Protocol of the Session on November 27, 2014

Deshalb muss man resümieren: Die Ausweisung dieses Schutzgebietes war eine juristische und politische Lumperei, die aufgehoben werden muss.

(Beifall bei der CSU – Florian von Brunn (SPD): Gott sei Dank entscheiden das nicht Sie!)

Ich sage Ihnen eines: Dies ist die Ansicht der CSUFraktion und der Staatsregierung. Die Staatsregierung hat letzte Woche die Aufhebung dieser Verordnung ohne Wenn und Aber ausdrücklich beschlossen.

(Unruhe – Glocke der Präsidentin)

Die FREIEN WÄHLER in Bamberg verkünden auf ihrer Internetseite unter "Kein Nationalpark im Steigerwald": "Viele begrüßen und auch wir, dass der Bayerische Ministerpräsident Seehofer endlich Klarheit geschaffen hat." – Dazu muss man sagen: Damit hat sich der Antrag der FREIEN WÄHLER eigentlich erledigt.

(Dr. Hans Jürgen Fahn (FREIE WÄHLER): Eigentlich!)

Warum? – Weil Sie einfach auf einen fahrenden Zug aufspringen wollen.

(Beifall bei der CSU – Hubert Aiwanger (FREIE WÄHLER): Den euer Landrat extra in Gang gesetzt hat!)

Trotzdem stimmen wir, die CSU, als Partei des Eigentums, als Partei der Waldbesitzer, als Partei der Landwirte

(Florian von Brunn (SPD): "Der Großbauern und Großgrundbesitzer" hast du vergessen!)

dem Antrag zu, um den Menschen in der Region das Signal zu geben: Wir stehen an eurer Seite, wir stehen hinter euch. Deshalb wird diese Verordnung aufgehoben.

(Beifall bei der CSU)

Zum Antrag der SPD und zu den Anträgen der GRÜNEN: Es wird keinen Nationalpark geben, und es wird keine Machbarkeitsstudie geben, weil wir an der Seite der Bevölkerung stehen.

(Hubert Aiwanger (FREIE WÄHLER): Euer Landrat war das schwarze Schaf!)

Die Bevölkerung hat bereits zweimal – zweimal! – abgestimmt. Am 15. September 2013 war Landtags

wahl. Alle Landtagskandidaten der CSU aus dem Steigerwald sagen: Wir sind gegen einen Nationalpark. Die Kandidaten der GRÜNEN und der SPD sagen: Wir sind dafür. Ergebnis Rauhenebrach: CSU 65 %, SPD 8 %, GRÜNE 2,8 %.

(Beifall bei der CSU – Zurufe von der CSU: Oh!)

Ich sage Ihnen eines: Die zweite Abstimmung war bei der Landratswahl in Bamberg. Landrat Kalb kandidiert und sagt: Ich bin gegen einen Nationalpark. – Das ergab 56 % bei vier Gegenkandidaten. Der Landratskandidat der SPD sagte: Ich bin für einen Nationalpark Steigerwald. – Das ergab 15 %.

(Beifall bei der CSU)

Deshalb muss ich den Kollegen der SPD und der GRÜNEN sagen: Sie agieren gegen die Menschen vor Ort. Ich frage Sie: Warum spricht kein Einziger aus der Region? Warum muss einer aus München, Erding oder Freising sprechen?

(Unruhe – Glocke der Präsidentin)

Weil die Menschen in der Region die SPD und die GRÜNEN nicht wählen, die einen Nationalpark wollen.

(Beifall bei der CSU – Zurufe von der SPD)

Deshalb muss ich Ihnen eines sagen: Wenn man den Steigerwald in seiner Schönheit und in seiner Biodiversität erhalten will, dann muss man ihn nicht vor den Menschen schützen, die dort wohnen, leben und den Steigerwald zu dem gemacht haben, was er ist,

(Unruhe – Glocke der Präsidentin)

dann muss man den Steigerwald vor der SPD, den GRÜNEN und dem Bund Naturschutz schützen.

(Beifall bei der CSU – Zurufe von der CSU: Bravo! – Zurufe von der SPD)

Deshalb lehnen wir als CSU-Fraktion den SPD-Antrag und den Antrag der GRÜNEN ab, weil Sie gegen die Menschen in der Region sind.

(Zuruf von der SPD: Sie lehnen alles ab!)

Wir stimmen dem Antrag der FREIEN WÄHLER selbstverständlich zu, weil er vollkommen richtig ist und sich mit unserer Linie 1 : 1 deckt.

(Anhaltender Beifall bei der CSU)

Zu einer Zwischenbemerkung hat sich Herr Kollege Arnold gemeldet. Bitte schön, Herr Arnold.

Sehr geehrter Herr Kollege, nachdem Sie sich jetzt als Wald- und Wildschütz geriert haben und die Fluren von grünen und roten Waldschädlingen freihalten wollen, frage ich Sie diesbezüglich:

Haben Sie erwähnt, dass die Ausweisung durch den ehemaligen Landrat eine juristische und politische Lumperei ist? Ich stelle fest: Dieser Landrat – ein juristischer und politischer Lump, wenn ich das richtig aufnehme – ist von der CSU.

(Widerspruch von der CSU)

Dieser Landrat der CSU ist hochdekoriert und verdienstvoll. Wie geht denn dann die Partei vor Ort, der Sie jetzt offensichtlich die entsprechende Weisheit einflößen können, mit Leuten um, die Sie im Landtag in der eigenen Partei der juristischen und politischen Lumpereien bezichtigen? Das möchte ich einmal wissen. Außerdem ist die Frage: Wer schützt hier wen vor wem?

(Beifall bei der SPD – Unruhe)

Herr Vogel, bitte schön.

Vielen Dank, Herr Kollege Arnold, wir sind eine Partei mit 150.000 Mitgliedern. Wir sind keine Partei, in der alles vorgeschrieben wird, sondern wir haben Meinungsfreiheit. Wenn das die Meinung des Herrn Denzler ist, dann ist das so.

(Unruhe)

Ich möchte dazu noch eines sagen: Ich bin kein Waldschützer, sondern der gewählte Abgeordnete dieser Region. Es ist kein einziger Abgeordneter der GRÜNEN aus der Region gewählt worden. Wissen Sie, wie das Steigerwald-Gute-Nacht-Gebet endet? "Gott, Herr, schütze uns vor Feuer, Wasser, Schmutz, vor GRÜNEN, SPD und Bund Naturschutz."

(Beifall bei der CSU – Zuruf von der SPD: Wahn- sinn, Wahnsinn! – Unruhe – Glocke der Präsiden- tin)

Herr Kollege Vogel, bleiben Sie bitte noch am Rednerpult. – Leider verbietet es mir meine Funktion, mich zu Wort zu melden. Ich will nur Ihre Frage beantworten, warum sich keine GRÜNE aus der Region zu Wort gemeldet hat:

weil sie gerade präsidieren muss. Ich bitte um Verständnis.

(Zurufe von der CSU: Oh!)

Ich hätte mich liebend gerne zu Wort gemeldet.

Jetzt hat sich Herr Kollege Dr. Magerl zu einer Zwischenbemerkung gemeldet. Bitte schön.

Vielleicht zuerst einmal zu Herrn Kreuzer: Sagen Sie doch dem jungen Kollegen; das hier ist der Bayerische Landtag und kein Bierzelt.

(Unruhe – Glocke der Präsidentin – Beifall bei den GRÜNEN)

Zweitens möchte ich hier ausdrücklich den CSULandrat a. D. Denzler in Schutz nehmen. Er hat keine Lumpereien begangen. Ich war selber öfter mit ihm im Steigerwald unterwegs. Wir haben das Thema umfassend diskutiert. Da Sie hier von Lumpereien sprechen, empfehle ich Ihnen, sich bei dem verdienten Landrat a. D. nach dieser Entgleisung zu entschuldigen.

(Beifall bei den GRÜNEN und der SPD)