Dieses Programm ist ein gutes Programm. Wir haben es dann sogar erweitert und es eigentlich aus dem Hauptschulerlass heraus formuliert. Grundsätzlich definieren wir Sozialarbeit an den Hauptschulen auch als unterrichtsstützende Leistung. Deshalb kann man nicht sagen: Ein paar Schulen bekommen diese Leistung, ein paar bekommen sie nicht. Ich glaube, es ist vernünftig, an allen Schulen ein Sozialarbeiterangebot vorzuhalten. Da man nicht alles sozusagen sofort aus der Hüfte heraus bezahlen kann und der Finanzminister im Rahmen des Haushalts dann und wann auch mitmachen muss, gilt das, was ich vorhin in meiner ersten Antwort hier gesagt habe. Bis 2008 werden wir eine Flächendeckung erreicht haben. Zurzeit haben wir 75 % - insbesondere an den Brennpunktstandorten - schon erreicht. Das ist
Was die Beantwortung mancher Fragen anbelangt: Das ist manchmal nicht ganz einfach, aber Sie haben doch Ihre Antwort bekommen.
Dass Ihnen der Inhalt vielleicht nicht so recht gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Auch als Kultusminister bin ich immer bemüht. Aber es muss nicht jede Frage, die aus dem Lande kommt, immer bis hoch ins Ministerium transportiert werden. Wir haben eine leistungsfähige Landesschulbehörde.
Aber insbesondere dann, wenn Abgeordnete fragen, ist es für mich als Minister eine Ehrensache, dass wir das zügig beantworten.
- Wie auch immer. - Eine Individualanalyse für Ihren Wahlkreis und die dortigen Hauptschulstandorte kann ich Ihnen in der Form nicht liefern. Vielleicht ist es ein rein klimatischer Auftrag - Sie als Landespolitiker, ich als Landespolitiker, andere noch dazu -, vor Ort für die Hauptschule zu werben und zu sagen: Leute, das sind klasse Angebote! Bitte nehmt sie wahr!
Danke schön. - Da einige Kolleginnen und Kollegen etwas ungeduldig sind, teile ich mit, wer sich noch zu Wort gemeldet hat: Herr Kollege Hagenah, Herr Klein, Frau Körtner, Frau Ernst, Herr Poppe, Herr Janßen, Herr Jüttner, Frau Heinen-Kljajić, Herr Wenzel, Frau Eckel und Herr Meinhold.
Lage an den Hauptschulen im Land zu ermöglichen. Da ich meine, dass manche Zahlen etwas untergehen, möchte ich eine Übersetzung liefern. Das Kultusministerium ist ja bei der Darstellung von Zahlen sehr begabt. Ich habe das doch vorhin richtig verstanden, dass bei 4,2 % Schulabbrecherquote - bezogen auf die Schüler, die die Schulen verlassen -, die den Hauptschulen zuzuordnen ist, und 20 %, die überhaupt auf den Hauptschulen sind, 20 % der Hauptschüler keinen Abschluss machen? Oder wie war das zu verstehen? Das wäre vielleicht noch etwas genauer zu erläutern; denn Sie haben mit den Zahlen sehr intensiv jongliert. Das würde ich gerne aufgeklärt wissen.
Genauso würde ich gerne wissen, wie viele Schüler jährlich in Niedersachsen von der Hauptschule in das duale System oder aber in Übergangssysteme übergehen.
- Nein. Er hat gesagt: Soundso viele Schüler, die irgendwann aus der Hauptschule gekommen sind, kommen in die duale Ausbildung. Es geht darum: Welcher Anteil derjenigen, die letztes Jahr einen Hauptschulabschluss gemacht haben, haben im letzten Jahr einen Platz in der dualen Ausbildung bekommen? - Das ist nämlich die Größe, die bundesweit vergleichbar ist.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Kein Schleuderkurs mit Zahlen und Prozenten! Ich meine, diese Frage mit der Antwort 1 vorhin beantwortet zu haben. Ich lese sie Ihnen noch einmal vor: Am Ende des Schuljahres 2004/2005 verließen insgesamt 8,9 % des Jahrgangs der 14- bis unter 16-jährigen Schülerinnen und Schüler die allgemein bildenden Schulen ohne Schulabschluss, darunter waren 4,2 % aus Hauptschulen,
Die zweite Frage betraf den Übergang in das duale System. - Herr Minister, falls Sie die Frage nicht jetzt beantworten können, könnten Sie das schriftlich nachreichen. - Sie haben das Wort.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Hagenah, die zweite Frage, die Sie gestellt haben, ist die zweite Frage der Dringlichen Anfrage und wurde mit der Antwort auf die zweite Frage vorhin beantwortet.
Wenn man die zweckoptimistische Brille der Landesregierung einmal beiseite lässt, dann ist doch unbestritten, dass die Hauptschule durch den freien Elternwillen zunehmend abgewählt wird, um es einmal so zu formulieren, und zwar in einigen Bereichen bereits gegen null tendierend. Ich kann das auch nachvollziehen. Sie wollen Maßnahmen wirken lassen. Als agrarpolitischer Sprecher kann ich Ihnen sagen: Sie können eine vertrocknete Pflanze noch so viel düngen und wässern, sie wird aber nicht mehr blühen.
Denn es kommt weder auf das Marketing für die Hauptschule, Frau Körtner, noch auf das Gesundbeten, Herr Rolfes, oder auf das angebliche Krankreden an, sondern es kommt doch letzten Endes
darauf an, was man davon hat. Die Eltern sind doch inzwischen so klug. Oder, um im Bild zu bleiben: Es geht darum, was man ernten kann.
Ich frage ich Sie: Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen den massiv verschlechterten Perspektiven auf einen Ausbildungsplatz für die Hauptschüler und dem Abwahlverhalten der Eltern? Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass die Hauptschüler hierbei Chancengleichheit haben?
(Beifall bei den GRÜNEN - Karl-Heinz Klare [CDU]: Die Frage ist schon fast infam! - Hans-Werner Schwarz [FDP]: Was macht man denn mit vertrock- neten Pflanzen?)
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Klein, damit wir das miteinander klar haben: Weder in der Lehrerschaft noch in der Schülerschaft haben wir an den Schulen in Niedersachsen vertrocknete Pflanzen.
Wir wollen doch mit einem anderen Anspruch herangehen, um zu prüfen, wie wir für jedes Kind einen entsprechenden begabungsgerechten Weg vorhalten können.
Wir haben die Problempalette x-mal rauf- und runterdiskutiert. Sie wollen das immer in die Richtung lenken, der Kultusminister möge dafür sorgen, dass er mehr Hauptschülerinnen und Hauptschüler hat. Und wenn er das nicht so hinkriegt oder wenn es nicht so kommt, dann muss die Hauptschule geschlossen werden, und die große Alternative sind die Gesamtschulen für alle.
Ich weise einmal darauf hin, dass wir das Schulsystem als Ganzes sehen müssen, und - mit Verlaub - dann nicht nur den Hauptschulbereich, sondern auch den Realschulbereich und den Gymnasialbereich. Freuen Sie sich denn gar nicht darüber, dass wir mehr Anmeldungen in der Realschule haben und vor allen Dingen mehr Anmeldungen beim Gymnasium haben? - In einem anderem Zusammenhang werfen Sie mir immer wieder vor, wir hätten nicht genügend junge Leute mit
höherwertigen Abschlüssen, Ingenieure und all diese Geschichten. Ist denn das auch nicht gut? Mehr als 100 % kann ich nicht beschulen. 100 % sind 100 %!
Jetzt denken Sie einmal weiter. Vielleicht warten Sie einmal das eine oder andere Jahr zu, warten Sie die Entwicklung ab. Warten Sie z. B. das jetzt anstehende Ende des Schuljahres ab, um zu sehen, wie viele der Kinder, die vielleicht eine Hauptschulempfehlung hatten, aber aufgrund des Elternwillens zur Realschule gegangen sind, und wie viele der Kinder, die eine Realschulempfehlung hatten, aber aufgrund des Elternwillens zum Gymnasium gegangen sind, zurückkommen. Wie hoch ist bei diesen Kindern die Rückläuferquote? Momentan haben wir - ganz grob - folgenden Trend: 20 % Hauptschule - -
- Passen Sie auf! Jetzt kommt gleich der Umkehrschluss. - Also: 20 % Hauptschule, 40 % Realschule, in Richtung 40 % Gymnasium. Das ist das Anwählverhalten, das sind nicht die Empfehlungsquoten.
Wir warten einfach einmal eben ab, wie das Schuljahr zu Ende geht. Der erste Jahrgang nach der Abschaffung der O-Stufe steht jetzt am Ende der Klasse 6 an. Was machen Sie denn, wenn die ganz große Masse der Realschüler offenbar an der Realschule klarkommt und wenn die ganz große Masse der Gymnasiasten offenbar am Gymnasium klarkommt? - Dann müssten wir doch in Freudentaumel ausbrechen und sagen: Donnerwetter! Es hat funktioniert! Die Schule ist griffiger geworden. Die Angebote stimmen. Die weiterführenden Angebote und Abschlüsse werden entsprechend angesteuert.
Sie können doch das Hauptschulthema nicht auf irgendwelche Prozentspielereien reduzieren, sondern wir müssen sagen: Dann haben wir - egal ob 25 %, oder 15 %, oder 21 %, oder 19 % - soundso viele Hauptschülerinnen und Hauptschüler, und denen lassen wir das Bestmögliche angedeihen. Daraus kann man doch keinen Konflikt konstruieren.