Protocol of the Session on April 24, 2008

(Gabriele Měšťan, DIE LINKE: Das hat er nicht gesagt. – Zuruf von Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE)

Ich glaube, da gibt es noch andere, die aus der Zeit vor November 2006 noch mehr wissen als ich.

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Das hoffe ich.)

Aber jetzt bei der Formulierung im Raumordnungsprogramm zu sagen, dass man damit nicht rechnen konnte,

(Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU)

dass dort ein Investor einen Antrag auf ein Steinkohlekraftwerk stellen würde, das ist schon, muss ich sagen, nicht nur sehr gewagt,

(Zuruf von Angelika Gramkow, DIE LINKE)

sondern, ich fi nde, für einen Professor einfach nicht würdig.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der CDU und FDP – Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU – Der Abgeordnete Peter Ritter bittet um das Wort für eine Anfrage.)

Herr Minister, gestatten Sie eine Zwischenfrage?

Wenn es möglich wäre, ich rede nicht lange, dann bitte zum Schluss.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Zum Schluss geht nicht.)

Ich meine, nach meinen Ausführungen, wenn es möglich wäre.

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

Da der Minister jetzt keine festgelegte Redezeit hat, können wir das nachher auch zulassen.

Gut. Ich stehe Ihnen zur Verfügung, keine Sorge.

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Ich wollte noch einmal auf das Raumordnungsprogramm kommen. Das ist nämlich wichtig. Sie haben als Stichwort erwähnt das berühmte Bombodrom. Lassen Sie uns lieber den Begriff Luft-Boden-Schießplatz verwenden, das wäre besser. Aber sei es mal, wie es sei, genau dort in diesem Fall verwenden wir nämlich die gleiche Argumentation, Herr Professor Methling.

(Dr. Armin Jäger, CDU: So ist das. Genau.)

Wir sagen nämlich, weil Ihr Bundesverteidigungsministerium uns damals nicht informiert hat im Rahmen des Raumordnungsprogramms,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Richtig.)

könnt ihr heute nicht in Anspruch nehmen, diesen Standort zu nutzen.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Richtig.)

Und jetzt müssen Sie vorsichtig sein,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Man kann nicht was fordern und sich dann nicht dran halten.)

jetzt müssen Sie wirklich vorsichtig sein, wie Sie argumentieren.

(Zuruf von Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE)

Denn da stehen Sie auch in der ersten Reihe – zu Recht, das will ich Ihnen gerne zugestehen –, aber da müssen Sie aufpassen bei der Argumentation.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Nun sind wir ja dabei.)

Hier, genau hier ist die Möglichkeit gewesen, und das ist keine Schuld von Ihnen, sondern Sie haben sich schlichtweg verdient gemacht um diesen Standort, so will ich es mal sagen.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der CDU und FDP – Dr. Armin Jäger, CDU: Richtig. – Zuruf von Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE)

Ein zweiter Punkt, den ich gern ansprechen möchte, ist das CO2-Thema.

(Zurufe von Angelika Gramkow, DIE LINKE, und Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE)

Ich fi nde, bei der CO2-Problematik gehört es sich, dass hier klargestellt wird, dass mit diesem Kraftwerk, wenn man sich das deutschlandweit anschaut, der CO2-Ausstoß eben nicht erhöht wird,

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktion der FDP – Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Bloß in Mecklenburg-Vorpommern.)

sondern die große Chance besteht, den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Richtig.)

Und darum geht es. Wenn Sie es mir nicht glauben, dann akzeptiere ich das noch, weil Sie hier Opposition sind – das sind ja leider die Rituale –, aber dann glauben Sie doch dem Bundesumweltminister. Der hat es doch gerade noch mal wieder gesagt,

(Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE: Er wird auch dafür entsprechend kritisiert.)

dass wir damit die CO2-Ziele einhalten, dass selbst, wenn alle Kraftwerke gebaut würden, die in der Planung sind, wir nicht das CO2-Ziel in Deutschland gefährden und dass wir insgesamt zur CO2-Absenkung kommen,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Na sicher. Sonst macht das ja überhaupt keinen Sinn.)

weil ältere Kraftwerke, und das hat was mit den Zertifi katen zu tun, am Ende aus dem Rennen gehen.

(Beifall bei Abgeordneten der Fraktionen der CDU und FDP – Dr. Armin Jäger, CDU: Genau das. – Zurufe von Gabriele Měšťan, DIE LINKE, und Dr. Wolfgang Methling, DIE LINKE)

Und ein Drittes, was ich gern loswerden möchte, ist mir jetzt ganz wichtig, denn es werden meine Mitarbeiter in einem Maße angegriffen, wie sie es wirklich nicht verdienen. Ja, wir haben über das Wirtschaftsministerium das sogenannte öffentliche Interesse erklärt.

(Michael Roolf, FDP: Das war falsch.)

Das war überhaupt nicht falsch, das war genau richtig.

(Michael Roolf, FDP: Sie sind Aufsichtsbehörde.)

Sie dürfen nicht nur Zeitung lesen, Herr Roolf, Sie müssen auch mal versuchen, sich die Abläufe anzuschauen.

(Jörg Heydorn, SPD: Er lässt sich die vorlesen.)

Hier ging es darum, im Naturschutzverfahren, wo übrigens nicht der Wirtschaftsminister die Fachaufsicht hat, was auch in der Presse falsch dargestellt wurde, insofern weiß ich, wovon ich da rede, sondern hier geht es darum, im Naturschutzverfahren das öffentliche Interesse darzustellen. Und es war geradezu witzig, dass eine Journalistin zu mir kommt – lassen wir mal den Namen der Zeitung weg, es ist eine große Wochenzeitschrift in Deutschland – und sagt: Na, Herr Seidel, das ist ja wohl falsch, da hätte doch Dong das öffentliche Interesse erklären müssen.

(Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU)