Protocol of the Session on March 20, 2013

einseitig irgendwelchen Nationalen oder nicht Nationalen oder Einzeltätern die Schuld zuzuweisen, mein lieber Freund! Das schreiben Sie sich mal hinter die Ohren!

(allgemeine Unruhe)

Und wenn der Herr …

Herr Pastörs!

(allgemeine Unruhe)

Herr Pastörs!

(Zuruf von Heinz Müller, SPD)

Ich möchte Sie bitten, sich mit diesen Äußerungen zurückzuhalten,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das ist aber harter Tobak, mein lieber Scholli!)

sonst erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf.

Und wenn der Herr Al-Sabty sich hier kryptisch formuliert äußert, ob man denn Verständnis

hätte oder was der Grund denn sei, dass der Migrantenrat also die Aufklärung dieses Mordes forderte, da kann ich nur Ihnen sagen, Herr Al-Sabty, ja, zu Recht fordern dann die Menschen, aber nicht nur Ihr Ausländerrat oder welche Gruppierungen Sie da auch immer meinen, sondern zu Recht verlangt jeder in diesem Land, dass in alle Richtungen – hören Sie gut zu! – ermittelt wird, um die Mörder zu finden, und nicht, wie der Herr Ritter sich das vorstellt,

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Rote Lampe!)

dass man ins rechte Milieu möglicherweise nur,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wo hat man die Tatwaffe gefunden, Herr Pastörs?)

dass man

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wo hat man die denn gefunden, die Tatwaffe?)

nur ins rechte Milieu hinein ermitteln solle.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wo hat man die denn gefunden, die Tatwaffe?)

Diesen Gefallen tut Ihnen leider der Innenminister nicht und wir selbstverständlich werden so einen Antrag,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Oh! Oh!)

wie Sie ihn hier stellen,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Oh!)

ablehnen,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Na so was, Herr Pastörs! Das ärgert mich aber.)

das ist doch selbstverständlich.

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD)

Das Wort hat nun der Abgeordnete Herr Ritter von der Fraktion DIE LINKE.

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Herr Pastörs, dass Sie unseren Antrag ablehnen, das erschüttert mich überhaupt nicht. Und Ihre Rede hat auch wieder einmal deutlich gemacht, dass Sie zu Recht schon häufig wegen Volksverhetzung

(Gelächter bei Udo Pastörs, NPD)

sich vor Gericht zu verantworten hatten.

(Stefan Köster, NPD: Sie haben Schwierigkeiten mit der Wahrheit.)

Denn das, was Sie hier,

(Udo Pastörs, NPD: Das zeigt, was Sie für ein Rechtsverständnis haben.)

was Sie hier geboten haben, Herr Pastörs, ist ein er- neuter,

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

ein erneuter Beitrag dazu, dass diese,

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

dass diese Verhandlungen vor Gericht irgendwann einmal Erfolg haben werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist hier die Frage gestellt worden nach der Entwicklungsgeschichte

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

und auch die Frage gestellt worden, warum wir nicht schon eher die Forderung nach einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss gestellt haben. Ich habe das in der Einbringungsrede schon versucht deutlich zu machen, dass wir durchaus Verständnis gezeigt haben – zumindest ich und auch in der Meinungsbildung in meiner Fraktion – dafür, dass der Innenminister darauf verwiesen hat, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlung an sich gezogen hat. Wir haben selbst mehrfach erlebt, dass auch die hiesigen Behörden, der Innenminister, seine Verfassungsschutzbehörde, mit der Zusammenarbeit mit den Berliner Behörden nicht ganz zufrieden waren, weil auch wir darauf vertraut haben, so, wie er uns berichtet hat, dass Mecklenburg-Vorpommern alles übermittelt hat, was abgefordert worden ist,

(Udo Pastörs, NPD: Warum rudern Sie denn jetzt zurück?)

und rückwirkend aus Berlin keine Informationen gekommen sind,

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

wie mit diesen Informationen umzugehen ist. Das haben wir alles mitgetragen.

Und wenn Sie sagen, dass wir Bezug nehmen auf die Äußerungen des Generalbundesanwalts oder die Zitate des Generalbundesanwaltes in dem Bericht, weiß ich nicht, ob ich mit hundertprozentiger Sicherheit behaupten könnte, dass ich wüsste, was der Generalbundesanwalt am Ende ermittelt hat. Sie werden sich vielleicht auch daran erinnern, dass wir die Frage gestellt haben, ob wir die Anklageschrift, die gegen Frau Zschäpe fertiggestellt worden ist, einsehen können. Die Antwort hieß: Der Generalbundesanwalt hat dies verweigert.

(Udo Pastörs, NPD: Zu Recht!)

Also ich kann mich hier nicht hinstellen und behaupten, ich wüsste alles.

(Udo Pastörs, NPD: Zu Recht!)