Protocol of the Session on May 24, 2012

Und ich sage Ihnen, das gilt für die Landesregierung auch, weil Sie das so ausdrücklich gesagt haben. Sie stellen sich nicht vor, dass wir Energie aus MecklenburgVorpommern in den Süden Deutschlands entsenden können und neue Netze ausbauen,

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Das habe ich absolut so nicht gesagt.)

aber ich weiß schon, warum Sie das tun. Weil Sie jetzt schon nach einer Ausstiegsmöglichkeit suchen, wenn die ersten Bürgerinitiativen gestartet werden, die gegen die Ausweisungen der neuen Windkraftanlagen und der neuen Windparks sind, wollen Sie nämlich wieder auf der Seite der Gutmenschen stehen und sagen, wir sind ja nicht dafür gewesen, fragen Sie CDU und SPD. Das ist Ihr Grund. Das kann man ja ganz eindeutig aus Ihrem Antrag auch ablesen.

(Marc Reinhardt, CDU: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!)

Und Sie haben ja noch einmal darauf hingewiesen, und ich will dieses Wort Masterplan eigentlich gar nicht in den Mund nehmen, weil ich es dann auch irgendwann peinlich fand, dass man darauf so rumgepocht hat, aber nicht gesagt hat, was soll in diesem Masterplan eigentlich stehen, was soll der eigentlich beinhalten.

(Zuruf von Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE)

Hätten Sie unsere Koalitionsvereinbarung richtig gelesen und Sie haben ja einen Teil davon zitiert, dann hätten Sie festgestellt, dass allein 11 Punkte sich nur mit dem Ausbau der regenerativen Energien beschäftigen. Und wenn Sie die lesen, dann müssten Sie für sich eigentlich auch selber geschlussfolgert haben, dann wäre Ihr Antrag eigentlich heute überflüssig gewesen und die Landtagssitzung wäre schneller zu Ende gegangen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Das ist Ihr einziges Ziel, schnell nach Hause, nur nicht arbeiten im Parlament.)

Sie haben ja auf den Bund hingewiesen, haben uns ja dafür gescholten, dass wir eine Aktuelle Stunde beantragt haben, die sich nur mit Bundespolitik beschäftigt. Eigentlich haben Sie sich auch nur zu 75 Prozent Ihrer Rede mit dem Bund beschäftigt, dann haben Sie ein Stück die Landesregierung gelobt und den Masterplan gefordert. Das war Ihre inhaltliche Rede, viel mehr war davon nicht abzulesen.

Aber ich will Ihnen jetzt mal sagen was der Bund gemacht hat, weil das muss man ja noch mal so aufzählen, damit sich das auch bei Ihnen in das Gedächtnis einbrennt. Der Bund hat das Atomgesetz geändert, es ist ein neues Energiewirtschaftsgesetz auf den Weg gebracht worden,

(Michael Andrejewski, NPD: War das Umweltminister Röttgen?)

es ist ein Erneuerbare-Energien-Gesetz neu auf den Weg gebracht worden, es ist ein Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens Energie und Klimafonds durch den Deutschen Bundestag auf den Weg gebracht worden,

(Ulrike Berger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Aber unter welchen Krämpfen!)

es ist ein Gesetz über Maßnahmen zur Beschleunigung des Ausbaus der Elektrizitätsnetze auf den Weg gebracht worden,

(Rudolf Borchert, SPD: Erfolgsbilanz der Bundesregierung bei der Energie.)

und das alles innerhalb der letzten paar Monate.

(Rudolf Borchert, SPD: Das ist ja wunderbar.)

Und weil Sie ja darauf hingewiesen haben, es ist sogar innerhalb von wenigen Tagen, innerhalb von wenigen Tagen ist sogar die Personalie des neuen Umwelt- und Energieministers geklärt worden. Davon mindestens, Frau Kollegin Schwenke, können Sie sich mal eine große Scheibe abschneiden, so schnell klärt man innerhalb der Union Personalien.

(Ulrike Berger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ich sag nur Ausstieg vom Ausstieg.)

Und wenn Sie da in Ihre eigene Partei gucken, dann können Sie sich ja gleich mal angucken, wie man so was macht.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Sehr demokratisch, sehr christdemokratisch.)

Insofern hätten Sie darauf auch ruhig mal hinweisen können.

(Zurufe von Peter Ritter, DIE LINKE, und Jürgen Suhr, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Meine sehr geehrte Damen und Herren, ich will Ihnen aber auch sagen, es ist natürlich Ihr gutes Recht als Opposition, und das gestehen wir Ihnen natürlich völlig zu,

(Heiterkeit vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Peter Ritter, DIE LINKE: Na, was denn?)

das ist ja auch völlig unumstritten, dass Sie die Regierung immer wieder auffordern und sagen, sie müssen schneller arbeiten, sie müssen besser arbeiten, es muss alles größer, besser, schneller, weiter werden.

(Egbert Liskow, CDU: Höher! – Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Höher haben Sie vergessen.)

Das haben wir ja in der ganzen Landtagssitzung von Ihnen immer wieder gehört und das gestehe ich Ihnen auch zu. Und jetzt sage ich mal, was die Landesregierung und die Koalitionsfraktion von Ihnen erwarten. Wir

erwarten von Ihnen, dass Sie den Konsens einhalten, den wir hier mal geschlossen haben, da haben Sie auch mitgemacht, das haben Sie damals mal gesagt, dass die regenerativen Energien im Land hier vorangetrieben werden. Aus dem dürfen Sie auf keinen Fall aussteigen.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Wer will das denn?)

Und deswegen sollten Sie solche Mätzchen wie mit diesem Antrag hier lassen, sondern sollten eher kraftvoll den Kurs, den die Landesregierung eingeschlagen hat, unterstützen.

(Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Ja, natürlich.)

Das erwarte ich von Ihnen als Oppositionsfraktion genauso, wenn Ihnen nichts Besseres einfällt, denn mehr steht ja in diesem Antrag auch nicht drin. Und ich glaube, das geht auf den ehemaligen Wirtschaftsminister Seidel zurück. Deswegen sage ich das immer wieder so gern, weil mir diese drei Punkte einfach gut gefallen, und ich glaube, die können Sie auch unterschreiben.

(Zurufe von Egbert Liskow, CDU, und Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE)

Die drei Punkte heißen nämlich Versorgungssicherheit, Umweltfreundlichkeit und Bezahlbarkeit. Und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist das Ziel dieser Koalition. So soll die Energiewende in MecklenburgVorpommern vorangehen und ich glaube, wenn wir uns darüber noch einig sind, dann nehmen Sie Ihren Antrag einfach noch mal mit nach Hause, schlafen heute Nacht darüber und überlegen sich, ob Sie ihn heute zurückziehen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ja, das geht nun nicht. Nach Hause gehen, darüber schlafen und heute zurückziehen, das geht nicht.)

Damit wäre uns allen geholfen. – Vielen Dank.

(Beifall vonseiten der Fraktion der CDU)

Das Wort hat nun der Abgeordnete Herr Jaeger von der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn das Ziel Energiewende bedeutet hundert Prozent regenerative Energien in Mecklenburg-Vorpommern, …

(Vincent Kokert, CDU: Bei 80 sind wir schon.)

Genau, bei 80 sind wir schon.

… dann erreichen wir dieses Ziel im Schlafwagen, ohne jeden Plan, ohne jeden Masterplan selbstverständlich.

(Vincent Kokert, CDU, und Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Ja, genau.)

Ich gehe davon aus, dass auch Sie, Herr Volker Schlotmann, natürlich nicht gemeint haben, dass Sie keinen

Plan haben, und ob man sich denn jetzt darüber streitet, ob das Masterplan oder Plan heißt, finde ich, ist Streit um des Kaisers Bart.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Das ist so was von Pipifax!)

Und ich lese Ihnen gern einmal vor, was Norbert Röttgen gesagt hat am 30.03. im Bundesrat. Da hat er nämlich gesagt, der Masterplan ist da für die Bundesregierung, und hat als Nächstes gesagt, wir arbeiten den Masterplan der Energiewende ab. Also das Wort „Masterplan“ ist jetzt nicht das Schlimmste, was es gibt auf der Welt.

(Jürgen Suhr, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das ist aber jetzt erschreckend.)

Ich möchte auch ausdrücklich begrüßen, dass die Landesregierung es geschafft hat, die Festlegung neuer Eignungsräume, die Hinweise dazu jetzt vorzulegen. Die haben wir gestern bekommen. Das ist durchaus ein wichtiger Etappenstein.

(Vincent Kokert, CDU: Ja, wenn wir nicht so viele FFH- und Vogelschutzgebiete hätten, dann wäre das noch viel einfacher. Aber lassen wir das jetzt!)