Frau Oldenburg, zum Schluss war ich dann beruhigt, als Sie auf die Verordnung zur Leistungsbewertung verwiesen haben, weil Sie am Anfang gesagt hatten, es würden hier im Land die Leistungen überall unterschiedlich bewertet. Das galt, glaube ich, in der Tat in der Vergangenheit, gilt jetzt aber nicht mehr. Und wenn Sie die ganzen Versäumnisse hier vortragen, die Uneinheitlichkeit, dann würde ich Sie doch bitten, zumindest auch zu sagen, dass unter Ihrer Tätigkeit als Schulleiterin zwischen den Jahrgangsstufen in Ihrer Schule ebenfalls unterschiedliche Prozentränge galten.
Soll ich es rausfinden? Ich habe es mir heute noch mal zuschicken lassen. Da gab es erst mal zwischen den Jahrgängen unterschiedliche...
(Peter Ritter, DIE LINKE: Haben Sie die Schule von Frau Oldenburg kontrolliert, ja? Gerade diese Schule, das ist ja interessant!)
Nö, ich will einfach nur mal wissen, ob das, was man hier vorträgt, auch mit dem eigenen Handeln in Übereinstimmung steht.
Ja, es sind Bedienstete, und dann frage ich einfach mal nach, wie ist eigentlich der Stand. Und der ist so,
(Peter Ritter, DIE LINKE: Fragen Sie doch mal in meiner Schule nach in Stavenhagen, da kriegen Sie auch eine Information!)
der ist so, dass das, was Frau Oldenburg hier für das Land darstellt, auch in dieser Schule der Fall war,
(Peter Ritter, DIE LINKE: Es ist doch offensichtlich, was Sie für ein Spiel spielen! – Zuruf von Ulrike Berger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Ich finde es schon gut, dass Sie diese Verordnung, die wir jetzt geschaffen haben, als einen ersten wichtigen Schritt ansehen.
Mir ist eingefallen das Schlagwort „permanente Revolution“. Die permanente Umwälzung des Schulsystems, wenn die eine große Reform ist, kommt die nächste, und noch eine und noch eine. Ich glaube nicht, dass man auf die Art und Weise Schule gut entwickeln kann.
In diesem Zusammenhang, Frau Oldenburg, erlaube ich mir zum Beispiel auch mal vorzulegen, was mich heute um 16.51 Uhr erreicht hat, wenn die Präsidentin das erlaubt,
ein Schreiben an meinen Mitarbeiter in meinem Haus von einer Schulleiterin: „Wiederholt muss ich als Schulleiterin kurzfristige Zuarbeiten für Kleine Anfragen der Abgeordneten Oldenburg leisten.“
(Simone Oldenburg, DIE LINKE: Oooh! – Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Das wieder! – Zuruf von Barbara Borchardt, DIE LINKE)
„Ich bin darüber wirklich empört, mit welcher Penetranz meine Arbeitskraft und die nachgeordneten Stellen belegt wird, um völlig sinnfreie Informationen einzuholen.“
(Dr. Ursula Karlowski, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Und das sollen wir jetzt glauben? – Zuruf von Udo Pastörs, NPD)
„Mir ist bewusst, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf Informationen hat, diese sollten jedoch ein Mindestmaß an Bedeutung haben und Unterstützung der vor Ort Tätigen sein beziehungsweise für Schulentwicklung nützlich sein.“
„Dies ist nicht erkennbar. Im Gegenteil wird hier wertvolle Arbeitszeit und Arbeitskraft gebunden. Sehr gerne würde ich mich persönlich mit Frau Oldenburg unterhalten, um die Gründe Ihres Tuns zu erfahren. Meine Handynummer teile ich sehr gerne dafür mit.“ Und jetzt kommt sie und ich lese nicht weiter.
(Simone Oldenburg, DIE LINKE: Ja. – Johann-Georg Jaeger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Echt?! – Zuruf vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Hat er selber geschrieben.)
Und in die ähnliche Kategorie fällt dieser Antrag, permanent alles im Sinne der permanenten Revolution umwälzen zu wollen, als da wären: die Vereinheitlichung der Bewertungsmaßstäbe einschließlich der Bewertungsmaßstäbe für die Prüfung. Ja, es ist wahr,
es gibt andere Bewertungsmaßstäbe für die MittlereReife-Prüfung als für die Ausbildung davor. Der Hintergrund ist ganz einfach, Frau Oldenburg, und Sie wissen das auch. Es gibt normalerweise mit mehrjährigem Vorlauf Vorabhinweise. Darin werden diese Bewertungsmaßstäbe veröffentlicht. Das ist also für die Prüfung des Schuljahres 2014/2015 bereits erfolgt. Selbstverständlich werden wir da nicht in den laufenden Prozess eingreifen und wieder Chaos verursachen, sondern es wird aus- laufen.
Sie können davon ausgehen, dass außerdem eine Arbeitsgruppe genau mit der Frage beschäftigt ist, ob man eine Mittlere-Reife-Prüfung nicht anders behandeln muss als eine Kurzkontrolle oder Klassenarbeit, weil der Unterschied ist bei einer Klassenarbeit, dass Sie den Stoff von zwei Monaten abfragen, bei einer Abschlussprüfung fragen Sie einen Stoff von mehreren Jahren ab. Des- wegen ist in der Tat die Frage, ob man auch hier bei 96 Prozent erst die Eins bekommt. Bisher war es nicht so. Das hat aber damit zu tun, dass es etwas anderes ist, ob ich zwei Monate oder drei Jahre oder wie viel auch immer abprüfe. Und insofern könnte sich aus dieser Situation einfach auch ein unterschiedlicher Bewertungsmaßstab ergeben, wie ich finde, pädagogisch sachgerecht. Die Kollegen bereiten die entsprechenden Entscheidungen gerade vor.
Zweitens, die landesweite Festlegung der Anzahl der schriftlichen Leistungsnachweise in allen Unterrichtsfächern.
Alle, die mal nachgefragt haben, wissen, dass wir genau das vorgesehen hatten für die Klassenarbeiten im Vorschlag, dass wir in jedem Fach Klassenarbeiten schreiben. Und dann gab es unisono von allen Lehrerverbänden
Und das stellen Sie sich einfach mal bei dem Musiklehrer vor. Der hat vielleicht Musik und Religion, das ist ein 1Stunden-Fach. Dann hat der 27 Klassen und wenn er dann entsprechend in jeder Klasse eine oder zwei Klassenarbeiten hat, kommt er auf ungefähr 27 bis 54 Klassenarbeiten und das jeweils noch mal 20 Schüler, das noch mal 20 Schüler. Oder bleiben wir bei 27, das ist die korrekte Zahl, also haben wir dann 5.400 oder wie viel auch immer.
Nicht 5.400, also 20 mal 27. Wir haben es mit enormen Mengen zu tun, 540. Und da haben die Lehrer gesagt, sowohl für die Arbeit der Lehrer als auch für die Schüler wäre das doch problematisch. Also wir hätten dann im Jahr vielleicht 36 oder 40 Klassenarbeiten, das heißt, im Prinzip jede Woche eine. Und da gab es die dringende Warnung der GEW, mach das bitte nicht. Es ist gut, das in den Kernfächern zu machen, Deutsch, Mathe, Englisch.
Darüber hinaus ist es gut, Standards zu schaffen dafür, wenn eine Schule darüber hinausgehen will. Es gibt auch viele, die das machen. Aber in der Tat bin ich auch mit dem Vorschlag, Frau Oldenburg, in die Debatte rein und ich bin ohne den Vorschlag aus der Debatte wieder herausgegangen, weil ich finde, das sollte man ernst nehmen, was die Schulleiter und die Vertreter der Gewerkschaften da sagen. Deswegen ist für mich der Punkt eigentlich abgehakt.