Das Problem, das wir im Augenblick haben, die zeitliche Verzögerung, ist darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass dort die Auditoren gewechselt haben. Insoweit bat die Kommission selbst darum, noch etwas Zeit zu bekommen, um die angepassten Regularien genehmigen zu können.
AnknĂŒpfend an die Fragen von Herrn Knöchel und von unserem parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer möchte ich auf die Auszahlungsunterbrechung in diesem Jahr zu sprechen kommen. Sie haben sehr ausfĂŒhrlich zu dem Vorgang im Jahr 2018 gesprochen. Ich frage Sie jetzt ausschlieĂlich nach der Auszahlungsunterbrechung im Jahr 2019, wie sie in der vergangenen Woche publiziert wurde.
Sie haben eben auf die Frage von Frau Eisenreich hin gesagt, wo mögliche Schwierigkeiten gelegen haben. Zu der angekĂŒndigten Auszahlungsunterbrechung 2019: Was hat das Land seitdem konkret unternommen, um eine Aufhebung dieser Auszahlungsunterbrechung zu erwirken? - Nach Ihren AusfĂŒhrungen scheint es so zu sein, dass die Ursache fĂŒr diesen Abstimmungsbedarf, den Sie nannten - - Sie nannten Abstimmung und Nachfragen zur Abstellung von MĂ€ngeln beim Verwaltungs- und Kontrollsystem; so nannten Sie das sehr allgemein.
Was haben Sie konkret unternommen? Wie wird sichergestellt, dass derlei MĂ€ngel kĂŒnftig nicht mehr auftreten? Als Nachfrage dazu: Ist Ihr Haus personell gut genug dafĂŒr aufgestellt?
Sie können davon ausgehen, dass die EU-Verwaltungsbehörde personell gut aufgestellt ist und dass auch die PrĂŒfbehörde entsprechend gut aufgestellt ist. Den Zahlungsunterbrechungen in den Jahren 2018 und 2019 liegt der gleiche Sachverhalt zugrunde, nĂ€mlich die damaligen Beanstandungen sowie unsere Reaktionen darauf, indem wir unsere Systeme anpassen, um zu verhindern, dass in der Zukunft solche Beanstandungen weiterhin vorgenommen werden können.
dieses Jahres, das heiĂt bis Oktober/November, mit der Kommission einvernehmlich hinbekommen, um einen weiteren Zahlungsantrag stellen zu können.
Vielen Dank. - Herr Knöchel, Sie haben sich zu Wort gemeldet. Danach ist Frau Heià an der Reihe. Herr Knöchel, Sie haben das Wort, bitte.
Vielen Dank, Frau PrĂ€sidentin. - Sie sagten in der Antwort auf die Frage von Herrn Loth, dass die bewilligten Projekte dann selbstverstĂ€ndlich nicht mit EU-Mitteln, sondern im Moment mit Landesmitteln bezahlt werden. Deshalb wĂŒrde mich Folgendes interessieren:
Erstens. Wie viele Mittel muss das Land derzeit zur VerfĂŒgung stellen, um das zu ĂŒberbrĂŒcken, und inwieweit schĂ€tzen Sie, dass auch Mittel fĂŒr zukĂŒnftig nicht mehr zur VerfĂŒgung stehende EUMittel eingesetzt werden mĂŒssen?
Zweitens wĂŒrde mich interessieren: Welche Auswirkungen hat dieser Auszahlungsstopp auf die Bewilligungspraxis des Landes?
Die erste Frage war, in welchen GröĂenordnungen wir immer vorfinanzieren. Das ist ganz unterschiedlich. Das können 60 Millionen âŹ, 70 Millionen ⏠oder 80 Millionen ⏠sein, es können aber auch 40 Millionen ⏠sein. Das wissen Sie. Das ist die Praxis. Wir stellen in der Regel zwei bis drei ZahlungsantrĂ€ge. Das hĂ€ngt davon ab, wie wir in der Abarbeitung vorankommen.
- Ich kann Ihnen die genaue Summe, die aufgelaufen ist, jetzt nicht sagen. Denn wir mĂŒssen differenzieren zwischen dem, was in den Bereich Hochwasserschutz geflossen ist, und dem, was in die anderen Bereiche geflossen ist. Aber darf ich ganz kurz - -
Herr Knöchel, es ist das tÀgliche GeschÀft - das kennen Sie auch -, dass wir im Jahr ein, zwei, drei ZahlungsantrÀge stellen mit der Folge, dass immer erhebliche BetrÀge auflaufen. Das ist nichts Neues.
Sie sagten gerade, Sie könnten es nicht aus dem Stegreif sagen. Das verstehe ich. WÀren Sie in der Lage, dazu in der nÀchsten Sitzung des Finanzausschusses Anfang September zu berichten?
Nun haben Sie die Zusage. - Nun sind Frau HeiĂ und anschlieĂend nochmals Frau Hildebrandt an der Reihe. Bitte, Frau HeiĂ.
Vielen Dank. - Herr Richter, zunĂ€chst eine Konkretisierung: Sie sagten vorhin, dass wir im Finanzausschuss darĂŒber informiert worden seien, wie das mit dem Zahlungsstopp oder der Unterbrechung sei. Es gab tatsĂ€chlich am 20. November 2018 eine Vorlage aus dem Finanzministerium, in der der fĂŒr mich entscheidende Satz steht - ich zitiere -:
Danach hatten wir im Finanzausschuss im MĂ€rz, April, Mai und Juni 2019 tatsĂ€chlich auch Themen, die sich mit EU-Mitteln beschĂ€ftigt haben. Aber in keiner dieser Sitzungen wurde uns etwas ĂŒber einen Auszahlungsstopp aus dem Februar 2019 berichtet. Dies noch einmal zur Richtigstellung.
Jetzt zu meiner Frage. Herr Knöchel ist bereits darauf eingegangen, dass es wahrscheinlich ein wenig Landesgeld kosten wird, wenn die EU ihre Zahlung unterbricht, und dass es durchaus dazu kommen kann, dass es nicht nur eine Unterbrechung ist, sondern dass es mit Blick auf die Gelder, die wir erhalten, auch zu einem Einschnitt kommen kann. Daher stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese Zahlungsunterbrechung auf den Haushalt haben wird und ob wir vielleicht fĂŒr den Doppelhaushalt 2020/2021 Vorsorge treffen mĂŒssen.
Das, was Sie ansprechen, ist das Thema der Anlastungen. Wenn wir die PrĂŒfung gemeinsam mit der Kommission zum Abschluss bringen und man im Ergebnis feststellt, dass Beanstandungen zutreffend waren und zu Anlastungen in einer GröĂenordnung X - dies können 7 Millionen âŹ, 8 Millionen ⏠oder auch 10 Millionen ⏠sein - fĂŒhren, dann wĂŒrden wir die Landesmittel nicht erstattet bekommen. Allerdings ist es in der Praxis so, dass dieser Betrag wieder fĂŒr weitere MaĂnahmen im Rahmen der Förderperiode eingesetzt werden kann.
Danke, Frau PrÀsidentin. - Herr Finanzminister, Sie schildern das so nach dem Motto: Das ist alles nicht so dramatisch, nicht so schlimm; das bekommen wir schon hin; das hatten wir schon öfter, damit haben wir Erfahrung.
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann geht es hierbei erst einmal nur um EFRE-Mittel. Können Sie einschÀtzen, ob mit Blick auf andere EUProgramme bzw. andere EU-Förderungen auch das Risiko besteht, dass es dort zu Zahlungsunterbrechungen kommen wird?
Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich sage hier nicht, das sei alles ganz locker. Das ist selbstverstÀndlich ein ernster Vorgang, mit dem man umzugehen hat und an dem man entsprechend intensiv arbeitet.
Zur Information fĂŒr Sie: In der letzten Förderperiode hat es europaweit 250 Zahlungsunterbrechungen gegeben; davon sind in 50 FĂ€llen Zahlungsstopps vorgenommen worden. Insoweit gehen wir sehr intensiv damit um. Sie können davon ausgehen, dass es keine Erkenntnisse darĂŒber gibt, dass wir im Bereich von ESF oder EFRE mit Zahlungsunterbrechungen zu rechnen haben.
Somit hat die Fraktion der SPD jetzt die Gelegenheit, eine Frage an die Landesregierung zu richten. Bitte, Herr Steppuhn.
Sehr geehrte Frau PrĂ€sidentin! Meine Damen und Herren! Es geht um die Errichtung einer Deponie in Reinstedt in der Stadt Falkenstein im Harz. Schon jetzt berichten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, dass es dort zu Erdbewegungen und Einlagerungen kommt. Deshalb frage ich die Landesregierung:
Erstens. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung und den zustĂ€ndigen Behörden ĂŒber Erdbewegungen und Einlagerungen auf dem Gebiet der geplanten Deponie vor?