Protocol of the Session on December 15, 2010

(Beifall bei der CDU und der FDP – Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Nicht schon wieder!)

Nicht mit unserem Geld, meine Damen und Herren. Deswegen: Der Länderfinanzausgleich, der uns in der Summe viel mehr Geld gekostet hat, als wir in den letzten Jahren neue Schulden machen mussten, ist eines der Kernprobleme, die wir im Landeshaushalt zu verkraften haben.

(Zuruf des Abg. Norbert Schmitt (SPD) – Gegenruf des Abg. Horst Klee (CDU))

Die Arbeit, die die Landesregierung mit diesem Haushalt macht, zeigt, dass wir einen Haushalt vorgelegt haben, der für die nachfolgenden Generationen die Kehrtwende in der Finanzpolitik deutlich macht, der in Bildung und In

frastruktur in Hessen investiert. Wir können auf diesen Landeshaushalt stolz sein. – Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU und der FDP)

Schönen Dank, Herr Kollege Milde. – Für die FDP-Fraktion hat jetzt Herr Noll das Wort. Bitte schön.

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Der Haushalt 2011 steht unter einem klaren Motto, und das lautet: Schwerpunktbildung trotz Einsparungen, Schwerpunktbildung und Einsparungen. Wir bilden bei gleichzeitiger Haushaltskonsolidierung Schwerpunkte in den Bereichen innere Sicherheit und insbesondere Schule und Bildung. Mit diesem Ziel ist diese Koalition angetreten, und dieses Ziel verfolgt diese Koalition konsequent auch in der Gestaltung ihrer Haushalte.

(Beifall bei Abgeordneten der FDP)

Ich will Ihnen das an einem kleinen Beispiel aufzeigen, insbesondere vor dem Hintergrund der Aussagen von Herrn Kollegen Schmitt, der da erklärt, die Landesregierung lege die Axt an Bildung an. – Das ist in Anbetracht der Zahlen, die aus diesem Haushalt sprechen, schlichtweg nicht wahr.

(Beifall des Abg. Gottfried Milde (Griesheim) (CDU))

Richtig ist, dass Einsparungen vorgenommen werden, auch bei der Bildung. Sie belaufen sich auf etwa 71 Millionen €. Aber nach Abzug der Einsparungen werden in diesem Haushalt 35,2 Millionen € Mehrausgaben im Bereich Bildung getätigt, und dazu zählen unter anderem 500 neue Lehrerstellen. Meine Damen und Herren, wo soll denn da die Axt sein, die Sie so heraufbeschwören?

(Beifall bei Abgeordneten der FDP und der CDU)

Herr Schmitt, Sie reden von einem Wahrnehmungsproblem. Das Wahrnehmungsproblem haben doch Sie, wenn Sie diese nackten Zahlen schlichtweg nicht zur Kenntnis nehmen.

(Zuruf des Abg. Norbert Schmitt (SPD))

Für uns heißt Haushaltspolitik, dass in Zukunft sämtliche Steuermehreinnahmen, die nach KFA und LFA in Hessen verbleiben, in die Reduzierung der Nettoneuverschuldung gesteckt werden müssen.

Meine Damen und Herren, da hat eine Wünsch-dir-wasPolitik keinen Platz. Ich habe mit großem Interesse dieses Konzept der GRÜNEN gelesen. Es nennt sich „Hessen tritt auf die Schuldenbremse“. Der Titel wäre wahrscheinlich besser: „Gänseblümchen für alle“.

(Jürgen Frömmrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN): Was für ein Brüller!)

Schauen Sie doch einmal an, was Sie dort fordern. Sie betreiben die Politik „Wünsch dir was, und anschließend gucken wir einmal, wie wir es finanzieren“.

(Beifall bei Abgeordneten der FDP – Jürgen Frömmrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wo ist denn Ihr Konzept?)

Ihr Katalog lautet: Steuererhöhungen. Fangen wir einmal an. Es geht von der Grunderwerbsteuer über den Wassercent zu Steuerquellen ausschöpfen. Dann geht es weiter über die Bundessteuern wie Umsatzsteuer,

(Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Was ist Ihr Vorschlag?)

Spitzensteuersatz erhöhen, Entfernungspauschale, Vermögensteuer – das ist Ihre Palette der Haushaltskonsolidierung.

(Beifall bei Abgeordneten der FDP und der CDU)

Meine Damen und Herren, so betreiben wir als Liberale keine Haushaltspolitik. Es ist nämlich einfach, Wünsche zu definieren und sie anschließend von allen finanzieren zu lassen.

(Beifall bei der FDP und der CDU – Jürgen Frömmrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Mövenpick!)

Meine Damen und Herren, die sogenannte Haushaltskonsolidierung der Opposition

(Zuruf des Abg. Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN))

kann man doch anhand dieser Vorschläge erkennen. Konstruktive Einsparvorschläge gibt es nicht. Das Konzept heißt einfach nur: Wir greifen den Bürgern tiefer in die Tasche,

(Zuruf der Abg. Andrea Ypsilanti (SPD) – Willi van Ooyen (DIE LINKE): Das machen Sie doch schon!)

und wir rauben damit den Bürgern mehr Freiheit. Denn Freiheit bedeutet, dass ich über mein Einkommen auch verfügen kann und dass dies der Staat nicht fremdbestimmt.

(Jürgen Frömmrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN): Freiheit für Mövenpick!)

Dies ist liberale Steuerpolitik. Steuermehreinnahmen gehen in diesem Haushalt zunächst einmal vor – –

(Willi van Ooyen (DIE LINKE): Die Hälfte der Bürger zahlt gar keine Steuern, außer Mehrwertsteuer!)

Steuermehreinnahmen werden – das ist unsere Philosophie der Haushaltskonsolidierung – konsequent für die Reduzierung der Nettoneuverschuldung aufgewendet. Nach dem Finanzplan 2009 bis 2013 war noch eine Nettokreditaufnahme von 3,1 Milliarden € vorgesehen.

(Zuruf des Abg. Norbert Schmitt (SPD))

Die Maßnahmen, die im Rahmen der Haushaltsgestaltung getroffen wurden, konnten nunmehr dazu führen, dass wir 2,26 Milliarden € Nettoneuverschuldung aufnehmen müssen, mit dem konsequenten Ziel, die Nettoneuverschuldung bis 2020 auf null zu reduzieren.

(Beifall bei der FDP und der CDU)

Meine Damen und Herren, das geht ohne Steuererhöhungen, nur durch konsequentes Sparen.

(Norbert Schmitt (SPD): Das sieht man bei dem Haushalt!)

Lassen Sie mich auf das viel beschworene Thema Kommunen kommen. Die SPD und die GRÜNEN erklären, wir bluten die Kommunen aus.

(Zurufe von der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: So ist es!)

Die Kommunen erhalten ihren Anteil an den Steuer mehreinnahmen nicht erst mit der Spitzabrechnung, sondern sofort im Jahr 2011.

(Zuruf der Abg. Petra Fuhrmann (SPD))

Dies soll insbesondere den deutlichen Rückgang der Steuereinnahmen aus der Finanzkrise nivellieren. So erhalten die Kommunen nicht nur 2,9 Milliarden €, sondern 3,1 Milliarden €. Meine Damen und Herren, das ist einer der höchsten Sätze, die im Rahmen des Finanzausgleichs jemals im Lande Hessen geleistet worden sind. Da reden Sie vom Ausbluten der Kommunen.

Ich glaube Ihnen, wenn Sie mir nicht glauben. Meine Damen und Herren, deswegen habe ich Ihnen einen neutralen Berichterstatter mitgebracht, der Ihnen einiges dazu sagen kann. Mit Erlaubnis des Präsidenten zitiere ich aus der „FAZ“ vom 23.11.2010. Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen. Das war ein Tag nach der ominösen Bürgermeisterdemonstration.

(Hermann Schaus (DIE LINKE): Wieso ominös?)

Da schreibt Herr Ralf Euler:

Gestern machten viele – allerdings meist der SPD angehörende – Bürgermeister in Wiesbaden ihrem Unmut Luft.

(Willi van Ooyen (DIE LINKE): Ihr habt nicht so viele!)

Es geht weiter: