Protocol of the Session on September 14, 2022

(Abg. Michael Frisch, AfD: Stimmt doch gar nicht!)

und das kann nicht die richtige Haltung in einer Demokratie sein!

(Beifall der FDP, der SPD, der CDU und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Zu Ende gedacht bedeutet das, dass wir auf den Gräbern der Ukraine den Kotau nach Moskau machen, um Gas zu bekommen. Mit Verlaub, das ist eine verrottete politische Position, die in diesem Hause außer Ihnen niemand teilt.

(Beifall der FDP, der SPD, der CDU und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD: Stimmt ja gar nicht! – Abg. Michael Frisch, AfD: Wir führen einen Wirtschaftskrieg! Faktisch führen wir den! Putin hat den angefangen, klar! – Glocke des Präsidenten)

Sie aber tun so, als ob wir ihn angefangen hätten.

(Abg. Michael Frisch, AfD: Nein! – Vereinzelt Unruhe im Hause)

Das haben wir in keiner Weise, aber Sie tun immer so, wir sollen die Sanktionen sein lassen, und dann wird es schon wieder funktionieren. Nein, so wird das nicht funktionieren, weil Herr Putin in keiner Weise bereit ist, darauf zu verzichten.

Jetzt ein Zweites, dass mindestens genauso der Tarnkappentheorie entspricht.

(Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD: Verschwörungstheorie!)

Ich habe mit großem Interesse zugehört, dass Abgeordnete Ihrer Fraktion im Bundestag, in der Meinung, die Mikrofone seien ausgeschaltet,

(Abg. Christian Baldauf, CDU: Ja, richtig! Sehr schön!)

von sich gegeben haben, sie haben die große Hofnung, dass es diesem Land noch viel schlechter gehen möge,

(Abg. Christian Baldauf, CDU: Genau!)

damit sich die Wahlergebnisse der AfD steigern. Wissen Sie, Sie geben immer vor, die großen Patrioten zu sein. Was sind Sie eigentlich für Patrioten, die darauf hofen, dass es den Menschen in diesem Land,

(Zuruf von der AfD: Das hofen wir gar nicht!)

den Unternehmen in diesem Land schlecht geht, damit Sie ein gutes Wahlergebnis haben? Das ist keine richtige patriotische Haltung!

(Starker Beifall der FDP, der SPD, der CDU, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei den FREIEN WÄHLERN – Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD: Das hofen wir doch gar nicht!)

Ja, es ist richtig – – – Jetzt sagen Sie bloß nicht, das würde nicht stimmen.

(Abg. Michael Frisch, AfD: Sie wissen genau, was damit gemeint war! – Unruhe im Hause)

Ja, ja, ich weiß genau, was damit gemeint war. Es war wortwörtlich in der Zeitung zu lesen, was damit gemeint war.

Wissen Sie, wir haben heute im Parlament, natürlich von unterschiedlichen Standpunkten aus, darüber diskutiert, wie wir mit dieser schwierigen Diskussion zurande kommen und es hinbekommen. Ich unterstütze jeden guten Vorschlag – es wird so mancher über seinen Schatten springen müssen, vielleicht ich auch –,

(Zuruf des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD)

wie wir es in dieser besonderen Situation hinbekommen. Wir aber machen es, weil wir ein Interesse daran haben, dass die Wirtschaft und die Menschen in diesem Land eine Zukunft haben und nicht, damit Sie ein gutes Wahlergebnis bekommen.

(Zurufe von der AfD – Glocke des Präsidenten)

Das wollen wir alle nicht.

(Beifall der FDP, der SPD, der CDU, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN und bei den FREIEN WÄHLERN)

Deshalb hat meine Fraktion großen Respekt vor Gewerkschaftsvertretern, vor Unternehmensvertretern, die ihre Sorgen vortragen und darauf hinweisen, dass sie Schwierigkeiten haben. Mein großer Respekt und der Respekt meiner Fraktion beruhen aber darauf, dass keiner von ihnen Vorschläge macht, wie Sie und Ihre Fraktion auf Bundesebene sie heute zum Umgang mit Russland gemacht haben.

(Abg. Michael Frisch, AfD: Was für Vorschläge haben wir denn gemacht?)

Nein, sie tun es nicht. Sie sagen, jawohl, es ist richtig, Russland entgegenzutreten. Sie haben trotzdem Sorgen, und es ist unsere Aufgabe, diese Sorgen zu berücksichtigen bzw. zu adressieren,

(Glocke des Präsidenten)

nicht aber, damit Russland Erfolg hat, wie es Ihre Fraktion darstellt nach dem Motto „Lasst die Sanktionen sein, und dann wird es schon werden“.

(Beifall der FDP, der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der CDU – Abg. Michael Frisch, AfD: Welch eine üble Unterstellung!)

Als weitere Gäste auf der Zuschauertribüne begrüße ich Mitgliederinnen und Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt Obere Kyll aus dem Landkreis Vulkaneifel. Seien Sie herzlich willkommen im Landtag!

(Beifall im Hause)

Jetzt hat Abgeordneter Wefelscheid für die FREIEN WÄHLER das Wort.

Sehr geehrter Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Nach

diesen doch sehr hitzigen Ausführungen von Herbert Mertin, der sich fleißig an der AfD abgearbeitet hat, möchte ich nochmals auf das Thema zurückkommen und mich weiter an den Grünen abarbeiten.

(Heiterkeit des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER – Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Danke für die Ankündigung! Das hätten wir nicht gemerkt!)

Ich hatte mich zuletzt mit den aus meiner Sicht fachlichen Fehleinschätzungen des Robert Habeck beschäftigt und möchte diesbezüglich noch einmal zurückkommen auf das, was Herr Ehmann vorhin sagte, der verteidigt hat, warum es richtig sei, die Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen. Das kann ich so, auch im Hinblick auf die Merit-Order-Regelung, nicht nachvollziehen,

(Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Glaube ich Ihnen! Sie kennen sie ja nicht!)

weil doch klar ist, jeden Strom, der woanders herkommt, müssen Sie nicht im Gaskraftwerk durch unser Verheizen des Gases erzeugen.

(Beifall der FREIEN WÄHLER – Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wenn Sie Ahnung hätten, Herr Wefelscheid! Wenn Sie Ahnung hätten, könnten Sie es nachvollziehen! Aber Sie können es nicht nach- vollziehen, das stimmt!)

Da muss doch eigentlich die Zielsetzung sein, die Gaskraftwerke vom Netz zu nehmen, um diesen Träger aus dem System herauszunehmen.

(Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Sie kön- nen das nicht! Sie verstehen es nicht!)

Ich rede einfach weiter, Herr Braun, egal, ob Sie weiterreden oder nicht.

(Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja, Sie verstehen es nicht! – Glocke des Präsidenten)

Vielleicht aber verstehen Sie den nächsten Punkt, Herr Braun. Jetzt kommen wir zu Annalena Baerbock.

(Heiterkeit des Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN)

Das ist die zweite Speerspitze dieser grünen Meisterleistungen.

(Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Cem Öz- demir nicht vergessen!)