Schritt. Natürlich würden auch wir uns wünschen, dass das gleich an mehreren PerspektivKitas geht oder dass wir noch viel mehr PerspektivKitas haben, klar! Aber die finanziellen Bedingungen sind so, wie sie sind. Das haben wir hier gestern während der ersten Haushaltslesung sehr ausführlich diskutiert.
Eines ist aber eben offensichtlich: Die Zusammenarbeit zwischen PerspektivKitas und PerspektivGrundschulen – ich nenne sie jetzt mal – ist etwas, was wir fördern wollen. Wir wollen, dass auch diese Schulen und Kitas, die von diesen Geldern profitieren, noch verstärkt miteinander zusammenarbeiten können. Das ist auch ein Fokus, den wir setzen wollen.
In dem Bericht wird zu Beginn deutlich gemacht, dass keine Diagnose ohne Förderung und keine Förderung ohne Diagnose stattfinden soll.
Dies bedeutet, dass wir nicht nur den Sprachstand der Kinder erfassen, sondern auch gezielte Maßnahmen ergreifen, um Defizite auszugleichen. Das ist, ehrlich gesagt, besonders meiner Fraktion enorm wichtig.
Das beginnt mit der alltagsintegrierten Sprachförderung in der Kita und setzt sich in der Schule fort. Multiprofessionelle Teams aus Lehrkräften, Erzieherinnen und Sprachförderkräften sollen Hand in Hand arbeiten und jedem Kind die Förderung zukommen lassen, die es benötigt. Catharina Nies und mir ist dabei besonders wichtig, dass neben der sprachlichen Entwicklung eben auch weitere basale Kompetenzen der Kinder, wie soziale, motorische und kognitive Fähigkeiten, angemessen berücksichtigt werden. Dass Sprache im Fokus liegt, ist klar, aber diese anderen Kompetenzbereiche müssen wir auch im Blick behalten.
Der Übergang von der Kita zur Grundschule ist kein kurzer Moment, sondern ein Prozess, der oft schon lange vor der Einschulung beginnt und erst mit dem Ende des ersten Schuljahres abgeschlossen ist. Es ist unsere Aufgabe, diesen Prozess so zu gestalten, dass jedes Kind, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Erstsprache oder seinem sozialen Hintergrund, die gleichen Chancen auf einen erfolgreichen Start in die Schule hat.
Mit den beschlossenen Maßnahmen zur frühzeitigen Sprachförderung und der intensiven Zusammenarbeit zwischen Kita, Grundschule und Eltern sind wir auf einem guten Weg, den Übergang für alle Kinder erfolgreich zu gestalten. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass jedes Kind in Schleswig-Holstein eine faire Chance auf Bildung und Teilhabe hat!
Natürlich geht es der SPD nicht schnell genug. Als Opposition kann man auch leicht fordern, dass alles größer und schneller kommen soll, weil man sich eben nicht um die Umsetzung kümmern muss und auch nicht haushalterischen Zwängen unterworfen ist, wie wir es als regierungstragende Fraktionen sind.
Zur Erinnerung: Das Bildungsministerium hat 1 Million Euro, also 20 zusätzliche Stellen, für die zusätzliche Förderung ab dem Schuljahr 2025/2026 zur Verfügung gestellt. Für die Einrichtung der PerspektivKitas stellt das Land jährlich 2 Millionen Euro bereit.
Ich freue mich aber, dass auch die SPD der Einführung der Spracherhebungen für Viereinhalbjährige grundsätzlich positiv gegenübersteht.
Ich möchte damit enden, dass ich auch noch einmal der Bildungsministerin Karin Prien und der Sozialministerin Aminata Touré herzlich für die Zusammenarbeit ihrer beiden Ministerien an dieser Stelle danke.
Ich bin auch der Meinung, dass wir jetzt eine große Chance haben, zukünftig an diesem Thema noch viele weitere Schritte zu gehen und möchte mich da gerne positiv einbringen. – Vielen Dank.
hier vorne schon genannt wurden. Da wurde von Trendwende gesprochen. Ich habe noch auf die Revolution gewartet.
Es wird etwas Richtiges gemacht, Herr Balasus. Es wird ein richtiges Thema angegangen, nämlich die Frage: Wie gestalten wir den Übergang von der Kita in die Grundschule besser, um faire Startchancen für die Jüngsten – und ich sage: für alle Jüngsten – in diesem Land zu gestalten?
Das ist eine Herausforderung, denn unsere Gesellschaft wandelt sich. Sie wird nicht nur älter, sondern wandelt sich vor allem auch soziodemografisch. Das passt nicht allen, aber ich finde, darin steckt eine Chance. Damit das gelingt, muss sich Politik diesem soziodemografischen Wandel stellen. Und, Herr Balasus – –
(Vereinzelte Heiterkeit – Serpil Midyatli [SPD]: Das war vor 30 Jahren nicht so, aber das war Ihnen ja egal! – Zuruf Ministerin Karin Prien)
(Serpil Midyatli [SPD]: Frau Prien, in wel- chem Deutschland haben Sie denn gelebt? – Ministerin Karin Prien: Oh Gott, das ist aber schwach!)
Also jedenfalls nicht so, dass ich dazwischenstehe! Sonst gehe ich noch mal, ihr streitet, und dann komme ich wieder.
Mangels eigener Erfahrung, Herr Balasus, möchte ich Ihnen lieber von meiner besten Freundin seit Schulzeiten berichten, meiner Eva. Wir sind übrigens bis heute beste Freunde geblieben. Sie ist Erzieherin in Baden-Württemberg. Sie kam aus einem sechstägigen Urlaub zurück und hat sechs neue Ki
takinder bekommen, fünf davon mit erheblichem Sprachförderbedarf. Das waren übrigens nicht nur Kinder, deren Erstsprache nicht Deutsch war, sondern da war auch ein deutsches Kind dabei, das mit drei Jahren noch überhaupt nicht gesprochen hat. Was sie nicht bekommen hat, sind irgendwelche zusätzlichen Ressourcen, um damit klarzukommen, damit diese Kinder in Zukunft eine Chance auf ein gutes, faires Leben haben.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Hessen – es sind schon Länder genannt worden. Ich sage: Jetzt kann man den Streit natürlich fortführen. Ich will das an dieser Stelle mal ausnahmsweise gar nicht tun, sondern sagen: Es ist ein Startpunkt bei einem Thema gesetzt worden, das im Grundsatz richtig ist. Es ist die beste Investition in jedes einzelne Kind, und mit dieser besten Investition in jedes einzelne Kind ist es die beste Investition für unsere gesamte Gesellschaft, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Die Bildungsministerin hat ja recht, wenn sie feststellt, dass frühe Investitionen in das Bildungssystem die entscheidendsten und die effizientesten Investitionen sind. Aber genau deswegen muss man sich sehr genau angucken, wie investiert wird, wie viel investiert wird, in welche Strukturen investiert wird. Um es kurz zu machen: Es ist wichtig, dass klug investiert wird – übrigens gerade in Zeiten knapper Haushaltsmittel.
Selbstverständlich, liebe Kolleginnen und Kollegen von den regierungstragenden Fraktionen, ist es auch die Aufgabe der Opposition, hinzuschauen, ob a) ausreichend investiert wird und b) in die richtigen Strukturen.
Kommen wir zu „ausreichend“. Dazu ist ganz viel gesagt worden. Ja, natürlich sind 50 PerspektivKitas ein Anfang, und natürlich – ich gehe davon aus, dass das auch die Sozialministerin und die Bildungsministerin wissen – ist das nicht genug. Was mich eher stört, ist nicht, dass Sie für das Kita- beziehungsweise Schuljahr 2025/2026 mit 50 PerspektivKitas anfangen, sondern ehrlicherweise der beschriebene Weg.
2028/29 soll ja – wenn ich das richtig verstanden habe – das Rollout beendet sein, und nicht beginnen. Beginnen soll das Rollout ja wohl 2027/28. In den unterschiedlichen Dokumenten – im Bericht, in der Pressemitteilung – werden diese beiden Daten ständig miteinander vermischt. Ich wäre für eine Klarstellung dankbar. Ich verstehe das so: 2028/29 soll das flächendeckend ausgerollt sein. Das, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist mir zu langsam.
Das würde nämlich bedeuten, dass wir vollen weiteren zwei Kitakinder-Generationen genau diese Unterstützung nicht gewähren,