Protocol of the Session on December 11, 2013

Und was wir nicht gemacht haben, aber da können Sie darauf vertrauen, dass wir uns da weiter dahinterklemmen, ist, das Land muss sich überlegen, wie wir die sechs aus der öffentlichen Hand finanzierten Hubschrauber auf der Strecke Rostock–Güstrow sinnvoller miteinander verschränken. Wir haben sechs …

(Heinz Müller, SPD: Sagen Sie doch mal was zu der 1 Million für Polizeifahrzeuge!)

Dazu komme ich gleich, Herr Müller.

Wir haben sechs von der öffentlichen Hand finanzierte Hubschrauber auf einer Luftstrecke von 40 Kilometern.

(Egbert Liskow, CDU: Wofür?)

Ich kann die aufzählen. Wir haben einen Luftrettungshubschrauber in Güstrow, der ist auch wichtig dort.

(Manfred Dachner, SPD: Das haben Sie doch alles schon mal erzählt.)

Wir haben einen Arztzubringerhubschrauber,

(Zuruf aus dem Plenum: Der ist auch wichtig.)

wir haben zwei Polizeihubschrauber,

(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Er fängt wirklich wieder mit den Hubschraubern an.)

wir haben einen Bundeswehr-SAR-Hubschrauber und dann haben wir noch einen Johanniter in Rostock stehen. Und wenn man sich ganz kritisch die Flugpläne dieser Hubschrauber mal anschauen würde, würde man sehen, dass sie kaum auf ihre Mindestzahl von Flugstunden kommen und dass teilweise Aufträge geflogen werden, die eigentlich nicht vertretbar sind. Wir hatten ja schon die Fälle, dass die Polizeihubschrauber irgendwelche Handtaschenräuber in Kröpelin oder Bad Doberan, ich weiß es nicht mehr genau, verfolgt haben. Der Einsatz hat 8.500 Euro gekostet. Das kann ich verstehen, wenn man auf die Flugstunden kommen muss,

(Dr. Margret Seemann, SPD: Das ist ja unglaublich!)

aber einsatztaktisch kann ich das nicht verstehen.

(Dr. Margret Seemann, SPD: Hoffen Sie mal, dass Sie nicht hilfebedürftig sind, wenn Ihnen mal was passiert.)

Und ich glaube, dass man zum Beispiel diese zwei Polizeihubschrauber auf einen zurückfahren kann,

(Marc Reinhardt, CDU: Sie müssen den Rettungshubschrauber kommen lassen.)

denn der Rettungshubschrauber in Güstrow, der kommt auch mit einer Maschine vor Ort aus und hat eine hundertprozentige Einsatzfähigkeit.

(Dr. Margret Seemann, SPD: Das ist ja wieder zu teuer.)

Wie machen die das, wenn dieser Hubschrauber in Güstrow für die Luftrettung in Reparatur muss oder zur Überprüfung? Dann wird ein Miethubschrauber zur Verfügung gestellt.

(Zuruf von Michael Silkeit, CDU)

Solche Firmen gibt es heute, das geht wunderbar, da können wir uns eine Maschine zum Beispiel sparen. Aber glauben Sie mir, sechs öffentlich finanzierte Hubschrauber auf 40 Kilometer Luftstrecke, das ist definitiv zu viel, das können wir in Zukunft besser organisieren. Das ist eine Organisationsfrage.

(Beate Schlupp, CDU: Sicherlich.)

Und wenn man sich clever anstellt, kann man da viele Millionen sparen.

(Beate Schlupp, CDU: Keine Ahnung, aber davon eine ganze Menge.)

Aber wir haben ja nun gar nicht beantragt, hier Hubschrauber zu streichen. Wir haben nur gesagt, diese 2,5 Millionen Euro für die Infrarotkamera, das sollte man sich noch mal überlegen, da müssen wir günstigere Systeme finden. Im Übrigen wird diese 2,5 Millionen Euro teure Infrarotkamera auch weiterhin zwischen diesen zwei Hubschraubern hin und her geschraubt, weil es jeweils nur eine gibt. Es gibt nur eine. Wenn die mal runterfällt,

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

haben wir wahrscheinlich hier demnächst wieder

2,5 Millionen Euro drinstehen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Da sträuben sich einem die Nackenhaare.)

Also irgendwie funktioniert dieses ganze Konzept nicht.

Meine Damen und Herren, es wurde noch mal gebeten, was zu den Dienstfahrzeugen zu sagen.

(Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE)

Für diese 4 Millionen Euro kann man etwa 66 neue Dienstwagen kaufen. Wir sind der Meinung, wir müssen schauen, wo kann man Geld einsparen für Bildung,

(Egbert Liskow, CDU: Das ist ein so komplexes Thema.)

wo kann man Geld einsparen auch für die Kultur.

(Rainer Albrecht, SPD: Das ist die falsche Stelle.)

Und da haben wir gesagt, vielleicht ist es den Polizisten vor Ort sogar sehr viel wichtiger, nicht in den neuesten Autos zu sitzen, sondern in vollgetankten Autos. Ihnen fehlt es nämlich teilweise an Benzin.

(Dr. Margret Seemann, SPD: Das erzählen Sie mal der Polizei!)

Da müsste man mal was umschichten. Aber, meine Damen und Herren, es ist halt ein politisches Statement.

Und ich möchte etwas zu dieser kleinen NSA-Zentrale, die gebaut werden soll in Hannover, noch sagen. Da sind ja rund, na ja, so gut 1,5 Millionen Euro für den Bau eingeplant. Das nennt sich „Kostenanteil an länderübergreifenden Einrichtungen“. Das ist ein gemeinsames Rechen- und Dienstleistungszentrum Telekommunikationsüberwachung für die Polizei.

(Egbert Liskow, CDU: Und was hat das mit NSA zu tun? Erklären Sie mal!)

Meine Damen und Herren, diese Zentrale

(Peter Ritter, DIE LINKE: Das ist ein großer Fehler.)

beziehungsweise dieses Dienstleistungszentrum ist

überhaupt noch nicht spruchreif. Wir haben in Hamburg nachgefragt. Da haben die uns gesagt, ach, das liegt doch irgendwo weit in der Zukunft. Da haben wir überhaupt noch nichts unter Dach und Fach oder unter Vertrag. Wir haben das noch nicht in den Haushalt eingestellt in Hamburg. Das war die Aussage. MecklenburgVorpommern stellt schon mal ein.

Und viel spannender fand ich die Aussage des Innen- ministeriums, was uns dieses Zentrum in Betrieb kosten wird. 600.000 Euro jährlich wird uns diese Überwachungsanlage pro Jahr in Zukunft kosten. Da sollten wir doch mal ernsthaft überlegen und uns darüber in- formieren, ob wir so viel Geld für eine Überwachungstechnologie ausgeben wollen, deren Nutzen sehr umstritten ist.

(Minister Lorenz Caffier: Das ist nicht umstritten. – Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Deswegen haben wir es erst mal rausgenommen aus dem Haushalt, denn die Debatte ist überhaupt noch nicht so weit, um das zu verabschieden. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

So, danke.