Dann stelle ich hierzu nur noch fest, dass die Bürgerschaft von der Großen Anfrage aus Drucksache 22/11425 Kenntnis genommen hat.
Ich rufe den Tagesordnungspunkt 17 auf, Drucksache 22/11540, Senatsmitteilung: Bericht über den Umsetzungsstand der Hamburger Engagementstrategie, zugleich Stellungnahme des Senats zu folgenden Ersuchen der Bürgerschaft: "Freiwilligensurvey 2019 für Hamburg auswerten", "Verbraucher:innenrechte stärken – Ressourcenschutz fördern und Nutzungsdauer von Geräten in der Kreislaufwirtschaft durch 'Repair-Cafés' steigern", "Engagementkarte für Hamburg" und "Forum WIR: Solidarische Hilfe für alle Geflüchteten in Hamburg gemeinsam fortführen und stärken".
[Senatsmitteilung: Bericht über den Umsetzungsstand der Hamburger Engagementstrategie (Drucksache 21/19311), zugleich Stellungnahme des Senats zu den Ersuchen der Bürgerschaft vom 1. September 2021 "Freiwilligensurvey 2019 für Hamburg auswerten" (Drucksache 22/5485) und "Verbraucher-/-innenrechte stärken – Ressourcenschutz fördern und Nutzungsdauer von Geräten in der Kreislaufwirtschaft durch 'RepairCafés' steigern" (Drucksache 22/5484), vom 16. Februar 2022 "Engagementkarte für Hamburg" (Drucksache 22/7238) sowie vom 15. Juni 2022 "Forum WIR: Solidarische Hilfe für alle Geflüchteten in Hamburg gemeinsam fortführen und stärken" (Drucksache 22/8482) – Drs 22/11540 –]
Sehr geehrtes Präsidium, meine Damen und Herren! Am Anfang meiner Rede möchte ich mich ausdrücklich bei allen Ehrenamtlichen in Hamburg für ihr Engagement bedanken und möchte hervorheben, dass in Hamburg mit allen Beteiligten ein Zusammenwirken auf Augenhöhe stattfindet.
Staat, Zivilgesellschaft, Vereine und Wirtschaft treten als gleichberechtigte Partner auf, und das ist auch richtig so. Der Senatsbericht zeigt, dass Hamburg mit der Engagementstrategie eine Grundlage für das freiwillige Engagement geschaffen hat, die laufend fortgeschrieben wird und bundesweit Anerkennung findet. Im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsverfahrens wurden zuvor Bedarfe und Ideen für die Engagementstrategie berücksichtigt. Seit 2021 gibt es in allen sieben Bezirken eine geförderte Freiwilligenagentur. Der Aufgabenbereich der Agenturen wurde durch erweiterte Unterstützungsmöglichkeiten wie zum Beispiel umfassende Förderhinweise, Öffentlichkeitsarbeit und lokale Vernetzungen mit den Bezirksämtern erweitert. Außerdem wurden die Mittel der Freiwilligenagenturen seit 2021 verdoppelt. Damit bilden die Freiwilligenagenturen in jedem Hamburger Bezirk ein Bindeglied zwischen den Akteuren aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik.
In den Bezirken Bergedorf, Hamburg-Nord und Harburg wurden beispielsweise auch Verfügungsfonds bei den Agenturen initiiert, um kleine niedrigschwellige Projektförderungen für Engagierte anzubieten. Ein zentrales Instrument der Hamburger Engagementstrategie, um kleine Initiativen und größere Träger, zivilgesellschaftliche und staatliche Akteure des Freiwilligenengagements zusammenzubringen, ist das Haus des Engagements. Ende 2024 soll das Haus des Engagements mit einer Fläche von 300 Quadratmetern einen dauerhaften Standort im Neubauvorhaben Neues Amt in Altona haben.
Die Hamburger Engagementstrategie bildet ein vielfältiges Netz von Institutionen, Organisationen des Freiwilligenengagements mit Unterstützungsangeboten für Schutzsuchende. Die Weiterentwicklung des Forums Flüchtlingshilfe zu einem Forum WIR mit den Schwerpunkten Engagement und Integration orientiert sich an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Dabei wird darauf geachtet, dass sich das Forum an alle Engagierten und Geflüchteten richtet, unabhängig von Herkunftsland oder sonstiger Zugehörigkeitsbeschreibung. Nach
Corona konnte die Großveranstaltung am 2. September 2022 in der Kulturfabrik Kampnagel unter dem Titel "WIR in Hamburg, ein Forum für Engagement und Integration" wieder stattfinden. Das Forum WIR präsentiert ein breites Programm an Diskussionsformaten und Unterstützungsangeboten für Schutzsuchende.
Erwähnen möchte ich auch die Beratungsstelle Engagement Dock. Im Jahr 2022 haben insgesamt 216 Organisationen des Freiwilligenengagements die Beratungsmöglichkeit des Engagement Docks in Anspruch genommen. Davon waren 93 Migrantenorganisationen, das ist eine gute Entwicklung, aber es ist ausbaufähig. Wir hoffen, mit dem nächsten Freiwilligensurvey die ehrenamtliche Arbeit der Migrantenselbstorganisationen noch sichtbarer zu machen. Das wird uns auch gelingen, da bin ich sehr optimistisch.
Als Erfolg können wir auch die Broschüre "smoin – smart & hanseatisch" verbuchen, die erstmals 2021 an alle Hamburger Schulen, aber auch an Freiwilligenagenturen und die öffentlichen Bücherhallen in Hamburg verteilt wurde.
Wenn wir heute über den Bericht zur Engagementstrategie debattieren, darf ich natürlich die neue Engagementkarte nicht vergessen. Mit der Engagementkarte schaffen wir einen Ausdruck der Wertschätzung für den Einsatz der Freiwilligen und verbinden diese Würdigung mit einem praktischen Nutzen. Im Jahresverlauf 2024 ist anlässlich der Einführung der Hamburger Engagementkarte eine Öffentlichkeitskampagne geplant. So sollen die Vorteile und Zugangsregeln des Freiwilligenengagements in Hamburg sichtbarer werden. Damit werden wir noch mehr Hamburgerinnen und Hamburger ermutigen, sich zu engagieren.
Um den Bedarfen der freiwillig Engagierten weiter gerecht zu werden, werden wir gemeinsam mit allen Beteiligten die Hamburger Engagementstrategie kontinuierlich weiterentwickeln. Dazu sind Sie, das Parlament, die Verwaltung und die gesamte Gesellschaft aufgerufen. Ich freue mich jetzt schon auf die weiteren Debatten im Sozialausschuss. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Sehr geehrter Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Engagierte! Heute rede ich hier über das freiwillige Engagement, aber eigentlich geht es hier um die vielen einzelnen freiwillig engagierten Menschen in Hamburg wie Sabine und Christian. Christian ist
seit 1996 bei der Freiwilligen Feuerwehr und seit 2008 bei deren Einsatzstelle in Altona aktiv. Sabine ist seit über 20 Jahren bei der Harburger Tafel tätig. Beide widmen ihre Freizeit dem Gemeinwohl dieser Stadt, und beide haben damit unsere volle Hochachtung, unsere ungeteilte Anerkennung und unsere kompromisslose Förderung verdient.
Wir bieten Sabine und Christian sowie einer wachsenden Zahl an freiwillig engagierten Hamburger:innen einiges an Unterstützung. Zum Beispiel gibt es mehr Geld für Vereine, indem wir Projekte und Initiativen des freiwilligen Engagements finanziell unterstützen. Dies geschieht sowohl über die 2021 initiierte Förderrichtlinie für gesamtstädtische Projektförderungen des freiwilligen Engagements als auch über die niedrigschwelligen und an lokalen Bedarfen orientierten Projektförderungen in den Bezirken. Im Haus des Engagements werden für Organisationen, Initiativen und freiwillig Engagierte neben den Beratungen auch kostenlose Räume zum Co-Working und für Treffen angeboten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die verbesserte Ansprache und Unterstützung von Menschen mit Migrationsgeschichte und den Migrant:innenselbstorganisationen bei ihrem freiwilligen Engagement, zum Beispiel durch die Kostenübernahme von Standgebühren bei der Freiwilligenbörse oder mit einer konkreten Ansprechperson in der Sozialbehörde. Und das waren nur einige Beispiele aus dem Umsetzungsstand der Hamburger Engagementstrategie.
Die Mitteilung des Senats zeigt uns eines sehr deutlich: Die Anreize für ein Engagement sind riesig. Mich persönlich erreichen aber hin und wieder Anfragen, aus denen ich merke, dass einige Ehrenamtliche und ihre Organisationen von diesen Unterstützungsmöglichkeiten wenig mitkriegen. Darum sehe ich auch eine große Chance in der Engagementkarte, nicht nur um freiwillig Engagierte zu würdigen und noch mehr Menschen in Hamburg für ein freiwilliges Engagement zu gewinnen, sondern auch um erneut über bestehende Angebote zu informieren.
Sind wir damit also fertig? – Nein. Einiges liegt noch auf unserem Weg. Die Hamburger Engagementkarte befindet sich aktuell noch in der Entwicklungsphase und muss mit Leben gefüllt werden. Auch müssen wichtige Akteur:innen des Freiwilligenengagements wie AKTIVOLI und die Bürgerstiftung weiter gestärkt werden. Für die vielen kleinen Vereine und Initiativen müssen wir weiterhin nötige Raumangebote bereitstellen. Der Umzug des Hauses des Engagements als Kompetenzzentrum für freiwilliges Engagement ins Neue Amt Altona steht 2024 bevor. Dabei soll eine gute Abstimmung mit den Träger:innen erfolgen. Zudem müssen wir weiter daran arbeiten, die Wirtschaft
stärker bei der Förderung des Freiwilligenengagements mit einzubeziehen. Denn gute Zusammenarbeit und Austausch zwischen allen Akteur:innen ist wichtig für weitere Erfolge für das freiwillige Engagement in Hamburg. Vielen Dank an die Sozialsenatorin und die Sozialbehörde für die gute Arbeit der letzten Jahre.
Nun liegen noch viele Aufgaben vor uns, um das freiwillige Engagement in Hamburg weiter zu stärken, darauf freue ich mich bereits.
Zu guter Letzt können wir Sabine und Christian nicht genug für ihre Arbeit danken, trotzdem versuche ich es an dieser Stelle: Vielen Dank, Sabine, vielen Dank, Christian. – Danke schön.
Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren! Dem Dank an Sabine und Christian können wir uns ausdrücklich anschließen, an sie beide und auch an die über 450 000 anderen Ehrenamtlichen, die Tag für Tag in Hamburg ihre Zeit investieren, um uns zu helfen. Danke sehr.
Die freiwillige Arbeit ist längst Teil der Hamburger Sozialpolitik, ja der Gesamtpolitik geworden. Ohne sie würde diese Stadt stillstehen, das sollten wir uns immer mal wieder vor Augen halten. Was würde eigentlich passieren, wenn von einem Tag auf den anderen keine Ehrenamtlichen mehr da wären, keine Freiwillige Feuerwehr mehr, keine Flüchtlingshelfer, keine Seniorenarbeit gemacht wird? Das alles wird, und diesem Eindruck kann ich mich nun mal leider nicht erwehren, von den Behörden weitestgehend als selbstverständlich angenommen, und das ist ein Problem.
Das, was hier großspurig als Hamburger Engagementstrategie vertreten wird, was in bunten Broschüren von der Sozialbehörde gefördert wird, womit Veranstaltungen gefüllt werden, das ist wenig, viel weniger, als es eigentlich sein müsste, um Leute zu würdigen, die ihr Leben in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen.
Ich gebe einmal ein Beispiel. Seit 2014, da ist die erste Engagementstrategie erschienen, wird über die Ehrenamtskarte diskutiert. Das sind mittlerweile neun Jahre. Hamburg ist das letzte von drei Bundesländern, das diese Karte noch nicht eingeführt hat. Warum eigentlich nicht? Warum dauert das so lang? Ist das eigentlich die Zuwendung, die wir
den ehrenamtlichen Leuten entgegenbringen wollen? Wir hatten im Januar eine weitere Veranstaltung, einen Ehrenamtstag, wie er genannt wurde, auf der über diese Hamburger Engagementstrategie diskutiert wurde. Eine der Arbeitsgruppen war dann auch zur Ehrenamtskarte. Dort wurde uns aber nicht etwa vorgestellt, was jetzt demnächst kommen wird, nein, es wurde gefragt: Entwickeln Sie doch mal Fantasie, und nennen Sie uns Beispiele, wie wir diese Ehrenamtskarte füllen können und es die Stadt möglichst wenig Geld kostet.
Das ist genau das, was ich meine. Hier muss verbessert werden, hier ist einfach noch viel zu wenig an Zuwendung und an Anerkennung gedacht worden, und hier muss die Sozialbehörde endlich in die Puschen kommen und endlich auch Fakten liefern. Die 50 000 Euro, die jedes Jahr an die Bezirke gezahlt werden: Okay, sie sind verdoppelt worden von 25 000 auf 50 000 Euro, aber das ist natürlich auch weiterhin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn Sie gleichzeitig sehen, dass in diesem Jahr von Lohnabschlüssen bis zu 10 Prozent geredet wird und dieser Betrag dann umgekehrt aber bei 50 000 Euro bleiben soll, dann erkennt man schon, mit der Anerkennung des Ehrenamts ist es in Hamburg nicht weit her. Ich sage noch einmal, Frau Schlotzhauer, hier muss die Sozialbehörde nachbessern. – Danke sehr.
Herr Präsident, meine Damen und Herren, liebe Kolleg:innen! Ich komme mir so ein wenig vor wie in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier",
so oft und gern, wie Sie hier das Thema freiwilliges Engagement zur Debatte und vor allem zur Profilierung anmelden. Außer Frage steht für mich dabei: Respekt und Anerkennung für dieses Engagement können nicht oft genug ausgesprochen werden, und auch ich danke den Hamburger:innen und Hamburgern dafür.