Protocol of the Session on October 22, 2008

Was ist Ansatz?

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Jetzt bin ich mal ein bisschen gespannt.)

Ansatz ist, Verantwortung zu zeigen, Ansatz ist auch, Verantwortung zu übernehmen, und Ansatz ist auch, zu zeigen, dass man handlungsfähig ist.

(Toralf Schnur, FDP: Ja.)

Und das unterscheidet, denke ich mal, in der Bundesrepublik Deutschland die SPD, die CDU und die FDP von der Partei DIE LINKE und von der Partei Die Grünen.

(Angelika Gramkow, DIE LINKE: Ein Glück! – Udo Pastörs, NPD: Ja, ja, ihr seid ja eh ein Einheitsblock.)

Alle drei von mir genannten Parteien haben sich der Verantwortung gestellt, in einer besonderen Situation bereit zu sein, in einem erstaunlichen Zeitraum auch zu einer besonderen Entscheidung zu kommen. Wir können uns alle, denke ich mal, nur über diese Handlungsfähigkeit dieser drei genannten Parteien in der Bundesrepublik Deutschland erfreuen.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP)

Das, was wir von Ihnen, Frau Finanzministerin, hier heute gehört haben als Ihre finanzpolitische Ausrichtung, da will ich einfach nur den Zwischenruf von Herrn Holter noch einmal ins Gedächtnis rufen: Kommen Sie zu uns! Ich glaube, Sie sind mit Ihrer Finanzpolitik ganz dicht bei den Linken, womöglich weniger bei der Sozialdemokratie.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Es gibt auch Linke in der SPD. – Zuruf von Angelika Gramkow, DIE LINKE)

Was wollen wir mit dem Antrag, der hier vorliegt, und mit unserem Änderungsantrag erreichen? Lassen Sie mich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Sie zwei Änderungsanträge vor sich liegen haben,

(Angelika Gramkow, DIE LINKE: Sollten Sie mal lesen, was Herr Huber heute rumerzählt hat.)

dass wir zwei Änderungsanträge,

(Angelika Gramkow, DIE LINKE: Oder Herr Westerwelle.)

dass wir zwei Änderungsanträge der Fraktion der FDP vorliegen haben. Den Änderungsantrag 5/1921 möchte ich an dieser Stelle zurückziehen

(Angelika Gramkow, DIE LINKE und Irene Müller, DIE LINKE: Ah ja?)

und möchte den Änderungsantrag 5/1933 als Grundlage meiner Rede dann hier gesehen haben. Das, was an Argumenten und an Kritiken hier über die Finanzsituation in der Bundesrepublik Deutschland dargestellt wird, ist zum Teil auch sehr erstaunlich und sehr merkwürdig. Wer von freien Märkten spricht, meine Damen und Herren, spricht nie von ungeregelten Märkten.

(Toralf Schnur, FDP: So ist es.)

Freier Markt heißt nicht, dass es automatisch keine Regeln gibt.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP – Dr. Armin Jäger, CDU: Ja, das stimmt.)

Und der Staat, meine Damen und Herren, der Staat hat in einem freien Markt die Aufgabe eines Schiedsrichters in einem Fußballspiel, nämlich darauf zu achten, dass die Regeln eingehalten werden,

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD – Rudolf Borchert, SPD: Aber ein Fußballspiel läuft nach Regeln ab.)

aber er hat niemals die Aufgabe, bei der einen Mannschaft mitzuspielen oder bei der anderen Mannschaft mitzuspielen.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP)

Er hat die Regeln zu beachten und er hat für die Einhaltung der Regeln,

(Rudolf Borchert, SPD: Der Vergleich mit dem Fußballspiel ist gar nicht schlecht. – Zuruf von Michael Andrejewski, NPD)

für die Einhaltung der Regeln hat er dann zu sorgen.

(Irene Müller, DIE LINKE: Das ist der Punkt. – Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE)

Und dann gehen wir an die unterschiedlichen politischen Ansätze. Wie können wir dann aus dieser Krise, aus dieser schwierigen Situation heraus

(Zuruf von Andreas Bluhm, DIE LINKE)

mit Chancen, nach vorne gerichtet, für unsere Bürger wieder Vertrauen schaffen? Ist ein staatliches...

(Unruhe bei Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE – Barbara Borchardt, DIE LINKE: Was sind denn nun Ihre konkreten Vorstellungen?)

Meine Damen und Herren, ich bitte darum, den Redner zu Wort kommen zu lassen. Es sind Zwischenrufe erlaubt, aber bitte kurz und bündig.

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Das ist sehr schwer.)

Ist ein staatliches Konjunkturprogramm die richtige Antwort?

(Andreas Bluhm, DIE LINKE: Ja.)

Wir Liberalen sagen klar und deutlich Nein. Staatliche...

(Angelika Gramkow, DIE LINKE: Da wird sich der Mittelstand aber freuen. – Zurufe von Andreas Bluhm, DIE LINKE, und Barbara Borchardt, DIE LINKE)

Staatliche Konjunkturprogramme haben noch nie dazu geführt, dass es zu einer dauerhaften wirtschaftlichen Entwicklung kommt.

(Toralf Schnur, FDP: So ist es. Noch nie!)

Wir sind bei dem Thema Steuersenkung, auch das ist ein Thema. Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger entlasten. Und Steuersenkungen – und da sind auch einbezogen höhere Freibeträge, dass Bürger nämlich gar nicht erst Steuern bezahlen – sind genau der richtige Effekt, um in solchen Zeiten für mehr verfügbares Einkommen bei den Leuten zu sorgen.

(Toralf Schnur, FDP: So ist es.)

Wer den Leuten permanent in die Tasche greift und sie nicht entlastet, der kann keine Konjunktur ankurbeln.

(Andreas Bluhm, DIE LINKE: Wie wollen Sie denn Ihre sozialen Wohltaten, die Sie auch noch auf dem Zettel haben, finanzieren?)

Steuersenkungen sind genau in dieser Zeit die richtige Antwort.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP – Andreas Bluhm, DIE LINKE: Das ist ein Ökonom! Mann, Mann, Mann!)

Lassen Sie mich zum Schluss noch einmal auf die gemeinsame Verantwortung zurückkommen, die wir

hier im Landtag und die wir, denke ich mal, auch draußen haben. Wir haben in mehreren Debatten festgestellt, dass Wirtschaftspolitik sehr viel im Kopf entschieden wird. Wir müssen eine gemeinsame positive Stimmung in die Wirtschaft hinaustragen, wir müssen wirklich ein Interesse daran zeigen, Probleme zu lösen.

Und dann komme ich zum Schluss noch einmal wieder zu Ihnen, meine Damen und Herren von der LINKEN. Sie haben gar kein Interesse an der Lösung von Problemen,

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP – Andreas Bluhm, DIE LINKE: Das ist eine bösartige Unterstellung, Herr Roolf! Das nimmt Ihnen doch keiner ab.)

denn mit jeder Lösung von Problemen geht Ihnen ein Wähler verloren. – Vielen Dank, meine Damen und Herren.