Wir brauchen einen umfassenderen Ansatz. Niedersachsen hat sich mit Schleswig-Holstein darauf verständigt
- lassen Sie mich einmal aussprechen! -, dass der Bund hier mit konstruktiver Unterstützung von uns in diese ganzheitliche Forschung einsteigt. Schleswig-Holstein hat z. B. auch nach neuesten Erkenntnissen eine Studie angestoßen und einen Ansatz gewählt, bei dem es auch um neue Erkenntnisse geht, um auch genetische Veränderungen in Zusammenhang mit der Entstehung von Leukämie im Kindesalter. Es ist entscheidend: Eine solche umfassende Studie kann ein einziges Bundesland nicht führen.
Meine Damen und Herren, Niedersachsen ist sich seiner Verantwortung bewusst. Keiner drückt sich hier vor der Verantwortung. Ich bitte darum, dass das auch hier zur Kenntnis genommen wird. Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger in der Elbmarsch sollten wir hier die Menschen nicht irritieren.
Wir werden den Prozess weiterhin konstruktiv begleiten. Dazu stehen wir. Die Gespräche mit dem Bund sind schon angelaufen. Wir hoffen, dass wir sehr zeitnah dort ein Ergebnis erzielen werden.
Meine Damen und Herren, zusätzliche Redezeit erhält die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Frau Staudte, Sie haben 90 Sekunden.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin, noch einmal zur KiKK-Studie: Die KiKKStudie ist wirklich weltweit die beste Studie. Sie hat über einen Zeitraum von 23 Jahren an 20 Standorten untersucht, und zwar mit der Methode einer Fallkontrollstudie. Das ist für Epidemiologen der Königsweg. Diese Studie hat herausgefunden, dass es einen Abstandstrend gibt. Man hat geguckt: Ist eine Erkrankung an Leukämie oder einer anderen Krebsart wahrscheinlicher, wenn man dichter am Schornstein wohnt? - Das ist bestätigt worden.
(Widerspruch von Ursula Körtner [CDU] - Gegenruf von Ursula Helm- hold [GRÜNE]: Das ist ausgeforscht!)
Warum hat man diese These mit dem Abstandstrend, mit der Entfernung genommen? - Weil alle Wissenschaftler, die Kritiker sowie die Atomkraftbefürworter, vorher gesagt haben: Das ist aussagekräftig. Die Abluft der letzten 20 Jahre können wir nicht rekonstruieren, aber wir können es am Abstand festmachen.
Alle sind vorher davon ausgegangen, dass es diesen Trend nicht geben kann. Außer Radioaktivität kann es keinen Grund geben, warum die Wahrscheinlichkeit in größerer Entfernung abnimmt.
Sie haben hier gesagt, wir würden die Leute vor Ort irritieren. Es wurde gesagt, Ängste würden geschürt. Das Gegenteil ist der Fall. Die Ängste sind vor Ort vorhanden. Wir wollen helfen, aufzuklären und die Ursachen zu beseitigen. Genau das hilft, Ängste abzubauen.
Wir haben versucht, hier jetzt abzuspecken. Es geht jetzt nicht darum, aufzuklären, was alles Leukämie verursachen kann, sondern nur um einen Schritt: Sind dort diese radioaktiven Kügelchen: Ja oder nein? Wenn man sie gefunden hat, kann man weiter forschen: Wie sind sie zusammengesetzt? Woher könnten sie stammen? Jetzt aber geht es nur um einen Schritt, und den kann auch ein Bundesland allein meistern: Sind dort diese Kügelchen? Ja oder nein?
Wir kommen zur Ausschussüberweisung. Der Ältestenrat empfiehlt die Überweisung an den Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration zur federführenden Beratung und zur Mitberatung an den Ausschuss für Haushalt und Finanzen. - Ich sehe keinen Widerspruch. Dann ist so beschlossen.
Meine Damen und Herren, der 27. Tagungsabschnitt ist vom 7. bis zum 10. September vorgesehen. Der Präsident wird den Landtag einberufen und im Einvernehmen mit dem Ältestenrat den Beginn und die Tagesordnung der Sitzung bestimmen.
des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auf die Frage 2 der Abg. Ursula Weisser-Roelle (LINKE)
Dem Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, für Niedersachsen im Juli 2010 zufolge, steigt die Personalnachfrage langfristig weiter. Sie sei zwar gegenüber dem Vormonat leicht rückläufig, liege jedoch weit über dem Niveau von Juli 2009. Im Berichtszeitraum bis Juli 2010 seien 18 033 ungeförderte Stellen neu gemeldet worden. Das seien 4,4 % bzw. 829 Stellen weniger als im Vormonat, aber 19,5 % bzw. 2 946 mehr Stellen als im Juli 2009. Im Bestand würden die Agenturen für Arbeit in Niedersachsen im Juli 2010 38 335 ungeförderte Stellen führen. Das seien 1,2 % bzw. 450 Stellen mehr als im Vormonat und sogar 32,0 % bzw. 9 297 Stellen mehr als im Juli 2009.
Deutliche Anstiege beim Zugang neuer Stellen bzw. im Bestand gegenüber dem Vorjahr verzeichnen der Bereich der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften.
1. Wie viele der bei der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, im Juli 2010 als offen gemeldeten ungeförderten Stellen befinden sich im Bereich der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften?
2. Wie hat sich der Anteil der als offen gemeldeten ungeförderten Stellen in Niedersachsen im Bereich der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften an den als offen gemeldeten ungeförderten Stellen insgesamt seit Januar 2010 monatlich entwickelt?
3. Welche zwölf Arbeitsagenturen in Niedersachsen hatten im Juli 2010 den höchsten gemeldeten Anteil an als offen gemeldeten ungeförderten Stellen insgesamt (Angaben für die Agenturen bitte jeweils in Prozent)?
Wenn Sie die internationale Berichterstattung über die Entwicklung der Arbeitsmärkte in der globalen Krise verfolgt haben, ist vor allem ein Tenor durchgängig: Der deutsche Arbeitsmarkt ist nach wie vor robust. Die Arbeitslosigkeit ist trotz des drastischen
Einbruchs der Wirtschaftsleistung bis heute nicht wie befürchtet angestiegen. Die große Katastrophe mit mehr als 5 Millionen prognostizierten Arbeitslosen ist ausgeblieben. Das Ausland spricht vom „German Jobwunder“.
Trotz Krise haben wir auch bei uns in Niedersachsen die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 18 Jahren, trotz Krise hatten wir im letzten Jahr einen Höchststand bei den Erwerbstätigen, und trotz Krise haben wir einen Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Jetzt im beginnenden Aufschwung beobachten wir insbesondere einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Arbeitskräften im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung. Das ist nicht überraschend, handelt es sich bei der Zeitarbeit doch um eine sehr flexible Form der Personalgewinnung. In der Krise wurde der Einsatz von Zeitarbeitskräften stark zurückgefahren. Jetzt ist es umgekehrt: Die Nachfrage nach Zeitarbeitskräften steigt wieder an.
Zu 1: Nach den Angaben der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit wurden den Agenturen für Arbeit in Niedersachsen im Juli 2010 insgesamt 18 033 ungeförderte Stellen neu gemeldet (Zugang). Dem Bereich der Überlassung von Arbeitskräften waren davon 6 102 Stellen oder 33,8 % zuzurechnen. Im Bestand führten die Agenturen für Arbeit in Niedersachsen im Juli 2010 insgesamt 38 335 ungeförderte offene Stellen, davon waren 11 883 Stellen oder 31,0 % dem Bereich der Überlassung von Arbeitskräften zuzurechnen.
Zu 2: Nach den Angaben der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit ist der Anteil der als offen gemeldeten ungeförderten Stellen in Niedersachsen im Bereich der Überlassung von Arbeitskräften an den als offen gemeldeten ungeförderten Stellen - jeweils bezogen auf den Bestand - seit Jahresbeginn von 24,9 % auf 31,0 % im Juli 2010 kontinuierlich angestiegen. Im Einzelnen hat sich der Anteil wie folgt entwickelt:
Zu 3: Nach den Angaben der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit hatten die folgenden zwölf Agenturen für Arbeit im Juli 2010 die höchsten Anteile an gemeldeten ungeförderten Stellen im Bereich der Überlassung von Arbeitskräften: