Es ist doch die EU, die mit der Verordnung zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel eine effektive Stärkung und Sicherung regionaler Produkte herbeigeführt hat. Nur deswegen gibt es diese Regionalbezeichnungen, die auch auf EUEbene gültig sind.
Insgesamt halte ich Ihren Antrag für wenig hilfreich, ziemlich versponnen und realitätsfern. Sie wollen zurück zur eigenen Scholle, weg vom globalen Markt, finden die EU überflüssig,
mögen keine Regeln und wünschen sich insgesamt eine schöne neue Welt mit blühenden Landschaften auf heimatlichem Boden.
Wenn wir die regionalen Wertschöpfungsketten stärken und ausbauen wollen, müssen wir andere, realistischere Wege gehen. Zukunftsorientierte Agrarpolitik sieht anders aus. Deswegen lehnen wir Ihren Antrag ab. – Herzlichen Dank.
grüßen ausdrücklich, dass sich der Trend hin zu regionalen Lebensmitteln und der direkten Vermarktung weiter fortsetzt.
Für Kunden und Endverbraucher ermöglicht der Einkauf beim Direktvermarkter eine umfassende Information über die Produkte, und zwar direkt vom Hersteller. Die kurzen Wege leisten nicht nur einen großen Beitrag zum Klimaschutz und dem bewussten Konsum von Lebensmitteln, sondern auch einen Beitrag zur Einkommensverbesserung der Landwirte.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der hier vorliegende Antrag erweckt aber den Eindruck, als bräuchten die Landwirte Nachhilfeunterricht von Landesseite in Sachen Direktvermarktung. Das Gegenteil aber ist der Fall. Die Landwirte brauchen keine staatliche Marketingagentur, sondern haben sich längst in einem Verband, der alle Fragen zur Direktvermarktung zielgenau klärt, zusammengeschlossen. Diese Informationen gibt es sogar stets aktuell als App.
Auch die Landwirtschaftskammern verfügen über ein umfangreiches Informationsangebot, und die von der AfD geforderten Leitfäden existieren dort bereits seit Langem.
Gleiches gilt im Übrigen auch für die regionalen Erzeuger. Hier haben sich Landwirte und Lebensmittelhersteller aus Nordrhein-Westfalen zu landesweiten Initiativen zusammengeschlossen, um Produkte aus der Region zu vermarkten. Zu nennen wären die Marken „Gutes vom Niederrhein“, „Regionale Landwirtschaft Münsterland“, „Lippequalität“ und andere. Das Land NRW fördert diese Maßnahmen auch entsprechend.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Antrag erweckt den Anschein, als ob es unsere Landwirte und Unternehmen ohne Hilfe der Politik nicht hinbekämen, ihre Produkte selbst zu vermarkten. Dass sie diese Hilfe nicht brauchen, haben die Landwirte durch ihr Handeln längst bewiesen. Auch die anderen im Antrag genannten Punkte, wie der praktikable Leitfaden oder die Marketinggesellschaft, sind längst vorhanden.
(Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucher- schutz: Genau!)
Dazu brauchen unsere Landwirte keine Politiker, keine Ministerialbeamten und schon gar keinen Antrag der AfD.
Liebe Kollegen der AfD, wirklich nichts, was in diesem Antrag steht, hilft in der Sache weiter. Aber das wissen Sie auch ganz genau, und darum wollen Sie diesen Antrag überhaupt nicht im Fachausschuss
Die wahre Intention hinter Ihrem Antrag zielt nämlich gar nicht auf eine Unterstützung der heimischen Landwirte ab, sie richtet sich vielmehr gegen die EU. Sie möchten einfach erneut Ihre Ablehnung der EU deutlich machen und billigen Wahlkampf betreiben. Dazu missbrauchen Sie die Probleme unserer Landwirtschaft. An Problemlösungsansätzen sind Sie jedenfalls nicht ernsthaft interessiert, wie dieser Antrag zeigt. Darum lehnen wir ihn ab.
Vielen Dank, Herr Kollege Haupt. – Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht Herr Kollege Rüße.
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Vorredner von CDU, SPD und FDP haben eigentlich alles zur Qualität des Antrags gesagt, was man dazu sagen muss. Er ist in der Tat unterirdisch. Herr Blex, eigentlich haben Sie mit Ihrem Antrag nur nachgewiesen, dass Sie von den Themen „Landwirtschaft“ und „Vermarktung“ keine Ahnung haben.
Sie haben schlichtweg versäumt, was alles in den letzten Jahren passiert ist und nicht zur Kenntnis genommen, was das Land alles bereits macht. Da hätte ein bisschen Recherche geholfen. Man setzt sich an den Computer und googelt, und so bekommt man alles mit. Dann hätten Sie festgestellt, dass dieser Antrag so peinlich ist, dass man ihn besser nicht stellt.
Ein Satz zur Abwägung zwischen Regionalität und Bio. In Wirklichkeit geht es Ihnen um die Abwertung von Ökolandbau. Das ist bei Ihnen ein zentrales Thema. Sie haben es sogar selbst gesagt: Der Ökomarkt hat einen Umsatz in Höhe von 11 Milliarden Euro. Um die Jahrtausendwende waren wir bei 1 Milliarde Euro. Es gibt kein anderes Segment im Lebensmittelbereich, das so stark wächst. Unsere Landwirtschaft wäre wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie diese Chance nicht ergreifen würde.
Herr Blex, ich sage Ihnen Folgendes, damit Sie die Relationen vielleicht verstehen: Es geht längst nicht mehr um eine Nische. Fahren Sie mal zur BIOFACH nach Nürnberg und schauen Sie sich diese Messe an!
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir in Deutschland ungefähr 30.000 Ökobetriebe haben. Das sind Bäuerinnen und Bauern, die davon leben. Ich finde es nicht in Ordnung, wie Sie das immer abwerten.
Um die Relationen herzustellen: Wir haben in Deutschland noch etwa 22.000 Schweinemäster. Gar keine Frage: Um die müssen wir uns auch kümmern. Ökolandbau ist aber ein wachsendes Segment, und wir tun gut daran, es nicht so zu diffamieren, wie Sie es mit Ihrem Antrag versucht haben.
Natürlich besteht im Ökobereich das Problem der Importe. Das ist doch gar keine Frage. Wir müssen die Kriterien für Regionalität und ökologischen Landbau teilweise zusammenbringen. Regionalität nur als Begriff ist zu wenig. Dahinter muss auch Qualität stecken. Das muss gefüllt werden.
Ich frage mich schon – wir haben es in NRW immer wieder diskutiert –, was ein „Westfälischer Knochenschinken“ als regionales Produkt tatsächlich wert ist, wenn das Ferkel aus Dänemark kommt, Soja aus Argentinien, Gerste aus der Ukraine, und die Scheiße wird am Ende nach Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt gefahren. Bei so einem Produkt ist die Definition schon schwierig. Da fehlt uns etwas bei der regionalen Vermarktung. Das müssen wir noch mal ausdifferenzieren, das müssen wir angehen.
Ihr Antrag aber bringt uns kein Stück weiter. Er ist so rückwärtsgewandt, dass wir ihn gerne und von Herzen ablehnen werden. – Vielen Dank.
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu dem Antrag ist eigentlich schon alles gesagt worden, was gesagt werden muss. Ich möchte gleich noch ein paar weitere Hinweise dazu geben. Nutzen wir aber die Chance, und sprechen wir noch einmal über Themen aus der Landwirtschaft, über regionale Produkte und Bioprodukte etc.
Frische, Qualität und Geschmack spielen bei der Kaufentscheidung für regionale Produkte eine ganz wichtige Rolle. Aber welche Faktoren stehen dahinter? Dabei spielen der Wunsch nach Tradition und Vertrautheit, der direkte Bezug zum Lebensmittel,
das Wissen, woher es kommt, und auch ethische Gründe wie Fairness, Tierwohl und der Wunsch nach Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle.
Wir müssen zu einem gemeinsamen Selbstverständnis von Wirtschaft, Handel und Verbrauchern kommen, dass Lebensmittel ihren Preis wert sind.
Danke. – Meine Damen und Herren, nur so kann sichergestellt werden, dass die Landwirtinnen und Landwirte mit ihrem Einkommen auskommen und all die zusätzlichen Leistungen – Umwelt- und Tierschutzleistungen –, die wir ihnen abverlangen und aufgrund derer wir regionale Produkte kaufen, honoriert werden.
Der Preis ist für viele Verbraucher nicht mehr das wichtigste Kaufargument. Mittlerweile sind die Verbraucherinnen und Verbraucher bereit, für hochwertige Erzeugnisse aus der Region mehr und angemessen zu bezahlen.