Protocol of the Session on January 25, 2006

Denn eines ist beim Kommunalen Finanzausgleich doch zu betrachten.

(Zuruf des Abg. Clemens Reif (CDU))

Sie haben mit Ihrer „Operation düstere Zukunft“ den Kommunen die Probleme vor die Tür gekehrt, weil Sie sie nicht mehr finanzieren, und dies ist eindeutig kommunalfeindlich.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Widerspruch bei der CDU)

Herr Ministerpräsident, Herr Finanzminister, wenn wir schon über Prognosen reden: Sie haben aufgrund falscher Prognosen im Verlauf dreier Jahre den Kommunen 150 Millionen c entzogen.

(Beifall bei der SPD – Widerspruch bei der CDU)

Geben Sie die endlich einmal zurück, um das klar und deutlich zu sagen.

Interessant wird es bei der Verfassungsgrenze – lassen Sie mich das gerade noch innerhalb meiner Redezeit von fünf Minuten sagen.

(Unruhe)

Bitte sehr, Herr Kollege. – Meine Damen und Herren, ich bitte Sie zum Abschluss der Debatte noch etwas um Ruhe und Aufmerksamkeit.

Herr Finanzminister, es ließe sich eine Reihe Zitate finden, in denen Sie als Oppositionsabgeordneter klar darauf hingewiesen haben, dass die hessische Verfassungsgrenze so, wie sie definiert wird, einzuhalten ist. Ich könnte Ihnen dafür zig Zitate vorlesen. Aber ich glaube, Sie haben schon längst vergessen, was Sie als Oppositionsabgeordneter zur Verfassungsgrenze gesagt haben.

(Jürgen Walter (SPD): „Windig und nicht ganz seriös“! – Widerspruch bei der CDU)

Meine Damen und Herren, das Urteil des Staatsgerichtshofs hat genau diese hessische Definition der Verfassungsgrenze bestätigt.

(Beifall bei der SPD und bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Was Sie jetzt betreiben, ist reine Uminterpretation und geht schlicht an den Realitäten vorbei.

Meine Damen und Herren, ich will noch auf Folgendes hinweisen. Aufgrund höherer Steuereinnahmen im letzten Jahr haben Sie 133 Millionen c in eine Rücklage geschoben.Aber das sind keine Gelder des Landes, sondern die sind mit Krediten finanziert worden, damit Sie die in diesem Jahr – in dem Sie sowieso mehr neue Schulden aufnehmen müssen – noch hinzunehmen können. Das heißt, Sie haben zusätzliche Schulden auf das letzte Jahr gebucht und die Nettoneuverschuldung eben nicht so weit zurückgenommen, wie Sie das hätten tun können. Sie haben sich zusätzliche Mittel verschafft,

(Norbert Schmitt (SPD): So ist es!)

um in diesem Jahr mehr Schulden machen zu können.

Herr Kollege Kahl, Sie müssen jetzt zum Schluss kommen.

Meine Damen und Herren, noch ein letzter Satz

(Volker Hoff (CDU):Vielen Dank!)

zum Thema Prognosen.Ein Finanzminister,der fünf Jahre lang bei den Prognosen so daneben lag, soll sich nicht hierhin stellen und der Meinung sein,

(Zurufe von der CDU: Eichel!)

er hätte gute Prognosen abgegeben.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD)

Meine Damen und Herren, diese Finanzpolitik ist keine Trendwende.

(Zuruf des Abg. Clemens Reif (CDU))

Sie ist ein weiterer Marsch in den Verschuldungsstaat, den Sie zu verantworten haben.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zurufe von der CDU)

Vielen Dank, Herr Kollege Kahl.

Meine Damen und Herren, es gibt keine weiteren Wortmeldungen. Wir kommen zur Abstimmung in dritter Lesung über den vorhin genannten Gesetzentwurf zum Haushalt 2006 in der Fassung der Beschlussempfehlung und des Zweiten Berichtes des Haushaltsausschusses

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wir stimmen erst noch über die Anträge ab!)

Kollege Kaufmann, das machen wir noch; seid doch ein bisschen friedlich –, Drucks. 16/5179 zu Drucks. 16/4934 und zu Drucks. 16/4584.

Nach § 19 Abs. 2 der Geschäftsordnung des Hessischen Landtags ist am Schluss der dritten Lesung zunächst über vorliegende Änderungsanträge abzustimmen. Wir waren uns einig, dass wir jetzt über den Dringlichen Entschließungsantrag der FDP abstimmen, Drucks. 16/5201, das ist Tagesordnungspunkt 74. Sind wir uns da alle einig? – Ja.

Wer diesem Dringlichen Entschließungsantrag der Fraktion der FDP, Drucks. 16/5201, seine Zustimmung gibt, den bitte ich um das Handzeichen. – Das sind SPD, GRÜNE und FDP. Dagegen? – Das ist die CDU. Damit ist dieser Dringliche Entschließungsantrag mit Mehrheit abgelehnt.

(Reinhard Kahl (SPD): Die Absicht ist klar!)

Nun kommen wir zur Schlussabstimmung in dritter Lesung. Wer für die Annahme des Gesetzentwurfs in der vorhin genannten Fassung ist, den bitte ich um das Handzeichen.– Wer ist dagegen? – Wer enthält sich? – Damit ist der Gesetzentwurf mit den Stimmen der CDU-Fraktion gegen die Stimmen der übrigen Fraktionen des Hauses in dritter Lesung angenommen und damit zum Gesetz erhoben.

(Beifall bei der CDU)

Wir kommen zu Punkt 8 b, zur Abstimmung in dritter Lesung über den Gesetzentwurf der Landesregierung für ein Finanzausgleichsänderungsgesetz in der Fassung der Beschlussempfehlung und des Zweiten Berichts des Haushaltsausschusses, Drucks. 16/5180 zu Drucks. 16/4935 und zu Drucks. 16/4585. Wer für die Annahme des Gesetzentwurfs in der oben genannten Fassung ist – –

(Unruhe)

Meine Damen und Herren, darf ich bitten, dass wir bei der Abstimmung etwas Aufmerksamkeit haben? Ich bitte um etwas Aufmerksamkeit. Ich bin auch schon etwas älter, ich will es auch verstehen.

Wer für die Annahme des Gesetzentwurfs in der genannten Fassung ist, den bitte ich um das Handzeichen. – Das ist die CDU-Fraktion. Wer ist dagegen? – Das sind SPD, GRÜNE und FDP. Damit ist der Gesetzentwurf mit den Stimmen der CDU-Fraktion gegen die Stimmen von SPD, GRÜNEN und FDP in dritter Lesung angenommen und zum Gesetz erhoben.

Jetzt müssen wir noch über Tagesordnung 8 c abstimmen: Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses zu dem Antrag der Landesregierung betreffend den Finanzplan des Landes Hessen für die Jahre 2005 bis 2009, Drucks. 16/4937 zu Drucks. 16/4586.

Wer ist für diese Beschlussempfehlung? – Die CDU-Fraktion. Dagegen? – SPD, GRÜNE und FDP. Damit ist die Beschlussempfehlung mit den Stimmen der CDU-Fraktion gegen SPD, GRÜNE und FDP angenommen.

Meine Damen und Herren, damit ist der Haushalt 2006 verabschiedet.Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

Ich unterbreche jetzt unsere Sitzung. Wir treffen uns um 15.30 Uhr zur weiteren Beratung wieder. – Vielen Dank.

(Unterbrechung von 14.30 bis 15.32 Uhr)

Meine Damen und Herren,ich eröffne die Sitzung wieder. Vereinbarungsgemäß rufen wir jetzt Tagesordnungspunkt 27 auf:

Antrag der Fraktion der SPD betreffend Festhalten am Atomausstieg – Drucks. 16/5070 –

(Unruhe)

Darf ich Sie um Ruhe bitten? – Wir fahren fort mit Tagesordnungspunkt 11: