Protocol of the Session on May 12, 2023

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

Vielen Dank, Frau Abgeordnete!

Das Wort hat jetzt noch einmal für die Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Frau Wegner.

Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin!

Kolleginnen und Kollegen, ich bin nur ganz kurz noch mal hier am Redner/-innenpult, weil ich nachfragen muss: Sie wollen tatsächlich unseren Antrag, der klarstellend ist, die Rechtslage zur EU-Gentechnik, nicht in Ihren übernehmen? Weil – ich sage es nur mal ganz kurz noch mal – es dürfen keine Ziele formuliert werden, mit denen beabsichtigt wird, die jeweils aktuellen Standards der Gentechnikregulierung der EU zu unterschreiten. Und das bedeutet im Moment, jede gentechnisch veränderte Pflanze muss, bevor sie hier bei uns angebaut oder genutzt werden kann, von der EU genehmigt werden. Und das ist für Sie kein Standard?

(Beifall Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ich hätte Sie gerne gefragt, aber …

Frau Abgeordnete, ich muss Sie darauf hinweisen, dass die Redezeit abgelaufen ist.

Ich rufe auf für die Fraktion der AfD Herrn Stein.

Ja, danke, Frau Präsidentin!

Werte Kollegen, ich trete noch mal ans Rednerpult, weil ich glaube, wir haben über eine ganze Menge geredet, aber wir sind nicht wirklich auf den Punkt gekommen.

Und, Frau Rahm-Präger, Sie haben wirklich unglaublich viele kleine Ansätze und Ideen hier in den Raum gebracht. Sie sprachen von irgendwelchen Wels-Burgern, also weiß nicht,

(Zuruf von Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD)

Fischbrötchen oder so, weiß ich nicht.

(Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD)

Aber wir reden doch hier eigentlich,

(Beifall Martin Schmidt, AfD)

wir reden doch hier eigentlich um das große Problem, vor dem wir eigentlich stehen – wir als Menschheit, von mir aus auch, wenn Sie es gerne global betrachten wollen –, und dieses Problem ist die Überbevölkerung. Die Kapazitäten dieser Erde sind wie die Kapazitäten jedes Ökosystems begrenzt, und wir haben bald zehn Milliarden Menschen auf der Erde. Und wie Sie richtig sagen, alleine in Afrika und in Asien wollen zwei Milliarden Menschen einen zumindest im Ansatz ähnlichen Lebensstandard haben, so, wie Sie ihn pflegen: mit einem Smartphone,

(Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Mit Auto.)

mit einem eigenen Auto, mit einem eigenen Haus, mit einem Urlaub. Und das ist doch das Kernproblem, vor dem wir hier stehen, dass die Ressourcen für diese Menge Menschen einfach nicht ausreichen, und wir reden hier über irgendwelche kleinteiligen Ansätze, dass wir das Problem eventuell mit Proteinen aus irgendwelchen Pilzen oder so weiter … Nein, diese Probleme, diese Probleme werden in den Ländern gelöst werden müssen vor Ort. Afrika muss seine Probleme selber lösen, nicht Deutschland löst die Probleme von Afrika.

(Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Das funktioniert nicht. Allein die Inder, die Inder lösen mittlerweile …

(Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE)

Also ich beute niemanden aus. Ob Sie die ausbeuten, weiß ich nicht.

(Torsten Koplin, DIE LINKE: Ich habe nicht gesagt, dass Sie das machen. Aber es wird gemacht.)

Also, und wir beuten, und wir beuten auch nicht Afrika aus, Herr Koplin!

(Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE)

Die Zeiten sind vorbei. Die Zeiten sind lange vorbei.

(Jeannine Rösler, DIE LINKE: Wo leben Sie denn?!)

Wir beuten niemanden aus. Wir haben vielleicht Handelsbeziehungen mit diesen Ländern,

(Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD und AfD)

von denen die auch profitieren.

(Zuruf von Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD)

Und noch mal: Wir produzieren, wir produzieren hier.

(Zuruf von Nikolaus Kramer, AfD)

Wenn Sie gerade von Ausbeutung sprechen, nennen Sie … Ich nenne es nicht so, ich nenne es eher,

(Zurufe von Torsten Koplin, DIE LINKE, und Steffi Pulz-Debler, DIE LINKE)

dass wir sicherlich auch gewisse Urprodukte aus anderen Ländern beziehen müssen.

(Zuruf von Daniel Seiffert, DIE LINKE)

Und das verursachen wir ja auch dadurch, dass wir hier völlig ohne Grund,

(Zuruf von Nikolaus Kramer, AfD)

völlig ohne Not einen massiven Nutzungsdruck auf unsere eigenen Ressourcen ausüben.

(Nikolaus Kramer, AfD: Hervorragend!)

Sie sprechen davon, dass Sie Hunderttausende Hektar von Anbauflächen für Nahrungsmittel aus der Produktion nehmen wollen, weil Sie glauben, dass Sie global das Klima retten damit. Und die Nahrungsmittel, die da produziert werden müssen, die müssen irgendwo herkommen. Und die kommen eben aus den Ländern, wo Sie hier gerade in den Raum werfen, wir beuten die aus. Warum beuten wir die denn vielleicht aus?! Weil wir hier aus der eigenen Produktion aussteigen, im Glauben, dass das ja irgendjemand anders für uns erledigen kann

(Zurufe von Torsten Koplin, DIE LINKE, und Daniel Seiffert, DIE LINKE)

und wir unser grünes Gewissen

(Zuruf von Michael Noetzel, DIE LINKE)

damit beruhigen können.

(Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Das ist doch die Wahrheit, ja, und davor verschließen Sie doch die Augen hier, ja.

Noch mal, Europa löst nicht die Probleme dieser Erde. Deutschland löst die Probleme dieser Erde auch nicht.