Protocol of the Session on May 18, 2018

(Hermann Grupe [FDP]: Das sind Mit- geschöpfe!)

Mit solchen Thematiken befassen sich Tierrechtsorganisationen. Und es ist auch nicht verboten, dass manche Leute sagen, sie essen keine Tiere oder tierische Produkte.

(Hermann Grupe [FDP]: Das kann je- der halten, wie er will!)

Es wird ja immer so getan, als ob Veganer verkappte Staatsgefährder, Verfassungsfeinde oder sonst was sind, nur weil sie keine Milch und keine Eier zu sich nehmen. Ich verstehe nicht, dass da immer solche Verbindungen hergestellt werden.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Meine Damen und Herren, wir als Präsidium räumen ein, dass direkt nach der Kurzintervention von Herrn Grupe eigentlich der Kollege DammannTamke seine Kurzintervention hätte vornehmen sollen. Dann hätte Frau Staudte antworten sollen. Aber es ging hier gerade etwas Schlag auf Schlag. Deswegen müssen wir das jetzt so regeln. Herr Dammann-Tamke, bitte!

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Regeln sind dazu da, dass sie eingehalten werden.

Ich betone an allererster Stelle: Tierschutz hat bei uns Verfassungsrang, und das ist auch gut so.

(Beifall bei der CDU, bei der SPD und bei der DFP)

Zweitens: Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Und drittens: Der Staat hat die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten.

Ich nehme in dieser Debatte eine sehr bemerkenswerte Rechtsposition unserer Kollegen der Grünen-Fraktion wahr. Im Vorfeld gab es ja Berichterstattungen. Frau Staudte, Sie argumentieren, dass so etwas kein Rechtsverstoß, kein Einbruch sei, weil die Menschen, die in die Ställe eindringen, ja nicht in der Absicht kämen, etwas mitzunehmen. - Ich bin kein Jurist, aber ich halte diese Argumentationslinie für äußerst fragwürdig.

(Dirk Toepffer [CDU]: Das ist sie auch!)

Frau Staudte, ich besuche Sie demnächst einmal in Ihrer Abwesenheit; ich dringe in Ihre Wohnung oder Ihr Haus ein. Ich komme nicht in der Absicht, etwas mitzunehmen, aber ich möchte Ihre Wohnung durchsuchen, durchschnüffeln, um zu schauen, ob ich nicht irgendetwas finde, womit ich Sie diskreditieren kann. - Das ist das, was bei allen landwirtschaftlichen Betrieben in der Bundesrepublik Deutschland passiert - bei allen!

(Lebhafter Beifall bei der CDU und bei der FDP - Hermann Grupe [FDP]: Genau so funktioniert das Prinzip!)

Nun zu Ihrer Bemerkung, diese sogenannten Tierrechtler kämen nicht in monetärer Absicht, sie kämen nicht in der Absicht, draußen ein Geschäft zu machen:

(Hermann Grupe [FDP]: Von wegen!)

Bitte kommen Sie zum Schluss! Letzter Satz!

Es ist doch bemerkenswert, dass sie ihre Erkenntnisse erst einmal über Wochen und Monate für sich behalten haben, dass sie nicht am nächsten Tag die Veterinärbehörden benachrichtigt haben, damit diese einschreiten können, sondern dass sie gewartet haben, bis diese Bilder einen maximalen monetären Erfolg erzielen, -

Jetzt ist Schluss, Herr Dammann-Tamke!

- wenn z. B. jemand Ministerin geworden ist, sie dann an den Pranger zu stellen.

(Die Präsidentin schaltet dem Redner das Mikrofon ab - Helmut Dammann- Tamke [CDU]: Ich erwarte, dass Sie sich hier heute von solchen Machen- schaften klar distanzieren! - Starker Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Frau Staudte, bitte!

Vielen Dank, Frau Präsidentin, für die Möglichkeit, noch einmal zu antworten.

Herr Dammann-Tamke, Sie haben gesagt, Tierschutz hat Verfassungsrang. Ja, das stimmt. Es

geht hier immer darum, die unterschiedlichen Rechtsgüter abzuwägen. Wenn Sie in meine Wohnung eindringen, um da zu schnüffeln, könnten Sie sich natürlich nicht auf ein Rechtsgut berufen.

(Zustimmung bei den GRÜNEN - Hermann Grupe [FDP]: Wieso nicht? Weil da keine Tiere sind? - Weitere Zurufe von der CDU und von der FDP)

Sie können hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Ich bitte darum, dass Ruhe einkehrt. Das ist keine Debatte mehr. Meine Herren, bitte!

(Ulf Thiele [CDU]: Das ist doch hane- büchen!)

Danke schön.

Es ist richtig: Das Gewaltmonopol liegt natürlich grundsätzlich beim Staat.

(Ulf Thiele [CDU]: Nicht grundsätzlich! - Weitere Zurufe von der CDU)

- Sie scheinen die einfachsten juristischen Zusammenhänge nicht zu kennen. Hören Sie doch mal zu!

(Anhaltende Unruhe)

Meine Damen und Herren, wir sind uns im Präsidium einig: Wenn die Zwischenrufe in dieser Lautstärke nicht eingestellt werden, unterbrechen wir die Sitzung!

Danke sehr.

Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Aber es gibt eben immer Ausnahmen: Notwehr, Nothilfe, den rechtfertigenden Notstand.

(Zurufe von der CDU)

Ich verstehe nicht, warum Sie diese einfachen juristischen Grundsätze nicht kennen bzw. nicht akzeptieren oder hören wollen.

(Beifall bei den GRÜNEN - Hermann Grupe [FDP]: Totales Staatsversa- gen!)

Nicht ich argumentiere so, sondern die Gerichte argumentieren so. Ich habe mir das ja nicht ausgedacht.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Insofern: Bitte hören Sie auf, in dieser emotionalen Art und Weise mit dem Thema umzugehen!

(Helmut Dammann-Tamke [CDU]: Ich bin selbst Opfer! Die waren auch schon bei mir zu Besuch!)

Und wenn Sie hier ansprechen, dass wochenlang Informationen zurückgehalten worden seien, dann möchte ich noch einmal auf Frau Schulze Föcking zurückkommen: Warum hat sie die Information, dass die Tierschützer gar nicht schuld waren, wochenlang zurückgehalten?

(Helge Limburg [GRÜNE]: Richtig!)

Frau Staudte, kommen Sie jetzt zum Schluss, bitte!

Und wann wird sich eigentlich unsere Ministerin für ihre Falschbehauptung entschuldigen, dieser Angriff habe stattgefunden?

(Beifall bei den GRÜNEN)

Zu diesem Tagesordnungspunkt liegt nun eine Wortmeldung aus der CDU-Fraktion von Herrn Christoph Eilers vor. Bitte schön, Herr Eilers!

(Zustimmung bei der CDU und bei der SPD)