Protocol of the Session on June 21, 2013

Die nächste Frage wird von Frau von BelowNeufeldt von der FDP-Fraktion gestellt.

(Zuruf von Detlef Tanke [SPD])

- Meine Damen und Herren, die Frage wird hier gestellt. Die Antwort gibt der Ministerpräsident und

nicht der Kollege Tanke. Ich bitte um Zurückhaltung.

Frau von Below-Neufeldt, Sie haben das Wort.

Vielen Dank. - Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Ministerpräsident, ich stelle mir folgende Frage:

(Lachen und lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Darf ich Sie kurz unterbrechen? - Die Fragen in der Fragestunde richten sich an die Landesregierung!

(Clemens Große Macke [CDU]: Aber uns interessiert das auch!)

Diese Frage stelle ich jetzt dem Herrn Ministerpräsidenten.

(Beifall bei der FDP und bei der CDU)

Wer etwas verspricht, meine Damen und Herren, der hat eine Lösung im Gepäck. Ich höre hier heute Morgen nur weitere Probleme und frage mich,

(Lachen bei der SPD und bei den GRÜNEN)

ob der Dialog oder die weiße Flagge nach Südostniedersachsen gebracht wird.

Vor diesem Hintergrund frage ich - es gab ja schon eine ganze Menge von regionalen Direktinvestitionen, und die Trends zum Wohnen in der Stadt und auch die Entwicklung, die regionale Verschiedenartigkeit sind ja unbestritten -: Welche konkreten Punkte definiert die Landesregierung, um Südostniedersachsen in diesen beiden Bereichen nach vorne zu bringen?

Herr Ministerpräsident!

Frau Kollegin, ich wäre jetzt versucht, alles zu wiederholen, was ich heute Vormittag gesagt habe.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Aber das möchte Ihnen und auch mir ersparen.

Frau Kollegin, deswegen noch einmal in der gebotenen Kürze: Diese Landesregierung hat nicht vor, ex cathedra zu sagen, welcher Schwerpunkt mit welchen Maßnahmen für welche Region der sinnstiftende ist, sondern wir haben vor, genau diese Antworten in einem gemeinsamen Diskussionsprozess mit den Regionen zu erarbeiten.

(Beifall bei der SPD)

Die nächste Frage stellt der Kollege Jörg Bode. Das ist seine zweite Frage.

(Petra Tiemann [SPD]: Er hat doch schon zwei Fragen gestellt!)

Das täuscht.

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bleibe bei der offen gebliebenen Frage nach der Wahrheit.

(Helge Limburg [GRÜNE]: Das ist phi- losophisch!)

Herr Ministerpräsident, vor dem Hintergrund, dass Sie seit April dieses Jahres im Plenum erklären, dass die Landesregierung 1 : 1 das beim Südniedersachsenplan umsetzt, was im Wahlkampf von der SPD versprochen worden ist, und vor dem Hintergrund, dass im Wahlprogramm der SPD zum Südniedersachsenplan bei den Fördergebieten des Südniedersachsenplans der Landkreis Gifhorn aufgeführt wird und Sie heute bei der Beantwortung der Anfrage erklärt haben, dass der Landkreis Gifhorn nicht mehr aus dem Südniedersachsenplan profitieren wird, und der Tatsache, dass Sie auch heute wieder gesagt haben, was Sie im April bereits erklärt haben - ich zitiere: „Wie ich“ - also Sie - „bereits ausgeführt habe, begeben wir uns mit der Kärrneraufgabe, regionale Förderkonzepte zu erarbeiten, auf neues Terrain: auf Terrain, das bis jetzt nicht bearbeitet worden ist“ -, und vor dem Hintergrund, dass Ihnen am 3. Mai die Abgeordneten Kortlang und Grascha mit der Schriftlichen Anfrage unter Bezugnahme auf Ihre eigene Homepage der Landesregierung belegt haben,

(Zurufe von der SPD: Frage!)

dass diese Aussage unwahr ist, und Sie bisher nicht die Antwort gegeben haben, frage ich die Landesregierung: Wann wird der Ministerpräsident seine Falschaussagen korrigieren, und wann wird er aufhören, die Unwahrheit zu sagen?

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Widerspruch bei der SPD - Ronald Schminke [SPD]: Jetzt wird es aber langsam bösartig!)

Herr Ministerpräsident!

Es tut mir außerordentlich leid, Herr Kollege Bode, ich kann nach wie vor nicht erkennen, an welcher Stelle ich mich hier im Plenum unwahr geäußert hätte.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Demzufolge bin ich auch außerstande, Ihnen die Frage zu beantworten, wann ich damit aufhöre.

(Lebhafter Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Jens Nacke [CDU]: Eine sehr interessante Einschrän- kung: „hier im Plenum“! - Petra Tie- mann [SPD] - zu Jörg Bode [FDP] -: Zur Wahrheit würde ich Ihnen gerne mal das Wort „CEMAG“ rüberrufen! - Gegenruf von Christian Grascha [FDP]: Wo ist denn da die Unwahrheit gesagt worden?)

Die nächste Frage wird vom Kollegen Heere, Bündnis 90/Die Grünen, gestellt.

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Vor dem Hintergrund, dass diese Debatte, die ja mehrfach geführt wurde, heute endgültig totgeritten wurde, ziehe ich meine Frage zurück.

(Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD - Clemens Große Macke [CDU]: Der Herr Ministerpräsident möchte antworten! - Christian Grascha [FDP]: Der Ministerpräsident müsste doch eigentlich dementieren, dass das Thema totgeritten wurde! Es ist doch aktueller denn je! - Jens Nacke [CDU]: Gibt es hier einen Preis für den Klas- sen-Clown?)

Die nächste Frage wird von dem Kollegen Dr. Marco Genthe, FDP, gestellt.

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Vor dem Hintergrund, dass es offenbar seit dem Jahreswechsel schwer geworden ist, in diesem Haus eine konkrete Antwort zu erhalten,

(Widerspruch bei der SPD und bei den GRÜNEN - Zustimmung bei der FDP und bei der CDU)

frage ich Sie, ob die im Wahlkampf gemachten Aussagen - - -

(Detlef Tanke [SPD]: Wenn man Ih- nen zuhört, kann ich das „schwer“ gut verstehen! - Weitere Zurufe von der SPD)

- Meine Damen und Herren von der SPD, ich kann Ihre Aufregung ja angesichts der neuesten Umfrageergebnisse verstehen. Sie haben ja langsam das Projekt 18 - Sie nähern sich von oben!

(Heiterkeit und Beifall bei der FDP und bei der CDU)

Aber hören Sie mir doch noch einen Moment zu!

Vor diesem Hintergrund versuche ich, die Wahlkampfaussagen und den Südniedersachsenplan konkret zusammenzubringen, und frage konkret: Was wurde im Wahlkampf den acht Landkreisen, den zwei Teillandkreisen und der Stadt Salzgitter konkret zugesagt?

(Zustimmung bei der FDP und bei der CDU)

Herr Ministerpräsident!

Ich bin ein bisschen in der Bredouille; denn als Landesregierung kann ich nicht gut sagen, was im Wahlkampf Parteien zusagen.

(Christian Grascha [FDP]: Zumindest das, was Sie gesagt haben!)