Protocol of the Session on March 14, 2012

Zwar ist das in der Praxis leider nicht immer der Fall, aber die Zielvorgabe ist doch richtig und es gibt keinen Grund, davon abzurücken. Bei einer Direktwahl wäre jedoch ein Wahlkampf unumgänglich. Natürlich müssten die Bürgerinnen und Bürger umfänglich über die Bewerberinnen und Bewerber aufgeklärt werden.

(Udo Pastörs, NPD: Richtig.)

Und wir alle wissen, dass im Wahlkampf die Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich das Recht haben, die Positionen der Bewerberinnen und Bewerber zu Einzelfragen kennen zu wollen. Dass hierbei jedoch der Kandidat auch Antipathien im Wahllager seiner Gegner sammelt, ist völlig normal.

(Zuruf von David Petereit, NPD)

Eine Polarisierung der Bevölkerung wäre dementsprechend unvermeidbar.

(Udo Pastörs, NPD: Wollen Sie denn einen Säulenheiligen? – Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

Eine Polarisierung durch den Bundespräsidenten schon im Vorfeld seiner Wahl ist aber gerade das, was sein Amt nicht soll. Das Amt des Bundespräsidenten soll das Volk einigen, er soll der parteiübergreifende Mediator sein.

(Udo Pastörs, NPD: Ach so!)

Idealerweise soll er das Gegengewicht zum unvermeidlichen Parteiengezänk unserer Demokratie sein.

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

All das wäre durch eine Direktwahl nicht mehr gegeben.

Ihr Antrag beweist, Sie haben den Sinn und Zweck der Demokratie

(Udo Pastörs, NPD: Nicht verstanden.)

nicht verstanden, überhaupt nicht verstanden.

(Zuruf von Stefan Köster, NPD)

Und das haben Sie auch in Ihrer Rede zum Ausdruck gebracht.

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

Sie, Herr Pastörs, haben davon gesprochen, dass Sie eine Aussprache möchten.

(Udo Pastörs, NPD: Klar.)

Die Direktwahl des Bundespräsidenten ist keine Aussprache, das ist Wahlkampf in einer bestimmten Phase,

(Udo Pastörs, NPD: Echt?)

aber nicht eine Aussprache im Sinne des Gesetzes.

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

Um das alles zu beweisen,

(Stefan Köster, NPD: Wir sind mitten im System angekommen.)

dass Sie die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland nicht verstanden haben, nicht verstehen wollen und andererseits auch abschaffen wollen, dazu hätten Sie diesen Antrag nicht stellen müssen. Wir lehnen den Antrag ab.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Stefan Köster, NPD: Was für eine Demokratie meinen Sie, Frau Borchardt?)

Danke.

Herr Pastörs, bevor Sie das Rednerpult einnehmen, erteile ich Ihnen noch einen Ordnungsruf wegen eines beleidigenden Zwischenrufes gegenüber Herrn Minister Brodkorb im Rahmen der Aussprache zu dem Tagesordnungspunkt 13.

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Frau Borchardt, Ihre Kindergartenrede war so schäbig und so unter Niveau, dass ich mich dazu gar nicht äußern will.

(Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Heinz Müller, SPD: Also schäbig ist hier was ganz anderes.)

Sie wollen durch Auseinandersetzungsverbot, also durch Wettbewerbsverbot vor einer Wahl die Demokratie retten. Was haben Sie für eine Vorstellung von freiheitlichen Gedanken und von freiem Wettbewerb auch auf der politischen Ebene?

(Dr. Margret Seemann, SPD: Jedenfalls bessere als Sie. – Zurufe von Dr. Norbert Nieszery, SPD, und Michael Andrejewski, NPD)

Aber ich setze meine Rede fort.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Um Gottes willen! – Zuruf von Jochen Schulte, SPD)

Und zwar denke ich, dass gerade die Auseinandersetzung, der Wettbewerb, der freie Wettbewerb um ein Wahlamt die Essenz der Demokratie ausmacht

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Auf einmal.)

und nicht das Ausgekungel von Kandidaten innerhalb eines Parteienkartells, wo das Volk außen vor nur noch

zur Kenntnis nehmen darf, wer es denn nun wird oder wer es nicht werden darf.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wie sind Sie denn ausgekungelt worden, Herr Pastörs?)

Das ist der Unterschied zu meiner Position, zu der Position der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands und den Postkommunisten, die sich hier als Oberdemokraten aufspielen

(Zuruf von Jacqueline Bernhardt, DIE LINKE)

und ganz vergessen, dass gerade in Ihrem Staat, wo Sie „Heil Moskau!“ gerufen haben,

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Ich habe nicht „Heil Moskau!“ gerufen. – Zuruf von Jacqueline Bernhardt, DIE LINKE)

das nicht praktiziert wurde, was Sie hier einfordern. Das ist schäbig. Sie haben ein kurzes Gedächtnis. Ich habe von Ihnen nichts anderes erwartet, gnädige Frau.

Zurück zu meiner Rede.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Nein!)

Also der Herr Gauck wird von Ausländerintegration, Existenzrecht des Staates Israel und von der Verantwortung für die Dritte Welt schwadronieren.

(Heinz Müller, SPD: Das hoffen wir, dass er davon redet.)

Er wird uns Deutsche mahnen, weiterhin den Goldesel zu spielen für ganz Europa,