Nun komme ich zu dem Antrag „Förderung der praxisintegrierten Ausbildung für angehende Erzieherinnen und Erzieher fortsetzen“. 300 Millionen € wurden für den Zeitraum von 2019 bis 2022 von der Bundesfamilienministerin zugesagt, um konkrete Verbesserungen zu erreichen: für 5.000 Fachschülerinnen und -schüler durch eine zusätzliche Ausbildungsvergütung, für 2.500 Anleiterinnen und Anleiter durch bessere Arbeitsbedingungen und für 2.500 besser bezahlte Erzieherinnen und Erzieher durch einen Aufstiegsbonus. Damit wollte Frau Giffey an die Aufwertung des Erzieherberufs, an die Maßnahmen der Länder zur Fachkräftesicherung, an das Gute-KiTa-Gesetz und an den Ausbau der Ganztagsbetreuung der Grundschulen anknüpfen lassen. - Und nach einem Jahr soll das nun nicht mehr gelten?
Auf die Frage nach dem Warum gibt es die Antwort: Der Bund kann nur Starthilfe geben. Die Länder sind selbst in der Pflicht. - Das ist vielleicht richtig. Aber die Starthilfe war mit 300 Millionen € über einen Zeitraum von zwei Jahren dotiert. Da stellt sich mir die Frage: Wo bleibt dabei die Planungssicherheit, die Verlässlichkeit einer Bundesfa
milienministerin, der Bundesregierung für uns als Land? Denn wir haben im Land an bereits sieben Schulen die Voraussetzungen für die PiA-Klassen geschaffen. Und: Wo bleibt die Planungssicherheit für die Träger der Kindertagesstätten?
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, das ist eindeutig ein Wortbruch der Bundesregierung. Das dürfen wir hier im Land nicht so einfach hinnehmen. Deshalb bitten wir, die Fraktionen von CDU, Grünen und FDP, die Landesregierung, sich auf Bundesebene aktiv für eine Fortsetzung der Fachkräfteoffensive über das Ausbildungsjahr 2019/20 hinaus einzusetzen.
Dem bundesweiten Fachkräftemangel von 191.000 Erzieherinnen und Erziehern bis zum Jahre 2025 muss gezielt entgegengewirkt werden. Um an die auch durch die Fachkräfteoffensive bereits erreichten positiven Entwicklungen unmittelbar anknüpfen und insbesondere der hohen Nachfrage nach dem Ausbau praxisintegrierter Ausbildung gerecht werden zu können, fordern wir mit unserem Antrag den Bund respektive die SPD-Ministerin auf, ihr Förderprogramm, wie ursprünglich geplant, auch für das Schuljahr 2020/21 weiterzuführen.
Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen von der SPD, stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, und machen Sie nicht wieder - wie vor nicht allzu langer Zeit beim Lärmschutz für die Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbelt-Querung - den Fehler, zuerst Landesmittel einstellen zu wollen, anstatt zugesagte Gelder vom Bund einzufordern. Daher ist Ihr Alternativantrag in meinen Augen obsolet. Das Förderprogramm der Bundesregierung bis 2022 ist eine gute Maßnahme, die wir als Land Schleswig-Holstein durchaus als eine Starthilfe ansehen, an die 2022 eventuell oder wahrscheinlich angeknüpft werden muss. Um dem großen Bedarf an gut qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern weiter gerecht zu werden, bitten wir um Zustimmung zum Antrag der Fraktionen von CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP und um Ablehnung des Alternativantrags. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! Guten Morgen, liebe Jamaika-Fraktionen! Seit zweieinhalb Jahren appelliere
ich von diesem Redepult aus, dass die Kita-Reform einhergehen muss mit der Novellierung der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung, dass wir hier einen enormen Fachkräftemangel haben.
Jetzt, wo Ihnen die Mittel vom Bund nicht ausreichen, stellen Sie sich hier hin und fordern, dass die Bundesfamilienministerin endlich ihren Aufgaben nachkommen solle. Ohne die Bundesfamilienministerin gäbe es das Programm auf Bundesebene gar nicht, verehrte Kolleginnen und Kollegen!
Es ist unsere Bundesfamilienministerin, die in Berlin jeden Euro lockermacht. Vorher waren auf Bundesebene nur 3 Milliarden € zugesagt, dann hat sie das auf 5 Milliarden € erweitert, damit Sie mit dem Gute-KiTa-Gesetz ihre eigene Reform hier im Land finanzieren können. Kritik an der Bundesministerin ist hier nicht angebracht, ganz im Gegenteil. Ich wette mit Ihnen, dass die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey die Allerletzte wäre, die dieses Programm auf Bundesebene nicht dauerhaft fortsetzen möchte. Es liegt nicht an ihr.
Im März tagt der Koalitionsausschuss; da wird es um viel Geld gehen, da wird auch über den Überschuss von 13 Milliarden € im Bundeshaushalt diskutiert werden. Ich sage Ihnen zu, dafür zu kämpfen, dass wir mehr Mittel für die Kinderbetreuung und die Erzieherausbildung bekommen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie nicht immer nur an die starke SPD und Frau Midyatli appellierten, sondern auch an den starken Ministerpräsidenten, der in Berlin im Parteivorstand sitzt. Ich erwarte genauso die Unterstützung des Ministerpräsidenten in Berlin, verehrte Kolleginnen und Kollegen von der CDU!
Auch wenn die zusätzlichen Mittel aus Berlin kommen, werden sie nicht ausreichen, den Fachkräftebedarf in Schleswig-Holstein zu decken. Das wissen Sie.
Wir haben im Dezember 2019 einen Antrag mit Eckpunkten zur Erzieherinnen- und Erzieherausbildung, zur SPA-Ausbildung und zu weiteren Studie
rendenplätzen vorgelegt. Dieser Antrag versauert im Bildungsausschuss, weil Sie es für nicht dringend empfinden und erst einmal die Beratung der KMK abwarten wollen.
Auf der einen Seite kritisieren Sie den Bund, nicht genug zu tun, und auf der anderen Seite wollen Sie Beratungen abwarten. Das finde ich jämmerlich, das muss man hier klar und deutlich benennen.
Wir werden in Schleswig-Holstein nicht nur für die frühkindliche Erziehung weitere Erzieherinnen und Erzieher brauchen, sondern wenn der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule kommt - das weiß Ministerin Prien sehr genau -, werden wir noch viel mehr Personal brauchen; das sagen uns viele Kommunen.
Daher hören wir bitte auf, bei so einem wichtigen Thema, wo es um Kinder geht, wo es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, immer nur auf den einen oder anderen zu zeigen, sondern lassen Sie uns uns gemeinsam dafür einsetzen, dass dieser Bereich auch langfristig durch den Bund finanziert wird!
Da haben wir eine starke Familienministerin an unserer Seite. Sie wird sich freuen, wenn so ein Appell aus Schleswig-Holstein kommt.
Ich sage Ihnen ganz deutlich: Anstatt immer nur auf den Bund zu schielen, anstatt das IMPULS-Programm aufzublähen - Sie haben einen fetten Überschuss im Landeshaushalt -,
investieren Sie in die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern! Das ist eine Investition in die Zukunft. Das Land könnte hier deutlich Stellung beziehen und sagen: Für uns ist die Erzieherausbildung so wichtig, wir stellen die Mittel, die für die Erzieherausbildung fehlen, aus den Überschüssen des Haushalts zur Verfügung. Sie haben genügend Geld, um das zu beheben.
sen, weil ihnen Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Nur der Ausbau, die 40 Millionen € dafür, reichen nicht.
Wir brauchen auch zusätzliche Mittel für die Fachkräfte in diesem Land. Seit zweieinhalb Jahren predige ich das von diesem Redepult. - Vielen Dank, dass Sie jetzt endlich in der Realität in SchleswigHolstein angekommen sind!
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Serpil, wir reden seit mehr als zweieinhalb Jahren miteinander über die Stärkung der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung, und wir haben bereits in der Küstenkoalition begonnen, die Fachschulen auszubauen und neue Bildungsgänge zu ermöglichen. Das haben wir in Jamaika fortgeführt. Wir brauchen deinen theatralischen Auftritt nicht, um uns zum Handeln aufzufordern. Wir handeln schon lange.
Es ist wichtig, dass wir unsere Ausbildung auf der Kultusministerkonferenz abstimmen, damit unsere Auszubildenden nicht auf Schleswig-Holstein festgelegt sind, sondern die Ausbildung bundesweit anerkannt wird.
PiA, die Praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher, ist ein Erfolgsmodell. Das hat mehrere Gründe.
Erstens. Es ist eine Chance für Menschen, die sich erst später für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers entscheiden.
Zweitens. Es gibt eine Vergütung. Das macht die Ausbildung für die Fachschülerinnen und Fachschüler deutlich attraktiver. Im ersten Jahr gibt es eine Vergütung von 1.100 €, im dritten Jahr 1.300 €. Das ist gut, und das macht eine Ausbildung auch für Menschen möglich, die schon eine Familie oder eine eigene Wohnung haben und die