ren müssen hinsichtlich der Vermarktung von Schaffleisch, Schafmilch und Wolle verbessert werden, um den Produkten der Schafhaltung einen größeren Kundenkreis zu erschließen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Antrag ist sachlich notwendig und fachlich gut. Das beweist – ich begrüße das sehr und freue mich darüber –, dass die Piraten, die FDP und selbst, um im Bild zu bleiben, die schwarzen Schafe unserer Landtagsherde, die Kollegen der CDU, unserem Antrag beigetreten sind. Darüber freue ich mich sehr; das ist gut so. Ich bitte um Ihre Zustimmung, und ich gehe davon aus, dass wir das mit großer Einstimmigkeit hier beschließen werden. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Vielen Dank, Herr Kollege Meesters. – Für die CDU-Fraktion spricht nun Frau Kollegin Schulze Föcking.
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Schäferinnen und Schäfer! Schafe gehören einfach in den ländlichen Raum. Daher ist es gut, sehr gut sogar, dass wir uns auf einen gemeinsamen Antrag zur Schafhaltung einigen konnten. Wir alle hier im Parlament sehen den Rückgang der Schafhaltung in Nordrhein-Westfalen gleichermaßen mit großer Sorge.
Der Schafbestand in Deutschland hat sich von 2,8 Millionen Tieren im Jahr 1999 auf derzeit rund 2 Millionen Tiere reduziert. Verantwortlich dafür sind vor allem der Wegfall der Prämie sowie der Kostenanstieg bei den Futtermitteln und der Energie. Aber auch die gestiegenen Pachten fallen ganz erheblich ins Gewicht.
Insofern ist es vernünftig, wenn wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Es freut mich, dass uns dieser Auftakt hier heute auch gelingt.
Herr Meesters sagte es bereits: Es kann uns nicht gleichgültig sein, dass der Schafbestand in Nordrhein-Westfalen innerhalb von zehn Jahren um über 40 % zurückgegangen ist. Bei jeder anderen Nutztierart hätten wir schon längst Ursachenforschung betrieben, gefragt, warum das so ist. Die Gruppe der Schafhalter ist jedoch klein, viel kleiner als beispielsweise die Gruppe der Schweine- oder Kuhhalter. Genau deshalb: Hinschauen und hinhören lohnt, lohnt sogar sehr.
Wir hatten unlängst im Arbeitskreis ein Gespräch mit Schafhaltern, die uns aus erster Hand über die Entwicklung der letzten Jahre informiert haben. Man berichtete uns von den Schwierigkeiten, Weidefläche zu finden, und von der Konkurrenz bei den Deichflächen, auf denen die Schafe grasen können. Wir hörten von extremem Bürokratieaufbau und zu
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Schaffleisch liegt bei nur rund 1 kg pro Jahr. Immer weniger heimische Wolle wird nachgefragt. Die Kosten steigen, und der Ertrag sinkt. Immer weniger bleibt zum Leben übrig. Das kann natürlich nicht funktionieren.
Die Nöte der Schäferinnen und Schäfer sind in den letzten Jahren bedrohlich geworden. Zahlreiche Schäfer haben leider schon aufgegeben, und viele stehen kurz davor. Sie sehen: Es geht tatsächlich um die Existenz der Schafhaltung in NordrheinWestfalen, in unserem Land.
Schafe sind aber unverzichtbar. Sie gehören zu unserem Landschaftsbild und unserer Kulturlandschaft. Sie gehören, wie anfangs gesagt, einfach in den ländlichen Raum. Schafe leisten hervorragende Arbeit im Natur- und Umweltschutz, also für uns alle. Insofern beinhaltet dieser Antrag auch ein Stück Anerkennung – Anerkennung für die Arbeit der Schäferinnen und Schäfer.
Diese Arbeit geschieht im Verborgenen und soll daher an dieser Stelle einmal umso deutlicher hervorgehoben werden. Ich freue mich daher, dass wir hier und heute ein Signal der Geschlossenheit an die Schäferinnen und Schäfer im Land richten können: Wir kümmern uns um euch. – Wir als CDU sind jedenfalls gerne an ihrer Seite, stehen hinter ihnen und möchten ihnen Dank sagen für ihre wichtige Arbeit.
Vielen Dank, Frau Schulze Föcking. – Nun stellt der Redner Norwich Rüße die Meinung der grünen Fraktion zum Antrag dar. Bitte schön.
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Schäferinnen und Schäfer! Schafe sind ziemlich spannende und vielseitige Nutztiere. Sie liefern Milch, Wolle, Fett, Fleisch und Leder – also eigentlich fast alles, was man so braucht, um zu überleben. Man kann aus Schafsdärmen sogar Saiten für Tennisschläger machen und Musikinstrumente damit bespannen.
Ihre allerwichtigste Aufgabe ist mittlerweile aber sicherlich, dass sie als „lebende Rasenmäher“ unsere Kulturlandschaft erhalten und vor allem – das hat Norbert Meesters erwähnt – unsere Deiche sichern, festigen und pflegen.
Leider ist Schafhaltung in finanzieller Hinsicht seit Jahren nicht mehr besonders attraktiv. Wären nicht jede Menge Begeisterung, Hartnäckigkeit und starkes Engagement vorhanden, ich glaube, dann hät
Dass viele Schäferinnen und Schäfer in den letzten Jahren die Lust an der Schafhaltung leider verloren haben, zeigt ein Blick auf die nackten Zahlen – es wurde eben schon erwähnt –: Der Schafbestand hat sich im letzten Jahrzehnt deutschlandweit und auch hier in NRW fast halbiert.
Vor diesem Hintergrund war es richtig, dass sich die Schafhalter in den letzten Jahren verstärkt an die Öffentlichkeit gewandt und auch uns als Politik über ihre Lage informiert haben.
Diesen Dialogprozess führen wir ja schon ein bisschen länger. Wir führen ihn zum Beispiel auch entlang der Jagd. In dem Bereich gibt es ja auch manchmal gewisse Konflikte. Wir haben oft zusammengesessen. Ich habe zahlreiche Mails zur Schafhaltung erhalten. Ich war vor Ort bei Schafhaltern.
Wir hatten an einem Abend eine gute Veranstaltung mit der Interessengemeinschaft Oberbergischer Schafhalter, bei der ich eine Menge von deren Problemen erfahren habe. Ausdrücklich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle – Sie sitzen derzeit oben auf der Tribüne – für Ihr ehrenamtliches Engagement, das Sie für alle Schäferinnen und Schäfer leisten. Alle profitieren davon. Die Arbeit, das Ganze in der Öffentlichkeit darzustellen, liegt aber oft nur auf wenigen Schultern.
Wenn Sie nicht so auf uns zugegangen wären, uns Ihre Lage nicht erklärt hätten, dann, glaube ich, würden wir hier heute nicht über diesen Antrag reden können, dann gäbe es ihn vielleicht gar nicht.
Dass der Antrag mittlerweile anscheinend so gut geworden ist, dass er von allen Fraktionen, die hier im Haus vertreten sind, mitgetragen wird, freut mich besonders. Denn dadurch geben wir zwei starke Signale in die Landschaft nach draußen: ein Signal der Wertschätzung an die Schäferinnen und Schäfer, aber auch – und das ist viel wichtiger – ein Signal der Geschlossenheit an die agrarpolitischen Entscheider, dass wir in Nordrhein-Westfalen wollen, dass die Schafhaltung in der Agrarpolitik wieder stärker berücksichtigt und stärker gefördert wird.
Meine Damen und Herren, die Haltung von Schafen hat einen hohen Wert, weil sie regional ist, weil sie den Tieren in einem hohen Maße gerecht wird und weil sie für den Naturschutz und für die Artenvielfalt eine große Rolle spielt.
Weil das so ist und weil wir aus diesen Gründen heraus die Schafhaltung erhalten wollen, muss aber auch dafür gesorgt werden, dass Schafhalter mit ihren Produkten Geld verdienen können. Denn ohne Geld zu verdienen, macht das Ganze keinen Spaß. So ehrlich muss man sein.
Deshalb ist mir ein Punkt in dem Antrag besonders wichtig, nämlich der, dafür zu sorgen, dass die Vermarktung der Produkte aus der Schafhaltung deutlich verbessert wird. Da gibt es ja auch eine Chance; denn bei Umfragen betonen die Menschen immer, wie wichtig ihnen regionale Produkte sind. Aber echte Regionalität kann natürlich nur dort entstehen, wo es auch regionale Verarbeitungsstrukturen gibt. Schafhaltung kann die Produkte dafür liefern. Schafhaltung wäre aus meiner Sicht sogar absolut ideal – das passiert ja auch oft – für eine regionale Vermarktung. Wenn ich aber Gesprächen entnehme, dass die Schafe teilweise 100 km weit gefahren werden müssen, weil es vor Ort keinen Schlachter mehr gibt, der die Vermarktung übernehmen könnte, dann zeigt mir das, dass wir da aktiv werden müssen.
Meine Damen und Herren, wir alle wissen, dass der Antrag, den wir hier gemeinsam beschließen, nur der erste Schritt sein kann. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber entscheidend ist natürlich das, was danach folgen muss, nämlich die konkrete Umsetzung der geforderten Maßnahmen. Ich glaube aber, dass wir, weil wir diesen Antrag gemeinsam beschließen, eine gute Grundlage für die entsprechende Umsetzung haben.
Zum Schluss – wir haben in der Agrarpolitik ja sonst gelegentlich schon mal Differenzen – will ich mich an dieser Stelle ausdrücklich dafür bedanken, dass wir heute diesen Antrag gemeinsam beschließen und ihn nicht mehr in den Ausschuss überweisen, was ja ursprünglich mal vorgesehen war.
Ich freue mich darüber, dass wir uns einig sind, dass die Schafhaltung hier in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland eine deutlich stärkere Unterstützung verdient als bisher. – Vielen Dank.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Auch ich freue mich darüber, dass wir einen breiten Konsens gefunden haben in einer Sache, die nicht immer im Fokus der Öffentlichkeit steht, aber dennoch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft darstellt.
Auf die ökologische und wirtschaftliche Funktion der Schafhaltung, den Erhalt von Deichanlagen will ich nicht noch einmal eingehen. Dazu ist bereits alles gesagt worden.
Allerdings ist als Folge der Agrarreform aus dem Jahre 2003 und der strukturellen Entwicklung der Landwirtschaft die Schafhaltung hier in NordrheinWestfalen seit Langem rückläufig. Die Halbierung des Schafbestandes in den letzten zehn Jahren ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass an dieser Stelle Abhilfe geschaffen werden muss.
Aus Sicht der FDP gibt es natürlich einige Kritikpunkte an den EU-Agrarsubventionen. Aber grundsätzliche Kritik soll der Sache in diesem Falle nicht im Wege stehen. Es liegt auch in unserem Interesse, dass bei den Schäfern die Wirtschaftlichkeit gegeben sein muss. Aber die Schäfer müssen natürlich auch selbst für bessere Vermarktungsmöglichkeiten und -strategien sorgen. Politik kann hier nur begleiten. – Herr Rüße, ich bin gespannt, ob Sie die Pläne umsetzen, die Sie hier gerade versprochen haben, ob die Förderung tatsächlich bei den Schäfern ankommt. Das wollen wir abwarten.
Mit dem vorliegenden Antrag kann dieses Ziel mit ausgewogenen und maßvollen Mitteln erreicht werden. – Vielen Dank.
Vielen Dank, Herr Kollege Busen. – Für die Piratenfraktion erteile ich Frau Kollegin Brand das Wort. Bitte schön.
Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauer! Vor allem: Liebe Schäferinnen und Schäfer! Das Schöne daran, wenn ich als Letzte zu einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen rede, ist, dass alles schon gesagt worden ist, nur noch nicht von mir.
Ich kann mich meinen Vorrednern sowohl bezüglich der Wertschätzung der Personen als auch bezüglich der Bedeutung der Schafhaltung in vollem Umfang anschließen. Spätestens jetzt sollte auf die schlechteren Bedingungen seit der Agrarreform im Jahre 2003 reagiert werden. Dementsprechend ist der Antrag gut und richtig. – Vielen Dank.
Vielen Dank, Frau Kollegin Brand. – Für die Landesregierung erteile ich Herrn Minister Remmel das Wort.