Protocol of the Session on January 30, 2013

(Abg. Friedlinde Gurr-Hirsch CDU: Da hat man auch Unrecht getan!)

Wir wollen den Kindern und Jugendlichen heute ein gutes An gebot machen. Deswegen halten wir es für das richtige Kon zept. Übrigens können wir das flankieren; Herr Kollege Schmiedel hat das angesprochen. Die Kommunen haben sig nalisiert, ein Interesse daran zu haben, hier zusätzliche Ange bote zu machen. Es gibt außerdem die Stiftung „Sport in der Schule“. In Zusammenarbeit mit dieser Stiftung werden wir zusätzliche Mittel dafür verwenden, gerade zusätzliche Be wegungsangebote an den Schulen zu machen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf weiter da rauf hinweisen, dass wir natürlich Pläne haben, was die Ver einbarkeit von Leistungs- und Spitzensport mit der Schule an geht. Die Partnerschulverbände fördern gezielt Kinder und Ju gendliche auf vielfältige Weise. Unser Ziel ist es natürlich, dass junge Talente im Leistungs- und Spitzensport möglichst früh erkannt und gefördert werden. Deshalb investieren wir in die Olympiastützpunkte und in die im Land befindlichen Bundesstützpunkte.

Für die pädagogische Betreuung der Sportlerinnen und Sport ler stellen wir für unsere Partnerschulen und Eliteschulen des Sports Lehrerdeputate zur Verfügung, um die Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport zu gewährleisten.

Sie erkennen: Bei der grün-roten Landesregierung ist der Sport in guten Händen. Kindern und Jugendlichen wird an den Schulen ein gutes Angebot gemacht. Wir werden auch zukünf tig dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche Sport als etwas Positives und Bereicherndes für ihr Leben ansehen können.

Herzlichen Dank.

(Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grünen)

Es liegen keine weite ren Wortmeldungen vor. Die Große Anfrage ist damit beant wortet und besprochen. Damit ist Tagesordnungspunkt 9 er ledigt.

Ich rufe Punkt 10 der Tagesordnung auf:

Große Anfrage der Fraktion GRÜNE und Antwort der Landesregierung – Baden-Württemberg – das Land der Sonderkulturen – Status quo sowie Maßnahmen und Plä ne der Landesregierung – Drucksache 15/2114

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Präsidium hat für die Aussprache eine Redezeit von fünf Minuten je Fraktion und für das Schlusswort der die Große Anfrage stellenden Frakti on eine Redezeit von fünf Minuten festgelegt.

Für die Fraktion GRÜNE erteile ich Herrn Kollegen Hahn das Wort.

(Abg. Friedlinde Gurr-Hirsch CDU: Was für eine Sonderkultur hat er? – Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Der hat Mostobst!)

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Zunächst einmal möchte ich mich bei der Lan desregierung für die sehr ausführliche Beantwortung der Gro ßen Anfrage bedanken. Die Antwort war sehr vielschichtig und sehr erkenntnisreich.

Die Sonderkulturen im Bereich der Agrarwirtschaft sind auf der einen Seite etwas Sonderbares in unserem Land und auf der anderen Seite auch etwas Wunderbares. Das Wunderbare daran ist, dass diese Sonderkulturen ein enormes Potenzial in den Bereichen Wertschöpfung, Anbau und Markt haben. Die ses Potenzial wurde in dieser Antwort sehr schön herausge stellt.

95 % der Wertschöpfung der Betriebe, die in diesem Bereich tätig sind, werden am Markt generiert. Nur 5 % werden durch staatliche Beihilfe generiert.

(Zuruf des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP)

Ich glaube, das ist eine tolle Situation für die landwirtschaft lichen Betriebe in Baden-Württemberg.

(Beifall des Abg. Thomas Marwein GRÜNE – Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: Nicht am Tropf des Staates!)

40 % der Wertschöpfung der gesamten pflanzlichen Produk tion werden auf 5 % der Fläche erwirtschaftet. Das ist etwas Besonderes, zumal in den Debatten vielfach gesagt wurde, dass in Baden-Württemberg die Fläche knapp und die Gier nach Fläche, der Bedarf an Fläche groß sei. Deshalb ist die Wertschöpfung aus dieser Fläche heraus besonders wertvoll und wird von uns auch hoch angesehen.

Baden-Württemberg liegt in diesem Bereich deutlich über dem Durchschnitt. In Baden-Württemberg beträgt der Anteil der Sonderkulturen an der gesamten pflanzlichen Erzeugung 40 %, während es bundesweit nur 26 % sind. Die baden-würt tembergischen Bäuerinnen und Bauern zeigen, dass sie die Marktwirtschaftler in dieser Republik sind. Das ist sehr schön und sehr gut.

(Beifall bei den Grünen)

Insgesamt handelt es sich um 850 Millionen € Wertschöpfung. 40 % der Wertschöpfung werden auf 5 % der Fläche erzeugt. In Baden-Württemberg sind 65 000 Personen im Gartenbau beschäftigt. Das ist vergleichbar mit „ordentlichen“ badenwürttembergischen Betrieben. Das ist natürlich dezentral or ganisiert, insbesondere im ländlichen Raum. Das ist eine der Stärken unseres Landes. Arbeitsplätze sind dort, wo sie sein sollen, wo die Menschen wohnen und leben. Aufgrund der Dezentralität sind diese Arbeitsplätze auch sehr krisensicher.

Die Zahl der Arbeitsplätze ist vergleichbar mit der großer Fir men wie beispielsweise Bosch. Das sind schon tolle Zahlen. Fast jede dritte Arbeitskraft in der Landwirtschaft – ich rede von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen – ist im Be reich der Sonderkulturen tätig. Daran wird deutlich, wie groß das Potenzial ist.

Wir reden über Obst, Baumobst, Gemüse, Beerenobst, Sträu cher und über all das, was auf einer relativ kleinen Fläche wächst, viel Arbeit macht und gleichzeitig ein hohes Ansehen genießt. Wenn einem der Arzt rät, was man essen soll, dann wird er relativ häufig sagen: An apple a day keeps the doctor away.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Das reicht nicht! Ein Kilo mindestens!)

Wir reden also auch über Gesundheitspolitik. – Ja, ich probie re es auch mit mehr. Aber das ist auf Dauer auch nichts.

(Abg. Friedlinde Gurr-Hirsch CDU: Das bläht aber! – Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: Ein Steak dazwischen!)

Wir reden also über Produkte, von denen man manchmal zwar genug, aber nie zu viel bekommen kann.

(Heiterkeit der Abg. Karl-Wilhelm Röhm und Fried linde Gurr-Hirsch CDU)

Jeder zweite in Deutschland erzeugte Apfel kommt aus Ba den-Württemberg.

(Beifall des Abg. Manfred Lucha GRÜNE)

Das ist ungefähr die Hausnummer. Im Ökobereich ist es un gefähr die gleiche Zahl. Das sind schon hohe Zahlen. Wir ha ben da einen hohen Marktanteil.

Aber an den Produkten, die generiert werden – – Auch das sieht man, wenn man die Antwort anschaut. 25 % der gesam ten Sonderkulturen entfallen auf den Spargel. Da wir uns nicht alle zu 25 % von Spargel ernähren können,

(Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: Zeitweise schon!)

können wir ermessen, was da an Potenzial, auch an Anbaupo tenzial für die Betriebe in Baden-Württemberg vorhanden ist. Das ist Wertschöpfung, die auf der einen Seite sozusagen ver träglich ist, auf der anderen Seite aber auch Wertschöpfung in die Betriebe bringt. Durch sie kann die Flächendebatte, die wir im Agrarbereich allenthalben führen, deutlich entschärft werden.

Baden-Württemberg ist die Nummer 1 beim Baumobst, die Nummer 1 beim Gemüseanbau – noch vor NRW und Nieder sachsen –, die Nummer 1 beim Unterglasanbau. Dabei muss man allerdings zugeben: Baden-Württemberg ist die Num mer 1, hat aber das älteste Geschirr in der Republik.

(Heiterkeit des Abg. Paul Locherer CDU)

Das heißt, unsere Glasflächen weisen leider einen hohen In vestitionsbedarf auf. Das müssen wir bedenken.

(Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: Energiein tensiv!)

Sehr intensiv. – Ich glaube, da gibt es einiges zu sehen.

Die Wertschöpfung in allen Sonderkulturbereichen in BadenWürttemberg ist doppelt so hoch wie im bundesdeutschen Durchschnitt. Das zeigt ganz eindeutig: Unser Bundesland ist der Feinkostladen dieser Republik.

(Beifall bei den Grünen und der SPD – Zuruf des Abg. Claus Schmiedel SPD)

Das ist gut so. Das hilft nicht nur unseren Bauern und erhält die Betriebe, sondern ist auch ein schweres Pfund, mit dem unsere Gastronomie wuchert, die das regionale und frische Angebot gern aufnimmt und sich damit selbst zu einem Spit zenplatz in der Republik verholfen hat. Das begrüßen wir.

Damit sind die Sonderkulturen über die Gastronomie, über diese Werthaltigkeit und dieses Erlebnis auch eine wesentli che Grundlage des Tourismus in unserem Land. An dieser tol len Grundlage müssen wir weiter arbeiten. Stärken wir unse re Stärken, und helfen wir unseren Bauern, da ihre Märkte in unserem Land zu sichern.

Danke schön.

(Beifall bei den Grünen und der SPD sowie Abgeord neten der CDU und der FDP/DVP)

Für die CDU-Fraktion erteile ich Herrn Abg. Burger das Wort.

Sehr geehrter Herr Präsident! Zu nächst bedanke auch ich mich für die ausführliche und detail lierte Beantwortung der Fragen durch die Landesregierung.

Baden-Württemberg steht im Vergleich zu anderen Bundes ländern in Sachen Sonderkulturen wirklich gut da. Wir sind spitze sowohl bei der Zahl der bewirtschafteten Hektar als auch bei der Zahl der in diesem Bereich tätigen Menschen. Die Zentren liegen am Bodensee, auf den Fildern, am Kaiser stuhl und in der Rheinebene. Aber auch in meiner Heimat Sig maringen gibt es Familienbetriebe,

(Abg. Claus Schmiedel SPD: Bei mir auch! – Abg. Friedlinde Gurr-Hirsch CDU: Und in Hohenlohe!)