Protocol of the Session on June 15, 2018

(Beifall von den GRÜNEN und der SPD)

Sind Sie dann auch bereit, dabei mitzumachen? Dann haben Sie diesen Antrag zu den Haushaltsberatungen auf dem Tisch liegen. Ich freue mich sehr, wenn wir diese Gemeinsamkeit haben. Dann gehen Sie auf Ihren Bundesparteitag; die SPD geht auf ihren Bundesparteitag; wir werden das auch unterstützen. Dann kann es richtig etwas werden für Nordrhein-Westfalen.

(Beifall von den GRÜNEN und der SPD)

Frau Kollegin Beer, ich muss Sie noch einmal unterbrechen. Es gibt ein zweites Mal den Wunsch nach einer Zwischenfrage, diesmal von Herrn Kollegen Ott.

Aber klar doch.

Frau Kollegin Beer, herzlichen Dank dafür, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Erinnern Sie sich mit mir gemeinsam daran, dass im letzten Schulausschuss bei der Debatte um die Frage eines Gesamtkonzepts die Regierungskoalition uns erklärt hat, dass das überhaupt nicht nötig sei, was doch im Widerspruch zu dem steht, was der Minister gerade gesagt hat?

(Zuruf von der SPD: So sieht es aus, jawohl!)

Ja. Jetzt bin ich 62 Lenze alt. Das Gedächtnis funktioniert. Ich erinnere mich.

(Heiterkeit von den GRÜNEN und der SPD)

Aber in allem Ernst – und das meine ich jetzt positiv –: Ich finde, das war heute ein Punkt, den wir ernst nehmen wollen. Die Definition als Pflichtaufgabe ist das, was den Kommunen hilft. Denn wir wissen um die unterschiedlichen Bedingungen und um die unterschiedliche Ausgestaltung. Aber die Not der Kolleginnen und Kollegen müssen wir lösen. Sie dürfen nicht in Kettenverträge geraten. Das muss arbeitsrechtlich sauber gemacht werden.

(Beifall von den GRÜNEN und der SPD)

Deswegen war die Debatte heute gut. Ich freue mich, dass Sie sich einen Ruck gegeben haben und das auch an die Bezirksregierungen weitergeleitet haben – warum auch immer, ob als nächtliche Eingebung oder nach dem Lesen des Antrags.

Wenn die Antwort beendet ist, ist auch die Redezeit beendet.

Lassen Sie uns das zum Anlass nehmen, konstruktiv Schulsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen zu sichern.

(Beifall von den GRÜNEN und der SPD)

Danke, Frau Kollegin Beer. – Für die Landesregierung hat jetzt noch einmal Herr Minister Laumann das Wort.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich will – damit das auch für das Protokoll dieser Landtagsdebatte klar ist – noch einmal ganz deutlich betonen: Ich habe nicht gesagt, dass ich der Meinung bin, dass wir einen gesetzlichen Anspruch schaffen sollen.

(Zurufe von der SPD: Ah!)

Ich habe nur gesagt: Wenn Sie aus der Jährlichkeit und aus der Haushaltsfalle herauswollen,

(Inge Blask [SPD]: Das wollen wir!)

dann geht das nicht anders.

(Marlies Stotz [SPD]: Dann machen wir es doch zusammen!)

Dann muss man sich darüber unterhalten.

(Michael Hübner [SPD]: Die Pirouette ist et- was unelegant geraten!)

Ich persönlich glaube, dass man nicht alles in gesetzlichen Aufgaben zementieren muss, sodass man gar keine Gestaltungsspielräume mehr hat.

(Zuruf von der SPD: Ah!)

Herr Minister Laumann …

(Zuruf von Nadja Lüders [SPD])

Jetzt kommt der weitere Punkt. Der Grund dafür, dass wir bis 2022 nicht mit Verpflichtungsermächtigungen gearbeitet haben, ist, dass es bislang im Landtag noch einen Konsens darüber gab, dass wir in dieser Frage den Bund nicht aus der Verantwortung entlassen wollen.

(Zuruf von der SPD: So ist es!)

An dem Tag, an dem das größte Land eine Verpflichtungsermächtigung einführt, werden wir in dieser Frage beim Bund nie mehr etwas erreichen.

(Zurufe von der SPD: Ach so!)

Herr Minister …

Und wenn wir das gemacht hätten, hätten Sie hier Anträge gestellt und hätten gesagt, wir hätten aufgegeben,

(Zuruf von der SPD)

mit dem Bund zu kämpfen, weil wir eine Verpflichtungsermächtigung gemacht haben.

(Beifall von Josef Hovenjürgen [CDU])

Herr Minister Laumann, darf ich Sie unterbrechen?

(Zuruf von Nadja Lüders [SPD] – Weitere Zu- rufe von der SPD)

Ich kann Ihnen eines sagen: Ich habe es aufgegeben, es Ihnen recht zu machen. Daran haben Sie ja überhaupt kein Interesse.

(Marc Herter [SPD]: Erklären Sie das bitte ein- mal den Kollegen der CDU!)

Ich weiß nur, dass die Schulsozialarbeiter in Nordrhein-Westfalen sehr wohl wissen, dass sich ihre Arbeit durch diese Landesregierung verstetigt hat und nicht noch flexibler geworden ist, als sie unter Ihnen ohnehin schon war.

Herr Minister Laumann, ich muss Sie einmal unterbrechen.

Das wissen die Leute in ganz Nordrhein-Westfalen, die diese Arbeit tun.

(Beifall von der CDU und der FDP – Zuruf von Frank Müller [SPD])

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben versucht, die Zwischenfrage zu platzieren. Das tut mir leid. Wir können von hier oben aus aber nicht eine Zwischenfrage in eine Kurzintervention ummünzen. Dafür gibt es bekannte Spielregeln.

(Sigrid Beer [GRÜNE]: Nein, alles gut!)

Sie müssten künftig etwas schneller regieren – reagieren; Entschuldigung.

(Heiterkeit und Beifall von der SPD – Markus Wagner [AfD]: Keine Horrorphantasien!)

Vielleicht Ersteres auch. Aber die Mehrheiten im Land sind gerade andere.

(Jochen Ott [SPD]: Sehr katholische Argu- mentation! Wie in der katholischen Kirche!)