Protocol of the Session on September 27, 2012

Ein zweiter wesentlicher Grund, der zeigt, wie Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland stattfindet.

Ich will auch noch einen dritten Grund nennen: Wir haben circa 480.000 offene Stellen. So stellt sich der Arbeitsmarkt zurzeit in Deutschland dar. Da müssen wir immer wieder fragen: Warum sollen wir eigentlich einen funktionierenden Arbeitsmarkt, diese entsprechenden Arbeitsmarktinstrumente reformieren? Die Frage muss doch wohl mal gestattet sein.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ja, bitte. Hat ja keiner was dagegen.)

Und was Sie hier immer wieder machen, Sie argumentieren einseitig – das ist meine Auffassung –, einseitig nur aus der Sicht des Arbeitnehmers. Der Arbeitsmarkt besteht aber nicht nur aus Arbeitnehmern,

(Torsten Koplin, DIE LINKE: Ja, ganz genau.)

sondern auch aus Arbeitgebern

(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Richtig, sehr richtig. – Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Auch aus Ausbeutern.)

und aus Betrieben.

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

Das war jetzt nicht Ihr Ernst, oder?

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Doch.)

Sie haben die Arbeitgeber hier als Ausbeuter generell dargestellt, in der Gesamtheit?

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Auch, habe ich gesagt. Auch, Herr Renz.)

Ich denke mal, dass Sie nachher noch vorne ans Rednerpult treten werden

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja.)

und das klarstellen werden.

(Egbert Liskow, CDU: Und sich entschuldigen.)

Es ist doch wohl unstrittig, dass der Arbeitsmarkt aus diesen beiden Parteien besteht, und da kann ich mich doch nicht immer nur einseitig hier hinstellen

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Darum gehts doch gar nicht!)

und das herausgreifen und so argumentieren.

Und insofern sage ich es noch mal, wenn die Entwicklung so erfolgreich war aufgrund der Arbeitsmarktinstrumente, dann müssen Sie doch schon mal beweisen oder uns erklären, warum wir die ändern sollen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Warum handelt denn die Sozialministerin schon in dem Sinne, wie sie gesagt hat?)

Und die, die es damals eingeführt haben, wenn die sich heute hinstellen, zum Beispiel von den GRÜNEN, und sagen, wir müssen das ändern, dann muss ich Sie fragen: Haben Sie damals diese richtigen Maßnahmen nur auf den Weg gebracht, die die Ergebnisse gebracht haben,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Welche?)

weil Sie in der Regierungsverantwortung waren?

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Sie waren doch auch beteiligt im Bundesrat.)

Wollen Sie heute anders reden, weil wir demnächst Bundestagswahlen haben und weil Sie in der Opposition sind? Jetzt sind die Maßnahmen alle nicht mehr richtig?

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Tun Sie mal nicht so! Im Bundesrat waren Sie auch beteiligt. – Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Die waren damals schon nicht richtig, Herr Renz.)

Ich habe immer an dieser Stelle gesagt, wenn es Verwerfungen bei den einzelnen Maßnahmen gibt, dann muss man sich das anschauen und gucken, ob man nachjustiert. Aber dass man jetzt generell alles infrage stellt,

(Henning Foerster, DIE LINKE: Genau darüber habe ich gesprochen, Herr Kollege.)

die erfolgreiche Wirtschaftspolitik in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern, das kann ich nicht nachvollziehen.

(Zurufe von Torsten Koplin, DIE LINKE, und Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Und die Arbeitsmarktstatistik in Mecklenburg-Vorpom- mern, die wir gestern erhalten haben, zeigt genau die gleichen Tendenzen. Auch hier, was die Arbeitslosen betrifft, mit circa 90.000: Rekordniedrigarbeitslosigkeit.

(Zuruf von Barbara Borchardt, DIE LINKE)

Wir haben über 530.000 versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind doch Erfolge!

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Da haben doch nicht alle dran teil.)

Und warum wollen Sie jetzt, mit einem großen Risiko – aus meiner Sicht – verbunden, generell alle Arbeitsmarktreformen infrage stellen,

(Silke Gajek, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Nicht alle.)

wo Sie gar nicht wissen, wie die entsprechenden Wirkungen sind?

Und es ist auch schon

(Zuruf von Henning Foerster, DIE LINKE)

ja so ein bisschen Methode, wie das hier läuft. Sie stellen Kleine Anfragen und die nutzen Sie dann, um daraus entsprechende Anträge zu machen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Das ist ja mal ’ne Erklärung von Herrn Renz! Ja, weil wir clever sind, Herr Renz!)

Das ist, das ist ja,

(Unruhe und Heiterkeit vonseiten der Fraktion DIE LINKE)

das ist ja auch in Ordnung.

(Zuruf von Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE)

Wenn dann aber die Kleinen Anfragen nicht wunschgemäß ausfallen, so, wie Sie das brauchen, dann haben Sie natürlich ein Problem.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Hätten Sie sich mal lieber kurzgefasst!)

Dann haben Sie natürlich wirklich ein Problem.

(Torsten Koplin, DIE LINKE: Haben wir nicht.)