Was mir ganz wichtig ist: Die PIRATEN wollen weg von der im Bildungsausschuss immer noch oft verwendeten und falschen Begrifflichkeit des Berichtszeugnisses. Es geht nicht darum, zum Beispiel eine schlechte Note rhetorisch flauschig zu verpacken, sondern es geht darum, einen Schüler in seiner Entwicklung zu unterstützen, zu begleiten und bestmöglich zu fördern.
Weil wir glauben, dass sich die, die sich am besten mit der Thematik in diesem Land auskennen, die Pädagogen sind, haben wir als Arbeitsgrundlage den Begriff der Entwicklungsbeschreibung von Kompetenzen, um deutlich zu machen, dass uns die Bewertung eines Kenntniszustands nicht genug ist. Wir wollen die Entwicklung des Kindes im Fokus haben.
Wir haben diesen Antrag auch gestellt, um einen unserer Meinung nach vorhandenen handwerklichen Fehler zu beheben. Durch die Kann-Regelung wird es von Ort zu Ort sehr unterschiedliche Methoden geben. Wir PIRATEN glauben aber, wenn man von einer Sache überzeugt ist - und wir haben die Grundschulpädagogen im Rücken - und davon ausgeht, dass die Abkehr von Notenzeugnissen die beste Lösung ist, dann wollen wir, dass sie allen Schülern zugutekommt, landesweit verbindlich. Darum möchten wir, dass dieses Land einen klaren und verlässlichen Rahmen setzt, der den Lehrern am Ende auch zur Hilfe kommt.
Wir wollen auch die letzten Skeptiker überzeugen, damit diese wichtige Regelung nicht bei einem Regierungswechsel gleich wieder einkassiert wird. Darum ist unsere Ergänzung in dem Antrag um die Evaluation richtig und auch wichtig.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Zeugnisse sind kein Instrument zum Einschüchtern. Ich halte es mit einem bekannten Fußballtrainer der Bundesliga, Jürgen Klopp, der sinngemäß sagt, er glaube nicht daran, dass die Furcht vor der Niederlage mehr motiviere als die Freude am Gewinnen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir das für alle unsere Schüler etablieren könnten. - Vielen Dank.
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was ist die richtige und kindgerechte Bewertung von schulischen Leistungen? Wie kann man Kinder motivieren, dem Unterricht nicht nur beizuwohnen, sondern sich zu beteiligen, ihm motiviert zu folgen, sich auch Zeit zu nehmen, um zu üben und Unterrichtsinhalte zu wiederholen? - Eine
Antwort auf diese Frage ist sicherlich ein guter Unterricht, der sich an den Bedürfnissen und am Entwicklungsstand der Kinder orientiert und sie auch motiviert. Eine weitere Antwort ist aber auch eine prompte Rückmeldung auf ihre erbrachten schulischen Leistungen und Erfolge, und das in einer Form, die natürlich in erster Linie von den Schülerinnen und Schülern, aber auch von den Eltern leicht verstanden werden kann. Es ist für uns eine Kombination aus Noten und einem schriftlichen Bericht, der auf die individuellen Entwicklungen des Kindes eingeht und ihre Stärken deutlich macht. Darüber hinaus würde es eine solche Kombination den Kindern auch ermöglichen, in diesen Berichten aufgezeigt zu bekommen, in welchen Fächern sie richtig gut sind und in welchen Fächern sie noch Nachholbedarf haben.
Wir stimmen also in der Frage der kompletten Abschaffung der Noten in den Grundschulen mit der Koalition und auch den PIRATEN überhaupt nicht überein, sondern wir glauben, dass Noten sehr wohl eine gute Rückmeldung für unsere Schülerinnen und Schüler und auch für ihre Eltern sind.
Was jedoch an dem Ursprungsantrag der PIRATEN durchaus richtig war, war die Forderung nach einer Vereinheitlichung der Leistungsbewertungen innerhalb der Zeugnisse.
Meine Damen und Herren, wir haben in SchleswigHolstein inzwischen ein Sammelsurium an Zeugnissen, das es Kindern und Eltern inzwischen richtig schwer macht, sich darin noch zurechtzufinden. Wer unterschiedliche Kinder an unterschiedlichen Schulen hat, hat auch die unterschiedlichsten Zeugnisse zu Hause, und keiner weiß mehr, wie man die Dinger richtig lesen soll.
Noten sind ein gutes und ein seit Langem bewährtes pädagogisches Mittel, Kindern eine direkte Rückmeldung über ihre erbrachten Leistungen und Erfolge zu geben. Das sehen übrigens auch die Grundschuleltern so. Der Landeselternbeirat hat in seiner Stellungnahme zur Grundschulverordnung sehr deutlich gemacht, dass er sich für die Beibehaltung der Noten mit einem entsprechenden tabellarischen Entwicklungsbericht einsetzt. Das ist die Elternvertretung dieser Schülerinnen und Schüler.
Auch eine Umfrage des „sh:z“ und ganz aktuell eine Umfrage des NDR haben deutlich gemacht, dass sich in diesem Land, in Schleswig-Holstein, 87 % der Befragten für Noten aussprechen. Darüber hin
aus ist die NDR-Umfrage insgesamt eine ziemliche Klatsche für die Bildungspolitik dieser Landesregierung.
Noten haben eine hohe Akzeptanz in unseren Schulen, und vermutlich ist das auch der Grund, dass Sie über die Grundschulverordnung versucht haben, die Mitbestimmungsrechte von Eltern auszuhebeln. Eltern wollen gern Noten, Sie wollen sie nicht. Deswegen sollen Eltern in den Schulkonferenzen ihre Stimme an der Stelle nicht mehr erheben können. Ich finde, es ist eine ziemliche Dreistigkeit, die hier in die Grundschulverordnung eingezogen worden ist.
Meine Damen und Herren, eine Rückmeldung durch eine Note muss natürlich in einem Verhältnis stehen, nämlich in dem Verhältnis der geforderten Leistung und der erbrachten Leistung. Das kann nur dann sinnvoll sein, wenn es an objektiven Leistungskriterien orientiert ist, und dann sind Noten auch Ansporn, um sich zu verbessern. Wenn diese Noten dann auch noch mit einem Bericht unterlegt sind, in dem man wirklich deutlich erkennen kann, an der Stelle hat sich das Kind gut entwickelt, dann ist das motivierend. Wenn man auf der anderen Seite deutlich machen kann, an der Stelle gibt es noch Nachholbedarf, dann wissen Eltern auch, wo ihre Kinder tatsächlich stehen, insbesondere in der Situation, dass wir in Schleswig-Holstein inzwischen die Schulartempfehlungen abgeschafft haben. Woran sollen sich Eltern denn noch orientieren, wie es mit ihren Kindern nach der Grundschulzeit weitergehen soll?
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, wir als CDU setzen uns dafür ein, an der Stelle einmal die ideologischen Scheuklappen abzusetzen
zum Tragen kommen zu lassen, die erstens transparent und leicht verständlich ist, zweitens die Stärken und Schwächen am besten widerspiegelt und drittens Kinder zu Leistungen motiviert. Wir treten für kombinierte Noten- und Berichtszeugnisse ein und würden uns freuen, wenn Sie mein Beitrag überzeugt hat und Sie unserem Antrag zustimmen. Herzlichen Dank.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Franzen, Umfragen haben immer so ihre Tücken. Wenn Sie in die Schule gehen und sagen würden: Liebe Schülerinnen und Schüler, wollt ihr lieber Noten von 1 bis 4 statt der jetzigen Regelung, würden Sie auch auf eine Mehrheit treffen. Wenn Sie zu Beginn der Herbstferien nachfragen würden, was würdet ihr davon halten, wenn wir generell auf den Inseln und Halligen die Herbstferien auf drei Wochen ausdehnen würden, würden Sie garantiert auch auf eine überwältigende Mehrheit stoßen. Umfragen haben generell ihre Tücken.
Liebe Piratenfraktion, ich bedanke mich dafür, dass es uns gelungen ist, im Bildungsausschuss auf der Basis Ihres Antrags einen zwischen Ihnen und der Koalition einvernehmlichen Antrag zu verabschieden.
In diesem Haus und besonders im Bildungsausschuss wird seit Jahrzehnten ein Diskurs darüber geführt, was die geeignete Form ist, um den Leistungsstand von Schülerinnen und Schülern zu dokumentieren. Das grobschlächtige deutsche Notensystem mit nur sechs Stufen hat den Vorteil, Vergleiche zwischen den Schülerinnen und Schülern relativ leicht herstellen zu können, aber den Nachteil, Stärken und Schwächen innerhalb desselben Faches und den Lernfortschritt nicht abzubilden.
Entwicklungsberichte leisten genau das, stoßen jedoch bei manchen Menschen auf den Vorbehalt, dass sie der Subjektivität seitens des beurteilenden Lehrers noch stärker als Ziffernzeugnisse ausgesetzt sind. Ich muss diese Diskussion nicht im Detail wiederholen.
die Möglichkeit gegeben, auf Schulnoten in allen vier Jahrgängen zu verzichten und sie durch Kompetenzraster zu ersetzen. Dafür erstellt das Ministerium Vorlagen, an denen sich die Lehrkräfte orientieren können. Sie werden damit nicht alleingelassen und nicht dazu gezwungen, das Rad jedes Jahr neu zu erfinden. Aber den Grundschulen, die es für pädagogisch richtig halten, an der Benotung festzuhalten, ist das dennoch nicht verwehrt, wenn dies von der Schulkonferenz so beschlossen wird.
CDU und FDP hatten einen Änderungsantrag vorgelegt, der sich dafür aussprach, ab Klasse drei wieder generell Zeugnisnoten in Kombination mit Lernentwicklungsberichten zu erteilen. So ein Antrag kann nur von Kollegen ausgedacht worden sein, die nie schlechte Noten hatten.
Den Schüler oder die Schülerin, der oder die von einer Fünf oder gar einer Sechs im Zeugnis motiviert wurde, wie Kollegin Klahn es im Ausschuss dargestellt hat, muss mir mal jemand zeigen. Die habe ich noch nie getroffen.
- Ich vermute, das ist keine Wortmeldung von Herrn Kubicki, sondern er will aufzeigen, dass er von einer Fünf motiviert worden sei.