Protocol of the Session on June 21, 2012

Die Genehmigung für den Export dieser Boote mit modernster Technik ist bereits 2005 von der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer erteilt worden.

(Udo Pastörs, NPD: Viel früher.)

Die Auslieferung der Boote steht also in Kontinuität …

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

Wir reden von diesen Booten und von dieser Lieferung, von diesen Booten, die jetzt gerade ausgeliefert werden. Und die Genehmigung ist 2005 erteilt worden, ob Ihnen das passt oder nicht, Herr Pastörs.

(Udo Pastörs, NPD: Aber es war eine Kontinuität der Aufrüstung Israels.)

Die Auslieferung der U-Boote steht also in Kontinuität der Vorgängerregierung

(Udo Pastörs, NPD: Absolut.)

und dürfte hier niemanden überraschen.

(Udo Pastörs, NPD: So ist es.)

Meine Damen und Herren, grundsätzlich werden Entscheidungen der Bundesregierung über Rüstungsexporte nach Israel nach sorgfältiger Abwägung der außen-, sicherheits- und menschenrechtspolitischen Belange im Einzelfall getroffen.

(Udo Pastörs, NPD: Dass ich nicht lache! Menschenrechtsgesichtspunkt!)

Dabei wird natürlich auch bewertet, inwiefern die jeweiligen Güter oder Technologien die Stabilität und Sicherheit der Region beeinflussen können. Die Boote werden von Deutschland ohne Bewaffnung geliefert. Über ihre mögliche spätere Ausstattung kann man natürlich spekulieren. Aber die Entscheidung, ob und wie die Boote nach ihrer Auslieferung bewaffnet werden, wird nicht von der Bundesregierung getroffen,

(Udo Pastörs, NPD: Wie heuchlerisch!)

sondern allein von der israelischen Seite. Das muss man an dieser Stelle klar und deutlich betonen.

Meine Damen und Herren, die Bundesregierung befördert mit der Lieferung dieser Boote kein Wettrüsten im Nahen Osten. Nach deutscher Einschätzung sind die

Boote Bestandteil der israelischen Strategie zur Selbstverteidigung.

(Udo Pastörs, NPD: Atomar, ja.)

Für Israel, das von seiner Fläche etwas kleiner ist als unser Bundesland oder auch als Hessen von der Fläche,

(David Petereit, NPD: So groß wie das Saarland ungefähr. – Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

ist die Absicherung seines Drohpotenzials existenziell. Ein solch kleines Land kann durchaus mit einem Schlag vernichtet werden, etwa durch iranische Atombomben.

(Stefan Köster, NPD: Was für ein Unfug!)

Wie „Der Spiegel“ vom 4. Juni in der Titelgeschichte beschreibt,

(Udo Pastörs, NPD: Wie die irakischen Atombomben.)

sind die U-Boote ein Signal an die Gegner, dass Israel selbst im Fall eines atomaren Angriffs nicht völlig wehrlos wäre, sondern mit der ultimativen Vergeltungswaffe zurückschlagen könnte. Seegestützte Nuklearwaffen können eine zusätzliche Sicherheit sein, um einen Angreifer vom Einsatz von Massenvernichtungswaffen abzuschrecken. Sie verringern also die Wahrscheinlichkeit eines Nuklearkrieges, weil ein Angreifer weiter mit einem Gegenschlag rechnen muss. Verteidigungspolitisch heißt dies Zweitschlagkapazität.

(Udo Pastörs, NPD: Ach, du lieber Gott, haben Sie verteidigungspolitische Kenntnisse! Mein lieber Schwan, das ist ein Witz, was Sie da vortragen!)

Das ist kein Witz, Herr Pastörs. Das, was Sie hier vorgetragen haben, ist allerdings auch kein Witz,

(Udo Pastörs, NPD: Das sind Fakten. Das ist leider kein Witz.)

sondern das war eine Hasspredigt, und die von allerfeinster Güte.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU)

Einen Beitrag zu dieser Selbstverteidigung zu leisten, ist in Deutschland immer ein Teil der Staatsraison gewesen.

(Stefan Köster, NPD: Haben Sie eigentlich einen Kopf zum Denken oder lassen Sie denken?)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im März 2008 in einer Rede vor dem israelischen Parlament erklärt, Zitat: „die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar“. Und schon ihr Amtsvorgänger Gerhard Schröder gab im Jahr 2002 bekannt, Zitat: „Ich will ganz unmissverständlich sagen: Israel bekommt das, was es für die Aufrechterhaltung seiner Sicherheit braucht.“

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Meine Damen und Herren, für den Nahostkonflikt sind die U-Boote irrelevant und stehen einem Frieden zwischen Israelis und Palästinensern sowie einer Zweistaatenlösung nicht im Wege.

Dass Sie, meine Herren von der NPD, wenig Verständnis für die Sicherheitsgarantien von Israel aufbringen, erklärt sich aus Ihrer Programmatik. Davon unterscheiden sich die demokratischen Fraktionen aber ganz entschieden.

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

Schon Willy Brandt hat es als eine dominierende Pflicht deutscher Regierungschefs angesehen,

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Israel zu unterstützen, weil Israel der Staat ist, den die Holocaust-Überlebenden aufgebaut haben.

(Udo Pastörs, NPD: Jetzt kommt der Holocaust auch noch. Der fehlte noch, natürlich.)

Ja, natürlich kommt der, Herr Pastörs.

(Udo Pastörs, NPD: Obligatorisch, der Holocaust.)

Das ist ja das, was Sie immer so schön an der Geschichte verdrehen und den Leuten weismachen wollen, dass der nicht stattgefunden hätte.

(Udo Pastörs, NPD: Ich hab Fakten genannt.)

Das nimmt Ihnen aber niemand ab. Da können Sie so laut krähen, wie Sie wollen.

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Die Bundeskanzlerin hat dies mit einer Rede vor der Israelischen Knesset ebenfalls herausgehoben, indem sie die Unterstützung Israels als Teil der Staatsraison angeordnet hat.

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Im Ergebnis haben alle deutschen Regierungschefs, egal, ob von der SPD oder von der CDU, diese Position unterstützt.

(Udo Pastörs, NPD: Na und?!)