Protocol of the Session on March 14, 2012

Und auch zum Ende kommen.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Er soll jetzt über die Gemeinschaftsschule reden! Dann sind wir beim Punkt!)

Den Realschulen gelingt es, einen Anteil von bis zu 50 % Kin dern mit Migrationshintergrund erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren. Da besteht bei den Gymnasien noch Nachhol bedarf. Ich weiß von konkreten Überlegungen, die vakante Stelle des Schulleiters einer Werkrealschule durch den Real schulrektor zu besetzen und die beiden Schulen zu verschmel zen. Durch diesen Zwischenschritt ist der Weg vorgezeichnet, und ich bin mir sicher, dass ihn nach und nach Realschulen einschlagen und Gemeinschaftsschulen werden.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Deshalb die vielen Anträge!)

Meine Empfehlung ist daher hier und bei vielen Gesprächen mit betroffenen Schulleitern: Machen Sie sich Gedanken da rüber, die Realschulen zu echten Gemeinschaftsschulen wei terzuentwickeln. Dann werden sie am besten den unterschied lichen Begabungen der Kinder in dieser Schulart gerecht.

So sieht es übrigens auch die Stuttgarter CDU-Bildungsbür germeisterin Susanne Eisenmann. Auch sie hat den Stuttgar ter Realschulen öffentlich empfohlen, sich zu Gemeinschafts schulen weiterzuentwickeln. Meine Damen und Herren, Ihre Abwehrfront bröckelt.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Deshalb die vielen Anträge von Realschulen!)

Danke schön.

(Beifall bei der SPD und den Grünen)

Für die Fraktion der FDP/ DVP erteile ich Herrn Abg. Dr. Kern das Wort.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Herr Dr. Kern, ich freue mich auf Sie!)

Frau Präsidentin, liebe Kol leginnen und Kollegen! In der Tat, die Realschule ist das Rückgrat des differenzierten Schulwesens in unserem Land; sie ist der Garant für den Erfolg unseres Bildungssystems. Denn wir sollten nicht vergessen: Bundesweit stehen wir in Baden-Württemberg, was die Lernleistungen angeht, sehr gut da, auch wenn uns Grüne und SPD immer wieder weismachen

wollen, man müsste das baden-württembergische Schulsys tem grundlegend umgraben.

(Beifall bei der FDP/DVP und der CDU)

Die seit Jahren konstante Übergangsquote auf die Realschu le in Höhe von 33 % bis 34 % eines Jahrgangs beweist es ein drucksvoll: Die Realschule hat sowohl bei Schülern, Eltern und Lehrern als auch bei der baden-württembergischen Wirt schaft einen sehr guten Ruf.

(Beifall bei der FDP/DVP und der CDU – Abg. Karl- Wilhelm Röhm CDU: Bravo!)

Deshalb nehmen die Betriebe Realschulabsolventen gern un ter Vertrag,

(Zuruf des Abg. Alfred Winkler SPD)

denn sie wissen die zielstrebige und leistungsfördernde Her angehensweise der Realschulpädagogik und das anspruchs volle Niveau des Unterrichts zu schätzen. Die Realschule stellt deshalb ein wichtiges Fundament unserer erfolgreichen Wirt schaft und somit unseres Wohlstands dar, indem sie den Nach wuchs an Fachkräften sichern hilft.

Meine Damen, meine Herren, ich möchte es an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen: Die Gerechtigkeit eines Schulwesens zeigt sich gerade an seiner Durchlässigkeit.

(Abg. Jörg Fritz GRÜNE: Prima! Gut erkannt!)

Auch hierfür ist die Realschule unverzichtbar, ja, sie ist sogar der Garant für die Durchlässigkeit des gesamten baden-würt tembergischen Bildungswesens.

(Beifall bei der FDP/DVP und Abgeordneten der CDU – Abg. Alfred Winkler SPD meldet sich. – Glo cke der Präsidentin)

Am Ende meiner Rede.

(Unruhe)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht nicht, dass Sie Zwischenfragen immer erst am Ende Ihrer Rede zulassen wollen.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Das geht schon!)

Eine Zwischenfrage ist eine Z w i s c h e n frage. Wenn man noch Redezeit hat, wird eine Zwischenfrage entweder zuge lassen, oder man lehnt sie ab. Aber es geht nicht mehr, wenn Ihre Redezeit abgelaufen ist.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD – Abg. Andreas Stoch SPD: Der Moment der Entscheidung! – Zuruf des Abg. Claus Schmiedel SPD)

Es verwundert mich etwas, dass dies bei meinen drei Vorrednern ging, aber nicht bei mir.

(Zuruf des Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE)

Vorhin ging es auch nicht, Herr Kollege Dr. Kern.

(Unruhe)

So werde ich mit meiner Rede nie fertig. Es tut mir leid: Ich würde gern eine Zwischen frage am Schluss zulassen, aber so geht das nicht.

(Oh-Rufe von Abgeordneten der SPD – Abg. Karl- Wilhelm Röhm CDU: Völlig richtig!)

So beweist bereits die Antwort der Landesregierung, dass in den Realschulen sowohl die horizontale

(Zuruf des Abg. Volker Schebesta CDU)

als auch die vertikale Durchlässigkeit gut funktionieren.

(Abg. Claus Schmiedel SPD: Es muss nicht alles vor gelesen werden, was aufgeschrieben ist! – Gegenruf des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP: Ein biss chen aufzuschreiben ist besser, als gar nichts aufge schrieben zu haben!)

Es zeigt sich, dass es in erster Linie der Realschule zu verdan ken ist, dass das Prinzip „Kein Abschluss ohne Anschluss“ kein Papiertiger ist, sondern in der Praxis tatsächlich gelebt wird.

(Beifall bei der FDP/DVP und Abgeordneten der CDU – Zuruf: Sehr gut!)

Diese wichtige Durchlässigkeit steht und fällt aber mit den Kapazitäten an den beruflichen Schulen, insbesondere an den beruflichen Gymnasien.

(Zuruf des Abg. Alfred Winkler SPD)

Hier hätte die grün-rote Landesregierung erheblich mehr tun müssen, wenn es ihr wirklich um mehr Bildungschancen ge gangen wäre. Ich erinnere Sie daher gern noch einmal

(Zuruf des Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE)

an die Forderung der FDP/DVP: Beenden Sie die unsinnigen, teuren G-9-Schulversuche, und stecken Sie diese Gelder lie ber in den Ausbau des beruflichen Bildungswesens. So wür den Sie Wahlfreiheit und Bildungsgerechtigkeit tatsächlich gewährleisten.

(Beifall bei der FDP/DVP und der CDU)

Angesichts dieser Bedeutung und der Leistungen der Real schule müsste man eigentlich davon ausgehen, dass diese Schulart von einer jeden Landesregierung anerkannt und prak tisch gefördert wird. Doch weit gefehlt: Die Landesvorsitzen de des Realschullehrerverbands Irmtrud Dethleffs-Niess

(Abg. Andreas Stoch SPD: Den Namen bitte noch einmal!)

musste im November letzten Jahres gar die Frage stellen – ich zitiere wörtlich –:

Weiß die Ministerin, dass es Realschulen gibt?