(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Er soll jetzt über die Gemeinschaftsschule reden! Dann sind wir beim Punkt!)
Den Realschulen gelingt es, einen Anteil von bis zu 50 % Kin dern mit Migrationshintergrund erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren. Da besteht bei den Gymnasien noch Nachhol bedarf. Ich weiß von konkreten Überlegungen, die vakante Stelle des Schulleiters einer Werkrealschule durch den Real schulrektor zu besetzen und die beiden Schulen zu verschmel zen. Durch diesen Zwischenschritt ist der Weg vorgezeichnet, und ich bin mir sicher, dass ihn nach und nach Realschulen einschlagen und Gemeinschaftsschulen werden.
Meine Empfehlung ist daher hier und bei vielen Gesprächen mit betroffenen Schulleitern: Machen Sie sich Gedanken da rüber, die Realschulen zu echten Gemeinschaftsschulen wei terzuentwickeln. Dann werden sie am besten den unterschied lichen Begabungen der Kinder in dieser Schulart gerecht.
So sieht es übrigens auch die Stuttgarter CDU-Bildungsbür germeisterin Susanne Eisenmann. Auch sie hat den Stuttgar ter Realschulen öffentlich empfohlen, sich zu Gemeinschafts schulen weiterzuentwickeln. Meine Damen und Herren, Ihre Abwehrfront bröckelt.
Frau Präsidentin, liebe Kol leginnen und Kollegen! In der Tat, die Realschule ist das Rückgrat des differenzierten Schulwesens in unserem Land; sie ist der Garant für den Erfolg unseres Bildungssystems. Denn wir sollten nicht vergessen: Bundesweit stehen wir in Baden-Württemberg, was die Lernleistungen angeht, sehr gut da, auch wenn uns Grüne und SPD immer wieder weismachen
Die seit Jahren konstante Übergangsquote auf die Realschu le in Höhe von 33 % bis 34 % eines Jahrgangs beweist es ein drucksvoll: Die Realschule hat sowohl bei Schülern, Eltern und Lehrern als auch bei der baden-württembergischen Wirt schaft einen sehr guten Ruf.
denn sie wissen die zielstrebige und leistungsfördernde Her angehensweise der Realschulpädagogik und das anspruchs volle Niveau des Unterrichts zu schätzen. Die Realschule stellt deshalb ein wichtiges Fundament unserer erfolgreichen Wirt schaft und somit unseres Wohlstands dar, indem sie den Nach wuchs an Fachkräften sichern hilft.
Meine Damen, meine Herren, ich möchte es an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen: Die Gerechtigkeit eines Schulwesens zeigt sich gerade an seiner Durchlässigkeit.
Auch hierfür ist die Realschule unverzichtbar, ja, sie ist sogar der Garant für die Durchlässigkeit des gesamten baden-würt tembergischen Bildungswesens.
(Beifall bei der FDP/DVP und Abgeordneten der CDU – Abg. Alfred Winkler SPD meldet sich. – Glo cke der Präsidentin)
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht nicht, dass Sie Zwischenfragen immer erst am Ende Ihrer Rede zulassen wollen.
Eine Zwischenfrage ist eine Z w i s c h e n frage. Wenn man noch Redezeit hat, wird eine Zwischenfrage entweder zuge lassen, oder man lehnt sie ab. Aber es geht nicht mehr, wenn Ihre Redezeit abgelaufen ist.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD – Abg. Andreas Stoch SPD: Der Moment der Entscheidung! – Zuruf des Abg. Claus Schmiedel SPD)
So werde ich mit meiner Rede nie fertig. Es tut mir leid: Ich würde gern eine Zwischen frage am Schluss zulassen, aber so geht das nicht.
(Abg. Claus Schmiedel SPD: Es muss nicht alles vor gelesen werden, was aufgeschrieben ist! – Gegenruf des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: Ein biss chen aufzuschreiben ist besser, als gar nichts aufge schrieben zu haben!)
Es zeigt sich, dass es in erster Linie der Realschule zu verdan ken ist, dass das Prinzip „Kein Abschluss ohne Anschluss“ kein Papiertiger ist, sondern in der Praxis tatsächlich gelebt wird.
Diese wichtige Durchlässigkeit steht und fällt aber mit den Kapazitäten an den beruflichen Schulen, insbesondere an den beruflichen Gymnasien.
Hier hätte die grün-rote Landesregierung erheblich mehr tun müssen, wenn es ihr wirklich um mehr Bildungschancen ge gangen wäre. Ich erinnere Sie daher gern noch einmal
an die Forderung der FDP/DVP: Beenden Sie die unsinnigen, teuren G-9-Schulversuche, und stecken Sie diese Gelder lie ber in den Ausbau des beruflichen Bildungswesens. So wür den Sie Wahlfreiheit und Bildungsgerechtigkeit tatsächlich gewährleisten.
Angesichts dieser Bedeutung und der Leistungen der Real schule müsste man eigentlich davon ausgehen, dass diese Schulart von einer jeden Landesregierung anerkannt und prak tisch gefördert wird. Doch weit gefehlt: Die Landesvorsitzen de des Realschullehrerverbands Irmtrud Dethleffs-Niess