Protocol of the Session on October 18, 2023

Also damit brauchen Sie mir nicht zu kommen.

Aber jetzt sind wir beim Antragsteller. Sie beziehen sich auf Industrieemissionen der CCS und CCU …

Herr Abgeordneter, gestatten Sie gleich zu Beginn eine Zwischenfrage?

Aber selbstverständlich.

Bevor Sie mit Ihrer Rede beginnen, ist es vielleicht am besten. - Bitte, Herr Abgeordneter Walter.

Vielen Dank, Kollege Kubitzki, dass Sie die Frage zulassen. Sie sind gerade noch einmal auf die Grenzkontrollen eingegangen: Ihr Fraktionsvorsitzender hat gestern in der Pressekonferenz gefordert, zur Not auch Grenzzäune, Stacheldrahtzäune an der gesamten polnischen Grenze zu errichten. Und er wird zumindest so zitiert, dass er sagte: Am Ende muss es auch oder kann es oder sollte es auch zu einem Schusswaffengebrauch an der Grenze kommen, denn - ich zitiere - „Grenzen sind Grenzen“.

(Dr. Berndt [AfD]: Es sollte nicht!)

Deshalb interessiert mich, weil Sie selbst darauf eingegangen sind: Teilen Sie die Position Ihres Fraktionsvorsitzenden, auf Flüchtlinge zu schießen und sie notfalls zu ermorden?

Herr Walter, jetzt kommen Sie mal ein bisschen runter. Hier will keiner irgendjemanden ermorden.

(Lachen des Abgeordneten Dr. Zeschmann [BVB/FW] - Walter [DIE LINKE]: Hat er doch gesagt!)

Wenn Sie einmal rüberfahren würden - und ich fahre ständig über die polnische Grenze -, dann würden Sie sehen, dass die Leute da nicht mit Wasserpistolen stehen, sondern mit Waffen.

(Beifall AfD)

Die haben sie, um sich auch selbst zu schützen. Und es hat nie jemand gesagt, dass wir irgendjemanden erschießen oder beschießen wollen.

Zu einer ordentlichen Grenze gehört eine Bewachung. Es gehören sicherlich auch - irgendwann einmal, wenn es nicht ausreicht - ein paar Zäune dazu. Aber irgendjemand erschießen? Also, das sind ja alles alte Hüte.

(Walter [DIE LINKE]: Schusswaffengebrauch! Schusswaf- fengebrauch! - Gegenrufe von der AfD)

- Hören Sie auf! Hören Sie auf!

Meine Damen und Herren, wir sind jetzt arg vom Thema abgekommen.

Genau. - Also wie gesagt: Wir werden hier keinen abschießen und wollen keinen Schusswaffengebrauch. Mit solchen Dingern brauchen Sie mir sowieso nicht zu kommen. - Kann ich jetzt zum eigentlichen Thema kommen?

Wir haben an anderer Stelle der Tagesordnung noch genug Raum, um derartige Probleme, wie Herr Kubitzki sie angesprochen hat, zu besprechen.

(Abgeordneter Münschke [AfD] steht an einem Saalmikro- fon.)

Jetzt gibt es eine Zwischenfrage. Bitte schön. - Sie möchten nicht? - Gut.

- Doch, na klar. Wenn ich den zulasse, muss ich ihn ja erst recht zulassen.

Dann hören wir erst einmal die Rede, und Sie melden sich, wenn Sie innerhalb der Rede einen …

Ja, ja.

Gut, Sie möchten. - Ja, er lässt die Zwischenfrage zu. Das hat er schon gesagt.

Jetzt hat er es gesagt. - Vielen Dank, Frau Präsidentin! Ich habe nicht gehört, dass der Kollege Kubitzki die Zwischenfrage zugelassen hat.

(Bretz [CDU]: Mensch, mach doch hin!)

Herr Kollege Kubitzki, können Sie mir darin zustimmen, dass es schon von einer Art Naivität und vielleicht auch ein Stück weit von Dummheit zeugt, wenn man versucht, aktuelle gesetzliche Grundlagen - die gegeben sind - einer Partei unterzuschieben, und dass es klar ist, dass niemand - niemand - an der Grenze von Schusswaffen Gebrauch machen möchte?

Es muss aber die Möglichkeit bestehen, dass unsere Männer und Frauen, die an den Grenzen unsere Heimat schützen wollen, auch die Möglichkeit haben, sich im äußersten Notfall

(Beifall des Abgeordneten Dr. Berndt [AfD])

zur Wehr setzen. Würden Sie mir zustimmen, dass das gesetzliche Grundlage ist und - ich wiederhole es gerne -

(Zurufe der Abgeordneten Adler [SPD] und Domres [DIE LINKE])

dass es schon von einer gewissen Art von Dummheit des Kollegen Walter zeugt, solche hanebüchenen Dinge in den Raum zu stellen?

Naja, das ist …

Meine Damen und Herren, wir kommen wirklich vom Thema ab.

(Domres [DIE LINKE]: Genau!)

Ich würde Sie herzlich darum bitten, Herr Abgeordneter Kubitzki, dass Sie Ihre Rede zum Thema halten.

Darf ich jetzt nicht antworten?

(Bretz [CDU]: Die Frage war jedenfalls nicht klug! - Gegen- ruf des Abgeordneten Dr. Berndt [AfD]: Doch!)

Sie können selbstverständlich antworten, aber vielleicht fassen Sie sich kurz.

Ich fasse mich sehr kurz: Das sind Herr Walter und DIE LINKE - er muss das so machen, anders kann er ja nicht; da brauchen wir uns keinen Kopf zu machen. Herr Münschke hat das noch einmal betont.

Jetzt würde ich gerne zum wichtigen Thema CCS kommen. Über das andere können wir bei irgendwelchen anderen Anträgen diskutieren, da könnt ihr euch wieder alle fetzen. Jetzt kommen wir aber zur Verringerung der Industrieemissionen durch CCU und CCS.

Die Branchen selbst, zum Beispiel die Zementbranche, beschäftigen sich aus eigenem Interesse damit. Die Zertifikatspreise steigen - das wurde alles schon gesagt. Im brandenburgischen Rüdersdorf - das wurde auch schon gesagt - werden Abscheidetechnologien entwickelt: Oxyfuel - und was weiß ich, was es da noch alles gibt. Im Jahr 2027 sind großtechnische Demonstrationsanlagen zu erwarten.

ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt unternimmt diesbezüglich keine Aktivitäten, soweit ich weiß, da man von künftig emissionsarmer Stahlerzeugung auf Wasserstoffbasis ausgeht. Ich sage dazu

nur: „Träumt weiter!“, ich sehe es nämlich so - das ist meine persönliche Meinung -: Wir reden immer viel über Wasserstoff, aber ich sehe noch keinen Meter verlegter Leitung - ich war selber Rohrverleger. Also da muss erst einmal etwas kommen. Zurzeit sind wir nur am Quatschen.

Bei den mittelständischen Betrieben, wie zum Beispiel bei Glaswerken, dürfte, wie gesagt, die Kapitaldecke für die Nachrüstung der eher kleinen Anlagen fehlen. - Die Speicherorte bzw. der Rahmen des CCU sind noch unklar. Im Rahmen europäischer Lösungen bemüht man sich, zum Beispiel in Norwegen - das wurde auch schon angesprochen -, um Beteiligungen.

Sie sagten, Herr Redmann, dass das Ziel von 1,5 Grad nur mit der Speicherung von CO2 gelingen kann.

(Bretz [CDU]: Das war ein Zitat!)

- Ja, das war ein Zitat, das mag sein. - Aber da geht es wieder los: Natürlich nicht in Brandenburg, das ist ja typisch. CCS - ja, aber nicht in Brandenburg. Das ist genau dasselbe wie bei der Kernkraft. Raus aus der Kernkraft - ja, aber von Frankreich kann man Kernkraft schon kaufen. Lithiumförderung - klar, aber nicht bei uns, sondern in Chile. So kann man das fortsetzen: Gasförderung? - Bei uns um Gottes willen nicht,

(Beifall des Abgeordneten Drenske [AfD])

aber das Fracking-Gas aus Amerika kaufen wir. Ich kann das, wie gesagt, nicht nachvollziehen.