Protocol of the Session on May 23, 2012

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Unruhe vonseiten der Fraktion der NPD)

Meine Damen und Herren, die Moscheen von heute werden nicht das Schicksal der Synagogen von gestern erleiden.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Merken Sie sich eins, meine Herren von der NPD, unsere gefestigte Demokratie wird es nie wieder zulassen, dass Nazis unsere rechtsstaatliche Verfassung mit ihren menschenverachtenden Gesinnungen

(Udo Pastörs, NPD: Immer dasselbe.)

missbrauchen und pervertieren. Niemals wieder! – Vielen Dank.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stefan Köster, NPD: Machen Sie sich vom Acker, Herr Doktor!)

Herr Dr. Nieszery, ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass es weder mit noch ohne meine Genehmigung gestattet ist, entsprechend unserer Geschäftsordnung Symbole vom Rednerpult aus hochzuhalten.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ich entschuldige mich, Frau Präsidentin.)

Ich möchte Sie bitten, darauf zukünftig zu verzichten.

Das Wort hat nun der Abgeordnete der NPD-Fraktion Herr Pastörs.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Der scharrt schon mit den Hufen.)

Vielen Dank, Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das, was wir gerade wieder hier an Phrasen uns um die Ohren hauen lassen mussten, ist substanzlos,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Hallo! Hallo!)

das weiß der Herr Nieszery. Er wiederholt sich ständig und versucht, damit Eindruck zu schinden, dass er den Philanthropen spielt hier an dieser Stelle.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Den spiele ich nicht.)

Aber, aber, mein lieber Herr Nieszery, erstens zum Juristischen:

(Heinz Müller, SPD: Auweia! – Dr. Margret Seemann, SPD: Oh Gott!)

Wie Juristen längst feststellten, wird das Grundrecht auf ungestörte Religionsausübung durch ein Minarettverbot im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 und 2 des Grundgesetzes nicht eingeschränkt.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ach, Herr Pastörs!)

Der renommierte Verfassungsrechtler Professor Karl Albrecht Schachtschneider kam in einer Studie sogar zu der Schlussfolgerung, Zitat, „dass der Islam verfassungswidrig sei und sich nicht auf Religionsfreiheit berufen könne“. Interessante Feststellung. Religionsfreiheit im Sinne des Grundgesetzes wird durchweg fehlinterpretiert, meinte der Rechtsgelehrte. Es schütze lediglich die Freiheit des Bekenntnisses, und nicht die Ausübung eines extremen Islams, wie wir ihn hier zu ertragen haben.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sie sind doch nicht alle Extremisten, oder?)

Und noch eins, mein lieber Herr Dr. Nieszery!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ich bin ganz sicher nicht Ihr lieber Herr Dr. Nieszery!)

Doch, das sind Sie.

Mein lieber Dr. Nieszery,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sparen Sie sich das!)

ich will Sie auch mal konfrontieren mit einem Vorgang des Innenministeriums oder des Innenministers. Der liebe Herr Innenminister Caffier hat vor Kurzem eine Meldung zurückgepfiffen,

(Zuruf von Dr. Margret Seemann, SPD)

die unbedingt einer Erläuterung und Klarstellung und Erweiterung bedarf. Laut Pressemitteilung Nummer 71 vom 10. Mai des Ministeriums für Inneres und Sport sagte er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Innenminister und Senatoren der Länder

(Dr. Margret Seemann, SPD: Luft holen! – Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

er glänzt wieder durch Abwesenheit –: „Salafisten sind eine extreme Strömung innerhalb der Glaubensrichtung des Islams. Wir würden etwa 4 Millionen Muslimen in Deutschland unrecht tun, wenn wir sie zusammen mit 3.800 Salafisten unter Generalverdacht stellten.“

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das tun Sie ja ständig.)

„Die überwiegende Mehrheit der Muslime in Deutschland steht zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung in der Bundesrepublik.“

(Heinz Müller, SPD, und Dr. Norbert Nieszery, SPD: Richtig. – Dr. Margret Seemann, SPD: Ja.)

Und selbstredend schwingt der Herr Caffier die gewohnte Nazikeule, wenn er abschließend sagt: „Eine Glaubensrichtung unter Generalverdacht zu stellen hieße auch, in überkommene Denkmuster“ zu verfallen „und den Neonazis geistige Schützenhilfe zu bieten.“

(Dr. Margret Seemann, SPD: Natürlich!)

Nachtigall, ick hör dir trapsen. Aussagen wie diese,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Hat er das auch gesagt?)

Aussagen wie diese sind an Borniertheit, möglicherweise auch an Unwissenheit kaum zu überbieten.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Weil sie Ihnen nicht gefallen.)

Die bürgerkriegsähnlichen Krawalle und auch die anhaltenden Koranverteilungen in Fußgängerzonen deutscher Städte wurden von einer Reihe von Politikern und ihren Höflingen in den Redaktionsstuben dazu benutzt, die Salafisten als besonders radikale Randerscheinungen hinzustellen, so der Minister. Der Großteil der Muslime, teilte er mit, seien aber überhaupt ganz liebe und brave Bürger, die gar nichts Schlechtes im Schilde führten,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Na und?)

meine sehr verehrten Damen und Herren.

Welch ein Irrtum, genau das Gegenteil ist der Fall. Die Salafisten sind de facto lebende Beispiele für den Islam in seiner unverfälschten Form, mit der die Mehrzahl der hier ansässigen Muslime gänzlich oder zumindest in weiten Teilen übereinstimmt. Lesen Sie deren Schriften!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das ist doch Unsinn, was Sie da erzählen. – Dr. Ursula Karlowski, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Das ist doch Unsinn.)

Beim Islam mit seiner bereits angesprochenen Machtsymbolik – den Kuppeln und den Minaretten – handelt es sich nicht allein um eine der großen Weltkonfessionen, sondern um ein umfassendes Staats- und Gesellschaftsmodell, das zu unserer Identität als Deutsche und Angehörige des abendländischen Kulturkreises im krassen Widerspruch steht oder, wie es so schön heißt, inkompatibel ist.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Eben, eben. – Zuruf von Dr. Margret Seemann, SPD)

Der Islam versteht sich ohne Wenn und Aber als Religion mit einem missionierenden Charakter. Unterschieden wird dabei zwischen dem Haus des Islam, Dar al-Islam,

also der Gemeinschaft der Muslime, und dem Haus des Krieges, Dar al-Harb, der Welt der Nichtmuslime. Eine Trennung zwischen Staat und Gesellschaft auf der einen und Religion auf der anderen Seite kennt der Islam nicht, womit es sich um eine totalitäre Ideologie handelt. Das Gewäsch von Politikern und Medien, der Koran werde instrumentalisiert, ist an Naivität kaum zu überbieten. Der Islam ist per se politisch, meine Damen und Herren!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ach so?)