Protocol of the Session on September 28, 2017

(Susann Wippermann, SPD: Wir bleiben Ihnen bestimmt nicht gewogen.)

aber die klügste, die sitzt in Berlin und die heißt Frau Wagenknecht. Die hat das alles nämlich durchschaut.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ja, und? – Zuruf von Karen Larisch, DIE LINKE)

Ja, kümmern Sie sich mal darum!

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ich mag sie auch sehr.)

Lassen Sie sich vielleicht mal ein bisschen beraten von ihr!

(Peter Ritter, DIE LINKE: Frau Wagenknecht hat eine ganz klare Position zur AfD. – Zuruf von Patrick Dahlemann, SPD)

Hier ist noch ein Wort von Ihnen gekommen. Die Banken verdienen also Unsummen, so sagen Sie. Ja, das ist so eine schöne Vorstellung, von diesen Unsummen könnte man ja ein bisschen abzweigen und mehr den bedürftigen Bankkunden geben. Das Bild kann ich natürlich gut verstehen. Aber durch die Nullzinspolitik der EZB ächzen auch unsere Banken. Das müssen Sie wissen, das ist so.

(Torsten Koplin, DIE LINKE: Unsere Banken? Unsere?)

Die haben schon in einem ersten Schritt sehr viel Personal eingespart, durch einen ersten Schritt. Da ging es um die Digitalisierung und das Onlinebanking. Die haben gar nicht mehr so viele Möglichkeiten, irgendwo einzusparen. Sie sind also gewissermaßen auf diese Differenz zwischen den Überziehungszinsen, den Dispozinsen und den Sparzinsen, die sie auszahlen, angewiesen.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Mir kommen gleich die Tränen.)

Ja, weinen Sie nur! Das müssen Sie aber wissen, wenn Sie diese Forderungen hier stellen.

Zu den rechtlichen Bedingungen hat ja die Frau Ministerin Ihnen eigentlich alles blendend gesagt, was man dazu wissen muss. Ich kann mir diesen Teil also ersparen. Ich möchte Ihnen sagen, dass wir das, was Sie hier beantragt haben, doch eher in dem Bereich sehen, dass Sie versuchen, in einen bereits sehr regulierten Markt noch mal regulierend einzugreifen, und das lehnen wir deshalb ab.

(Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Das Wort hat jetzt für die Fraktion der CDU der Abgeordnete Herr Kliewe.

(Vincent Kokert, CDU: Zeig ihm jetzt mal, wie man eine Rede vorliest!)

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Abgeordnete! Werte Gäste!

(Torsten Renz, CDU: Nicht kommentieren!)

Bevor ich mit meiner Rede anfange, kann ich mir eine kurze Bemerkung auf meinen Vorredner Herrn Grimm nicht verkneifen.

(Torsten Renz, CDU: Wir bitten darum.)

Also erst mal will ich sagen, mit Ihrer Rede Thema völlig verfehlt. Und zweitens, wenn Sie Ihren Jetzt-nicht-mehrAbgeordneten Ihrer Fraktion Herrn Arppe und Frau Merkel hier auf eine Stufe stellen,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Sehr richtig!)

ist es doch eine Frechheit, die Sie hier an den Tag legen.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und Christel Weißig, BMV – Peter Ritter, DIE LINKE: So ist es, jawoll!)

Ich denke mal, Sie haben aus der Debatte, die wir heute Vormittag geführt haben, aber auch nichts dazugelernt, gar nichts.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Peter Ritter, DIE LINKE: Richtig, sehr richtig!)

Sie sind wahrscheinlich bei diesem Thema doch unbelehrbar.

(Dr. Ralph Weber, AfD: Umgekehrt auch. – Peter Ritter, DIE LINKE: Ach, Herr Weber ist wieder munter, guck mal!)

So, ja, bevor ich dann jetzt zu meiner Rede komme, 37 Seiten,

(Torsten Renz, CDU: Muss er gleich mal dazwischenrufen.)

sehr diszipliniert ausgearbeitet, wenn ich sie jetzt vortragen würde,

(Jochen Schulte, SPD: Ja, bitte.)

würden Sie feststellen,

(Jochen Schulte, SPD: Bitte, Herr Kollege!)

dass ich entweder bei der Frau Ministerin abgeschrieben habe oder die Frau Ministerin bei mir abgeschrieben hat.

(Unruhe und Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und Bernhard Wildt, BMV)

Deswegen werde ich die Rede nicht in Gänze vortragen.

(Torsten Renz, CDU: Das ist gefährlich mit dem Plagiat nachher.)

Wahrscheinlich hatten wir die gleichen Quellen. Das ist ja auch nicht weiter schlimm.

(Andreas Butzki, SPD: Das muss ja einen Protokolleintrag geben hier.)

Es geht hier um einen Antrag der LINKEN, die Dispozinsen zu begrenzen, und dieser Antrag ist an sich ja eigentlich auch nicht verkehrt im Sinne des Verbrauchers. Jeder von uns wünscht sich sicherlich einen sehr niedrigen Zinssatz.

(Torsten Renz, CDU: Wenn man was bekommt, nicht. Dann würde ich lieber einen höheren nehmen.)

Aber man muss unterscheiden zwischen Zinssätzen für Dispozinsen und Zinssätzen für normale Kredite, die man längerfristig gestalten möchte. Ein Dispozins ist eigentlich dazu da, um kurzfristige Engpässe auszugleichen. Wenn man längerfristig Geld in Anspruch nimmt, sollte man dazu Dispozinsen nicht in Anspruch nehmen oder einen Dispokredit. Da sollte man dann lieber als Verbraucher entweder einen Verbraucherkredit aufnehmen oder versuchen, die Sachen anderweitig zu gestalten.

Welche Gefahr bringt ein niedriger Dispozins? Er bringt natürlich die Gefahr, was wir nämlich auch bei Verbraucherkrediten erleben, dass die Verbraucher leichtsinnig werden und sich überschulden, denn durch ganz niedrige Verbraucherkredite haben wir zurzeit eine Überschuldung der Bevölkerung, weil das geborgte Geld nichts kostet. Und wenn wir das bei den Dispozinsen auch hätten, dann würden die Verbraucher bei diesem Thema richtig zulangen und würden sich keine Gedanken machen, dass sie schnell von dieser Überziehung wieder runterkommen.

Deswegen, glaube ich, ist es auch eine gewisse Erziehungsmaßnahme für den Verbraucher, wenn wir hier beim Dispozins, der ja sehr flexibel gestaltet ist, höhere Zinsen haben. Das ist ganz normal. Wenn man sich einfach mal vorstellt, Sie brauchen 20.000 Euro oder Sie möchten einen Überziehungskredit von 20.000 Euro sich gestalten, frei gestalten, dann haben Sie die Möglichkeit, dieses mit einem langfristigen Kredit zu gestalten, vielleicht mit drei Prozent Zinsen – in der heutigen Zeit, den

ke ich mal, normal –, dann haben Sie aber ständig für die 20.000 die drei Prozent zu bezahlen. Bei einem Überziehungskredit, da nehmen Sie mal eine kleine Summe in Anspruch, mal eine größere in Anspruch und versuchen immer, schnell wieder runterzukommen. Spätestens mit der nächsten Gehaltszahlung haben Sie wieder getilgt, sind Sie wieder runter und zahlen dann gar keine Zinsen.

Und wenn man mal die Rechnung aufmacht, glaube ich, fahren Sie mit einem Dispokredit, den Sie ganz flexibel gestalten können, den Sie nur in Anspruch nehmen, wenn Sie ihn wirklich brauchen für wenige Tage, kurzfristig, finanziell als Verbraucher besser, als wenn man Ihnen einen Verbraucherkredit gewährt mit einer Summe X, wo Sie einen ständig festen Zinssatz haben. Deswegen ist das ja auch hier schon gesagt worden von unserer Ministerin, wenn jemand aber ständig überzieht und ständig größere Summen in Anspruch nimmt, dann sollte er natürlich mit seiner Bank reden und aus dem Dispokredit einen Verbraucherkredit machen mit einem sicherlich doch moderateren Zinssatz.

Ansonsten muss ich Ihnen sagen, liebe Freunde von den LINKEN,

(Heiterkeit und Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU – Zurufe aus dem Plenum: Freunde!)

ich glaube, wir hier im Parlament sind nicht der richtige Ansprechpartner, wenn es darum geht, unseren Banken vorzuschreiben, wie hoch die Zinsen zu sein haben. Das ist natürlich ein freier Wettbewerb, der mittlerweile europäisch ist. Wir als regionale Parlamente zumindest – da denke ich mal an einen Landrat, der hat vielleicht noch ein bisschen Einfluss auf seine Sparkasse und könnte mit seinem Sparkassendirektor reden und sagen, hör mal zu, ich möchte in meinem Landkreis den Zins gedeckelt haben, damit würde er aber natürlich seine Sparkasse in Bedrängnis bringen und würde den freien Wettbewerb verzerren. Und das sind, denke ich mal, Dinge, die einfach nicht gehen.

(Karen Larisch, DIE LINKE: Ach was?!)