Frau Franzen, wenn es Ihnen passt, dann zitieren Sie gern aus der Hirnforschung. Insbesondere Herr Spitzer weist darauf hin, dass gerade so etwas zu Blockaden führen kann, wenn auch nicht automatisch führen muss. Aber es ist eben nicht automatisch so, dass sich die Kinder einfach nur nicht angestrengt haben. Schlechte Noten können durchaus
Wir wissen, dass nicht alle diese Auffassung teilen. Deswegen geht es uns um Wahlfreiheit. Es geht um Wahlfreiheit und nicht um Kulturrevolution an dieser Stelle. CDU und FDP haben einen Antrag gestellt, der in Sachen Wahlfreiheit noch hinter das zurückgeht, was es unter der Regierung Carstensen tatsächlich gegeben hat und was auch Frau Franzen als bildungspolitische Sprecherin mitgetragen hat. Deswegen ist überhaupt nicht klar, warum Sie die Wahlfreiheit, von der Sie sonst so viel reden, einschränken wollen.
Andererseits trauen Sie offensichtlich den Ziffernoten auch nicht. Denn sonst würden Sie ja nicht fordern, noch Entwicklungsberichte dazuzunehmen. Das alles, was Sie hier machen, ist doch nicht logisch.
Der Antrag, den die PIRATEN eingebracht haben wir haben uns jetzt auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt -, ist wichtig, zumal es Standards gibt. Wir freuen uns auf die Evaluation und auf die Ergebnisse. Bis dahin brauchen wir eine Vielfalt, damit die Schulen die Konzepte, mit denen sie begonnen haben, weiter fahren können.
Wir wissen, dass sich die Schulen eine intensive Begleitung durch das Ministerium wünschen. Ich bin optimistisch, dass das jetzt auf den Weg gebracht wird.
Zu jedem Zeugnistag wird ein Sorgentelefon des Kinderschutzbundes geschaltet. Das ist zwar eine gute Sache. Ich wünsche mir allerdings so ein Leistungsbeurteilungssystem, dass kein Sorgentelefon für Kinder erforderlich ist. Ich wünsche mir ein Feedback von Schulen, das von Eltern und Kindern so aufgenommen werden kann, dass man nicht in Not und Sorge bei einer fremden Nummer anrufen muss.
finde es unmöglich, mit welcher Vehemenz Sie immer wieder den Lehrkräften an den Grundschulen unterstellen, wenn ein Schüler so schlecht ist, wie Sie es darstellen und permanent Vieren und Fünfen nach Hause bringt, dass die Lehrer sich nicht mehr um diesen Schüler kümmern, um ihn bestens zu fördern und nach vorn zu bringen.
Liebe Kollegen, wir haben unseren Antrag erneut eingebracht, weil uns in Diskussionen mit Lehrern und Eltern deutlich gemacht worden ist: Wir möchten Noten haben. Wir möchten auch den Lernentwicklungsbericht haben. Wir möchten wissen, wie sich die Noten zusammensetzen. Deswegen finden wir das Kompetenzraster sehr gut.
Sie haben völlig zu Recht ausgeführt, Aufsätze zu bewerten, das ist eine der schwierigsten Übungen. Ich bin froh, dass ich keine Lehrkraft bin und mich dafür nicht einsetzen muss.
Ich bin der Meinung, dass Ziffernnoten allein ihre Schwächen haben. Aber auch Lernentwicklungsberichte allein haben ihre Schwächen. Frau Kollegin Franzen hat es ausgeführt. Nicht jeder ist in der Lage, das zu verstehen, was in einem Lernentwicklungsbericht steht. Man kann mit unterschiedlichen Worten sehr verschiedene Sachen ausdrücken. Hinzu kommt die subjektive Wahrnehmung, und am Ende weiß keiner mehr, ob der Schüler nun wirklich gut ist oder nicht.
Ich bringe an dieser Stelle immer gern das Beispiel meines eigenen Sohnes, der unter einer hundsmiserablen Mathearbeit stehen hatte: „Toll! Man sieht, was du kannst!“ - Daraufhin sagte ich: „Kind, du wirst wohl üben müssen.“ - Dazu sagte mein Sohn: „Nein, ich muss nicht üben. Es steht doch darunter: Toll! Man sieht, was du kannst!“
Meine Damen und Herren, wir sind mit Lehrern und Eltern im Gespräch. Lehrkräfte schließen nicht aus, dass Bewertungen bei einem sympathischen Schüler im Einzelfall positiver ausfallen. Aus all diesen Erkenntnissen lässt sich aber doch nicht ableiten, dass Noten per se schlecht sind.
Schülerinnen und Schüler, die einen Auslandsaufenthalt planen, müssen ihre Noten umrechnen lassen. Wollen Sie also, dass die Kinder erst in Klasse 8 zum ersten Mal über Noten stolpern, und dann kommt plötzlich das böse Erwachen?
Vor einigen Tagen hatten wir eine Veranstaltung auch der Kollege Habersaat war dabei - in einer Grundschule mit Eltern, die sich sehr differenziert damit auseinandergesetzt haben. Die Eltern haben gesagt: Wir möchten Noten haben. Wir möchten die zusammenfassende ergänzende Leistungsbeurteilung. Wir möchten auch das Kompetenzraster und den Lernentwicklungsbericht haben, um zu wissen, wo unser Kind steht. Wir erwarten eine gerechte Wahrnehmung und nachvollziehbare Bewertung der schulischen Leistung.
Wir sind der Meinung, dass all das, was schriftlich abgeliefert wird, das verbale Gespräch nicht ersetzen kann. Es ist absolut notwendig, dass sich Eltern und Lehrer über das austauschen, was in Schriftform vorliegt.
Das alles ist in unseren Anträgen enthalten. Wir würden es begrüßen, wenn Sie dem zustimmen würden. Wenn Sie diesen Systemwechsel, der Ihnen so überaus wichtig ist, auf den Weg bringen wollen, dann geben Sie doch auch den Menschen, die das betrifft, die Zeit, diesen mitzugehen. Genau das ist die Forderung, die ich an dieser Stelle wiederholen möchte, die vorgestern Abend auch in Oldesloe geäußert worden ist.
Warum muss das jetzt par ordre du mufti zu diesem Schuljahr umgesetzt werden? Die Schulen hatten überhaupt keine Chance, sich darauf einzustellen. Die Grundschullehrer sagen uns: Geben Sie uns die Möglichkeit, in Ruhe vernünftige Raster zu entwickeln, uns damit auseinanderzusetzen, sodass wir Vorlagen dafür haben, wie das gerecht, vernünftig und nachvollziehbar für alle Beteiligten werden soll.
nächsten Schuljahr mit einer Umsetzung zu rechnen ist, wobei dann auch die Kompetenzraster dabei sind, wie wir es fordern.
Abschließend möchte ich daran erinnern, dass kein Schüler durch die Abschaffung von Noten besser werden wird. Sie sorgen dafür, dass jeglicher Leistungsgedanke aus den Schulen entfernt wird.
Für gute Leistungen und für ein gutes Vermitteln von Wissen sind immer noch gute und motivierte Lehrer vonnöten. Ich denke, an dieser Stelle haben wir noch einige Baustellen. Es tut mir leid, dass Sie nicht nachvollziehen wollen, was Eltern wirklich wünschen. - Vielen Dank.
Sehr geehrte Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben im Frühjahr große Diskussionen und eine umfangreiche Presseberichterstattung zum Sinn und Unsinn von Notengebung in Grundschulen erlebt. Auslöser war ein entsprechender Vorstoß der ehemaligen Bildungsministerin und der regierungstragenden Fraktionen.
Unser Ziel war es, und unser Ziel ist es, dass vor allem in Grundschulen weniger auf Noten und mehr auf Berichts- und Tabellenzeugnisse gesetzt wird. Für die Klassen drei und vier haben wir diese Möglichkeit zwar eröffnet. Letztlich liegt die Entscheidung aber bei der Schulkonferenz. Auch wenn davon in sehr unterschiedlichem Umfang Gebrauch gemacht wird, gelten für die weiterführenden Schulen ähnliche Regelungen. Wie erwähnt, sind Berichts- und Tabellenzeugnisse längst Realität. Die Forderung, dass diesen Zeugnissen zur besseren Vergleichbarkeit landeseinheitliche Standards zugrunde liegen müssen, ist natürlich richtig. Doch auch hierbei haben wir uns nach meinem Wissen längst auf den Weg gemacht.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Bei einer so tiefgreifenden Veränderung bei der Beurteilung unserer Schülerinnen und Schüler müssen wir natürlich sehr gründlich arbeiten. Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind uns deshalb sehr willkommen. Es nützt in meinen Augen nur wenig, wenn in
erster Linie Dinge gefordert werden, die wir schon auf den Weg gebracht haben oder bei denen zumindest schon ein erster Aufschlag vorliegt.
Losgelöst von Detailfragen freut es mich natürlich, dass auch ein Teil der Opposition die Vorteile von Entwicklungsberichten gegenüber Ziffernnoten sieht; denn solche Kompetenzraster vermitteln einen deutlich differenzierteren Blick auf Fähigkeiten, Kenntnisse und Leistungen der Schülerinnen und Schüler als schlichte Schulnoten. Das Aneignen von Wissen und messbaren Kompetenzen ist zwar ein wichtiger Teil der schulischen Bildung, aber er ist eben nicht der einzige.
Daneben stehen auch die Förderung von künstlerischen und emotionalen Fähigkeiten sowie die Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Das sind Dinge, die sich nun einmal schwer in eine Skala von eins bis sechs zwängen lassen. Dies gilt ganz besonders vor dem Hintergrund zunehmend heterogener Grundschulklassen in einem inklusiven Schulsystem.
Doch die Abkehr von Ziffernnoten macht nicht nur eine viel detailliertere Beschreibung der Entwicklung unserer Kinder möglich. Sie gibt unseren Lehrerinnen und Lehrern auch mehr Freiräume. Durch Zeugnisse in Berichts- oder Tabellenform können Stärken und Schwächen und eben auch individuelle Lernerfolge aufgezeigt werden. So wird zum Beispiel Kindern, die im Verhältnis zum Durchschnitt vielleicht eher schwächer abschneiden und sich trotzdem entwickeln, nicht sofort die Motivation genommen. Wo bisher am Anfang wie am Ende des Schuljahres vielleicht in der Grundschule die Note Fünf stand, werden jetzt Lernerfolge und Lernfortschritte genauso sichtbar wie bestehende Defizite. Das halte ich für eine klare Verbesserung.
Meine Damen und Herren, ohne Zweifel haben wir es hierbei mit einer gravierenden Veränderung zu tun. Es liegt in der Natur der Sache, dass auch an den Grundlagen und Standards für die Entwicklungsberichte weiter gefeilt werden muss. Wie bei so vielen neuen Dingen ist nicht alles von Beginn an fehlerfrei und komplett ausgereift. Aber auch hier, auf diesem sinnvollen Weg in Richtung Entwicklungsbeurteilung anstelle von reiner Bewertung, werden wir immer besser. Um das Ziel einer inklusiven Schule zu erreichen, sehe ich kaum eine Alternative. Inklusive Schule - und hier gebe ich den PIRATEN völlig Recht - erfordert nun einmal neue Standards der Leistungs- und Lernfortschritts