Protocol of the Session on September 18, 2014

(Egbert Liskow, CDU: Exklusiv.)

nämlich indem es den Einzelfallanspruch über das ALG II gibt, dass die Kinder dann, ja, was kriegen sie, Essen, Schulausflüge, Aufwendungen...

(Wolfgang Waldmüller, CDU: Was ist denn nun? – Zuruf von Torsten Renz, CDU)

Genau, Schulausflüge.

(Egbert Liskow, CDU: Das ist alles gar nichts, ne?)

Wie bitte?

(Ralf Mucha, SPD: Und viele andere Sachen. – Zuruf von Bernd Schubert, CDU)

Genau, diese ganzen Sachen und bis zum vergangenen Jahr noch die Schulsozialarbeit. In einigen Bundesländern heißt das ja „zuführende Schulsozialarbeit“, habe ich jetzt gelernt und war darüber sehr irritiert, weil, da, denke ich, können wir dem Sozialministerium auch mal ein Lob aussprechen, ich denke, das sollte schon mal sein, dass das in diesem Land so nicht passierte, dass es diese Abgrenzung gab. Als ich das gehört habe, habe ich wirklich gedacht, nein.

(Marc Reinhardt, CDU: Doch!)

Dafür kann man so ein BuT oder Bildungs- und Teilhabepaket tatsächlich nicht auf den Weg bringen. Zuführende Schulsozialarbeit hat einen Duktus anbei, wo man schon von vornherein in zwei Klassen denkt. Ich glaube, allein dieses Denken ist die Brisanz und die Herausforderung dieses BuT.

(Zuruf von Harry Glawe, CDU)

Aber warum kritisieren wir denn immer das BuT? Und da würde ich gerne einiges sagen. Also, das Bildungs- und Teilhabepaket ist ein bürokratisches Ungetüm, mache sagen „Monster“, das hat auch Frau Bernhardt hier gesagt.

(Egbert Liskow, CDU: Und was sagen DIE GRÜNEN?)

Wir haben in einigen Städten und Landkreisen ja auch Chipkarten. Ich glaube, in Vorpommern-Greifswald wirbt die Bundeswehr dafür. Aber gut,

(Zuruf von Marc Reinhardt, CDU)

sie lindert vielleicht die Schmerzen, aber sie heilt eben nicht die Krankheit. Das ist das, die...

(Simone Oldenburg, DIE LINKE: Das sind die Schülertickets.)

Wie?

(Simone Oldenburg, DIE LINKE: Das sind die Schülertickets.)

Ach, das waren die Schülertickets. Das ist aber auch ähnlich und hat mich sehr verwundert.

(Egbert Liskow, CDU: Das kriegt man alles durcheinander.)

Das musste ich noch mal anbringen.

(Simone Oldenburg, DIE LINKE: Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich.)

Genau.

Ich würde gerne auf einzelne Posten im BuT zu sprechen kommen, weil die sind aufschlussreich, denn die Verwaltungskosten machen im gesamten Ressort den größten Einzelposten aus. Und wenn der Betrag für Verwaltungs

kosten mit 7,8 Millionen Euro im Jahr 2030 locker siebenmal so hoch ist wie die Aufwendung für die Lernförderung,

(Zuruf von Wolfgang Waldmüller, CDU)

siebenmal so hoch wie die Lernförderung, nämlich mit 950.468 Euro, dann ist das eine eklatante Schieflage. Darüber muss geredet werden. Warum lag das Verhältnis zwischen den Aufwendungen für einen mehrtägigen Schulausflug und Aufwendungen für Verwaltungskosten in unserem Bundesland 2013 bei 1 : 5?

(Zuruf von Harry Glawe, CDU)

Die Frage muss beantwortet werden. Weshalb werden für das Mittagessen, das immerhin die häufigste nachgefragte Leistung innerhalb des BuT-Pakets darstellt, gut 2,8 Millionen Euro weniger ausgegeben als für Verwaltungskosten? Die Antwort auf diese Frage ist erschreckend einfach: Die Modalitäten sind nicht praxistauglich. Die Abwicklung verschlingt zu viel Geld, das BuT-Paket geht an den Erfordernissen der Praxis in weiten Teilen vorbei und somit auch an den Kindern.

Wir Bündnisgrüne fordern eine sachgerechte Verwendung der Mittel. Wir haben das Gesetz noch. Und ich denke, solange wie wir das Gesetz haben, muss die Verwendung sachgerecht sein.

(Ralf Mucha, SPD: Ich welcher Form?)

Das kann man innerhalb des Bildungs- und Teilhabepakets angehen, zum Beispiel, durch eine unbürokratischere Gewährung der Lernförderung,

(Egbert Liskow, CDU: Wie denn? – Ralf Mucha, SPD: Wie denn, Silke? Wie?)

eine Erstattung der tatsächlichen Kosten der Schulausflüge und Klassenfahrten

(Harry Glawe, CDU: Was haben Sie denn gegen Klassenfahrten?)

und die Vereinfachung der Abrechnung für das Mittagessen. Man kann auch die Gelder der sogenannten Teilhabepauschale des Schulbasispakets und der Schülerbeförderung in den monatlichen Regelsatz überführen.

Wir Bündnisgrüne sehen eine Kindergrundsicherung als den konsequentesten Weg, um Kinderarmut zu verringern.

(Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Zuruf von Torsten Renz, CDU)

Und es gibt kein Wenn oder Aber, das BuT schließt aus.

(Harry Glawe, CDU: Wir sind doch hier nicht auf dem Parteitag!)

Es ist gut gemeint, aber schlecht gemacht.

(Vincent Kokert, CDU: Was sagen die Bündnisgrünen denn zum Ehegattensplitting?)

Da kennt Ihr meine Meinung: Abschaffung.

(Vincent Kokert, CDU: Der Bundesvorsitzende sieht das anders. – Torsten Renz, CDU: Was sagt denn Cem Özdemir dazu?)

Deshalb engagieren wir uns gegen Kinderarmut. Wir setzen uns ein für Investitionen in gute Kitas und Schule, für die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für die Einführung einer Kindergrundsicherung.

(Vincent Kokert, CDU: Sie entfernen sich immer weiter von Ihren Wählern. – Egbert Liskow, CDU: Die haben doch kaum noch welche.)

Herr Kokert, Sie haben offensichtlich vor der Sommerpause nicht aufgepasst, weil es gab hier schon mal eine Diskussion und da habe ich für die...

(Vincent Kokert, CDU: Seien Sie vorsichtig, sonst lese ich auch noch Ihre Protokolle!)

Darf ich jetzt mal zu Ende sprechen?

(Glocke der Vizepräsidentin)