Protocol of the Session on February 18, 2016

dass es kein Konzept dafĂŒr gibt, wie mit dieser Frage umzugehen ist.

(Grant Hendrik Tonne [SPD]: Waren Sie anwesend? Waren Sie anwe- send?)

Jetzt will ich Ihnen mal etwas sagen: Sie können all das unglaublich witzig finden. Ich sage Ihnen aber eines: Wenn durch diesen Wolf, der sein natĂŒrliches Distanzverhalten gegenĂŒber den Menschen inzwischen verloren hat, etwas passiert, dann trĂ€gt dieser Minister inzwischen ganz allein die Verantwortung dafĂŒr. Er wird dafĂŒr politisch bezahlen. Sein RĂŒcktritt ist dann das Mindeste, was zu passieren hat. Dieses Risiko, Herr Wenzel, gehen Sie mit Ihrem Verhalten inzwischen ein.

(Lebhafter Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Dann wollen wir mal gucken, ob Sie sich immer noch totlachen. Das, was Sie hier veranstalten, ist unfassbar. Kommen Sie endlich mit vernĂŒnftigen Konzepten auf den Markt! Tragen Sie das in diesem Parlament vor! Stehen Sie im Ausschuss Rede und Antwort! Es geht um eine echte Gefahr fĂŒr die Menschen, die dort leben.

(Lebhafter Beifall bei der CDU und bei der FDP - Widerspruch von der SPD und von den GRÜNEN)

Mir liegt jetzt noch eine Meldung zur GeschĂ€ftsordnung vor. Herr Dr. Hocker, Sie haben das Wort. Dann lassen wir noch eine Wortmeldung zur GeschĂ€ftsordnung von den GrĂŒnen und auch von der SPD zu, wenn Sie möchten. Dann stelle ich fest, ob das, was hier beantragt worden ist, so geht oder nicht. - Bitte schön!

Herr PrĂ€sident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Werter Herr Minister Wenzel, ich möchte gern untermauern, warum es mir so wichtig ist, dass wir die Unterrichtung dieses Hohen Hauses und die Diskussion darĂŒber schon heute durchfĂŒhren und nicht erst am nĂ€chsten Montag, wenn der Umweltausschuss wieder tagt. Der Minister hat im Umweltausschuss auf meine Frage, was „Entnahme“ denn genau bedeutet, erklĂ€rt: Wir prĂŒfen gegenwĂ€rtig alle Maßnahmen fĂŒr eine Entnahme. Wir bereiten alle Maßnahmen vor.

(Petra Tiemann [SPD]: Und jetzt zur GeschÀftsordnung!)

Ich habe gefragt, was „Entnahme“ fĂŒr ihn bedeutet. Darauf wurde geantwortet: „Entnahme“ heißt „Entnahme“.

(Petra Tiemann [SPD]: Jetzt zur Ge- schÀftsordnung!)

Nach der Ausschusssitzung hat der Minister gegenĂŒber den Medien und gegenĂŒber dem Fernsehen auf die Frage, was „Entnahme“ denn bedeutet, erklĂ€rt: Das bedeutet, dieses Tier zu töten.

Herr Kollege, ich möchte Sie daran erinnern, dass wir uns jetzt in einer GeschÀftsordnungsdebatte befinden. Bitte schön!

Genau. Dazu spreche ich jetzt auch. Das waren eben die einleitenden Bemerkungen.

Ich glaube, dass das Informationsrecht dieses Hauses so groß ist, verehrter Herr PrĂ€sident und verehrter Herr Minister Wenzel, dass es dringend erforderlich ist, die Ausschusssitzung von heute Mittag heute Nachmittag fortzufĂŒhren. Den Antrag, den ich vorhin gestellt habe, wiederhole ich jetzt.

Vielen Dank.

(Beifall bei der FDP und bei der CDU - Petra Tiemann [SPD]: Wo waren denn Ihre Fraktionskolleginnen und -kolle- gen, die so viel Interesse haben?)

Danke sehr. - Bitte schön, Sie haben das Wort, Herr Kollege Limburg.

Vielen Dank. - Herr PrÀsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Nacke, Herr Dr. Hocker, Sie haben mit Ihren BeitrÀgen genau das untermauert, was ich vorhin gesagt habe. Sie haben heute Morgen zunÀchst ad hoc eine Unterrichtung im Plenum beantragt, wohlwissend, dass es dann keine Möglichkeit gegeben hÀtte, mit der ganzen Fachabteilung zu sprechen, wohlwissend, dass es dann keine Möglichkeit gegeben hÀtte, sachliche Nachfragen zu stellen.

(Christian Grascha [FDP]: Sie haben doch gesagt, dass der Minister Tag und Nacht aussagefÀhig ist!)

Darauf kam es Ihnen aber offenbar nicht an, Herr Grascha.

Dann hat Herr Kollege BÀumer in entlarvender Weise noch mehr Klarheit hergestellt. Er hat nÀmlich deutlich gemacht, dass das zentrale Problem einer Unterrichtung im Ausschuss darin besteht, dass er nicht live in die Kamera reden kann. Das

ist das, worum es Ihnen gegangen ist. Deswegen inszenieren Sie jetzt erneut diese GO-Debatte. Sie wollen live ins Fernsehen. Sie wollen in die Kamera reden. Um die Sache geht es Ihnen nicht.

(Zustimmung bei der SPD)

Dann schließlich ist Herr Nacke gekommen und hat deutlich gemacht, worum es Ihnen eigentlich geht. Sie wollen hier nicht sachlich ĂŒber die Ängste der Menschen diskutieren. Das könnte man ja am kommenden Montag im Ausschuss fortfĂŒhren. Ihnen geht es darum, dem stellvertretenden MinisterprĂ€sidenten politisch etwas ans Zeug zu flicken. Herr Kollege Nacke, wir nehmen die parlamentarischen Rechte von allen Fraktionen sehr, sehr ernst - das wissen Sie auch -; auch in dieser Legislaturperiode.

(Jens Nacke [CDU]: Das ist ganz kla- rer Verfassungsbruch, Herr Kollege! Haben Sie nicht zugehört? Jetzt auch noch solche SprĂŒche kloppen! Ein bisschen mehr Demut! Setzen Sie sich wieder hin! Das ist lĂ€cherlich! Das ist jetzt lĂ€cherlich! - Weitere Zuru- fe von der CDU)

- Wir nehmen solche Auftritte, wie den Ihrigen, Herr Nacke, gerade in diesem Moment, nicht ernst und werden Sie, Herr Nacke, auch zukĂŒnftig nicht ernst nehmen. Ich kann Ihnen nicht in Aussicht stellen, dass wir solche Showauftritte zukĂŒnftig ernst nehmen und darauf reagieren, Herr Nacke.

(Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD)

Vielen Dank. - Meine Damen und Herren, weitere Wortmeldungen zur GeschÀftsordnung liegen nicht vor.

Ich möchte Ihnen jetzt ganz kurz vorlesen, was in unserer GeschĂ€ftsordnung zur Einberufung von Ausschusssitzungen steht. In § 92 - Einberufung, Tagesordnung - heißt es u. a.:

„Die AusschĂŒsse werden auf ihren Beschluss oder auf Anordnung ihrer oder ihres Vorsitzenden von der Landtagsverwaltung unter Mitteilung der Tagesordnung einberufen.

Ein Drittel der Ausschussmitglieder kann schriftlich unter Angabe des Beratungsgegenstandes die Einberufung verlangen, so

fern die Beratung des Gegenstandes zulĂ€ssig ist.“

Das heißt: Das Parlament kann nicht ĂŒber die Einberufung einer Ausschusssitzung bestimmen - auch nicht durch Mehrheitsbeschluss. Damit ist Ihr Antrag sozusagen nichtig, wenn ich das so sagen darf. Nichtig ist er, was die GeschĂ€ftsordnung angeht.

Ich empfehle, dass sich die Parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer zusammensetzen und versuchen, Einvernehmen ĂŒber eine Ausschusssitzung zu erzielen. Hier jedenfalls können wir nicht darĂŒber beschließen. Der Landtag ist dazu laut unserer GeschĂ€ftsordnung nicht in der Lage. Ich bitte um Nachsicht und um VerstĂ€ndnis. So ist unsere GeschĂ€ftsordnung.

(Miriam Staudte [GRÜNE]: Am Mon- tag haben wir ja schon wieder Sit- zung! - Ottmar von Holtz [GRÜNE]: Das ist doch schon am Montag!)

Damit schließen wir die GeschĂ€ftsordnungsdebatte ab. Es gibt aber noch eine Bitte um Abgabe einer persönlichen Bemerkung in dieser Frage. Martin BĂ€umer, Sie haben das Wort.

(Unruhe)

- Meine Damen und Herren, ich darf Sie bitten, die Abgabe der persönlichen ErklÀrung so ernst zu nehmen, wie wir das immer tun.

Herr PrÀsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Kollege Limburg hat mir unterstellt, dass es mein Bestreben gewesen sei, im Rahmen der Ausschusssitzung in die Kameras zu lÀcheln und meine Statements abzugeben.

(Helge Limburg [GRÜNE]: Ja, genau! So haben Sie es mir gesagt!)

Ich weise diese Unterstellung mit aller Deutlichkeit zurĂŒck. Was das Thema „Wolf“ angeht, bin ich völlig frei von persönlichen Eitelkeiten. Dieses Thema ist bei unserem Fachexperten Ernst-Ingolf Angermann verortet. Genau aus dem Grunde hat er nach der Ausschusssitzung sowohl in Radio- als auch Fernsehinterviews geantwortet.

Mir persönlich ging es nur um Transparenz. Aber das scheint bei Ihnen ja ein Fremdwort zu sein.

(Lebhafter Beifall bei der CDU - Wi- derspruch bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Vielen Dank. - Meine Damen und Herren, ich rufe jetzt auf den

Tagesordnungspunkt 22: Abschließende Beratung: FĂŒr eine praxisgerechte PrĂŒfung von bau- und immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren durch die Ministerien - Antrag der Fraktion der FDP - Drs. 17/4353 - Beschlussempfehlung des Ausschusses fĂŒr Umwelt, Energie und Klimaschutz - Drs. 17/5088

Der Ausschuss empfiehlt Ihnen, den Antrag abzulehnen.

Eine Berichterstattung ist nicht vorgesehen.

Wir kommen zur Beratung. Zu Wort gemeldet hat sich der Kollege Hermann Grupe, FDP-Fraktion. Bitte schön, Herr Grupe!

Vielen Dank. - Herr PrĂ€sident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es geht um die PrĂŒfung von Baugenehmigungsverfahren durch die Ministerien - ein Titel, der sich staubtrocken anhört, aber umso spannender ist, wenn man schaut, was im Lande in dieser Angelegenheit passiert, speziell in dem Fall, der hier exemplarisch dargelegt wurde, nĂ€mlich dem Fall des Antrags im Kreis Holzminden, zwei HĂŒhnermaststĂ€lle zu bauen.

In der Ausschussberatung im Umweltausschuss wurden vonseiten der Landesregierung schwere VorwĂŒrfe gegen den Landkreis Holzminden erhoben. Die Landesregierung erklĂ€rte zu dem Verfahren allgemein: Manchmal ist das Verfahren ordnungsgemĂ€ĂŸ abgelaufen, und manchmal hat man Zweifel und muss vertieft prĂŒfen; einen solchen Fall hatten wir jetzt beim Landkreis Holzminden.