Protocol of the Session on September 26, 2014

Sie sind in diesem Zusammenhang informiert. Nur, meine Damen und Herren, für die Kommunen ist

nun eindeutig das Land zuständig. Das heißt, Ihr Ministerpräsident muss in diesem Zusammenhang die Kommunen informieren. Wenn er das nicht gemacht hat, dann bin ich gerne bereit, dies auch im Parlament einzufordern. Dann können wir hier auch einen Entschließungsantrag verabschieden.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Der dritte Punkt: Gefährdung der öffentlichen Daseinsvorsorge und des Modells der öffentlichrechtlichen Sparkassen. - Ich habe schon darauf hingewiesen: Die WTO-Dienstleistungssystematik bedeutet, wir können es selber entscheiden. Der Bundeswirtschaftsminister hat eindeutig dargelegt, dass öffentliche Dienstleistungen in Deutschland nicht im Zusammenhang mit dem TISA privatisiert werden sollen. Eindeutige Aussagen!

Die WTO-Systematik stellt insofern sicher, dass der Status quo erhalten bleibt. Ganz wichtig für uns! Da gebe ich Ihnen ja recht. Eine Deregulierung von Finanzdienstleistungen ist nicht geplant und darf auch nicht durchgeführt werden.

Dann haben Sie gesagt: Standstill- und Ratchetklauseln dürfen nicht dazu führen, dass eine Rekommunalisierung nicht möglich ist. - Der Bundeswirtschaftsminister hat genau dargelegt, dass dieses in diesem Zusammenhang eindeutig ausgeschlossen ist. Längst erledigt!

(Glocke der Präsidentin)

Vierter Punkt: Datenschutz. - Das TISA wird die generelle Ausnahmevorschrift des Artikels 14

WTO-Dienstleistungsabkommen übernehmen.

Dem zufolge werden bestehende, aber auch zukünftige Datenschutzregelungen durch das Abkommen nicht berührt.

Fünfter Punkt: Arbeitnehmerrechte. - Im TISA - dem, was bisher veröffentlicht worden ist - sind Arbeitnehmerklauseln enthalten, wonach ausländische Dienstleister die nationalen Lohn- und Arbeitsbedingungen beachten müssen.

Meine Damen und Herren, alle fünf Punkte sind längst erledigt.

Gestern ist im Bundestag eine große Debatte gewesen, in der Gabriel dargestellt hat, dass hier gerade auch die Investitionsschutzregelungen beachtet werden müssen. Klare Ansage: Im TISA ist dies überhaupt nicht vorgesehen.

Zusammengefasst kann man nur eines feststellen: Sie misstrauen Ihrem Bundesvorsitzenden, dem Bundeswirtschaftsminister Gabriel, oder Sie lassen

sich hier schlichtweg von Ihrem Bündnispartner Bündnis 90/Die Grünen vorführen.

(Glocke der Präsidentin)

Denn das, was sie hier aufgeschrieben haben, haben sie exakt auch im Bundestag vorgetragen. Aber sie sind widerlegt worden.

Meine Damen und Herren, wir können in den Beratungen durchaus einem Antrag durchaus zustimmen, in dem erstens klar steht: Handelsabkommen stärken gerade auch die niedersächsische Wirtschaft und die Dienstleistungsunternehmen.

Sie müssen jetzt zum Schluss kommen, Herr Schünemann.

Zweitens - ganz eindeutig - haben wir kein Problem damit, noch einmal darzustellen, dass gerade das Sparkassenmodell in Deutschland ein wichtiger Punkt für unsere Mittelständler ist. Es muss erhalten bleiben. Hier ist aber auch keine Gefahr.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Drittens und letztens, Frau Präsidentin, sind wir gerne bereit, einen Spiegelstrich mit aufzunehmen, in dem steht: Wir stärken Bundeswirtschaftsminister Gabriel bei seinen Verhandlungen den Rücken

(Lachen bei der SPD)

und sind dankbar, dass er die Punkte, die Sie aufgeführt haben, längst behandelt hat.

Vielen Dank.

(Starker, lang anhaltender Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Vielen Dank, Herr Kollege. - Zu Ihrer Rede gibt es eine Kurzintervention. Herr Abgeordneter Schmidt, bitte!

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Schünemann, ich habe großes Verständnis -

(Unruhe bei der CDU - Glocke der Präsidentin)

da hat sich viel aufgestaut; da musste ganz viel raus.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Widerspruch bei der CDU)

Ich habe auch Verständnis für ganz viel Applaus - der musste raus.

(Zuruf von der CDU: Zur Sache! - Ulf Thiele [CDU]: Billig! Völlig billig!)

Sie haben ja auch intern Fragen zu klären.

(Zuruf von der CDU: Billig! Ganz billig! - Weitere Zurufe von der CDU - Glo- cke der Präsidentin)

Aber ich erlaube mir einen dezenten Hinweis: Sie haben gerade über die Vereinbarungen beim TTIP-Abkommen geredet, und wir reden hier über TISA, das erst noch verhandelt wird. Vielleicht einfach einmal zuhören!

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Zu dem Beschluss des SPD-Konvents am Samstag sage ich erst einmal: Sie brauchen sich keine Sorge über die Kopfhygiene der deutschen Sozialdemokratie zu machen.

(Lachen bei der CDU - Frank Oester- helweg [CDU]: Doch! Doch!)

Sie brauchen auch unsere Minister nicht zu loben. Darin sind wir sehr gut. Das machen wir vielleicht noch zu wenig.

Aber Sie brauchen auch nicht daran zu zweifeln, dass der Beschluss, der am Samstag gefasst worden ist, genau richtig ist. Wir haben gemeinsam mit den deutschen Gewerkschaften

(Zurufe von der CDU: Oh!)

vereinbart, dass die vier Punkte, die ich aufgezählt habe, bei TTIP gelten sollen. Aber es ist doch vollkommen klar, dass sie auch bei den folgenden Verhandlungen über TISA wichtig sind, die jetzt erst noch kommen.

Wissen Sie, was richtig schade ist? - Die gemeinsame Verantwortung für das Thema „starke Wirtschaft, freier Handel“ ist hier zum Ausdruck gekommen. Aber Sie haben kein einziges Wort zur Daseinsvorsorge gesagt,

(Christian Grascha [FDP]: Gerade da- zu hat er etwas gesagt!)

kein Wort zu unseren Stadtwerken, kein Wort zu unseren Sparkassen,

(Lebhafter Widerspruch bei der CDU)

sondern einfach nur: Alles super!

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Jörg Hillmer [CDU]: Sie haben gar nicht zugehört! - Christian Grascha [FDP]: Mann, Mann, Mann!)

Was Sie können, ist abschieben - und zwar Verantwortung abschieben. Das haben Sie heute wieder bewiesen, Herr Schünemann.

Schönen Dank.