Protocol of the Session on August 23, 2012

Da sind wir beim zweiten Problem, ein viel schlimmeres Problem. Das viel schlimmere Problem für die SPD sind die Grünen, das ist der grüne Koalitionspartner. Ihre Bundestagskollegin Valerie Wilms

(Beifall und Zurufe SPD)

- vielen Dank für den Applaus - wird nicht müde, immer wieder zu betonen -

(Weitere Zurufe SPD)

- Darf ich jetzt mal?

Meine sehr geehrten Damen und Herren, trotz der fortgeschrittenen Zeit würde ich darum bitten, dass wir die Diskussion geordnet über die Bühne bringen. - Das Wort hat der Abgeordnete Oliver Kumbartzky.

Vielen Dank. – Das ist für mich auch die sechste Stunde. Aber nur noch eine Minute.

Ich habe gerade gesagt, dass Ihre Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms fast täglich Pressemitteilungen schickt und die A 20 schlechtredet. Es ist gesagt worden: 2017 schauen wir, wie es dann läuft. Was soll 2017 geschehen? Ist das jetzt schon der angekündigte Rausschmiss aus der Koalition, oder wie soll ich mir das vorstellen?

(Lars Harms)

(Beifall FDP - Dr. Ralf Stegner [SPD]: Wahlen in Schleswig-Holstein!)

- Wenn die wirklich erst 2017 sind. Das sehen wir noch.

Herr Tietze, abschließend noch eine Bemerkung. Sie sagten gerade, dass Sie nicht gern mit Herrn Meyer tauschen würden.

(Zuruf Abgeordneter Dr. Ralf Stegner [SPD])

Das kann ich durchaus verstehen, denn dann hätten Sie sich selbst an der Backe. - Vielen Dank.

(Beifall FDP)

Das Wort zu einem weiteren Kurzbeitrag hat der CDU-Abgeordnete Dr. Axel Bernstein.

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Als Segeberger Abgeordneter muss ich in diesen Tagen in dieser Debatte noch einmal das Wort ergreifen, insbesondere deshalb, weil ich in der vergangenen Woche am Donnerstagabend das Vergnügen hatte, gemeinsam mit einigen Kollegen und gemeinsam mit unserem Verkehrsminister, Herrn Meyer, bei der Auftaktveranstaltung der neuen Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Bad Segeberg den interessanten Ausführungen des Ministers lauschen zu dürfen, der sich als glühender Verfechter der A 20, als Fan dieses Bauprojekts outete, der in dieser Runde natürlich auch den entsprechenden Zuspruch dafür fand,

(Martin Habersaat [SPD]: Das ist ganz neu!)

sich an dem Hobby einiger Kabinettsmitglieder zu beteiligen, das ich salopp als Koalitionsvertrag-Bashing bezeichnen würde, und der mit Schwung erklärte, wie zügig man dort vorangehen würde.

Herr Minister Meyer, mich würde in diesem Zusammenhang interessieren: Waren Sie genauso überrascht wie die übrigen Teilnehmer der Veranstaltung und ich, als wir gerade 36 Stunden später in der Lokalpresse vom Baustopp beziehungsweise von der Vereinbarung, den vorzeitigen Baubeginn nicht in Anspruch zu nehmen, lesen konnten? Oder haben Sie diesen Umstand an dem Abend den Anwesenden der Wirtschaftsförderungsauftaktveranstaltung bewusst verschwiegen?

(Beifall CDU und FDP)

Das Wort zu einem weiteren Kurzbeitrag hat der SPD-Abgeordnete Olaf Schulze.

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich kann die Aufregung verstehen. Wenn man es in sieben Jahren es nicht geschafft hat, weiterzukommen als bis kurz vor Bad Segeberg, es nicht geschafft hat, das einzulösen, was man groß versprochen hat, nämlich die Planfeststellung fertig zu bekommen, Spatenstiche zu machen, dass man dann versucht,

(Zuruf Abgeordneter Rainer Wiegard [CDU])

einen Koalitionsvertrag zu nehmen und ihn so zu interpretieren, um einen Streit vom Zaun zu brechen und ein Sommertheater zu inzenieren. Das kann ich nachvollziehen.

(Zuruf Abgeordneter Oliver Kumbartzky [FDP])

Es ist Ihnen zum Teil auch gelungen. Wenn Sie jedoch heute mit Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern sprechen - gestern erst wieder: Handwerk 60 Jahre -, haben die es begriffen.

(Christopher Vogt [FDP]: Das ist Ihr Pro- blem!)

Die Wirtschaft hat begriffen, die Menschen haben begriffen, dass wir den richtigen Weg gehen und dass es genau der richtige Weg ist.

(Beifall SPD und SSW - Zurufe CDU und FDP)

Ich kann Ihre Aufregung verstehen. Wenn man so wenig gemacht hat wie Sie und jetzt die Regierung kommt und endlich zwei große Autobahnen, die A 1 und die A 7 verbindet, dann kann ich verstehen, dass Sie das eigentlich gewollt hätten. Dass Sie das nicht geschafft haben, ist ein Problem.

(Wolfgang Kubicki [FDP]: Wer hat denn hier 20 Jahre lang regiert!)

- Wer 20 Jahre lang hier regiert hat, das ist uns klar. Ja, das ist auch gut für dieses Land,

(Lachen CDU und FDP)

weil wir dieses Land erst vorangebracht haben. Das ist auch das Problem.

(Vereinzelter Beifall SPD)

(Oliver Kumbartzky)

Sie haben das nicht geschafft. Insofern ist das jetzt genau richtig. Wenn Sie fragen, Herr Tietze, was die Sozialdemokraten -

(Zurufe CDU)

Sie wollten gerade wissen - Herr Arp, Sie haben das am Anfang gesagt -, was die Sozialdemokraten eigentlich in diesen Koalitionsvertrag eingebracht haben.

(Zuruf Abgeordneter Hans-Jörn Arp [CDU])

Die Grünen wollten, dass die A 20 gestoppt wird, wir haben es geschafft, dass wir bis zur A 7 weiterbauen.

(Zurufe CDU und FDP: He! He!)

- Ja, das ist mehr als Sie jemals schaffen werden.

(Beifall SPD)

Insofern kann ich Ihre Freude verstehen. Ich kann vor allen Dingen Ihre Freude verstehen, weil Sie in Berlin einen Verkehrsminister haben, der es nicht einmal schafft zu erklären, wie die Elbquerung durchgesetzt und finanziert werden soll. Wir haben noch keine belastbaren und vernünftigen Aussagen. Wenn Sie immer sagen, schnellstmöglich müsse man nach Niedersachsen, schauen Sie doch einmal, was in Niedersachsen passiert, wo eine CDU/FDPRegierung schon länger regiert. Dort sind die Planfeststellungsverfahren noch nicht einmal angefangen.

Das heißt, wir müssen hier in Schleswig-Holstein doch erst einmal die eigenen Autobahnen anbinden, bevor wir eine Autobahn bauen und in Niedersachsen irgendwo im Nirvana enden. Von daher ist dieser Koalitionsvertrag richtig, und das, was wir vorhaben, ist das Richtige. Wir machen eine sehr gute Politik und die beste Verkehrspolitik.

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)

Das Wort für die Landesregierung hat der Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, Herr Reinhard Meyer.

(Zurufe)

- Meine Damen und Herren, das Wort hat Herr Minister Meyer!