Protocol of the Session on March 5, 2009

Vielen Dank, Frau Schlupp.

Das Wort hat jetzt der Abgeordnete Herr Köster für die Fraktion der NPD.

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Bereits im März 2008 wurde an dieser Stelle über einen Antrag der LINKEN debattiert, und ich betone es noch einmal: Es wurde debattiert. Und wie so häufig hier im Hause wurde viel gesprochen und manches versprochen, geschehen ist aber nicht viel.

(Zuruf von Dr. Margret Seemann, SPD)

Die Landesregierung sollte einen Genderreport für Mecklenburg-Vorpommern erarbeiten. In etwa den gleichen Ansatz verfolgt dieser Antrag. Im März 2008 wurde der linke Antrag in den Sozialausschuss verwiesen, also eins der vielen Gremien des Hauses, in denen so aufopferungsvoll gearbeitet wird.

(Zuruf von Dr. Margret Seemann, SPD)

Alle selbsternannten Demokraten machten sich im vergangenen Jahr für eine Behandlung des Antrags im Ausschuss stark. Die Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dr. Seemann äußerte damals selbst, Zitat: „Ein wichtiges Mittel, um die Unterschiede in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern sichtbar zu machen, sind Daten und Fakten.“

(Dr. Margret Seemann, SPD: Jawoll, da stehe ich auch hinter, Herr Köster! Richtig.)

„Somit unterstützt der Antrag mein Bestreben, dass alle politischen Entscheidungen auf der Grundlage geschlechterspezifischer Daten erfolgen müssen.“ Zitatende.

(Dr. Margret Seemann, SPD: Richtig.)

Was ist seitdem mit dem Antrag geschehen? – Der Antrag versank im gerechten Schlaf des Ausschusses,

aus dem ihn selbst die LINKE bislang nicht geweckt hat. Behandelt im Ausschuss wurde der Antrag jedenfalls nicht. Mir fehlt leider die nötige Zeit, um Ihnen Ihre gesamten Arbeitsträume aus dem vergangenen Jahr in Erinnerung zu rufen. Die Behandlung des Genderreportantrages, zu dem man unterschiedliche politische Bewertungen vornehmen kann und muss, ist aber ein erneuter Beleg dafür, dass bei Ihnen von der politischen Klasse Politik zum Kaffeekränzchen verkommt. Bei Ihnen kommt nach dem Wort nur sehr, sehr selten die Tat. Sie geben vor, eine gleichberechtigte Gesellschaft anzustreben. Wie sieht diese ehrenwerte Gesellschaft denn aus? Frauen und Männer werden stellenweise gravierend unterschiedlich bezahlt, obwohl sie die gleiche Tätigkeit ausüben. Das ist das Ergebnis Ihrer Politik.

(Zuruf von Angelika Peters, SPD)

Der „Gender-Bericht Nord“ aus dem Jahr 2006 belegt Ihr politisches Versagen.

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Sie sind ja ein wahrer Vorkämpfer für die Frauen.)

Während für Sie die Frau offensichtlich nur noch ein Produktionsfaktor ist, haben wir diesbezüglich eine absolut andere Auffassung.

(Dr. Margret Seemann, SPD: Ja, das stimmt. Die Frauen sollten zu Hause bleiben. – Zuruf von Irene Müller, DIE LINKE)

Unter Rücksichtnahme auf die Unterschiedlichkeit bejahen wir Nationalisten die Gleichwertigkeit von Frau und Mann.

(Zuruf von Barbara Borchardt, DIE LINKE)

Eine losgelöste Frauenpolitik lehnt die NPD aber genauso ab wie eine Männerpolitik. Im Gegensatz zu Ihnen, die Sie sich bestimmten Interessengruppen verpflichtet fühlen, denken wir Nationalisten ganzheitlich,

(Dr. Margret Seemann, SPD: Jawoll, die Frau bleibt zu Hause und der Mann geht arbeiten.)

denn nicht nur in einer Familie, sondern auch in einem Gemeinwesen ergänzen sich die Geschlechter gegenseitig.

(Irene Müller, DIE LINKE: Und das ist Gleichberechtigung, wenn sie sich ergänzen?)

Und auch unser neues Parteiprogramm ist wesentlich fortschrittlicher, als Sie politisch jemals zu Veränderungen in der Lage sind, denn dort steht: „Männer und Frauen sind im Arbeitsleben bei gleicher Leistung gleich zu entlohnen.“ Im Gegensatz zu Ihnen, Lobbyvertreter, werden wir dies mit Übernahme der politischen Verantwortung auch entsprechend durchsetzen.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der NPD – Dr. Margret Seemann, SPD: Träumen Sie ruhig weiter! Träumen Sie ruhig weiter! – Zuruf von Irene Müller, DIE LINKE)

Das Wort hat jetzt der Abgeordnete Herr Ritter für die Fraktion DIE LINKE.

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Herr Köster, eins steht jedenfalls fest,

(Udo Pastörs, NPD: Jetzt kommt die Platte.)

bei Ihnen,

(Stefan Köster, NPD: Die Erde ist eine Scheibe.)

nein, bei Ihnen kommt vor dem Wort noch der Fußtritt gegen die Frauen

(Udo Pastörs, NPD: Das habe ich mir gedacht.)

und deshalb sind Sie völlig disqualifiziert.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE)

Sie sollten zu dem Thema überhaupt nicht sprechen. Und wenn Sie noch dazu dümmlich grinsen, Herr Pastörs, kann ich Ihnen sagen, wir werden bei jedem Antrag, wo es um Frauen und Gleichstellungspolitik geht, Herrn Köster dieses Verbrechen vorwerfen. Darauf können Sie sich verlassen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Sehr geehrter Herr Kollege Schnur, nicht immer liegt in der Kürze die Würze. Jetzt ist er ganz weg, aber das schadet auch nicht viel.

(Michael Roolf, FDP: Na, na, na, na, na!)

Und liebe …

(Ralf Grabow, FDP: Nee, er ist da, Herr Ritter. Bitte, da!)

Wo denn?

(Egbert Liskow, CDU: Da hinten sitzt er. – Ralf Grabow, FDP: Bitte, da!)

Ja, ganz hinten.

Liebe Kollegin Frau Schlupp,

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

Sie haben ja beschrieben, was es alles im Land schon gibt. Die Maßnahmen sind sicherlich alle gut und richtig. Und weil es schon so viel gibt, stellt sich mir aber die Frage, warum wir heute früh einen Bericht zur Problematik Familie und Beruf und Männer und Frauen beschlossen haben. Er berührt doch eigentlich das gleiche Thema,

(Zuruf von Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE)

nur war es eben heute früh ein Antrag der Koalitionsfraktionen und jetzt …

(Toralf Schnur, FDP: Ach, das stimmt doch gar nicht, Herr Ritter.)

Natürlich war es ein Antrag der Koalitionsfraktionen.