Protocol of the Session on February 20, 2013

Dann hat Herr McAllister an dieser Stelle u. a. auch noch ein Bekenntnis zur bäuerlichen Landwirtschaft abgelegt.

(Lachen bei den GRÜNEN - Björn Thümler [CDU]: So ist das!)

Erinnern Sie sich? - Jetzt kommt der Faktencheck.

Der Schuldenberg Niedersachsens ist unter Schwarz-Gelb um 20 Milliarden auf 60 Milliarden Euro gestiegen.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Detlef Tanke [SPD]: Unglaublich! - Björn Thümler [CDU]: Das sagt jemand, der von Haushalts- politik keine Ahnung hat! Vergeblich! - Unruhe bei der CDU und bei der FDP - Glocke des Präsidenten)

- Schreien Sie ruhig! Es wird nicht besser, wenn man durch die Gegend schreit.

(Christian Dürr [FDP]: Mathematik! Eins und eins sind zwei und nicht vier! - Weitere Zurufe von der CDU und von der FDP)

- Sie können sich das Schreien für den Schluss aufsparen. Es kommt noch mehr.

(Heiterkeit und Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Niedersachsens Polizeikräfte sind noch nie mit derart viel unnötiger Bürokratie von ihren Aufgaben abgehalten worden wie unter dem ehemaligen Innenminister Uwe Schünemann,

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

und das alles nur, damit die Statistik stimmt. Meine Damen und Herren, die Stimmung innerhalb der Polizei ist katastrophal.

(Christian Dürr [FDP]: Frau Modder, die Polizisten sind alle für die Kenn- zeichnungspflicht! Das habe ich schon aus der Polizei gehört!)

Gerade die Kliniken in den ländlichen Räumen kämpfen akut ums Überleben. In keinem anderen westdeutschen Bundesland fiel in den vergangenen Jahren die Krankenhausförderung so niedrig aus wie in Niedersachsen.

(Christian Dürr [FDP]: Was ist mit der Kennzeichnungspflicht? Sagen Sie doch einmal etwas dazu, Frau Mod- der!)

Die Agrarindustrie mit abhängigen Lohnmästern konnte unter Schwarz-Gelb in den vergangenen Jahren schalten und walten, wie sie wollte,

(Christian Dürr [FDP]: Was ist mit der Kennzeichnungspflicht? Das interes- siert uns wirklich!)

zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher, die mit immer neuen Lebensmittelskandalen konfrontiert wurden.

(Christian Dürr [FDP]: Nicht am Re- demanuskript kleben! Ein bisschen über die Fakten reden!)

Das ging auf Kosten der Landwirtschaft und ihrer Absatzchancen.

(Christian Dürr [FDP]: Das ist langwei- lig!)

Wir werden das ändern im Dialog mit der Landwirtschaft und den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Christian Dürr [FDP]: Frau Modder liest vor, was die Regie- rung aufschreibt!)

Meine Damen und Herren, das waren nur einige Beispiele.

(Christian Dürr [FDP]: Aber nicht die spannenden!)

In den vergangenen zehn Jahren ist hier etliches aus dem Ruder gelaufen.

(Christian Dürr [FDP]: Nein!)

- Sie sprechen doch gleich noch, Herr Dürr.

(Christian Dürr [FDP]: Die spannen- den Beispiele, Frau Modder!)

Ihre Bewerbungsrede kommt doch gleich noch.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit lagen Welten. Die schwarz-gelbe Politik hat in vielen Bereichen die notwendige Balance verloren. Diese Balance werden wir wiederherstellen.

Meine Damen und Herren von der Opposition, Sie haben doch zuletzt nur noch mit den Hoffnungen der Menschen gespielt. Dabei waren Sie blank: keine Ziele, keine Visionen, keine Zukunftsperspektiven.

(Jörg Hillmer [CDU]: Das haben wir doch eben schon Herrn Weil vorge- worfen!)

Am 20. Januar ist die CDU nach einem inhaltsleeren Wahlkampf auf ein Tief von 36 % gerutscht,

(Christian Grascha [FDP]: Das sagt die Vertreterin einer Partei, die das zweitschlechteste Ergebnis in der Ge- schichte des Landes bekommen hat!)

12 Prozentpunkte weniger als vor zehn Jahren. Seitdem ist die Union in Niedersachsen auf der Suche nach sich selbst. Wie es aussieht, wird diese Suche auch noch ein bisschen dauern.

Die FDP hat sich im Landtag nur behaupten können, weil sie von einer selbstzerstörerischen Zweitstimmenkampagne der Union profitierte. Das ist so.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Christian Dürr [FDP]: Wen sie wählen, das entscheiden die Wäh- ler immer noch selbst, Frau Modder! Das entscheidet zum Glück nicht Rot- Grün! - Unruhe bei der CDU und bei der FDP - Glocke des Präsidenten)

Wie schwach und mit sich selbst beschäftigt sie in Wirklichkeit ist, sehen wir - - -

(Zurufe von der CDU und von der FDP - Anhaltende Unruhe)

Meine Damen und Herren, ich darf doch um etwas Ruhe und Disziplin bitten. - Danke.

Wie schwach und mit sich selber beschäftigt sie ist, sehen wir in den aktuellen Zeitungsberichten. Sie berichten von parteiinternen Ränkespielen gegen den FDP-Bundesvorsitzenden und von Versuchen, Umfragen zur Niedersachsenwahl zu manipulieren.

(Jörg Hillmer [CDU]: Haben Sie noch etwas zur Regierungserklärung von Herrn Weil zu sagen, oder war es das schon?)

Das macht deutlich: Der Regierungswechsel in Niedersachsen war dringend erforderlich. CDU und FDP haben sich nur noch mit sich selbst beschäftigt und die Regierungsarbeit liegen lassen.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Christian Dürr [FDP]: Ich habe das nicht verstanden! Können Sie das wiederholen?)

Meine Damen und Herren, die neue Landesregierung unter Stephan Weil tritt mit einem Bündel von Maßnahmen an. Dabei setzen SPD und Grüne notwendige Prioritäten, z. B. in der Bildungspolitik. Wir machen endlich Schluss mit der Bildungsbarriere der Studiengebühren, die nur eingeführt wurden, um schwarz-gelbe Kürzungen im Wissenschaftsetat auszugleichen.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Björn Thümler [CDU]: Das ist der größte Unfug, den ich je gehört habe! Sie haben es nicht ein- mal begriffen!)

Diese Studiengebühren sind sozial ungerecht und haben dazu geführt, dass Hunderttausende junge Frauen und Männer Niedersachsen den Rücken gekehrt haben, um in anderen Bundesländern zu studieren.

(Christian Grascha [FDP]: So ein Schwachsinn!)

Wir machen Schluss mit den ideologisch begründeten Benachteiligungen von Gesamtschulen und mit der Bevormundung von Schulträgern vor Ort.

(Vizepräsidentin Dr. Gabriele Andretta übernimmt den Vorsitz)