Protocol of the Session on June 4, 2015

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD: Nächster Schritt ist dann, alle mit jedem und alles mit allem.)

Wenn Sie daraus aber ableiten, dass wir Ihnen eine generelle Homophobie unterstellen würden, dann ist das ziemlich weit hergeholt, um nicht zu sagen abenteuerlich. Es findet sich an keiner Stelle im Antrag wieder und ebenso nicht in der Begründung, weil das nämlich auch mit der Realität nichts zu tun hat.

(Maika Friemann-Jennert, CDU: Da haben Sie nicht zugehört.)

Nach Begründungen zu suchen, warum man den Antrag ablehnen muss, und uns dann so etwas zu unterstellen, das wird so nicht funktionieren und das wird auch dem Thema nicht gerecht.

Ich habe heute in einem anderen Tagesordnungspunkt gesagt, mir geht es – wie auch bei diesem Thema – um Glaubwürdigkeit. Und wenn Sie vonseiten der SPD uns Scheinheiligkeit vorwerfen, dann ist das Ihre Bewertung, aber, ich sage es noch mal, hier geht es um Glaubwürdigkeit, und wir werden es Ihnen nicht durchgehen lassen, dass Sie auf Parteitagen,

(Vincent Kokert, CDU: DIE LINKE ist besorgt um die Glaubwürdigkeit, um die SPD. – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Das müssen Sie nicht!)

dass Sie auf Parteitagen Beschlüsse fassen, dass Sie hier Reden halten: Wir würden ganz gern, wir können aber nicht. Das werden wir Ihnen nicht durchgehen lassen,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ach Mensch, Herr Ritter!)

weil es etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun hat.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das weiß doch jeder draußen, dass das so ein billiger Trick ist.)

Das weiß eben jeder draußen, dass auf die SPD in solchen Fragen kein Verlass ist!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: So ein billiger Trick, mit dem kommen Sie jedes Mal kurz vor der Wahl!)

Das ist die Realität, Kollege Nieszery!

(Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Völlig richtig. – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Jedes Mal kommen Sie kurz vor der Wahl mit so einem billigen Scheiß! Mein Gott!)

Und wenn das für Sie „billiger Scheiß“ ist, um das noch mal fürs Protokoll deutlich zu machen,

(Zuruf von Dr. Norbert Nieszery, SPD – Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

will ich darauf verweisen, dass das Interessante in dieser Debatte …

Also einen Moment!

… ohnehin die Zwischenrufe sind, die hier gemacht werden, …

Einen Moment!

… weniger die Redebeiträge. Aber die Zwischenrufe sollte sich jeder mal angucken,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Jaja.)

um den Zustand dieses Parlamentes zu dieser Frage in Erfahrung zu bringen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Jaja. – Zuruf von Wolfgang Waldmüller, CDU)

Darf ich jetzt?

Bitte.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja, jetzt kommt die große Moral. Oh Mann!)

Vielen Dank.

Ich möchte wirklich darauf hinweisen, ich hatte schon am Anfang darum gebeten,

(Zuruf von Tino Müller, NPD – Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

dass wir das hier auch bei aller Emotionalität sachlich abarbeiten. Und sowohl der Zwischenruf als auch die Wiederholung am Mikrofon haben, glaube ich, nicht dazu beigetragen. Ich habe jetzt die Möglichkeit, Ihnen einen Ordnungsruf zu geben. Ich glaube, das würde Sie auch nicht beeindrucken.

(Zurufe von Michael Andrejewski, NPD, und Udo Pastörs, NPD)

Von daher warne ich Sie jetzt das letzte Mal, dass ich bei jeder weiteren Zuwiderhandlung gegen meine Hinweise – sprich, auch unparlamentarischer Ausdrücke – auch am Ende dieser Sitzung noch zu Ordnungsmaßnahmen greifen werde.

So, Herr Ritter, jetzt können Sie weitermachen.

Danke, Frau Präsidentin!

Eine Bemerkung zum Schluss.

(Michael Andrejewski, NPD: Richtig hart heute.)

Um auch die Entwicklung im Umgang mit Begrifflichkeiten deutlich zu machen, will ich aus einer Mitteilung des „Norddeutschen Rundfunks“ zitieren. Unter der Überschrift „Ehe für alle“ heißt es da: „‚Homo-Ehe‘ – damit bezeichneten wir bislang die seit 2001 in Deutschland mögliche Eingetragene Lebenspartnerschaft zweier

Menschen gleichen Geschlechts. Die jetzigen Initiativen zur völligen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen mit der Ehe zwischen Mann und Frau wollen den betroffenen Partnern zumindest mehr Rechte einräumen, als dies bislang mit der Eingetragenen Lebenspartnerschaft möglich ist. Da mittlerweile die komplette Gleichstellung der Ehe eher durch den Begriff ‚Ehe für alle‘ charakterisiert wird, verwenden wir bei NDR.de zukünftig“ nur noch diesen Begriff, und wir sollten das auch tun. – Herzlich Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall vonseiten der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Weitere Wortmeldungen liegen mir nicht vor.

Ich schließe die Aussprache.

Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag der Fraktion DIE LINKE auf Drucksache 6/4042. Wer dem zuzustimmen wünscht, den bitte ich um ein Handzeichen. – Die Gegenprobe. – Stimmenthaltungen? – Damit ist der Antrag der Fraktion DIE LINKE auf Drucksache 6/4042 mit den Stimmen der Fraktionen von SPD, CDU und NPD, bei Zustimmung der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN abgelehnt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir sind damit am Schluss der heutigen Tagesordnung. Ich berufe die nächs- te Sitzung des Landtages für Mittwoch, den 1. Juli 2015, 10.00 Uhr ein. Die Sitzung ist geschlossen.