Protocol of the Session on March 14, 2012

aber zur Sicherung der Energieversorgung und für alle Fälle einige wenige Reaktoren zu behalten und zudem auf keinen Fall auf die Forschung an der Kernfusionstechnologie zu verzichten,

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD)

wie sie in Greifswald betrieben wird. Das dichtzumachen, wäre die größte Dummheit. Die Chinesen würden sich freuen. Die nehmen das Ding sofort,

(Udo Pastörs, NPD: So ist es.)

verpacken es und ab nach Peking. Das, was wir sagen, ist ehrlicher als das, was Sie machen,

(Dr. Margret Seemann, SPD: Schade, dass die Sie nicht zusammenpacken und mit nach Peking nehmen.)

nämlich den deutschen Atomausstieg zu propagieren und gleichzeitig den polnischen Atomeinstieg zu finanzieren,

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Den Chinesen kann man das doch nicht zumuten.)

indirekt über die Europäische Union. Das ist Volksverdummung, was Sie da versuchen. Durch Ihre Politik erhöht sich das Risiko besonders für die Bürger Vorpommerns sogar noch. Weit weg in Westdeutschland schließen Kernkraftwerke, aber ein paar Kilometer östlich der Grenze öffnen welche mit deutschem Geld. Da ist es wirklich nicht angebracht, den Kernenergiebeitrag, -beirat

(Dr. Margret Seemann, SPD: Ja, was denn nun?!)

auch noch abzuschaffen. Den benötigen wir noch, denn wer weiß, was alles noch kommt, besonders aus Polen. – Vielen Dank.

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD)

Das Wort hat jetzt der Abgeordnete Herr Ringguth für die Fraktion der CDU.

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Eigentlich bleibt mir jetzt ja nur noch eins festzustellen: Wo er recht hat, hat er recht – gemeint ist mein Fraktionsvorsitzender –,

(Udo Pastörs, NPD: Ich dachte schon, Herr Andrejewski.)

und das gleich in zweierlei Hinsicht. Erstens, das mit der Entenpute, da hat er recht gehabt. Und als er gesagt hat, Frau Dr. Schwenke, als Sie nach vorne gingen, der Antrag ist doch hinfällig, ziehen Sie ihn zurück, auch da hat er recht gehabt. Das muss jedem spätestens klar geworden sein, nachdem der Innenminister gesprochen hat. Und wenn der Ihnen dann noch empfiehlt, also Ihnen, der LINKEN empfiehlt, sich doch entspannt zurückzulehnen,

(Vizepräsidentin Beate Schlupp übernimmt den Vorsitz.)

finde ich, hat er auch recht. Ist doch völlig easy, alles ist in Ordnung.

(Zuruf von Helmut Holter, DIE LINKE)

So und jetzt möchte ich Ihnen mal sagen, wir haben heute eine lange Tagesordnung, deswegen mach ich das jetzt wirklich kurz. Also Punkt 1 Ihres Antrages, eine kernenergiebeiratslose Zeit, wie Sie da irgendwie immer suggerieren oder im Zweifel auch befürchten, hat es nie und zu keinem Zeitpunkt gegeben. Der Minister hat es schon gesagt. Da muss man nur sich die Geschäftsordnung des Kernenergiebeirates aus der 5. Legislaturperiode angucken.

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Da steht eben nüchtern und ergreifend drin, dass der bis zur Neukonstituierung eines neuen im Amt bleibt. Das ist einfach so. Und wenn Sie die Geschäftsordnung nicht haben, dann muss ich sagen, müssen Sie bei Frau Schwebs nachfragen, die kann Ihnen da bestimmt nachhelfen.

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

So, also Punkt 1 ist, denke ich, komplett erledigt und bei Punkt 2 des Antrages verhält es sich auch nicht viel anders. Natürlich könnte man jetzt in Versuchung kommen und diesem Kernenergiebeirat alles Mögliche sozusagen ins Aufgabenheft schreiben. Ich persönlich bin der Meinung, dass das ganz genau nicht gehen kann, denn der Kernenergiebeirat soll mehrheitlich über seine Geschäftsordnung selbst entscheiden und er soll auch weiterhin, auch von uns als Landtag, als unabhängiges Gremium betrachtet werden. Er ist unabhängig und er kann natürlich sich selber Vorgaben machen, auch hinsichtlich seiner Beratungsgegenstände. Das steht dem Kernenergiebeirat frei.

Zum Schluss, lieber Herr Ritter, ja, es ist richtig, wir haben auch in der PGF-Runde, ich weiß gar nicht mehr, bei wem, mal angelegentlich darüber gesprochen und ich habe schon damals gesagt, dass es vollkommen – jaja, wir können uns nachher dazu austauschen –, vollkommen in Ordnung ist, dass sich Koalitionäre doch mal darüber unterhalten können und auch müssen, dass, wenn Energiefragen eine solche Brisanz bekommen haben, dass fast kein Landtag vorbeigeht, ohne dass hier irgendein energetisches Thema auf der Tagesordnung steht,

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

dass man dann überlegt, ob man vielleicht einen Energiebeirat macht oder ob man es bei der Kompetenz des Kernenergiebeirates belässt und dann möglicherweise ein paralleles Gremium macht. Nicht mehr und nicht weniger, als darüber zu reden, das haben sich die Koalitionäre vorbehalten. Das ist ihr gutes Recht.

Lehnen Sie sich zurück, meine Damen und Herren von den LINKEN, das kann ich nur mit meinem Innenminister sagen.

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

Alles wird gut und der neue Kernenergiebeirat wird demnächst berufen sein. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall vonseiten der Fraktion der CDU)

Das Wort hat jetzt die Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE Frau Dr. Schwenke.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Alles wird gut. – Zuruf von Wolf-Dieter Ringguth, CDU)

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren!

Herr Minister, dieses Angebot, Sie anzurufen, das ist gefährlich. Es könnte passieren, dass ich das wirklich tue

(Peter Ritter, DIE LINKE: Und dann jeden Tag.)

und vielleicht auch nicht nur einmal in der Woche. Irgendwann sagen Sie dann vielleicht, es ist zu viel.

(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Jetzt müssen Sie aber noch sagen, für wen das gefährlich ist.)

Das als kleine Vorbemerkung.

(Zuruf von Jochen Schulte, SPD)

Die zweite Vorbemerkung: Das Recht der Koalition zu diskutieren, hat kein Mensch infrage gestellt.

(Egbert Liskow, CDU: Na, na, na!)

Aber genauso wenig können Sie das Recht von uns infrage stellen, dass wir uns zu diesen Überlegungen äußern. Und das habe ich heute hier gemacht.

(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Ja.)

Also wir haben gegenseitig Rechte und respektieren die auch.

(Vincent Kokert, CDU: Das ist richtig.)

Ich möchte Ihnen sagen, natürlich habe ich darüber nachgedacht, ob wir den Antrag zurückziehen.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU – Vincent Kokert, CDU: Sehr gut.)

Ja, aber Sie werden weniger klatschen, Sie haben ja inzwischen gemerkt, wir haben das nicht getan. Und dafür gibt es auch überhaupt keinen Grund.

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Herr Ringguth, Sie haben den Antrag zwar gelesen und hier versucht zu sezieren, aber den Inhalt haben Sie offensichtlich nicht verstanden.