Protocol of the Session on March 14, 2012

(Heinz Müller, SPD: Sondern ein Nazi! – Dr. Margret Seemann, SPD: Nazi, genau!)

Ihren aus reinen Propagandazwecken gestellten Antrag lehnen wir selbstverständlich ab.

(Dr. Margret Seemann, SPD: Nazi!)

Vielen Dank.

(allgemeine Unruhe – Beifall vonseiten der Fraktion der NPD)

Herr Petereit, ich behalte mir vor, Ihre Rede zu prüfen und gegebenenfalls Ordnungsmaßnahmen auszusprechen.

(Udo Pastörs, NPD: Das ist uns doch egal! Machen Sie das doch! Das tut uns überhaupt nichts.)

Das Wort hat jetzt der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Herr Brodkorb.

(Stefan Köster, NPD: Die Gesinnungsstasi wird wieder aktiv!)

Herr Brodkorb, einen Moment bitte.

Herr Köster, Sie haben jetzt den dritten Wortentzug, den dritten Ordnungsruf und ich entziehe Ihnen das Wort.

(Michael Andrejewski, NPD: Sie lernen das schon noch. – Udo Pastörs, NPD: Das dauert zwar ein bisschen, aber na ja. So ist das Leben.)

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Mein nicht sehr verehrter Herr Petereit, das, was Sie hier vorgetragen haben, zeugt nicht nur von einer erheblichen zynischen Arroganz,

(Heiterkeit vonseiten der Fraktion der NPD – Michael Andrejewski, NPD: Da kennen Sie sich ja aus.)

sondern von einer bemerkenswerten Anstandslosigkeit.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Während ganz Deutschland seit Monaten über rechtsextremistischen Terror spricht, über Todesopfer, die sich wahrscheinlich nicht selbst in die Luft gejagt haben,

(Udo Pastörs, NPD: Das warten wir mal ab!)

versuchen Sie das Beispiel eines offenbar etwas irritierten jungen Mädchens, das sich selbst verletzt,

(Udo Pastörs, NPD: Ach, die war irritiert?! Das war eine Kriminelle, war das.)

um offenbar Aufmerksamkeit für sich zu erregen,

(Michael Andrejewski, NPD: Dafür gibts immer Entschuldigungen. – Udo Pastörs, NPD: Ja ja.)

benutzen Sie ein solches Beispiel dafür,

(Udo Pastörs, NPD: Das ist eins von hundert.)

tatsächlich davon abzulenken, mit was für Vorgängen wir es hier in der Bundesrepublik Deutschland zum Teil zu tun haben aufgrund von Taten, die Menschen ausüben, die Ihrer Gesinnung entsprechen und nicht unserer.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Udo Pastörs, NPD: Woher wissen Sie das?)

Und es wird Sie nicht überraschen, dass uns das in der Sache

(Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

nicht sehr beeindruckt.

(Udo Pastörs, NPD: Ja, Sie uns auch nicht.)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

das Landesprogramm für Demokratie und Toleranz ist eine Erfolgsgeschichte, und Sie werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass ich zum Schluss ans Mikrofon trete, weil dies eine Initiative ist, die aus der Breite des Parlaments entstanden ist

(Stefan Köster, NPD: Sie haben doch bis jetzt auf allen Ebenen versagt. – Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

und seinerzeit nicht von der Regierung initiiert wurde.

(Udo Pastörs, NPD: Sie wollen sich nur noch mal profilieren!)

Der Erfolg dieses Programms besteht in mehreren Punkten:

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Erstens. Es besteht in diesem Lande ein politischer Konsens der Demokraten, wie es ihn vor vielen Jahren in der Weimarer Republik nicht gegeben hat. Insofern setzen wir eine historische Erfahrung um, nämlich diejenige, dass man über alle politischen Differenzen hinweg als Demokrat eines stets gemeinsam zu verteidigen hat, nämlich das Fundament unserer Gesellschaft: die Demokratie

(Udo Pastörs, NPD: Was ist das? Definieren Sie die mal genau!)

und die Menschenrechte.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Das Landesprogramm hat zweitens eine erhebliche Professionalisierung der Arbeit für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern hervorgerufen.

(Udo Pastörs, NPD: Das hat man bei der Wahlbeteiligung gemerkt.)

Sie haben heute schon sehr zahlreich auf die Regionalzentren für demokratische Kultur hingewiesen, dies mit

Recht. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass dies bei Weitem nicht die einzigen Akteure sind, die sich im Rahmen des Landesprogrammes entwickelt haben. Sie erlauben vielleicht, dass ich auf ein paar weitere eingehe:

Da sind zum Beispiel zwei Beratungsstellen für Opfer rechtsextremer Gewalt. Es gibt durch die Regionalzentren koordinierte regionale Beratungsnetzwerke, in denen staatliche Ordnungsämter und nicht staatliche Akteure zusammenarbeiten. Wir haben betriebliche Beratungsdienste gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in der Arbeitswelt.

(Udo Pastörs, NPD: Das ist ganz wichtig. In den Kindergärten auch noch!)

Es gibt in den 16 Landkreisen und Kommunen insgesamt 16 Lokale Aktionspläne mit einzelnen Projekten.

(Udo Pastörs, NPD: Warum nur 16?)