hohem Niveau fortgeschrieben; hier ist das Niveau so hoch wie nie. Zusätz lich starten wir jetzt das längst überfällige Masterausbaupro gramm, das bislang in Deutschland einzigartig ist. Damit
schaffen wir Verlässlichkeit für Studierende und für unsere Hochschulen. Kurz: Grün-Rot tut unseren Hochschulen gut.
Herr Präsident, meine Kollegin nen und Kollegen! In der Tat ist es ein bewegender Augen blick – wenn man vielleicht auch nicht unbedingt von einem historischen Augenblick sprechen kann –, in diesem Gebäu de noch einmal einen Redebeitrag bringen zu dürfen.
(Abg. Dr. Dietrich Birk CDU: Brauchen Sie ein Ta schentuch? – Gegenruf des Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Ich hätte noch ein frisches! – Heiterkeit)
Der Kollege Müller hat 22 Jahre hier auf dem Buckel; bei mir sind es zwölf. Das ist also, finde ich, eine interessante Sa che.
Herr Dr. Birk, Sie haben Ihre Rede ja mit dem Verweis auf ei nen roten Faden begonnen; dies zeigt, dass wir in diesem Be reich der Hochschulpolitik auch einen großen Konsens haben. Auch das ist schön und versöhnlich, wenn wir bei der letzten Debatte in diesem Gebäude konsensual diskutieren.
Zum Ende Ihrer Ausführungen sind Sie dann allerdings in ein Forderungsstakkato verfallen, und ich habe mir gedacht: Sie fordern genau das, was wir machen und umsetzen.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal dafür be danken, dass diese Debatte möglich war; denn sie zeigt, dass wir hier über einen wichtigen Baustein der grün-roten Bil dungspolitik sprechen können. Es ist vom Kollegen SchmidtEisenlohr schon angesprochen worden: Wir sind bislang das einzige Bundesland, das ein Masterausbauprogramm auf den Weg gebracht hat. Wir setzen damit ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag um.
Es ist ebenfalls schon angesprochen worden: Wir stellen si cher, dass die Wirtschaft, dass die Betriebe in Baden-Würt temberg mit gut ausgebildeten Fachkräften versorgt werden.
Wir haben Workshops veranstaltet. Ich denke, das war wirk lich eine gut durchdachte, eine vernünftige Veranstaltungsrei he. Ich habe bereits die ersten Veranstaltungen in den Jahren 2005 und 2006 miterleben dürfen. Nach meinem Eindruck hat sich das, was wir nun gemacht haben, wohltuend von den An
Wir haben – Herr Kollege Schmidt-Eisenlohr hat darauf hin gewiesen – nun ganz andere Kreise dazu eingeladen, mit uns über die Ausrichtung der Hochschulen zu diskutieren. Ich den ke, die Ergebnisse, die jetzt vorliegen, sind vernünftig und gut.
Wir haben – auch das wurde schon gesagt – dieses Ausbau programm im Doppelhaushalt seriös finanziert. Wir haben auch in der mittelfristigen Finanzplanung entsprechende Vor kehrungen getroffen, um das Masterausbauprogramm seriös durchzufinanzieren.
Wenn wir über diesen Ausbau sprechen, will ich doch gern noch zwei Themen ansprechen – als dritter Redner weiß man ja, dass vieles schon angesprochen wurde; aber ich möchte es dennoch tun.
Zum einen geht es um die Berufsbefähigung des Bachelors. Die Sorgen mancher Studierender, dass dieser Studienab schluss eben nicht zu einer Berufsbefähigung führt, müssen sehr ernst genommen werden. Ich glaube, dass auch die Wirt schaft dabei gefragt ist, einen noch größeren Beitrag zu leis ten und durch Einstellungen dafür zu sorgen, dass die Bache lorabsolventen, insbesondere auch diejenigen, die von Uni versitäten kommen, im Beruf unterkommen.
Der zweite Diskussionspunkt, den ich auch noch einmal in al ler Kürze ansprechen will, ist das Thema Weiterbildungsmas ter.
Der Bologna-Prozess hat ja nicht zum Ziel gehabt, ein Studi um in zwei Teile zu zerteilen und insgesamt in der gleichen Länge zu belassen. Vielmehr soll es bewusst in zwei Teile un tergliedert werden, zwischen denen eine entsprechende beruf liche Tätigkeit stattfindet. Insofern meine ich, dass ein großer Schwerpunkt für die Zukunft der Weiterbildungsmaster sein muss. Dies bedeutet, zunächst einen Bachelorabschluss zu ma chen, dann mehrere Jahre in die Wirtschaft zu gehen und dann – möglicherweise berufsbegleitend – die Weiterbildung zum Master zu machen.
Meine Damen und Herren, ich denke, die Frau Ministerin wird seitens der Regierung noch die entsprechenden Ausführungen dazu machen.
Ich meine, wir sind hier auf einem guten Weg. Wir haben mit diesem Programm den Aufwuchs der Studienplätze gut finan ziert. Wir haben ein gutes Programm auf den Weg gebracht. Es ist seriös. Wir haben es im Dialog mit den Akteuren gestal tet. Das ist gut so.
(Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grünen – Abg. Alexander Salomon GRÜNE: Historische Re de!)
Herr Präsident, liebe Kol leginnen und Kollegen! Das Masterausbauprogramm „Mas ter 2016“ ist die logische Fortentwicklung des Hochschulaus bauprogramms „Hochschule 2012“, was nicht nur durch die Namensgebung zum Ausdruck kommt.
Die FDP/DVP begrüßt, dass die grün-rote Landesregierung die Ausbaupolitik der christlich-liberalen Vorgängerregierung
Wir Liberalen halten es für ein wesentliches Ziel der Hoch schulpolitik, dass jede Frau und jeder Mann, die bzw. der will und die Voraussetzungen mitbringt, auch die Möglichkeit zu einem Studium erhält. Das heißt, das Angebot von Masterstu dienplätzen muss der Nachfragesituation entsprechen.
Wichtig erscheint uns Liberalen, dass die Wirtschaft bei den Planungen in angemessener Form beteiligt wird, vor allem dass Hochschulen und Betriebe vor Ort Hand in Hand arbei ten und sich über Inhalte und Ziele von Studienangeboten aus tauschen.
Deshalb ist es eben nicht gleichgültig, wenn die Hochschul räte, in denen vor allem externe Vertreter und somit Vertreter der Wirtschaft sitzen, in ihren Möglichkeiten der Mitgestal tung der Hochschulplanung beschnitten werden. Es wurden zwar schon Signale gesandt, dass von dem ursprünglichen grün-roten Vorhaben wieder abgerückt werden soll, aber Klar heit besteht hier immer noch nicht.
Dabei engagiert sich die baden-württembergische Wirtschaft in vorbildlicher Weise für qualitativ hochwertige Studienan gebote und für die Realisierung dessen, was sie mit „lebens begleitendem Lernen“ meint, und das sowohl an der Hoch schule vor Ort als auch über die Wirtschaftsverbände. Hier wurden interessante Modelle entwickelt, wie eine Berufstä tigkeit und beispielsweise ein Masterstudium miteinander ver einbart werden können.