Diese Aussagen sind allerdings kein niedersächsisches Spezifikum, sondern gelten bundesweit und darüber hinaus auch in anderen westlichen Industrieländern.
Daraus ergibt sich, dass die aus dem genannten Schulbuch zitierte Aussage „Nach Ansicht von Experten gibt es kaum einen männlichen Jugendlichen, der noch nie eine Straftat begangen hat - er lässt sich dabei aber meist nicht erwischen“ dem Stand der kriminologischen Forschung entspricht und in ähnlicher Form in der Fachliteratur verbreitet ist.
Zur polizeilich registrierten Kriminalität in Niedersachsen lässt sich feststellen, dass ausweislich der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Jahr 2009 der Polizei insgesamt 590 233 Straftaten bekannt geworden sind, davon wurden 353 936 Fälle aufgeklärt. Von diesen aufgeklärten Taten sind 53 668
Fälle von Kindern und Jugendlichen begangen worden; das ist der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre.
Im Jahr 2009 wurden für diese Taten 42 202 minderjährige Tatverdächtige ermittelt. Dies stellt den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre dar. Die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) - also die Anzahl der minderjährigen Tatverdächtigen je 100 000 Minderjähriger in der Wohnbevölkerung (ohne Kinder unter 8 Jahren) - ging im Jahr 2009 bei den Kindern um 3,06 % auf 2 217 zurück.
Bei den Jugendlichen stieg dieser Wert allerdings um 2,38 % auf 8 318. Das bedeutet, dass etwa 8,32 % der Jugendlichen in der Wohnbevölkerung im Jahr 2009 als Tatverdächtige polizeilich registriert wurden. Diese Aussagen betreffen jedoch nur das Jahr 2009. Aussagen, welche Jugendlichen wie oft in ihrem Leben polizeilich registriert wurden (sogenannte Lebenszeitprävalenz) , lassen sich aus der TVBZ nicht ableiten.
gangen hat“, deckt sich nicht mit den Ergebnissen der Niedersächsischen Kriminalstatistik bei handelt es sich aber um eine isolierte Betrachtung des Hellfeldes, die aus den in der Vorbemerkung aufgeführten Gründen bei gleichzeitiger Betrachtung des Dunkelfeldes nicht im Widerspruch zur in Rede stehenden Aussage stehen muss.
Ausweislich der PKS lag die TVBZ männlicher Jugendlicher im Jahr 2009 (wie auch in allen frühe- ren Jahren) mit 11 776 deutlich höher als die weiblicher Jugendlicher (4 678). Die Landesregierung kann daher bestätigen, dass männliche Jugendliche weitaus häufiger polizeilich als Tatverdächtige registriert werden als weibliche.
Die Entwicklung der Kinder- und Jugendkriminalität in Niedersachsen in den letzten sieben Jahren stellt sich, bezogen auf die Fallzahlen, wie folgt dar:
Der seit 2005 zu beobachtende Rückgang der von Minderjährigen begangenen Fälle - mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 2008 - setzte sich im Jahr 2009 fort. Die Anzahl der aufgeklärten Fälle Minderjähriger ging um 1,67 % zurück. Mit 53 668 Fällen wurde fast das Niveau des Jahres 2000 erreicht. Diese sinkende Tendenz ist sowohl bei den Kindern (-4,84 %) als auch bei den Jugendlichen (-0,76 %) zu beobachten.
perverletzungsdelikten. Der bereits im Jahr 2008 festgestellte Rückgang der von Minderjährigen verübten gefährlichen und schweren Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen hat sich im vergangenen Jahr weiter fortgesetzt. Die Anzahl dieser von Kindern und Jugendlichen begangenen Fälle ist gegenüber dem Höchstwert aus dem Jahr 2007 (2 081 Fälle) um beinahe 20 Prozentpunkte auf 1 677 Fälle (Vorjahr 1 857 Fälle) gesunken. Erheblich zugenommen hat allerdings in den letzten Jahren die Zahl der polizeilich ermittelten Tatverdächtigen allgemein bei Körperverletzungsdelik
ten. So stieg die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen bei Körperverletzungen von 4 204 im Jahr 2000 auf 7 492 im Jahr 2009. Bei den kindlichen Tatverdächtigen erhöhte sich die Zahl im gleichen Zeitraum von 1 647 auf 2 284 Tatverdächtige.
Zu 3: Einzelne Zitate einer Schulbuchseite bzw. Inhalte von Schulbuchseiten bilden weder konkrete Unterrichtsstunden ab, noch sind sie ausschließlicher Inhalt von Unterricht. Darüber hinaus können Aussagen, die ausweislich als Ansicht deklariert werden, in der 8. Jahrgangsstufe eines Gymnasium provozieren, zur Nachforschung anregen und zu kontroversen Auseinandersetzungen führen.
Die Genehmigung des Schulbuchs für den Einsatz an Gymnasien in Niedersachsen und die zitierte Ansicht von Experten sind vor dem Hintergrund des oben Gesagten nicht zu beanstanden.
des Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz auf die Frage 50 der Abg. Martin Bäumer, Dr. HansJoachim Deneke-Jöhrens und Karl-Heinrich Langspecht (CDU)
In der Kreiszeitung vom 22. Mai 2010 war zu lesen, dass es nach Ansicht des NABU-Landesverbandes keine umfassende und ressortübergreifende Strategie für Niedersachsen beim Thema Biodiversität gibt. Der NABU kritisiert in dem Artikel die Förderpolitik des Landes. Das Ziel der Erhaltung der biologischen Vielfalt werde verfehlt.
2. Was sind nach Einschätzung der Landesregierung die wichtigsten und dringendsten Aufgaben, um die Artenvielfalt in Niedersachsen zu fördern und zu bewahren?
Niedersachsen weist vom Harz bis zur Nordsee fast alle in Mitteleuropa vorhandenen Lebensraumtypen auf. Diese Vielzahl an Lebensräumen beherbergt derzeit ca. 40 000 Tier- und Pflanzenarten. Als Beispiele für die enorme Artenvielfalt Niedersachsens sind zu nennen: