Protocol of the Session on March 18, 2009

(Britta Altenkamp [SPD]: Bis zum Ende der Woche soll er beantwortet werden!)

Das ist Ihre Seriosität: Klamauk um jeden Preis!

(Beifall von der CDU)

Ich habe nur eine Bitte, aber wahrscheinlich ist Ihnen das auch relativ egal.

(Britta Altenkamp [SPD]: Das haben Sie doch gesagt!)

Ich habe das Gefühl, ich habe Ihren Geschmack getroffen.

(Zuruf von Britta Altenkamp [SPD])

Sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen, mich von meinem schönen Auto trennen zu müssen, es verkaufen zu müssen, dann habe ich eine Bitte: Frau Walsken, gehen Sie weg. Sie brauchten gar nichts zu sagen, aber allein durch Ihre Anwesenheit, Ihre Körpersprache wäre das Auto unverkäuflich. So, wie Sie hier auftreten, werden Sie persönlich nie eine vernünftige Lösung für die WestLB finden. Sie persönlich – nicht Frau Kraft, die zum Teil –

(Zuruf von Karl-Heinz Haseloh [SPD])

sind ein großes Problem. Sie haben die Schwierigkeiten zum allergrößten Teil verursacht.

(Zurufe von der SPD)

Die Kapitalerhöhungen, gegen die Sparkassen geklagt haben, waren zu Ihrer Amtszeit.

Jetzt habe ich ganz deutlich von Anfang bis Ende zugehört.

(Zuruf)

Ja, ich kenne das Zeichen von Ihnen; Scheibenwischen auch.

(Zuruf von Britta Altenkamp [SPD])

Sie sollten sich da oben wirklich mal etwas putzen.

Sie haben in der ganzen Debatte keinen einzigen Lösungsvorschlag gemacht, sondern Sie haben immer nur gesagt: So nicht.

Herr Kollege, ich darf Sie bitten, zum Schluss zu kommen.

Was die anderen Landesbanken angeht, hat der Finanzminister hier gesagt: Ich bitte Sie – das Land hat es an und für sich verdient

(Johannes Remmel [GRÜNE]: Das ist der ernsthafteste Redner, der hier redet!)

Herr Remmel, ich beglückwünsche Sie, dass Sie wach geworden sind –, einen Lösungsvorschlag zu machen, und wenn es nur einer ist, aber bitte: Jetzt und hier und nicht wieder Klamauk!

(Beifall von CDU und FDP)

Vielen Dank, Herr Kollege Hegemann. – Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf die Redner noch einmal darum bitten, sich an die vorgegebene Redezeit zu halten. Wenn ich hüstele, hat das nichts mit einer Erkältung zu tun. Wenn ich jedoch ausdrücklich sage, dass die Redezeit beendet ist, dann bitte ich, ein Signal zu geben, dass man das akustisch vernommen hat, selbst wenn der Geräuschpegel – wie gerade – im Saal sehr hoch ist.

(Zuruf von Horst Becker [GRÜNE])

Als nächster Redner hat für die Fraktion der FDP Herr Abgeordneter Dr. Papke das Wort. Bitte schön, Herr Dr. Papke.

(Zuruf von der SPD: Nicht schon wieder! – Weitere Zurufe von der SPD)

Die Qualität Ihrer Zwischenrufe, meine Kolleginnen und Kollegen von der Opposition, entspricht der Qualität Ihrer bisherigen Debattenbeiträge. Das darf ich so neutral feststellen.

Ich möchte gerne noch einige Bemerkungen zu dem machen, was Sie, Frau Kollegin Kraft, hier vorgetragen haben.

Sie haben davon gesprochen, im vergangenen Jahr wäre ein Zeitfenster vertan worden, auch mit Blick auf die LBBW. – Wissen Sie: Wenn in den letzten Jahren wirklich ein Zeitfenster vertan worden ist, dann unmittelbar nach 2002. Denn vor sieben Jah

ren haben wir in der Debatte – allerdings standen wir als FDP damals allein auf weiter Flur – klipp und klar gesagt: Die WestLB AG ist eine international tätige Großbank mit einem ausgesprochen risikobehafteten Geschäft. Wir dürfen den Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen nicht zumuten, auf längere Sicht diese Risiken aufgebürdet zu bekommen. – Das war damals unsere Haltung, das haben wir so vorgetragen.

(Beifall von der FDP)

Leider waren die anderen drei Fraktionen gegenteiliger Meinung; deshalb haben wir uns nicht durchsetzen können. Damals – das ist ein Blick in den Rückspiegel, aber er sei mir gestattet – hätte man noch gegensteuern können, damals hätte man die WestLB AG im Zuge des Mutter-Tochter-Modells veräußern müssen, veräußern können. Es ist Ihre Verantwortung, Frau Kollegin Kraft, unter Peer Steinbrück diese Chance damals vertan zu haben.

(Beifall von der FDP – Widerspruch von der SPD)

Sie haben aber, Frau Kollegin Kraft – darauf möchte ich Sie jetzt noch einmal ansprechen –, nicht geantwortet auf Fragen, die wir hier aufgeworfen haben. Ich möchte da nachhaken dürfen.

Finden Sie es in Ordnung, dass private Banken vom Bund über SoFFin oder auch in direkter Form mit einem Gesamtvolumen von über 100 Milliarden € unterstützt werden, während gleichzeitig die Bundesregierung den Landesbanken jedwede Unterstützung verweigert?

(Beifall von FDP und Christian Weisbrich [CDU])

Das ist die Frage, auf die ich gerne eine Antwort von Ihnen erhalten hätte – aus sozialdemokratischer Sicht. Dazu haben Sie leider überhaupt nichts gesagt. Das aber ist die Schlüsselfrage.

Ich will das noch einmal darstellen, weil die Zuschauer auf den Tribünen, aber auch diejenigen, die die Debatte nachlesen werden, von uns den Blick nach vorne erwarten, nicht nur eine Vergangenheitsbewältigung. Die Frage ist jetzt: Wie geht es weiter bei der WestLB und bei der Konsolidierung der deutschen Landesbanken insgesamt? Da sage ich noch einmal: Kein Bundesland alleine kann das schultern. Hier ist eine nationale Anstrengung erforderlich – unter Federführung der Bundesregierung, meine Damen und Herren. Das weiß doch auch jeder. Deshalb hätte ich von Ihnen, da Sie den Bundesfinanzminister stellen, in dieser Debatte einen konkreten Hinweis erwartet, was Sie jetzt zu tun gedenken.

(Beifall von Walter Kern [CDU])

Wollen Sie dem Bundesfinanzminister wenigstens einmal einen Brief schreiben? Wollen Sie ihn aufsuchen? Wollen Sie das in Gremiensitzungen zum Thema machen? So würden wir das tun. Oder wol

len Sie das Thema einfach totschweigen, Frau Kollegin Kraft? – Aus dieser Verantwortung werden wir Sie nicht ohne Weiteres entlassen.

(Beifall von der FDP – Horst Becker [GRÜ- NE]: Das ist aber eine Drohung!)

Denn wenn Sie hier vortragen, Sie würden die Interessen der WestLB und ihrer Mitarbeiter nachdrücklich vertreten wollen, dann werden wir Sie daran messen müssen, was Sie bei der Bundesregierung, insbesondere was Sie bei Peer Steinbrück in Berlin in dieser Frage erreichen.

(Beifall von FDP und Christian Weisbrich [CDU] – Horst Becker [GRÜNE]: Eine Unver- schämtheit!)

Es ist völlig klar, dass wir diesen national koordinierten Prozess für eine erfolgreiche Konsolidierung der Landesbanken brauchen. Keine Landesbank wird in Zukunft noch für sich alleine überlebensfähig sein.

Wir haben das hier frühzeitig erkannt – deutlich früher als andere Bundesländer, die noch im vergangenen Jahr auf einem verdammt hohen Ross gesessen haben. Sonst wären wir im vergangenen Jahr in der Tat auch schon weitergekommen. Da haben die aber noch gedacht, sie wären auch im internationalen Wettbewerb ohne jedwede Unterstützung von außen weiterhin überlebensfähig. Diese Träume sind inzwischen zerplatzt. Wir waren im letzten Jahr unter Führung unseres Finanzministers erheblich weiter und haben deshalb – ich sage es noch einmal in dieser Klarheit – Schaden von der WestLB abwenden können,

(Beifall von Walter Kern [CDU])

der ansonsten in der Finanzmarktkrise ungeordnet, chaotisch über die Bank hineingebrochen wäre. Das ist das Verdienst des Finanzministers Helmut Linssen.

(Beifall von FDP und CDU)

Dafür – noch einmal – sind wir ihm zu Dank verpflichtet.