Protocol of the Session on March 2, 2023

Wenn die demokratischen Parteien gemeinsam die Herausforderungen angehen und in der Bevölkerung unser Tun erklären,

(Zuruf des Abg. Dirk Herber, CDU)

dann können wir das schafen. Das heißt, verantwortungsvolles, verlässliches und koordiniertes Vorgehen von Land und Kommunen bei der Bewältigung der Herausforderung und der Aufnahme von Geflüchteten im Land.

Ich komme zum Ende. Wir sind ein starkes Land und müssen Haltung zeigen.

Danke schön.

(Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

Zu einer Kurzintervention erteile ich Abgeordnetem Baldauf das Wort.

(Abg. Sven Teuber, SPD: Werden Sie jetzt integrationspoliti- scher Sprecher?)

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bedanke mich dafür, dass Sie das „C“ in der CDU angesprochen haben. Dann kann ich Ihnen noch einmal ganz deutlich erklären, was wir damit meinen. Für uns ist es immer wichtig, dass wir denen helfen, die tatsächlich unserer Hilfe bedürfen.

(Abg. Jaqueline Rauschkolb, SPD: Ach so! Wer entscheidet das?)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, für uns ist es aber genauso wichtig, dass im Zusammenhalt der eigenen Gesellschaft nicht der Eindruck vermittelt wird, dass gegen dieses Prinzip verstoßen wird und wir dieses Prinzip in Europa nicht sauber durchsetzen können.

(Beifall der CDU sowie der Abg. Helge Schwab und Dr. Herbert Drumm, FREIE WÄHLER)

Ich will Ihnen einmal die Situation beschreiben,

(Zuruf des Abg. Peter Stuhlfauth, AfD)

bevor wir in dieser wunderbaren Plenardebatte wieder über ein Wolkenkuckucksheim reden.

(Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD)

Zitat von einem, der im Übrigen in Istanbul sitzt und bewirbt, dass er entsprechende Flüchtlingsströme über die ungarische Grenze bringt – ich kann Ihnen sogar die WhatsApp-Nachricht zeigen, ich kann Ihnen sogar die Adresse zeigen, so ofziell läuft das –:

(Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Was?)

Die Route ist ganz einfach. Istanbul Flughafen, Direktflug nach Serbien. Da es zwischen Türkei und Serbien keine Visaabkommen gibt, ist die Einreise nur mit einem Reisepass möglich. Von dort aus werden die Personen – vermehrt Afghanen, Pakistaner und Kurden – mit Transportern abgeholt und bis zur österreichischen Grenze gebracht und mit einer Trittleiter, 2,50 m hoch, über die Grenze nach Deutschland geschmuggelt. Kostenfaktor liegt bei 5.000 bis 7.000 Euro pro Person, und man ist innerhalb von zwei Tagen in Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Schweiz. Ich kenne viele Kurden und Afghanen, die das so gemacht haben. –

(Zuruf der Abg. Heike Scharfenberger, SPD)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, das sind keine Einzelfälle. Tatsächlich wäre es erforderlich, dass man es europäisch löst und europäisch regelt. Seit 2015 funktioniert das aber nicht.

(Zurufe der Abg. Dr. Oliver Kusch, Sven Teuber und Jaqueline Rauschkolb, SPD)

Deshalb kann es nur so sein, dass wir selbst vorübergehend dafür sorgen, dass solche Personen nicht in die Lage versetzt werden,

(Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD – Unruhe im Hause)

unabhängig von irgendwelchen Asylbegehren und anderen Dingen hierherzukommen.

(Unruhe im Hause – Glocke der Präsidentin)

Das ist das Problem, und das reißt unsere Gesellschaft auseinander, Frau Kollegin.

(Zuruf der Abg. Jaqueline Rauschkolb, SPD – Weitere Zurufe von der SPD)

Herzlichen Dank.

(Beifall der CDU und bei der AfD)

Das Wort zur Erwiderung erteile ich Abgeordneter Anke Simon.

Vielen Dank, Herr Baldauf, dass Sie an dem kleinen Buchstaben „C“ noch einmal eine ganz andere Rede aufgebaut haben;

(Heiterkeit bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

denn die hat mit meiner Rede sonst eigentlich nichts zu tun, außer dass ich das „C“ erwähnt habe.

Natürlich sind wir uns einig, dass unsere Außengrenzen gesichert werden müssen.

(Zurufe aus dem Hause: Oh! Aha! – Abg. Michael Frisch, AfD: Ach, das ist aber ganz was Neues! Die deutschen Außengrenzen?)

Die Außengrenze der EU liegt aber zwischen Österreich und Serbien und nicht zwischen Serbien und Deutschland.

(Abg. Lars Rieger, CDU: Erzählen Sie das mal Frau Faeser!)

Frau Faeser ist da sehr stringent in der Richtung, und wir machen das auch.

(Heiterkeit und Beifall bei der CDU und bei der AfD – Unruhe im Hause – Abg. Michael Frisch, AfD: Ist das Ihr Ernst?)

Ich finde, Sie sind überhaupt nicht auf meine Rede eingegangen, aber das kennen wir eigentlich schon.

Wir haben rechtsstaatliche Verfahren, und die sollen auch richtig durchgeführt werden. Da sind wir bei Ihnen.

(Anhaltend Unruhe im Hause)

Ansonsten hat das Land Rheinland-Pfalz mit der Außengrenze nichts zu tun. Alle anderen Dinge habe ich in meiner Rede schon erwähnt.

Danke.

(Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, freue ich mich, dass wir ganz besondere Gäste bei uns im Landtag begrüßen dürfen. Es sind Gäste des Landtagspräsidenten und des Abgeordneten Roger Lewentz. Ich begrüße ganz herzlich vier Vertreter des THW aus Rheinland-Pfalz. Sie waren jetzt zehn Tage im Rettungseinsatz in der Türkei. Ich glaube, ich darf im Namen des gesamten Landtags meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen. Herzlich willkommen!

(Anhaltend Beifall im Hause)

Vielen Dank. – Wir setzen die Debatte fort, und ich darf dem nächsten Redner, Abgeordnetem Winkler von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, das Wort erteilen.

Vielen Dank, sehr geehrte Frau Präsidentin. – Sehr geehrter Herr Baldauf, Sie haben sehr wortreich den aus Ihrer Sicht zunehmenden sozialen Sprengstof beklagt. Da würde ich mir natürlich von einer verantwortungsbewussten Opposition wünschen, dass sie einen Löscheimer und nicht die Streichholzschachtel mit ans Redepult bringt.

(Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und bei der FDP)