Die berufsbildenden Schulen haben insbesondere in der Fläche in der Regel sehr viel weitere Einzugsbereiche als die Hauptschulen. Es werden deshalb für die Hauptschülerinnen und Hauptschüler auch sehr viel weitere Wege entstehen.
1. In welcher Weise soll der jeweilige Berufswunsch der Hauptschülerinnen und Hauptschüler beim Unterricht in der Berufsschule berücksichtigt werden, wenn dieser Unterricht in der Kooperation der Hauptschulen mit jeweils nur einer berufsbildenden Schule organisiert werden soll?
2. Wie soll die geplante Zusammenarbeit von Hauptschulen und Realschulen organisiert werden, wenn die Hauptschülerinnen und -schüler an zwei Tagen in der Woche in der Hauptschule nicht anwesend sind?
3. Welche Wege werden für die Hauptschülerinnen und Hauptschüler maximal bis zur zuständigen berufsbildenden Schule entstehen, wer wird für die Schülertransportkosten aufkommen, und wie will die Landesregierung dafür sorgen, dass eine ausreichende Zahl von Räumen und von Lehrkräften für den fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht für die Hauptschülerinnen und -schüler an den berufsbildenden Schulen vorhanden sind?
Seit der Regierungsübernahme hat die Landesregierung einen besonderen bildungspolitischen Schwerpunkt auf eine stärkere Profilierung der Hauptschule gelegt. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf den Übergang von der Schule in
Seit 2004 wird in Modellprojekten und Schulversuchen erprobt, wie die Ausbildungsfähigkeit und Berufswahlreife der Schülerinnen und Schüler zusätzlich gestärkt und die Abschlussquote weiter erhöht werden können. In Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und anderen Partnern haben wir als erstes Bundesland neue Wege beschritten, um unseren Jugendlichen bessere Startchancen in das Berufsleben zu eröffnen.
Die Erfahrungen aus diesen Projekten und Schulversuchen bieten eine überzeugende Perspektive für die Weiterentwicklung der Hauptschule hin zu einer Verzahnung zwischen allgemeinbildender und berufsbildender Schule. Die ausbildende Wirtschaft begrüßt eine solche weitere Verzahnung ausdrücklich.
Die Konsequenz aus den Modellprojekten und Schulversuchen ist eine zielorientierte, systematische Berufsorientierung bis hin zur Vermittlung einer beruflichen Grundbildung für die Schülerinnen und Schüler.
Die Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 9 und 10 erhalten sowohl eine grundlegende Allgemeinbildung als auch eine fachliche Bildung bis hin zu einer beruflichen Grundbildung, die die Anforderungen der Berufsausbildung und der Berufsausübung berücksichtigt.
Die Landesregierung wird das skizzierte Konzept sorgsam im Detail auch unter Berücksichtigung bestehender erfolgreicher Modelle der Zusammenarbeit mit berufsbildender Schule und Betrieben ausarbeiten und die zur Umsetzung des Konzepts erforderlichen rechtlichen Bestimmungen vorbereiten.
Zu 1: Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen können durch die Wahl von Berufsfeldern in der berufsbildenden Schule im Rahmen der dort bestehenden Angebote Schwerpunkte setzen oder auch durch Praxiserfahrungen in Betrieben ihre Berufswünsche zielgerichtet entwickeln. Darüber hinaus werden sie im Fachunterricht an der Hauptschule sowie durch Betriebspraktika oder Praxistage auf die Wahl eines Berufsfeldes bzw. auf die künftige Berufswahl vorbereitet.
Zu 2: Die Zusammenarbeit in der zusammengefassten Haupt- und Realschule bezieht sich nach Entscheidung der Schule auf die Schuljahrgänge 5 bis 8. In den 9. und 10. Schuljahrgängen erfolgt in jedem Fall eine schulformbezogene Schwerpunktsetzung.
Zu 3: In Niedersachsen gibt es rund 140 berufsbildende Schulen. Für jede Hauptschülerin und jeden Hauptschüler befindet sich eine berufsbildende Schule in einer erreichbaren Entfernung. Die Beförderungspflicht bzw. der Erstattungsanspruch ist abhängig von der jeweiligen Entfernung der Wohnung der Schülerin oder des Schülers zur berufsbildenden Schule, wobei gegebenenfalls auch die Möglichkeit bestünde, die ausgestellte Fahrkarte zur Hauptschule für die Fahrt zur berufsbildenden Schule zu nutzen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind weder die Kosten noch die Anzahl der von einer Schülerbeförderung möglicherweise betroffenen Schülerinnen oder Schüler zu quantifizieren. In der Unterrichtsversorgung besteht - je nach vereinbarten Kooperationen zwischen Hauptschulen und berufsbildenden Schulen - voraussichtlich zum 1. August 2011 ein höherer Bedarf vorrangig an Fachpraxislehrkräften. Allerdings werden sich durch einen zu erwartenden Schülerrückgang in Berufseinstiegsklassen, im Berufsvorbereitungsjahr und gegebenenfalls in der Berufsfachschule Entlastungen ergeben. Dies gilt auch für den Bedarf an Fachräumen in der berufsbildenden Schule.
In Salzgitter haben im letzten Herbst Schülerinnen und Schüler vieler Schulen für eine bessere Bildung demonstriert. Ein wesentlicher Kritikpunkt war die schlechte und zum Teil mangelhafte Unterrichtsversorgung an den Schulen. Nachdem an einzelnen Schulen Maßnahmen erfolgen sollten, um die Situation für die Schülerinnen und Schüler zu verbessern, gibt es auch derzeit wieder zunehmend Meldungen aus den Schulen, dass die Lage in der Unterrichtsversorgung weiterhin deutlich verbesserungswürdig ist. Diese Kritik wird aus Salzgitter, aber auch aus der Gemeinde Lengede an mich herangetragen.
1. Wie ist die Unterrichtsversorgung an den Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Förderschulen und Berufsschulen in Salzgitter und Lengede zum Schuljahresbeginn 2008/2009?
2. Wie ist die Unterrichtsversorgung an den Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Förderschulen und Berufsschulen in Salzgitter und Lengede zum Schulhalbjahr im Februar 2009?
3. Welche Maßnahmen leitet die Landesregierung ein, um die fehlende Lehrerversorgung an den jeweiligen Schulen nachhaltig zu verbessern?
Für die Landesregierung hat Bildung eine hohe Priorität. Trotz rückläufiger Schülerzahlen an allgemeinbildenden Schulen infolge des demografischen Wandels in Niedersachsen unterrichten mit insgesamt rund 84 000 Lehrerinnen und Lehrern so viele Lehrkräfte an unseren Schulen wie noch nie in der Geschichte dieses Landes.
Die rechnerische Unterrichtsversorgung der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen liegt bei durchschnittlich 100 %. Eine Unterrichtsversorgung an einzelnen Schulstandorten von unter 100 % bedeutet übrigens nicht, dass grundsätzlich Unterrichtsausfälle auftreten müssen. Bei der Bedarfsberechnung werden neben den Schülerpflichtstunden laut Stundentafel für jede Klasse in den Schuljahrgängen 5 bis 10 der weiterführenden Schulen zwei Stunden für zusätzliche Angebote, z. B. Arbeitsgemeinschaften und Zusatzbedarfe, anerkannt. Diese Stunden machen im Durchschnitt an den Gymnasien fast 4 % der Lehrerzuweisung aus. Bei auftretendem Unterrichtsausfall ist es Aufgabe der Schulen, mit allen zur Verfügung stehenden Lehrerstunden zunächst den Pflichtunterricht sicherzustellen.
Die Unterrichtsversorgung ist jedoch nicht nur unter quantitativen Gesichtspunkten zu betrachten. Einer Schule, die dringend eine Lehrkraft mit einem sogenannten Mangelfach wie Latein, Mathematik, Musik, Spanisch oder Physik benötigt, ist nur begrenzt damit geholfen, eine weitere Lehrkraft mit einem anderen Unterrichtsfach einzustellen, nur um die rechnerische Unterrichtsversorgung zu verbessern. An einigen Schulen kann der Bedarf in den Mangelfächern leider nicht vollständig gedeckt werden. Es fehlen landes- und bundesweit in diesen Unterrichtsfächern Bewerberinnen und Bewerber. Die Lehramtsausbildung mit Studium und Vorbereitungsdienst dauert für das Lehramt an Gymnasien im Schnitt sieben bis acht Jahre. Zum laufenden Schuljahr konnten daher nur die Lehr
Zu 1: Die Erhebung zur Unterrichtsversorgung zum Schuljahresbeginn 2008/2009 erfolgte mit Stichtag 4. September 2008 und schließt die Einstellungen zum 1. November 2008 mit ein. Die genannten Zahlen stellen jeweils die durchschnittliche rechnerische Unterrichtsversorgung der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen dar.
In Salzgitter betrug die Unterrichtsversorgung zum vorgenannten Stichtag 99,4 %. Die Unterrichtsversorgung an Grundschulen betrug 101,1 %, an Hauptschulen 99,8 %, an Realschulen 99,3 % und an Gymnasien 97,4 %. 99,2 % betrug die Unterrichtsversorgung an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Lernen“, 100,6 % an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ und 99,0 % an sonstigen Förderschulen.
Die Erhebung zur Unterrichtsversorgung für berufsbildende Schulen erfolgte mit dem einzigen Stichtag des Schuljahres 2008/2009 zum 15. November 2008. In Salzgitter betrug die Unterrichtsversorgung der beiden berufsbildenden Schulen zum vorgenannten Stichtag 90,8 und 90,3 %.
Die Unterrichtsversorgung aller einzelnen 40 öffentlichen Schulen in Salzgitter zum vorgenannten Stichtag gebe ich als Anlage 1 zum Protokoll.
Im Landkreis Peine betrug die Unterrichtsversorgung zum vorgenannten Stichtag 99,9 %. Die Unterrichtsversorgung an Grundschulen betrug 102,1 %, an Hauptschulen 99,0 % und an Realschulen 99,3 %. An Gymnasien betrug die Unterrichtsversorgung 98,8 %. 99,8 % betrug die Unterrichtsversorgung an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Lernen“, 101,4 % an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ und 96,4 % an sonstigen Förderschulen.
Die Unterrichtsversorgung der einzelnen öffentlichen Schulen in Lengede zum vorgenannten Stichtag gebe ich als Anlage 2 zu Protokoll.
Zu 2: Die Erhebung zur Unterrichtsversorgung zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2008/2009 erfolgte mit Stichtag 5. Februar 2009 und schließt die Einstellungen zum 1. Mai 2009 mit ein. Die genannten Zahlen stellen erneut jeweils die durch
In Salzgitter betrug die Unterrichtsversorgung zum vorgenannten Stichtag 98,4 %. Die Unterrichtsversorgung an Grundschulen betrug 100,5 %, an Hauptschulen 98,3 %, an Realschulen 98,8 % und an Gymnasien 95,9 %. 96,3 % betrug die Unterrichtsversorgung an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Lernen“, 98,2 % an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ und 99,3 % an sonstigen Förderschulen.
Die Unterrichtsversorgung aller einzelnen 40 öffentlichen Schulen in Salzgitter zum vorgenannten Stichtag gebe ich als Anlage 3 zu Protokoll.
Im Landkreis Peine betrug die Unterrichtsversorgung zum vorgenannten Stichtag 99,2 %. Die Unterrichtsversorgung an Grundschulen betrug 100,9 %, an Hauptschulen 99,1 % und an Realschulen 98,9 %. An Gymnasien betrug die Unterrichtsversorgung 97,5 %. 99,9 % betrug die Unterrichtsversorgung an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Lernen“, 100,1 % an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ und 97,7 % an sonstigen Förderschulen.
Die Unterrichtsversorgung der einzelnen öffentlichen Schulen in Lengede zum vorgenannten Stichtag gebe ich als Anlage 4 zu Protokoll.
Zu 3: Die Landesregierung verfügt über ein ganzes Maßnahmenbündel zur nachhaltigen Sicherung der Unterrichtsversorgung. Folgende Maßnahmen seien hier genannt:
- die Einstellung von zusätzlich 500 Lehrkräften sowie 240 Referendarinnen und Referendaren im Jahr 2009,
- die Einstellung von „Feuerwehrlehrkräften“ bis zur vollen Stundenzahl, verbunden mit dem Angebot einer dauerhaften Beschäftigung nach zwei Jahren Tätigkeit,
- der erleichterter Einstieg in den Schuldienst für qualifizierte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger,
- die Übernahme von Referendarinnen und Referendaren schon zum Schuljahresbeginn bei voller Vergütung in den Schuldienst,
- die Übernahme und Neueinstellung von Grundschullehrkräften in das Beamtenverhältnis mit voller Stelle,
- die individuelle Überprüfung der Anträge auf Teilzeit im dienstlichen Interesse im Hinblick auf die Unterrichtsversorgung einer jeden Schulen.
Zum laufenden Schulhalbjahr wurden in Niedersachsen an allgemeinbildenden Schulen 1 076 Lehrkräfte eingestellt. Im Landkreis Peine waren es 18 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schule und 4 an berufsbildenden Schulen, in Salzgitter 18 an allgemeinbildenden Schulen und 3 an berufsbildenden Schulen.
Im kommenden Schuljahr werden alle durch Pensionierung freiwerdenden Stellen wiederbesetzt, sodass mit den zusätzlichen Stellen zum Einstellungstermin 3. August 2009 insgesamt 2 300 Stellen ausgeschrieben werden.