Protocol of the Session on September 20, 2019

Man hat den Zustand sechs Jahre lang eskalieren lassen. Deshalb waren sehr viele Baumhäuser da. Gleichzeitig hat man die Rechtsgrundlage dafür geschaffen, dass in absehbarer Zeit gerodet werden kann. – Das war der Konflikt, der da ist.

Deshalb haben wir von Anfang an klargemacht: Dieser rechtswidrige Zustand ist an sich so nicht zu akzeptieren – unabhängig von allem anderen.

Zweitens. Weil Sie Recht gesetzt hatten, hat RWE einen Antrag auf Rodung gestellt. Das ist dann auch vom Staat, wenn er Recht setzt, durchzusetzen.

(Beifall von der CDU und der FDP)

Drittens. Natürlich hat – darüber reden Sie so banal – der Brandschutz auch eine Rolle gespielt. 2018 war der Hitzesommer schlechthin.

(Zuruf von Gordan Dudas [SPD])

Man verbietet überall, in ganz Nordrhein-Westfalen, Menschen, in Teile von Wäldern zu gehen.

(Rainer Schmeltzer [SPD]: Was war denn in diesem Hitzesommer?)

Und an einer ganz bestimmten Stelle sitzen Menschen, die im Wald Häuser mit Heizungen und Strom haben und dort leben.

(Zuruf von Horst Becker [GRÜNE])

Es ist doch logisch, dass eine Ministerin diesen Vorgang auch aufgreift.

(Beifall von der CDU und der FDP – Rainer Schmeltzer [SPD]: Und dieser Sommer war kalt?)

Diese drei Dinge gehören zusammen.

(Zuruf von Michael Hübner [SPD])

Das Erstaunliche ist – das verwundert mich wirklich –, dass man diesen Grundtatbestand des Rechtsstaates – einer setzt Recht, und einer setzt es durch – erklären muss.

(Gordan Dudas [SPD]: Wieso haben Sie das nicht von Anfang an gesagt?)

Der AfD muss ich nicht viel erklären, weil wir in vielen Dingen Dissens haben. Aber ich vermute doch einmal, dass eine Sozialdemokratische Partei und ein früherer Justizminister wissen, was es bedeutet, den Rechtsstaat durchzusetzen.

(Anhaltender Beifall von der CDU und der FDP – Sarah Philipp [SPD]: Keine Ablen- kungsmanöver!)

Das kann doch nicht wahr sein!

(Zuruf von Rainer Schmeltzer [SPD] – Volkan Baran [SPD]: Das sind Nebelkerzen! – Gordan Dudas [SPD]: Das heißt, am Wochenende werden die Häuser geräumt? – Monika Düker [GRÜNE]: Und was ist mit der Verhältnismä- ßigkeit?)

Hier gibt es den dringenden Wunsch, dass wir am Wochenende die Häuser räumen. Mich wundern die Sozialdemokraten.

(Fortgesetzt Zurufe von der SPD – Ibrahim Yetim [SPD]: Warum räumen Sie jetzt nicht? – Gegenruf von Thorsten Schick [CDU])

Es gibt in dieser Frage politische Unterschiede zwischen der NRW-Koalition und der Opposition. Das ist ja in Ordnung. Den Streit können wir ja auch führen.

(Eva-Maria Voigt-Küppers [SPD]: Darum geht es gar nicht!)

Ich würde nur empfehlen, dass wir über den heutigen Tag hinaus – wir werden noch lange zusammenarbeiten müssen – einfach versuchen, Probleme zu lösen.

(Zuruf von Stefan Zimkeit [SPD])

Herr Kutschaty, hier haben Sie heute Folgendes gemacht – in unterschiedlicher Intensität –: Beim zweiten Mal haben Sie dem WDR den Schwarzen Peter zugeschoben.

(Christian Dahm [SPD]: Nein! – Nadja Lüders [SPD]: Das wollen Sie gerne!)

In Ihrem ersten Wortbeitrag haben Sie sich mit Fragen herangerobbt

(Sarah Philipp [SPD]: Jetzt antworten Sie doch mal!)

an irgendeine Aufnahme, in der ein Bürger ein Wort verwendet, dem ich dann mit diesem Wort antworte, ihm aber erkläre, dass wir den Wald retten wollen. Alles das ist weg.

(Sven Wolf [SPD]: Sie sollen doch etwas sa- gen!)

Auch in der von Ihnen so freundlich zitierten WDRBerichterstattung ist natürlich unterlassen worden, zu erwähnen, dass das Wort von dem Bürger stammte und ich ihm mit seinem Wort erkläre, was der Tatbestand ist.

Ich führe diese Bürgergespräche weiter – selbst, wenn dort illegal aufgenommen wird. Ich habe sie am Montag mit „Fridays for Future“ geführt.

In diesem Falle habe ich Respekt vor den Grünen, weil sie wissen, was man in einer Debatte zitiert und was nicht.

(Wibke Brems [GRÜNE]: Wir haben gar nicht zitiert!)

Sie, Herr Kutschaty, haben sich mit der Art und Weise, in der Sie hier argumentiert haben, diskreditiert.

(Beifall von der CDU und der FDP – Zuruf von Rainer Schmeltzer [SPD])

Das zerstört Vertrauen.

(Monika Düker [GRÜNE]: Nehmen Sie diese Unterstellung zurück!)

Die Grünen haben uns scharf kritisiert. Aber sie haben nicht zu diesem Mittel gegriffen.

(Andreas Kossiski [SPD]: Was für ein Mittel?)

Es zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen uns allen und dem Bürger, wenn man auf diese Weise aus dem Netz heraus illegale Dinge zitiert.

(Nadja Lüders [SPD]: Und wer ist der Auslö- ser?)

Das schadet uns allen. Es fällt auf uns alle zurück, wenn Sie das tun.

(Beifall von der CDU und der FDP – Rainer Schmeltzer [SPD]: Also haben Sie es gesagt!)

Und jetzt würde ich gerne …

(Sven Wolf [SPD]: Jetzt sagen Sie, wie es war, und dann ist es gut! – Sarah Philipp [SPD]: Sie können es ausräumen!)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute stehen in 160 Staaten der Erde Menschen auf den Straßen – Hunderttausende in Deutschland – und demonstrieren für das Ernstnehmen des Klimaschutzes.

(Monika Düker [GRÜNE]: Ja, dann tun Sie das mal!)

Ich hoffe, dass die Wenigsten die Art der Debatte von heute Morgen gehört haben. Deshalb will ich einige Sätze zu dem sagen, um das es diesen jungen Leuten geht.