Protocol of the Session on June 4, 2015

Unabhängigkeit heißt, hat die Person ein Parteibuch oder nicht. Hat sie kein Parteibuch, ist sie nicht unabhängig.

(Jörg Heydorn, SPD: Sie stehen doch an der Spitze der Drängelei.)

Sie wollen das Ehrenamt fördern,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Genau.)

dann schaffen Sie bitte endlich Ihre Parteibuchwirtschaft ab! – Danke schön.

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ganz mächtiger Beitrag war das und jetzt kommt der beste Beitrag wahrscheinlich. Jetzt kommt der fundierte Beitrag.)

Das Wort hat jetzt die Abgeordnete und Vizepräsidentin Frau Gajek für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete!

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, mein lieber Herr Sellering!

(Heiterkeit und Zurufe vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU: Oh! – Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Ich sag doch, sie reißt alles raus.)

Es ist jetzt viel gestritten worden. Meine, unsere Position kennen Sie ja.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Völlig unqualifiziert!)

Sie haben mich und meine Fraktion dafür ja schon beschimpft und heute auch beleidigt.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Was?! Es hat keiner beleidigt hier.)

Ich möchte Ihnen hier nur mitteilen, wie sehr ich enttäuscht bin von dem ganzen Prozess zur Gründung der Ehrenamtsstiftung

(Jörg Heydorn, SPD: Na, dann setz dich wieder!)

mit dem mickrigen Ergebnis dieser Ehrenamtsstiftung, besonders von Ihnen, Herr Sellering. Das Muster, nach dem Sie verfahren, war aus anderen Fällen ja schon bekannt. Ich hätte aber nicht gedacht, dass Ihnen selbst im Umgang mit dem Ehrenamt die Skrupel fehlen, dieses Muster weiter anzuwenden.

(Jörg Heydorn, SPD: Welches? – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Welches Muster meinen Sie denn?)

Auch dieses Restvertrauen haben Sie nun enttäuscht, und das nicht nur bei mir.

Ich erinnere mich noch an Ihre Einladung zur Mitarbeit vor einem Jahr. Das Angebot haben wir aber angenommen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja.)

Wir haben uns mit Frau Hein getroffen, wir waren beim Workshop „Kick-off“ in Sternberg dabei,

(Udo Pastörs, NPD: Sehr schön.)

wir waren beim Workshop in Grevesmühlen dabei

(Andreas Butzki, SPD: Von den GRÜNEN hab ich keinen gesehen. – Vincent Kokert, CDU: Barbara Borchardt war auch da, hat auch nichts genutzt.)

und haben uns, wo es nur ging, eingebracht, haben Engagierte im ganzen Land aufgefordert, dabei zu sein und sich einzubringen. Wenn wir jetzt mit all diesen Menschen an der Basis sprechen – und das können Sie mir glauben, wir sind gut vernetzt –,

(Patrick Dahlemann, SPD: Oh, mit der Basis!)

bei all denen ist die Enttäuschung jetzt mit den Händen zu greifen.

(Zuruf von Wolf-Dieter Ringguth, CDU)

Ausgerechnet diejenigen, die sich für das Land einsetzen, fühlen sich von der Politik, von der Regierung, von Ihnen, Herr Sellering, benutzt, verkauft, missbraucht

(Zurufe vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU: Oh!)

für Ihre Imagekampagne und für Ihre Personalpolitik.

(Andreas Butzki, SPD: Das ist keine Beleidigung, ne?)

Ich habe meine Meinung und ich habe das Recht, sie zu sagen.

(Vincent Kokert, CDU: Das steht Ihnen auch zu, trotzdem ist es Unsinn.)

Das ist heute anders, als es vor 25 Jahren war.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ein bisschen Sachlichkeit tut Ihnen auch gut, Frau Gajek. – Marc Reinhardt, CDU: Da kann man nur sagen: Völker, hört die Signale!)

Ausgerechnet diejenigen, die wir brauchen im Land – denn nur dort, wo Engagement ist, sagen die Experten, regt sich auch Widerstand gegen den demografischen Trend –, ausgerechnet diese vielen unermüdlichen Helferinnen und Helfer, die Sie mit der Stiftung angeblich unterstützen wollen, ausgerechnet diese Heldinnen und Helden des Alltags

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD – Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Oh!)

entmutigen und frustrieren Sie mit Ihrer Gutsherrenart.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Warum denn? – Vincent Kokert, CDU: Warum denn das?)

Und so, wie Sie die wohlbegründete Kritik daran abqualifizieren, als kleinkariert und schäbig, trägt das nur zu Ihrem autoritären Ziel bei.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ich hab bis jetzt nichts Wohlbegründetes gehört, Frau Gajek, außer ein bisschen Gegeifer.)

Gut, was wenigstens Herr Prachtl im Vorstand anmahnt, die Stiftung müsse, ich zitiere die Meldung des NDR vom Dienstag letzter Woche, die „,Bedenken‘ in der Bevölkerung“ und „das, was ihr ,kritisch gesagt‘ werde, ernst nehmen und berücksichtigen“.

(Zurufe von Dr. Norbert Nieszery, SPD, und Vincent Kokert, CDU)

Unter den freiwillig Engagierten wird so was nämlich registriert. Lesen Sie mal die Blogeinträge zur NDRMeldung! Mit denen müssen Sie anders reden, Herr Sellering, sonst machen Sie noch mehr kaputt.

(Vincent Kokert, CDU: Haben Sie wahr- scheinlich in diesen Blog geschrieben. – Zuruf von Stefanie Drese, SPD)

Aber wie wollen Sie auch Menschen verstehen, die an das Land glauben und dafür kämpfen, wo Sie das Land ja schon aufgegeben haben. Sonst würden Sie nicht den Stiftungsbetrieb, ich meine da die Personal- und Sachkosten, höher ansetzen als den Stiftungszweck, nämlich die Ausschüttung.

(Julian Barlen, SPD: Das ist ja unfassbar. Sie haben ja das Grundprinzip nicht verstanden.)

So wird Ihre Stiftung zum Selbstzweck. Wir können sie auch gleich „Erwin-Sellering-Stiftung“ nennen. Meine und unsere Enttäuschung kommt neben der Notwendigkeit

vom bürgerschaftlichen Engagement für MecklenburgVorpommern