Protocol of the Session on September 4, 2013

Sie sind doch mehr oder weniger auch hier, wie soll ich das mal formulieren,

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Das kann man kritisieren.)

ich sage mal, die Mutter der Hartz-IV-Gesetze. Das war doch Ihre Rolle damals.

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Was war ich?)

Na Sie nicht, sondern Göring-Eckardt. Göring-Eckardt war doch damals Fraktionsvorsitzende,

(Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU)

damals die Fraktionsvorsitzende im Bundestag bei den GRÜNEN,

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Ja, aber ich war nicht Katrin Göring-Eckardt.)

war federführend bei der Hartz-IV-Gesetzgebung. Insofern, denke ich, ist der Begriff völlig zutreffend. Sie, die GRÜNEN, nicht Sie als Person jetzt, sind die Mutter der Hartz-IV-Gesetze gewesen. Das muss man, finde ich, deutlich sagen.

(Unruhe vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Und ich glaube nicht, dass sie damals überhaupt nur annähernd so einen Ansatz gehabt haben, sondern die GRÜNEN damals, als die Mutter der Hartz-IV-Gesetze,

(Heiterkeit und Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU)

haben sich auf den Weg gemacht und haben eine Reform aus einem ganzen Guss gemacht. Und das habe ich neulich schon mal in der Debatte bei den LINKEN gesagt.

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Oooch, Herr Renz!)

Diese Reform aus einem Guss von Rot-Grün in 2003 …

(Johann-Georg Jaeger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Da hat doch die CDU mit rumgepfuscht.)

Die LINKEN, die haben es gut, die haben immer dagegengestimmt, insofern können Sie da kritisieren und dagegen kämpfen. Aber die, die sie gemacht haben, die GRÜNEN hier,

(Unruhe vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

dass die jetzt anfangen, bei dieser Reform aus einem Guss einzelne Rädchen sich da rauszusuchen,

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Wo er recht hat, hat er recht.)

und glauben, dann hier eine Gerechtigkeitsdebatte anhand dieser Thematik auf den Weg zu bringen, da kann ich nur sagen, Frau Gajek, das lassen wir Ihnen hier als CDU nicht durchgehen.

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Nein, das lassen wir nicht zu.)

Das lassen wir Ihnen nicht durchgehen.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU – Peter Ritter, DIE LINKE: Sehr gut, sehr gut.)

Auch wenn die Öffentlichkeit jetzt nicht ganz so groß ist,

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

trotzdem ist es wichtig, das hier deutlich auszusprechen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Deutliche Worte, Herr Renz.)

Wir müssen ganz klar sagen: Wie war die Situation 2003?

(Heinz Müller, SPD: Schwierig – wie im Bundesrat.)

Sie in Regierungsverantwortung,

(Zuruf von Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Sie in der Regierungsverantwortung, man sagt immer so schön, der Patient Deutschland mehr als krank,

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Patientin.)

was den Arbeitsmarkt betraf und soziale Sicherungssysteme et cetera. Und dann haben Sie nicht damals irgendein Schräubchen gedreht,

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Nein.)

nein, Sie haben eine Reform aus ganzem Guss gemacht, weil Sie

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Na?)

damals unter anderem folgende Symptome festgestellt haben: Unterbeschäftigung, eine Arbeitslosigkeit, fünf Millionen Menschen ohne Beschäftigung. Und, was besonders schlimm war, wir hatten in Deutschland eine Wachstumsschwäche und mangelnde Beschäftigungsdynamik, Frau Gajek.

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Jaja.)

Und da konnte man sich nicht einfach mal hinstellen und sagen, wenn die Situation so ist, dann drehe ich an einem Schräubchen. Nein, ich wiederhole es gerne, dann mussten Sie auf vielen Gebieten eine Reform anpacken, weil wir nämlich festgestellt haben, ich will das auch nur mal stichpunktartig hier machen:

(Zuruf von Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Im Bereich Bildung hatten wir einen gebremsten Strukturwandel. Dort musste was passieren. Im Bereich der Arbeitsmarktflexibilität, im Arbeitsrecht musste etwas passieren, wovon heute gar keiner mehr spricht: Die Lohnnebenkosten, die ganzen Abgaben waren zu hoch. Der deutsche Arbeitsmarkt war nicht nur starr, was die Arbeitsmarktflexibilität betroffen hat,

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Und dann kam die CDU.)

sondern der Arbeitsmarkt war auch zu teuer.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Das ist alles Kohls Erbe.)

Das waren Punkte, die man festgestellt hat, die man diagnostiziert hat. Und wenn man die Diagnose hat,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Adenauer.)

dann kann man nur sagen, ich muss handeln, ich muss sozusagen Medikamente verschreiben.

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Vorbeugen ist besser.)

Und dann hat Rot-Grün Folgendes gemacht, wir haben folgende Bereiche: Im Bereich der Innovation, erneuerbare Energien, müssen wir was machen. Im Bereich der Steuerpolitik müssen wir was tun. Im Bereich der sozialen Sicherung,